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Google Produktsuche:
Mit den Shopping-Ergebnissen in die Pole Position

Die Google Produktsuche verfügt immer noch über ein unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis, weil Google für die Produktsuche keinen Cent verlangt. Aber wie kommt man in der Produktsuche nach vorne? Von Simon Schmidt.

Immer häufiger begegnet man in den Google Suchergebnissen Universal-Search-Boxen in Form von Videos, Bildern oder aber auch Produkten (siehe http://www.sistrix.de/news/974-universal-search-update.html). Dabei wächst auch der Anteil an Shopping-Ergebnissen auf der ersten Suchseite rasant. Diese Shopping-Ergebnisse werden häufig weit oben auf der ersten Suchergebnisseite angezeigt.

Abbildung 1: Beispiel Einzelproduktdarstellung: Google Suche für Bohrhammer

Folgende Formen treten im Moment in Deutschland auf:

Einzelproduktdarstellung:
ein Bild pro Produkt (4er- oder 5er-Reihe je nach Produktgruppe); meist an Position 1-3 (siehe Abbildung 1)

Sammelproduktdarstellung:
Bild des besten Shopping-Treffers und zusätzlich rechts davon Verlinkung zu den Top 3/Top 5; meist an Position 3-4 (siehe Abbildung 2).

Bei der Sammelproduktdarstellung können entweder Links direkt zu den Produktseiten im jeweiligen Shop oder ein Link zu Googles eigener Preisvergleichsseite auftreten (siehe Abbildung 2).

Wann welche Darstellungsart gewählt wird, lässt sich derzeit noch nicht eindeutig ermitteln. Die gleiche Suchanfrage kann innerhalb von 24 Stunden unterschiedliche Darstellungsarten hervorrufen.

Abbildung 2: Beispiel Sammelproduktdarstellung: Google Suche Wagenheber

Die Shopping-Ergebnisse gelangen durch ihre Position sofort in den Fokus des Suchenden, da sie sich u. a. durch die Produktbilder von den anderen Suchergebnissen abheben. Daher sollten Shop-Betreiber neben der "normalen" Suchmaschinenoptimierung zusätzlich auch die Produktsuche berücksichtigen. Dort ist es häufig noch einfacher, für ein bestimmtes Keyword in eine Top-Position zu gelangen. Einige Shops erreichen sogar allein durch die Shopping-Ergebnisse nennenswerte Umsätze.

So kommt ein Produkt in den Shopping-Index bei Google

Grundlegend gibt es zwei Möglichkeiten, wie ein Produkt in den Shopping-Index gelangen kann. Der Googlebot erkennt bereits selbständig relevante Produktseiten und ordnet die vorhandenen Produktdaten in den Index ein. Bei wenig umkämpften Keywords kann man bereits durch eine gute Optimierung der Produktdaten eine Top-Platzierung erzielen. Dabei könnten in Zukunft Rich Snippets bzw. das Hinzufügen von Markup noch genauer helfen. In den USA befinden sich diese bereits in der Testphase (http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?answer=146750).

Will man jedoch für Keywords mit hoher Konkurrenz in die Top 3/Top 5 der Shopping-Ergebnisse (und damit in die Universal-Search-Box), sollte man Google detailliertere Produktdaten zur Verfügung stellen. Dazu gibt Google den Shop-Betreibern die Möglichkeit, aktiv die eigenen Produktdaten zu übergeben.

Die Produkte können entweder über einen selbst erstellten Daten-Feed (http://www.google.com/support/merchants/bin/answer.py?answer=188494) oder eine API an Google übermittelt werden. Viele Shop-Betreiber pflegen ihre Inhalte noch über die Google Base Data API (nur noch bis zum 01. Juni 2011 möglich). Diese wurde inzwischen durch die neue Google Shopping API (http://code.google.com/intl/de/apis/shopping/content/) abgelöst. Eine einfache Anleitung zur Umstellung von der alten zur neuen API liefert Google gleich mit (http://code.google.com/intl/de/apis/base/docs/2.0/developers_guide.html).

Mit der direkten Datenübertragung erhöhen sich jedenfalls die Chancen für ein ausgewähltes Produkt mit dem zuvor definierten Wunsch-Keyword gut zu ranken.

