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SEO-Add-Ons:
Den Firefox aufrüsten und einrichten

Ein SEO hat viele Browser. Das Arbeitspferd der meisten ist aber seit Jahren der Firefox. Das liegt unter anderem daran, dass er sich problemlos erweitern lässt. Diese Add-Ons sollte jeder SEO haben. Von Holger Etzel und Korbinian Huber.

Große und kleine Helfer

Für Suchmaschinenoptimierer gibt es hauptsächlich zwei Hebel: Die On-Page-Faktoren einer Seite und die Einbindung der Seite im Internet. Unter den hunderten mehr oder weniger nützlicher Firefox-Erweiterungen gibt es ein paar Tools, die genau diese beiden Themenbereiche fast vollständig abdecken.

SeoQuake

SeoQuake (www.seoquake.com) ist ein Tool, mit dem (fast) alles machen kann - sogar den eigenen Rechner lahmlegen, wenn man es nicht zurechtstutzt. SeoQuake ruft für die jeweils aufgerufene Seite die relevanten SEO-Parameter ab. Das funktioniert sowohl auf Content-Seiten als auch innerhalb der Suchergebnisseiten (SERPS) von Suchmaschinen. Dabei ist SeoQuake sehr weit individualisierbar. Etwa 35 Parameter von der Anzahl der von Google indizierten Seiten über die Abfrage von Rambler-, Yandex- und Baidu-Kennzahlen bis zu technischen Kennzahlen wie einem IP-Lookup oder der Anzeige des Domainalters sind voreingestellt. Weitere Parameter wie die Sichtbarkeitsindizes von Sistrix oder SEO Diver lassen sich händisch hinzufügen.

Und genau hier ist das Problem: SeoQuake ist kein Tool zum Herunterladen und Loslegen. Es will erst einmal eingerichtet und erlernt werden. Andernfalls verursacht es so unglaublich viel Traffic, dass jeder Browser früher oder später eine Auszeit verlangt. Bei jedem Seitenaufruf.

Die Anzeige der Parameter erfolgt bei Content-Seiten in einer Bar. In den Suchergebnissen werden die Werte direkt bei den jeweiligen Treffern angezeigt. Nach der Installation hat man zunächst die Wahl, ob man eine Toolbar in der Symbolleiste oder eine „Floating Bar“ innerhalb des Browser-Fensters haben möchte.

Danach kommt die erste wichtige Entscheidung: Sollen die Werte immer oder nur bei Bedarf abgefragt werden? Hier sollte man sich unbedingt für „by request“ entscheiden, weil sonst bei jeder Browser-Anfrage sämtliche SEO-Parameter der Reihe nach mit abgefragt werden.

Als nächstes wird festgelegt, auf welchen Suchergebnisseiten Statistiken eingeblendet werden sollen. Für die meisten Aufgaben dürfte Google, Google Blogsearch und der Yahoo Siteexplorer reichen, aber es lassen sich auch weitere Suchmaschinen hinzufügen. Auch hier gilt wieder: „Load Parameters by request“ vermeidet viel Ärger und spart Zeit.

Werksseitig sind sehr viele Parameter eingestellt, andere dagegen fehlen und lassen sich schnell ergänzen (über den Menüpunkt "Extras – SeoQuake" die "Preferences" aufrufen). In dieser Matrix steht in den Zeilen, welche Parameter angezeigt werden sollen; in den Spalten steht, wo diese Daten angezeigt werden. Hier sollte radikal aufgeräumt werden. Zu viele Werte verwirren eher, als dass sie Nutzen stiften.

Für die meisten Fragestellungen reichen folgende Grunddaten:

  • Google PageRank
  • Google indizierte Seiten
  • Google Cache Datum
  • Yahoo Indizierte Seiten
  • Yahoo Links auf die URL
  • Yahoo Links auf die komplette Domain
  • Bing Index
  • Verwendung einer robots.txt
  • Interne Links (in Klammern wird die Anzahl der nofollow-Links ausgegeben)
  • Externe Links (in Klammern wird die Anzahl der nofollow-Links ausgegeben)

Abbildung 1: Einblendung der SEO-Daten in den Suchergebnissen

Zusätzlich kann man SeoQuake noch durch eigene Parameter erweitern, beispielsweise mit den Sichtbarkeitsindizes der verschiedenen Anbieter.

Einmal eingerichtet, ist die Benutzung sehr einfach: Ein Klick auf das „?“-Icon in der Bar und die Werte für die gerade geöffnete Seite werden geladen. Benötigt man sämtliche Parameter einer Seite und zusätzlich noch Keyword-Auswertungen, bekommt man diese nach einem Klick auf „info“ in einem eigenen Tab präsentiert.

