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Ausgabe 28 > Google
Produktsuche
Google Produktsuche:
Mit den Shopping-Ergebnissen in die Pole Position
Die Google Produktsuche verfügt immer noch über
ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, weil Google
für die Produktsuche keinen Cent verlangt. Aber wie kommt
man in der Produktsuche nach vorne? Von Simon Schmidt.
Immer häufiger begegnet man in den Google Suchergebnissen
Universal-Search-Boxen in Form von Videos, Bildern oder aber
auch Produkten (siehe http://www.sistrix.de/news/974-universal-search-update.html).
Dabei wächst auch der Anteil an Shopping-Ergebnissen
auf der ersten Suchseite rasant. Diese Shopping-Ergebnisse
werden häufig weit oben auf der ersten Suchergebnisseite
angezeigt.
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Abbildung 1: Beispiel Einzelproduktdarstellung: Google
Suche für Bohrhammer
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Folgende Formen treten im Moment in Deutschland auf:
Einzelproduktdarstellung:
ein Bild pro Produkt (4er- oder 5er-Reihe je nach Produktgruppe);
meist an Position 1-3 (siehe Abbildung 1)
Sammelproduktdarstellung:
Bild des besten Shopping-Treffers und zusätzlich rechts
davon Verlinkung zu den Top 3/Top 5; meist an Position 3-4
(siehe Abbildung 2).
Bei der Sammelproduktdarstellung können entweder Links
direkt zu den Produktseiten im jeweiligen Shop oder ein Link
zu Googles eigener Preisvergleichsseite auftreten (siehe Abbildung
2).
Wann welche Darstellungsart gewählt wird, lässt
sich derzeit noch nicht eindeutig ermitteln. Die gleiche Suchanfrage
kann innerhalb von 24 Stunden unterschiedliche Darstellungsarten
hervorrufen.
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Abbildung 2: Beispiel Sammelproduktdarstellung: Google
Suche Wagenheber
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Die Shopping-Ergebnisse gelangen durch ihre Position sofort
in den Fokus des Suchenden, da sie sich u. a. durch die Produktbilder
von den anderen Suchergebnissen abheben. Daher sollten Shop-Betreiber
neben der "normalen" Suchmaschinenoptimierung zusätzlich
auch die Produktsuche berücksichtigen. Dort ist es häufig
noch einfacher, für ein bestimmtes Keyword in eine Top-Position
zu gelangen. Einige Shops erreichen sogar allein durch die
Shopping-Ergebnisse nennenswerte Umsätze.
So kommt ein Produkt in den Shopping-Index bei Google
Grundlegend gibt es zwei Möglichkeiten, wie ein Produkt
in den Shopping-Index gelangen kann. Der Googlebot erkennt
bereits selbständig relevante Produktseiten und ordnet
die vorhandenen Produktdaten in den Index ein. Bei wenig umkämpften
Keywords kann man bereits durch eine gute Optimierung der
Produktdaten eine Top-Platzierung erzielen. Dabei könnten
in Zukunft Rich Snippets bzw. das Hinzufügen von Markup
noch genauer helfen. In den USA befinden sich diese bereits
in der Testphase (http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=146750).
Will man jedoch für Keywords mit hoher Konkurrenz in
die Top 3/Top 5 der Shopping-Ergebnisse (und damit in die
Universal-Search-Box), sollte man Google detailliertere Produktdaten
zur Verfügung stellen. Dazu gibt Google den Shop-Betreibern
die Möglichkeit, aktiv die eigenen Produktdaten zu übergeben.
Die Produkte können entweder über einen selbst
erstellten Daten-Feed (http://www.google.com/support/merchants/bin/answer.py?answer=188494)
oder eine API an Google übermittelt werden. Viele Shop-Betreiber
pflegen ihre Inhalte noch über die Google Base Data API
(nur noch bis zum 01. Juni 2011 möglich). Diese wurde
inzwischen durch die neue Google Shopping API (http://code.google.com/intl/de/apis/shopping/content/)
abgelöst. Eine einfache Anleitung zur Umstellung von
der alten zur neuen API liefert Google gleich mit (http://code.google.com/intl/de/apis/base/docs/2.0/developers_guide.html).
Mit der direkten Datenübertragung erhöhen sich jedenfalls
die Chancen für ein ausgewähltes Produkt mit dem
zuvor definierten Wunsch-Keyword gut zu ranken.