Produktdaten um Zusatzinformationen anreichern

Google hat den Shopanbietern mit dem Google Merchants Center (http://www.google.com/merchants/) bereits ein eigenes Tool zur Verfügung gestellt, in dem man die Qualität der eingegebenen Produktdaten überprüfen kann.

Idealerweise liegen die benötigten Zusatzdaten in einem gut geführten Shop- oder Warenwirtschaftssystem bereits vor, so dass diese automatisiert übergeben werden können. In diesem Fall macht es keinen Unterschied, ob man dafür den Feed oder die API nutzt. Bei kleineren Shops können aber auch jederzeit von Hand gepflegte Daten-Feeds ergänzt werden.

Die folgenden Attribute müssen immer übergeben werden:

  • id: Eine eindeutige ID für den Artikel. Diese muss nur innerhalb des Merchants-Accounts eindeutig sein, kann aber frei gewählt werden. Fehlerhafte IDs können im schlimmsten Fall zu einer Abstufung im Ranking führen.
  • title: Artikelname. Der Produktname sollte max. 70 Zeichen nicht überschreiten. Der Titel sollte so knapp wie möglich formuliert werden. Außerdem sollte er das generische Haupt-Keyword (z. B. "Handy", "Bohrhammer", "Trekkingsandalen", ...) beinhalten.
    Dieses Feld ist definitiv einer der Haupt-Rankingfaktoren. Ob das Erscheinen des Markennames im Titel einen positiven Effekt hat, lässt sich nicht eindeutig nachweisen. Der Effekt ist so marginal, dass es ausreicht, den Markennamen über die Parameter "manufacturer" und "brand" anzugeben.
  • link: Produktlink. Hier sollte der Link zur Produktseite im Shop stehen. Die Verwendung des Hauptkeywords in der URL hat weniger starke Auswirkung als in "title" und "description".
    Optional kann man noch einen zusätzlichen URL-Parameter "source" für das Tracking der Besucherquellen mitgeben, damit der Besucherstrom von der Shopping-Suche im Monitoring erfasst werden kann. Dann sollte aber darauf geachtet werden, dass dieser Parameter über die Google Webmaster Tools (über die Parameterbehandlung) ausgeschlossen oder ein Canonical Tag gesetzt wurde.
  • price: Preis des Artikels (MwSt. nicht vergessen!). Der Preis hat nur einen sekundären Einfluss auf das Ranking, wenn er das einzige Unterscheidungsmerkmal zu anderen Shops darstellt. Dies gilt insbesondere dann, wenn ein Artikel in Googles eigener Preisvergleichsansicht präsentiert wird.
  • description: Produktbeschreibung. In der Produktbeschreibung sollte das Haupt-Keyword mindestens einmal vorkommen. Der Text sollte sorgfältig formuliert werden. Keyword-Stuffing (also das gezielte Wiederholen von Suchbegriffen) lohnt allerdings nicht. Zudem empfiehlt es sich, die Inhalte möglichst einzigartig (unique) zu gestalten, also keine Standardformulierungen des Herstellers verwenden, die auch der Großteil der Konkurrenz benutzt. Es schadet nicht, alternative Formulierungen bzw. Synonyme zu verwenden, auch wenn diese nachweislich nicht direkt für das Haupt-Keyword von Nutzen sind. Dafür erhöhen sie die Relevanz im Themenumfeld.
  • condition: Artikelzustand ("new", "used" oder "refurbished"). Der Artikelzustand ist eine Zusatzinformation für den Suchenden, die keine direkte Auswirkung auf das Ranking hat, aber trotzdem zu den Pflichtfeldern zählt.

Empfohlenen Felder für ein besseres Ranking sind:

  • image_link: Produktbilder gehören auch in die Kategorie der sekundären Rankingfaktoren, wobei ein gutes Produktbild die Klick-Rate (CTR, einer der wichtigsten Faktoren) definitiv positiv beeinflusst.
  • produkt_type: Produkttyp: Dieses Feld hilft Google, das angebotene Produkt in eine geeignete Kategorie einzuordnen. Bei einer großen Produktpalette innerhalb einer Kategorie steigert dies den Experten-Status des Shops für den Themenbereich insgesamt. Ein sorgfältiges und sinnvolles Kategoriemanagement kommt allen Produkten in der jeweiligen Kategorie zu Gute. Tipp: Ein Produkt kann auch jederzeit mehreren Kategorien zugeordnet werden.
  • brand: Der Markenname sollte, sofern bekannt, immer angegeben werden, da Markenprodukte bei umkämpften Keywords (z. B. Nike bei Sportartikeln) bevorzugt behandelt werden.
  • manufacturer: Hersteller. Selbst wenn Marke und Hersteller gleich sind, sollte der Hersteller gesetzt werden.

