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Ausgabe 29 > AdWords
- AdWords Campaign Experiments (ACE)
AdWords:
AdWords Campaign Experiments (ACE)
Mithilfe von Kampagnenexperimenten können Werbetreibende
Änderungen an ihren Kampagnen testen und deren Auswirkungen
mit dem Ausgangszustand vergleichen. Von Olaf Kopp.
Viele AdWords Nutzer kennen das Problem. Im Rahmen der AdWords-Optimierung
versucht man durch Umstrukturierung der Kampagnen, Bid Management
oder das Testen von neuen Anzeigentexten die Performance der
Kampagnen zu verbessern. Doch oft kann man die Performance-Veränderungen
nicht genau analysieren bzw. bewerten. Die im letzten Jahr
eingeführte Funktion AdWords Campaign Experiments,
kurz ACE, bringt nun mehr Licht ins Dunkel.
Was ist ACE?
Die Funktion AdWords Campaign Experiments ermöglicht
es AdWords-Werbetreibenden, Optimierungsmaßnahmen in
Echtzeit parallel zu testen, um Schlussfolgerungen über
die Effektivität der Maßnahmen ziehen zu können.
AdWords-Nutzer hatten lange das Problem, nicht genau sagen
zu können, ob ihre Optimierungsbemühungen in die
richtige Richtung gehen. Es konnten Tests für die Erfolgsmessung
der getätigten Änderungen nur zeitlich versetzt
nacheinander durchgeführt werden. Der große Nachteil
daran war, dass eventuelle saisonale Einflüsse oder andere
sich ändernde Marktbedingungen eine eindeutige Aussage
nicht zuließen. Dadurch konnten keine validen Schlussfolgerungen
gezogen werden.
Durch ACE ist es möglich, den Faktor der äußeren
Einflüsse auszuschließen und die Optimierungsmaßnahmen
in einem "identischen Umfeld" zu bewerten. Zudem
ist es möglich, die Impressionen, die aufgrund der einzelnen
Elemente erzeugt werden, prozentual auf die Test- und Kontrollgruppen
zu verteilen. Wenn man sich bei seinen Optimierungsmaßnahmen
nicht sicher ist, kann man den Anteil der Auktionen z.B. erstmal
zu 70 % auf die Kontrollgruppe und 30 % auf die Testgruppe
verteilen. Google empfiehlt aufgrund der besseren Vergleichbarkeit,
die ACE-Funktion immer im 50/50 Verhältnis zu nutzen.
ACE-Test einrichten
Abbildung 1: Einrichtung eines ACE-Tests
Das Einrichten eines ACE-Tests erfolgt über die Kampageneinstellungen
unter Erweiterte Einstellungen. Dort kann man den
jeweiligen Test pro Kampagne benennen, die prozentuale Verteilung
der Impressionen pro Testgruppe, sowie Start- und Enddatum
des Tests bestimmen (siehe Abbildung 1).
Abbildung 2: Weitere Einstellungen für ACE-Tests
Als nächstes muss man die Elemente für die Kontroll-
und Testgruppen bestimmen. Dabei kann man einzelne Kampagnenelemente
wie z. B. Anzeigengruppen, Keywords und Keyword-CPCs
als Kontrollgruppe, Testgruppe oder Kontroll- und Testgruppe
definieren. (siehe Abbildung 2). Die Kontrollgruppe hält
dabei den Zustand vor den Veränderungen fest, um nach
nachher konstante Vergleichswerte zu liefern. Will man in
der Kontrollgruppe dennoch Veränderungen vornehmen, sollte
man diese als Test und Kontrollgruppe definieren. In Testgruppen
sollten die Veränderungen umgesetzt werden.
Anwendungsbeispiele für ACE
Für die nachfolgenden Anwendungsbeispiele muss in den
jeweiligen Kampagneneinstellungen wie im letzten Abschnitt
beschrieben der ACE-Test eingerichtet sein.
Keyword-CPC-Testing
Zum Testen des Einflusses unterschiedlicher CPC-Gebote auf
ein Keyword sollte man wie folgt vorgehen:
- Kampagne oder Anzeigengruppe auswählen
- Keyword Tab
- Die Keywords sollten als Kontroll- und Testgruppe definiert
sein
- Segment
- In der Segment-Ansicht kann man nun die CPCs durch Klicken
auf den jeweiligen max. CPC auf Testgruppenebene prozentual
erhöhen oder verringern (siehe Abbildung 3).
Abbildung 3: Erhöhung oder Verringerung von CPCs
Will man alle Keywords in einer Kampagne oder Anzeigengruppe
testweise um einen bestimmten Prozentsatz verändern,
lässt sich das wie gehabt auch über den Bearbeiten-Button
auf alle markierten Keywords nur auf Testgruppenebene umsetzen.
Keyword Optionen testen
Beim Testen von Keywords in unterschiedlichen Keyword-Optionen
kann man die ACE-Funktion auch nutzen. Will man z. B.
testen, welchen Einfluss ein bisher nur in Phrase oder/und
Exact Match eingebuchtes Keyword in der Keyword Option Broad
Match hat, kann man dieses als Testgruppe definieren und später
die Auswirkungen auswerten.
Kampagnen-Segmentierung testen
Die Segmentierung der Kampagnen in spezielle kleinteile
Anzeigengruppen ist einer der wichtigsten Tasks bei der AdWords-Optimierung.
Über die ACE-Funktion lässt sich der Einfluss der
Umstrukturierung in neue Anzeigengruppen auf die jeweilige
Kampagne messen.
- Kampagnen Tab
- Alte Anzeigengruppen als Kontrollgruppe definieren
- Neue Anzeigengruppen als Testgruppe definieren
Nach Ablauf des Tests kann man die Änderungen übernehmen
oder löschen.