Produktdaten um Zusatzinformationen anreichern
Google hat den Shopanbietern mit dem Google Merchants Center
(http://www.google.com/merchants/)
bereits ein eigenes Tool zur Verfügung gestellt, in dem
man die Qualität der eingegebenen Produktdaten überprüfen
kann.
Idealerweise liegen die benötigten Zusatzdaten in einem
gut geführten Shop- oder Warenwirtschaftssystem bereits
vor, so dass diese automatisiert übergeben werden können.
In diesem Fall macht es keinen Unterschied, ob man dafür
den Feed oder die API nutzt. Bei kleineren Shops können
aber auch jederzeit von Hand gepflegte Daten-Feeds ergänzt
werden.
Die folgenden Attribute müssen immer übergeben
werden:
- id: Eine eindeutige ID für den Artikel. Diese muss
nur innerhalb des Merchants-Accounts eindeutig sein, kann
aber frei gewählt werden. Fehlerhafte IDs können
im schlimmsten Fall zu einer Abstufung im Ranking führen.
- title: Artikelname. Der Produktname sollte max. 70 Zeichen
nicht überschreiten. Der Titel sollte so knapp wie
möglich formuliert werden. Außerdem sollte er
das generische Haupt-Keyword (z. B. "Handy", "Bohrhammer",
"Trekkingsandalen", ...) beinhalten.
Dieses Feld ist definitiv einer der Haupt-Rankingfaktoren.
Ob das Erscheinen des Markennames im Titel einen positiven
Effekt hat, lässt sich nicht eindeutig nachweisen.
Der Effekt ist so marginal, dass es ausreicht, den Markennamen
über die Parameter "manufacturer" und "brand"
anzugeben.
- link: Produktlink. Hier sollte der Link zur Produktseite
im Shop stehen. Die Verwendung des Hauptkeywords in der
URL hat weniger starke Auswirkung als in "title"
und "description".
Optional kann man noch einen zusätzlichen URL-Parameter
"source" für das Tracking der Besucherquellen
mitgeben, damit der Besucherstrom von der Shopping-Suche
im Monitoring erfasst werden kann. Dann sollte aber darauf
geachtet werden, dass dieser Parameter über die Google
Webmaster Tools (über die Parameterbehandlung) ausgeschlossen
oder ein Canonical Tag gesetzt wurde.
- price: Preis des Artikels (MwSt. nicht vergessen!). Der
Preis hat nur einen sekundären Einfluss auf das Ranking,
wenn er das einzige Unterscheidungsmerkmal zu anderen Shops
darstellt. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Artikel
in Googles eigener Preisvergleichsansicht präsentiert
wird.
- description: Produktbeschreibung. In der Produktbeschreibung
sollte das Haupt-Keyword mindestens einmal vorkommen. Der
Text sollte sorgfältig formuliert werden. Keyword-Stuffing
(also das gezielte Wiederholen von Suchbegriffen) lohnt
allerdings nicht. Zudem empfiehlt es sich, die Inhalte möglichst
einzigartig (unique) zu gestalten, also keine Standardformulierungen
des Herstellers verwenden, die auch der Großteil der
Konkurrenz benutzt. Es schadet nicht, alternative Formulierungen
bzw. Synonyme zu verwenden, auch wenn diese nachweislich
nicht direkt für das Haupt-Keyword von Nutzen sind.
Dafür erhöhen sie die Relevanz im Themenumfeld.
- condition: Artikelzustand ("new", "used"
oder "refurbished"). Der Artikelzustand ist eine
Zusatzinformation für den Suchenden, die keine direkte
Auswirkung auf das Ranking hat, aber trotzdem zu den Pflichtfeldern
zählt.
Empfohlenen Felder für ein besseres Ranking sind:
- image_link: Produktbilder gehören auch in die Kategorie
der sekundären Rankingfaktoren, wobei ein gutes Produktbild
die Klick-Rate (CTR, einer der wichtigsten Faktoren) definitiv
positiv beeinflusst.
- produkt_type: Produkttyp: Dieses Feld hilft Google, das
angebotene Produkt in eine geeignete Kategorie einzuordnen.