Auf den Suchergebnisseiten gibt es ähnliche Funktionen: Alle Suchergebnisse können um Parameter angereichert und nach Parametern sortiert werden (siehe Abbildung 1). Angewandt auf eine Site-Abfrage, lässt sich so im Handumdrehen feststellen, welche Seiten beispielsweise einen besonders hohen oder niedrigen Visibility-Wert oder PageRank haben oder wann sie zuletzt gecached wurden. Um an genügend Daten zu kommen, sollte man Google Instant deaktivieren und die Anzahl der Suchergebnisse auf 100 hochsetzen. Ein sehr praktisches Feature ist übrigens der Datenexport als CSV-Datei.

Die Alternativen

Ähnlich mächtig und in den Funktionen fast identisch sind die Add-Ons von Seobook.com. SEO for Firefox und SEO Toolbar sind allerdings nicht auf Mozillas Add-On-Seite erhältlich, sondern können erst nach einer Registrierung direkt von http://www.seobook.com installiert werden. Die SEO Toolbar ist die Entsprechung von SEO-Quake für die Content-Seiten, SEO for Firefox ist für die Suchergebnisse zuständig. Und dementsprechend gilt auch hier: Erst an die Einstellungen gehen und alles abschalten, was nicht gebraucht wird, und auch dann nur bei Bedarf benutzen.

Search Status (http://www.quirk.biz/searchstatus/) ist nicht ganz so umfangreich, hat aber gegenüber SEOBook und SeoQuake zwei Vorteile. Erstens: Es ist bescheidener. Die meisten Werte werden nur abgerufen und angezeigt, wenn sie explizit aufgerufen werden. Das spart Ressourcen, die Rechner- und Netzwerkleistung wird kaum belastet. Und zweitens: Es hat eine Canonical-Funktion, die uns so in den anderen Tools noch nicht aufgefallen ist. Ein kleines Symbol in der URL-Leiste zeigt an, ob eine Canonical-URL gesetzt wurde und ob diese URL mit der tatsächlichen Adresse der Seite übereinstimmt oder nicht.

Web Developer Toolbar

Für das Analysieren der On-Page-Faktoren einer Seite ist die Web Developer Toolbar von Chris Pedricks ein perfektes Werkzeug. Es ist sofort einsatzbereit und hat meistens das richtige Tool an Bord. Man muss es nur finden.

Mit der Developer Toolbar lassen sich alle möglichen Elemente einer Website (de)aktivieren, hervorheben, einblenden, ausblenden oder manipulieren. Angefangen von Skriptsprachen über Cookies, CSS, Formularelemente und –inhalte, dem Anzeigen von verborgenen Texten wie Meta Tags, Alt-Attribute und Seitenelemente, etc. Zugänglich ist das alles über die Toolbar und das Kontextmenü und wer gerne mit Shortcuts arbeitet, kann die wichtigsten 12 Befehle sogar mit individuell belegbaren Tastaturkürzeln aufrufen.

Die Spezialisten

Mit diesen Allround-Werkzeugen für die On- und Offpageanalyse kommt man schon ganz gut zurecht. Aber ein paar Spezialisten machen das Leben noch leichter.

