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Lokale Branchenverzeichnisse:
Verzeichnisse für lokale Unternehmen effektiv nutzen

In den Suchergebnissen tauchen immer lokale Verzeichnisse wie Qype und GelbeSeiten.de auf. Wie können Unternehmen von diesen Verzeichnissen profitieren? Von Markus Hövener.

Auch, wenn man gedruckte Branchenbücher längst unter dem Betriff "Old School" abgeheftet hat: Ihre digitalen Pendants, also Online-Branchenverzeichnisse, sind bei der lokalen Optimierung durchaus einen Blick wert. Wer sich in lokale Online-Branchenverzeichnisse einträgt, kann nämlich grundsätzlich in dreierlei Hinsicht profitieren:

  1. Je nach Website erhält man durch ein Listing in einem Branchenverzeichnis einen Link, der zur Verbesserung der Link-Popularität beiträgt.
  2. Für Google Places zählt auch die Anzahl der Erwähnungen auf anderen Plattformen als Ranking-Faktor. Wessen Website also in vielen Branchenverzeichnissen zu finden ist, kann dadurch ein positives Signal an Google schicken.
  3. Vor allem hat man durch ein Listing in einem Verzeichnis die Möglichkeit, sekundären Google-Traffic zu erhalten: Die Verzeichnisse erscheinen für lokale Suchanfragen in den Suchergebnissen, so dass ein Google-Nutzer zuerst auf ein Branchenverzeichnis klickt und sich dann von dort auf die eigene Website begibt. Das ist allerdings je nach Branche und Stadt relativ zu bewerten, da natürlich in einer Kategorie wie "Anwälte in Berlin" hunderte von Einträgen zu finden sind.
Aber wo eintragen?

Verzeichnisse gibt es durchaus sehr viele und in unterschiedlichen Qualitätsstufen. In Tabelle 1 finden sich die 21 relevantesten allgemeinen Branchenverzeichnisse - also solche, in die sich beliebige lokale Unternehmen von Arzt bis Zinkblechverarbeitung eintragen können.

Auf Grund der unterschiedlichen Zielsetzungen (Link oder sekundärer Traffic) gibt es kein eindeutiges Kriterium, nach dem die Liste sortiert werden könnte. In der Liste werden daher zwei wichtige Parameter ausgegeben:

  • Der SISTRIX-Sichtbarkeitsindex: Wie sichtbar sind die unterschiedlichen Verzeichnisse in den Suchergebnisse (hohe Werte = hohe Sichtbarkeit)?
  • Die Domain-Popularität: Wie gut sind die Verzeichnisse selber verlinkt (hohe Werte = viele Verlinkungen)

Bei der recht geringen Anzahl an Verzeichnissen muss man allerdings auch nicht unbedingt Prioritäten ausmachen. Da keiner der Links schaden kann, können und sollten durchaus alle Eintragungen vorgenommen werden.

Noch geschickter wäre es natürlich, vorab zu prüfen, welche Verzeichnisse in Bezug auf die eigenen Suchanfragen wirklich wichtig sind - also in den Suchergebnissen für die Suchanfragen erscheinen. Da sich diese Rankings aber jederzeit ändern können, liefert diese Methode langfristig nur suboptimale Ergebnisse.

Und eintragen!

Bei den Eintragungen sollten auf jeden Fall Fallstricke beachtet werden, indem man die unterschiedlichen Eintragungsvarianten genau analysiert. In der Regel gibt es kostenlose Basis-Listings, aber natürlich wollen die Verzeichnisse auch Geld verdienen. Manchmal gibt es in der kostenlosen Variante daher entweder keinen Link oder nur einen (in Bezug auf Linkaufbau wertlosen) Nofollow-Link.

In wenigen Fällen können sich bezahlte Einträge lohnen - wenn ein Verzeichnis, z. B. für eine wichtige Suchanfrage, ganz vorne zu finden ist und man durch den bezahlten Eintrag an den Anfang der Liste kommen könnte. Auch gibt es einige wenige Verzeichnisse, die ihren Traffic nicht nur über Google erzeugen, sondern auch andere Wege gefunden haben, Besucher zu gewinnen.

Hier muss also jedes Unternehmen für sich entscheiden, wie es die unterschiedlichen Verzeichnisse nutzen möchte.
In jedem Fall sollte bei den Eintragungen das Folgende beachtet werden:

  1. Bei den Kontaktdaten sollten jeweils dieselben Daten eingetragen werden (Adresse, Firmenname, Rufnummer).
  2. Soweit möglich, sollten auch alle anderen Aspekte optimal genutzt werden (Logo, verschiedene Zusatzinformationen).
  3. Die Beschreibungstexte sollten durchaus variiert werden, damit es Suchmaschinen nicht so leicht fällt, die Profilseiten des Unternehmens in den unterschiedlichen Branchenverzeichnissen als sehr ähnliche Inhalte (Near Duplicate Content) anzusehen und so z. B. die Links von diesen Seiten zu entwerten.

Domain

SISTRIX-
Sichtbarkeitsindex

Domain-Popularität
(laut SEOmoz)

www.meinestadt.de

340,641

4370

www.cylex.de

149,046

350

www.hotfrog.de

121,351

472

www.qype.com

86,428

1851

www.gelbeseiten.de

73,683

2768

www.pointoo.de

72,24

314

www.suchen.de

70,223

1653

www.dasoertliche.de

59,95

2943

www.goyellow.de

49,126

1950

www.stadtbranchenbuch.com

47,134

4678

www.klicktel.de

42,036

4070

www.branchenbuchsuche.de

41,102

593

www.marktplatz-mittelstand.de

35,324

492

www.branchen-info.net

32,02

4055

www.city-map.de

30,502

462

www.11880.com

27,082

40033

www.way2business.de

18,326

256

www.yellowmap.de

8,748

1301

www.youbizz.de

4,738

105

www.exilon.de

4,321

215

www.kennstdueinen.de

3,129

476


Tabelle 1: Lokale Branchenverzeichnisse

 

Fazit

Eintragungen in Online-Branchenverzeichnisse können für viele lokale Unternehmen - insbesondere aus kleineren Städten oder Nischenbranchen - relevant sein, weil viele Verzeichnisse in den Suchergebnissen erscheinen. So können Unternehmen indirekt Traffic erzeugen. Aber auch für den Linkaufbau können einige Branchenverzeichnisse durchaus hilfreich sein.

 

Porträt Markus Hövener
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

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