Bei einer großen Produktpalette innerhalb einer Kategorie
steigert dies den Experten-Status des Shops für den
Themenbereich insgesamt. Ein sorgfältiges und sinnvolles
Kategoriemanagement kommt allen Produkten in der jeweiligen
Kategorie zu Gute. Tipp: Ein Produkt kann auch jederzeit
mehreren Kategorien zugeordnet werden.
- brand: Der Markenname sollte, sofern bekannt, immer angegeben
werden, da Markenprodukte bei umkämpften Keywords (z.
B. Nike bei Sportartikeln) bevorzugt behandelt werden.
- manufacturer: Hersteller. Selbst wenn Marke und Hersteller
gleich sind, sollte der Hersteller gesetzt werden.
Eine vollständige Liste der möglichen Parameter
ist bei Google (http://www.google.com/support/merchants/bin/answer.py?answer=188494)
zu finden. Zusätzlich zu den oben bereits genannten Parametern
sollten mindestens zwei der folgenden drei übergeben
werden: "brand" (s. o.), "mpn" (Herstellerkennung)
sowie "gtin". Letztere ist eine eindeutige internationale
Artikelkennung. Alternativ zur "gtin" können
die Parameter UPC (in Nordamerika), EAN (in Europa), JAN (in
Japan) und ISBN (für Bücher) auch einzeln übergeben
werden.
Weitere externe Faktoren, die das Produkt-Ranking beeinflussen,
sind:
- Menge (und Qualität) der Bewertungen für den
Shop (http://www.internetkapitaene.de/2010/05/31/google-produktsuche-review-plattformen-fur-online-shops/).
Eine Shop-Betreiber sollte daher seinen Kunden viele Anreize
für eine positive Bewertung in diesen Portalen bieten.
- Aktualität des Produktfeeds (freshness)
- Häufigkeit der Übergabe (upload frequency)
- Erreichbarkeit der Produktseite: Man sollte regelmäßig
überprüfen, ob die Produktseite weiterhin über
den mitgegebenen Produktlink erreichbar ist.
- Verfügbarkeit der Produkte im Shop: Sobald ein Artikel
ausverkauft oder nicht mehr im Sortiment ist, sollte dieser
auch aus dem Produktfeed gelöscht werden.
- Es sollte darauf geachtet werden, dass während der
Datenübergabe keine vermeidbaren Fehler (fehlerhafte
Parameter oder Sonderzeichen) auftreten, da diese die Vertrauenswürdigkeit
des Shops beeinträchtigen können.
- Ein weiterer wichtiger Faktor kann die Klick-Rate (CTR)
eines Shops in der Produktsuche insgesamt sein.
Momentan ist es noch recht einfach in die Optimierung der
Shopping-Ergebnissen einzusteigen, da nur ein Teil der Shop-Betreiber
bereits alle Möglichkeiten ausschöpft. Daher sollte
ein Shop-Betreiber nicht lange zögern, die ersten Schritte
zu unternehmen. Langfristig könnte der Google Shopping-Index
sogar die Bedeutung der Preissuchmaschinen als Traffic-Lieferanten
für Shops vermindern, da Google im Gegensatz zu den Preissuchmaschinen
(noch) keine Provision verlangt.
Fazit
Shopping-Ergebnisse erscheinen bereits jetzt bei fast allen
Transfersuchanfragen bei Google und bringen viele Kaufinteressenten
zu den Shops. Für Nischenprodukte reicht häufig
noch eine einfache On-Page-Optimierung der Produktseite
aus, um bei den vorderen Shopping-Ergebnissen zu erscheinen.
Da aber andererseits immer mehr Ranking-Faktoren in den
Shopping-Index einfließen, lohnt bei Produkten mit
hoher Konkurrenz bereits jetzt eine Optimierung und eine
direkte Übergabe der Produktdaten (per API oder Feed).
Auf diese Weise können schon wertvolle Erfahrungen
und Platzierungen für die Zukunft gesammelt werden.
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Über den Autor
Simon Schmidt ist Leiter der Abteilung Suchmaschinenoptimierung
bei der Marketing Factory Consulting GmbH, einer Full-Service-Internet-
und SEO-Agentur in Düsseldorf. Neben der allgemeinen
Suchmaschinenoptimierung für eigenen Portale und
Kunden liegt ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit
in der Optimierung für die Produktsuche und deren
Dokumentation mit Hilfe des hauseigenen Analysetools
MF Search.
Mail: sfs@marketing-factory.de
Twitter: @MFSearch
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