  1. Ohne Screenshots gibt es keine Präsentation. Der FireShot von Evgeny Suslikov macht sehr komfortabel Screenshots nicht nur vom sichtbaren Bereich einer Webseite. Die Screenshots können im FireShot bearbeitet, kommentiert, ausgeschnitten und markiert werden, ohne dass ein weiteres Grafikprogramm benötigt wird.
  2. Blogs sind ebenfalls ein elementarer Bestandteil des SEO-Lebens und hin und wieder will man einen Blogbeitrag auch ausdrucken. Leider sind die gängigen Systeme nicht darauf ausgelegt, besonders druckerfreundlich zu sein. Beim Ausdruck eines Artikels muss man oft einen Vorspann mit dem Kopf- und Seitenabschnitt und einen unter Umständen vielseitigen Nachspann mit den Kommentaren in Kauf nehmen. Die Erweiterung Aardvark ist eigentlich dazu gedacht, Seitenelemente zu markieren und zu isolieren. Genau diese Funktion - das isolierte Anzeigen von Elementen und Blöcken - lässt sich wunderbar nutzen, einen Blogartikel isoliert darzustellen und ihn ohne lästiges Beiwerk auszudrucken.
  3. Der Firebug ist ebenfalls ein mächtiges Tool, mit welchem einzelne Elemente einer Seite genauer betrachtet werden können. Dabei können sogar live Änderungen an den Elementen durchgeführt werden. Seine besondere Stärke liegt in der Erweiterbarkeit. Zahlreiche Extensions sind verfügbar, z. B. das von Google empfohlene Tool PageSpeed.
  4. Ein Seitenaufruf kann Unmengen an Traffic verursachen. Live HTTP Headers  zeigt in einer Sidebar alle Server-Requests und –responses, die ein Seitenaufruf auslöst. Das ist sehr praktisch, wenn z. B. nach mehreren Relaunches geprüft werden muss, ob, welche und wie viele Weiterleitungen eine Seite hat.
  5. Wo der Server wohl steht? Flagfox von Dave G. zeigt innerhalb der Adressleiste mit einer kleinen Flagge an, wo die Daten herkommen. Dies ist sehr hilfreich, um z. B. .com-Projekte richtig zuordnen zukönnen.
  6. Google Global von Redflymarketing ist wieder eine Erweiterung für die Suchergebnisse, mit der man landesspezifisch Suchergebnisseiten abfragen kann. So lassen sich unterschiedliche Ergebnisse z. B. für Deutschland, Österreich und die Schweiz ermitteln. Oder man nutzt das Tool, um zu sehen, in welchen Ländern bestimmte Google-Updates bereits ausgerollt sind.
  7. Die Seite ist hervorragend verlinkt, aber nicht im Index? Vielleicht liegt das an einer nofollow-Vorgabe des Robots-Metatag? Andre Alpars Seerobots zeigt alle Einstellungen in der Statusleiste.
  8. Ein Sichtbarkeitsindex hilft immer bei der Beurteilung von Seiten. Xovi bietet einen kleinen Viewer für die Statusleiste an, SISTRIX ist mit einer ganzen Toolbar am Start und die Werte des SEODiver lassen sich per API z. B. in SeoQuake einbinden.
  9. Sind alle Analytics-Pixel korrekt eingebunden? Diese Frage beantwortet Counterpixel von Jan Bogutzki.
  10. Zu guter Letzt: Das Backup Tool. FEBE ist eine Erweiterung, die Backups der installierten Add-Ons erstellt. Das sichert zum einen die installierten Add-Ons und macht zum anderen die Migration in neue Profile oder auf andere Rechner leichter.

 

Add On

Anbieter/Entwickler

FF 3.x

FF 4

Chrome

Safari

Download

SeoQuake

SEOQuake

X

X

X

X

addons.mozilla.org

SEO for Firefox

SEOBooks

X

X

 

 

tools.seobook.com

SEO Toolbar

SEOBooks

X

X

 

 

tools.seobook.com

quirk Search Status

quirk.biz

X

X

 

 

quirk.biz/download-searchstatus

Web Developer Toolbar

Chris Pedrick

X

X

X

 

addons.mozilla.org

Fireshot

Screenshot Program

X

X

X

 

addons.mozilla.org

Aardvark

Rob Brown

X

 

 

 

addons.mozilla.org

Firebug

Mozilla

X

X

 

Light-Version

getfirebug.com

Page Speed

Google

X

X

X

 

Google Webmaster Tools

Live HTTP Headers

Daniel Savard,
Nikolas Coukouma

X

X

 

 

addons.mozilla.org

FlagFox

Dave G.

X

X

 

 

addons.mozilla.org

Google Global

Red Fly Ltd

X

X

X

 

addons.mozilla.org

Seerobots

Andre Alpar

X

X

 

 

addons.mozilla.org

SISTRIX Toolbar

SISTRIX

X

X

X

 

tools.sistrix.de/toolbar

XOVI Ovi Viewer

XOVI

X

X

 

 

addons.mozilla.org

SEO Diver

Abakus

API zur Einbindung in andere Tools 

de.seodiver.com/api

Counter Pixel

Jan Bogutzki

X

X

 

 

addons.mozilla.org

FEBE

Chuck Baker

X

X

 

 

addons.mozilla.org

Tabelle 1: Alle Tools in der Übersicht

 

Fazit


Um mit dem Firefox arbeiten zu können, benötigt man ein paar ausgereifte Erweiterungen, die individuell angepasst werden, und ein paar Spezial-Tools, die die Lücken ergänzen. So erhält man schnell Zugriff auf Daten aus vielen unterschiedlichen Quellen, um bestimmte Aspekte (On-Page und Off-Page) schnell beurteilen zu können.

 

Über die Autoren

Porträt Holger Etzel

 

Holger Etzel ist Manager Marketing und Kommunikation der iloxx AG. Er betreut vorwiegend das Suchmaschinenmarketing des e-Commerce Logistikers.

E-Mail: h.etzel@iloxx.de
Web: www.iloxx.de
Holger Etzel (@holgeretzel) bei Twitter: Follow Holger Etzel on Twitter

 

 

Porträt Korbinian Huber

Korbinian Huber ist Online Marketing Manager der Catbird Seat GmbH. Seine Spezialgebiete sind ebenfalls SEA und SEO.

E-Mail: korbinian.huber@catbirdseat.de
Twitter: @Kurbsn
Web: www.catbirdseat.de
Korbinian Huber (@Kurbsn) bei Twitter: Follow Korbinian Huber on Twitter

 

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