Eine vollständige Liste der möglichen Parameter ist bei Google (http://www.google.com/support/merchants/bin/answer.py?answer=188494) zu finden. Zusätzlich zu den oben bereits genannten Parametern sollten mindestens zwei der folgenden drei übergeben werden: "brand" (s. o.), "mpn" (Herstellerkennung) sowie "gtin". Letztere ist eine eindeutige internationale Artikelkennung. Alternativ zur "gtin" können die Parameter UPC (in Nordamerika), EAN (in Europa), JAN (in Japan) und ISBN (für Bücher) auch einzeln übergeben werden.

Weitere externe Faktoren, die das Produkt-Ranking beeinflussen, sind:

  • Menge (und Qualität) der Bewertungen für den Shop (http://www.internetkapitaene.de/2010/05/31/google-produktsuche-review-plattformen-fur-online-shops/). Eine Shop-Betreiber sollte daher seinen Kunden viele Anreize für eine positive Bewertung in diesen Portalen bieten.
  • Aktualität des Produktfeeds (freshness)
  • Häufigkeit der Übergabe (upload frequency)
  • Erreichbarkeit der Produktseite: Man sollte regelmäßig überprüfen, ob die Produktseite weiterhin über den mitgegebenen Produktlink erreichbar ist.
  • Verfügbarkeit der Produkte im Shop: Sobald ein Artikel ausverkauft oder nicht mehr im Sortiment ist, sollte dieser auch aus dem Produktfeed gelöscht werden.
  • Es sollte darauf geachtet werden, dass während der Datenübergabe keine vermeidbaren Fehler (fehlerhafte Parameter oder Sonderzeichen) auftreten, da diese die Vertrauenswürdigkeit des Shops beeinträchtigen können.
  • Ein weiterer wichtiger Faktor kann die Klick-Rate (CTR) eines Shops in der Produktsuche insgesamt sein.

Momentan ist es noch recht einfach in die Optimierung der Shopping-Ergebnissen einzusteigen, da nur ein Teil der Shop-Betreiber bereits alle Möglichkeiten ausschöpft. Daher sollte ein Shop-Betreiber nicht lange zögern, die ersten Schritte zu unternehmen. Langfristig könnte der Google Shopping-Index sogar die Bedeutung der Preissuchmaschinen als Traffic-Lieferanten für Shops vermindern, da Google im Gegensatz zu den Preissuchmaschinen (noch) keine Provision verlangt.

 

Fazit

Shopping-Ergebnisse erscheinen bereits jetzt bei fast allen Transfersuchanfragen bei Google und bringen viele Kaufinteressenten zu den Shops. Für Nischenprodukte reicht häufig noch eine einfache On-Page-Optimierung der Produktseite aus, um bei den vorderen Shopping-Ergebnissen zu erscheinen. Da aber andererseits immer mehr Ranking-Faktoren in den Shopping-Index einfließen, lohnt bei Produkten mit hoher Konkurrenz bereits jetzt eine Optimierung und eine direkte Übergabe der Produktdaten (per API oder Feed). Auf diese Weise können schon wertvolle Erfahrungen und Platzierungen für die Zukunft gesammelt werden.

 

Über den Autor

Simon Schmidt ist Leiter der Abteilung Suchmaschinenoptimierung bei der Marketing Factory Consulting GmbH, einer Full-Service-Internet- und SEO-Agentur in Düsseldorf. Neben der allgemeinen Suchmaschinenoptimierung für eigenen Portale und Kunden liegt ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit in der Optimierung für die Produktsuche und deren Dokumentation mit Hilfe des hauseigenen Analysetools MF Search.

Mail: sfs@marketing-factory.de
Twitter: @MFSearch

 

 

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