Neue Keywords testen
Zum Testen des Einflusses neuer Keywords auf die jeweilige
Anzeigengruppe sollte man wie folgt vorgehen:
- Anzeigengruppe auswählen
- Keywords hinzufügen Button
- Keywords hinzufügen
- Haken bei "Als Keywords nur zu Testzwecken hinzufügen"
(siehe Abbildung 4)
- Speichern
Nach Ablauf des Tests kann man den Einfluss der neuen Keywords
auf die jeweilige Anzeigengruppe feststellen.

Abbildung 4: Haken bei "Als Keywords nur zu Testzwecken
hinzufügen" setzen
Anzeigentexte testen
Das Testen von Anzeigentexten war auch schon vor der ACE-Funktion
möglich und sollte auch regelmäßig durchgeführt
werden. Allerding bietet die ACE-Auswertung eine besseren
Überblick insbesondere betreffend der statistischen Relevanz
der Ergebnisse. Hierbei kann man signifikante Veränderungen
bzgl. CTR und Conversion Rate mit wenigen Blicken aufdecken.
Mehr dazu im Abschnitt Testergebnisse auswerten.
Einen seichten Übergang ermöglichen
Besonders für Agenturen bietet ACE eine weitere interessante
Möglichkeit. Wenn AdWords-Agenturen bereits bestehende
und aktive Kampagnen von Kunden übernehmen, kann es insbesondere
aufgrund von Umstrukturierung der Kampagnen in der Übergangsphase
zur Verschlechterung bestimmter Werte wie z. B. der Anzahl
der Conversions kommen. Um diesen Folgeerscheinungen vorzubeugen,
kann man mit der ACE-Funktion einen seichten Übergang
zwischen den alten Anzeigengruppen und neu aufgesetzten Anzeigengruppen
ermöglichen.
So ist es z. B. möglich, von Monat zu Monat die
Impressionen prozentual immer weiter auf die neuen als Testgruppe
definierten Anzeigengruppen zu verteilen. So wird der Bruch
zwischen den alten und den neuen Anzeigengruppen so gering
wie möglich gehalten.
Testergebnisse auswerten
Abbildung 5: Ergebnisse des ACE-Tests anzeigen
Über den Button Segment (siehe Abbildung 5)
lassen sich auf einen Blick die Ergebnisse der ACE-Tests anzeigen.
Dabei werden die Werte der Kontrollgruppen in der Zeile
Steuerung und die Werte der Testgruppen in der Zeile
Test dargestellt.
Abbildung 6: Infobox bei Mouse Over
Nach Ablauf des Tests kann man die Ergebnisse auswerten.
Google hilft einem dabei, indem die Werte auf statistische
Relevanz überprüft und gekennzeichnet werden. Ist
ein Wert mit jeweils einem grauen Pfeil nach oben und nach
unten gekennzeichnet, hatte der Test bisher keinen signifikanten
statistisch belegbaren Einfluss auf die Leistung. Ist ein
Wert mit einem oder mehreren blauen Pfeilen nach oben oder
nach unten gekennzeichnet, lässt dies eine Aussage mit
95%iger Richtigkeit zu. Bei zwei blauen Pfeilen lässt
sich zu 99 % sicher sagen, dass bei Übernahme der Veränderungen
eine Verbesserung bzw. Verschlechterung eintritt. Bei drei
blauen Pfeilen sind es sogar 99,9 % (siehe Abbildung 6).
Abbildung 7: Anzeige der statistischen Signifikanz
Bewegt man die Maus über die Pfeile, bekommt in einer
Box Informationen zur statistischen Signifikanz des jeweiligen
Werts angezeigt (siehe Abbildung 7).
Fazit
Die ACE-Funktion ist zusammen mit den Automated Bid Rules
die beste neue AdWords Funktion der letzten 6 Monate. Sie
ermöglicht eine ganze Reihe von Testmöglichkeiten,
die eine stichhaltige Auswertung zulassen.
Einige Einschränkungen hat das Testen mit ACE allerdings.
So kann pro Kampagne maximal nur ein Test durchgeführt
werden. Zudem lässt sich die ACE-Funktion noch nicht
vollständig über den AdWords Editor bedienen.
Die größte Schwäche ist allerdings, dass
man keine Kampagnen gegeneinander testen kann. Wäre
dies möglich, könnte man Kampagneneinstellungen
wie z. B. die AdWords-eigenen Bid-Management-Funktionen
gegen manuelles Bid Management, Automated-Bid-Rules-Einstellungen
oder auch Drittanbieter Bid-Management-Tools-testen. Auch
Tests was geografisches Targeting betrifft könnte man
durchführen.
Zudem sind die Testergebnisse insbesondere bei großen
Kampagnen auf Anzeigengruppenebene nur schwer zu überschauen.
Es bleibt abzuwarten, ob Google diese Möglichkeiten
noch schaffen wird.
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Über den Autor
Olaf Kopp ist Inhaber der Suchmaschinenmarketing Agentur
SEM Deutschland. Schwerpunkt von SEM Deutschland liegt
im AdWords Management & Optimierung, Suchmaschinenoptimierung
(SEO) und der ganzheitlichen Online Marketing Beratung.
Zum Kundenkreis der Agentur gehören in erster Linie
Online Shops.
Olaf Kopp bloggt regelmäßig im SEM
Deutschland Blog und seinem privaten Online
Marketing Blog. Zudem ist er regelmäßiger
Gastautor u.a. beim t3n.de Magazin
und ecommerce-Lounge.de zu den Themen
Performance- und Suchmaschinenmarketing.
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