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Lokale Google-Suche:
Warum Unternehmen ihre Websites besser abstimmen müssen

Bei der lokalen Google-Suche gab es Ende 2010 einige Änderungen, die durchaus negative Auswirkungen für Unternehmen haben können. Um das zu umgehen, hilft ein genauer Blick auf die Mechanismen der lokalen Suche. Von Markus Hövener.

Die lokale Suche bei Google hat sich in den letzten Monaten leicht verändert. Diese Änderungen hat Google bereits vorher in anderen Märkten ausgetestet, so dass man davon ausgehen kann, dass Google die neue Art der Darstellung für deutlich besser als die vorherige Version hält.

Abbildung 1:Lokale Ergebnisse für "hotel berlin"

Dazu muss man zunächst verstehen, dass bei der lokalen Suche auf zwei Daten zugegriffen wird: Es wird sowohl im normalen organischen Google-Index als auch bei den so genannten Google Places gesucht. Google Places werden für jedes lokale Unternehmen bzw. für jeden Standort erstellt. Die Daten für die Places stammen zunächst von Datenlieferanten und müssen daher nicht unbedingt stimmen. Es empfiehlt sich daher auf jeden Fall für lokale Unternehmen, über ihre Places-Listings Kontrolle zu erlangen – kostenlos – und die vorhandenen Daten ggf. zu korrigieren.

Bislang gab es bei der Darstellung der lokalen Suchergebnisse meist das so genannte 3-Pack oder 7-Pack. Dabei erschienen zehn organische Suchergebnisse, die um drei (3-Pack) oder sieben (7-Pack) Places-Ergebnisse ergänzt und meistens vor dem ersten organischen Listing platziert wurden. In ganz wenigen Fällen gab es übrigens auch ein 2-Pack, bei dem eben nur zwei Places-Ergebnisse angezeigt wurden, aber dafür musste man schon sehr exotisch nach lokalen Branchen oder Unternehmen suchen.

Die Art der Darstellung mit Packs hat Google aber zugunsten einer gemischten Darstellung geändert. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, werden die organischen Suchergebnisse und die Places-Ergebnisse gemischt.

Wenn eine Website sowohl als "normales" organisches Ergebnis als auch als Places-Listing erscheinen würde, macht Google bei der Darstellung daraus einen einzigen Eintrag. Die Anzahl der Suchergebnisse pro lokaler Suchergebnisseite variiert also - abhängig davon, wie hoch die Überschneidung zwischen den "normalen" und den Places-Einträgen ist. In den Suchergebnissen für "hotel berlin" findet man daher nicht zehn "normale" organische Suchergebnisse, sondern nur acht (gemeint sind mit "normal" die Ergebnisse, die keines der Places-Fähnchen A-G tragen). In diesem Fall muss es also zwei "normale" organische Suchergebnisse geben, die auch in den sieben Places-Listings zu finden sind.

Die Mischung macht's

Bei diesem Mischen kann es aber zu Problemen kommen, weil Google eine recht seltsame Methode hat, die gemischten Listings anzuzeigen. Ein Beispiel dafür findet sich in Abbildung 2.

Grundsätzlich gibt es in einem gemischten Listing zwei Links (wenn man von der Qype-Verlinkung am Listing-Ende absieht, die auf die Quelle der zwei Bewertungen verweist):

  • Der mit (1) markierte Link zeigt auf die URL, die das "normale" organische Listing gehabt hätte.
  • Der mit (2) markierte Link verknüpft auf das Places-Profil bei Google.
Abbildung 2: Zwei unterschiedliche Links

Nun ist es aber leider so, dass die URL vom "normalen" organischen Listing nicht zwangsweise zu der Adresse passt, die in dem Listing angezeigt (hier die Willi-Becker-Allee 10 in Düsseldorf). In diesem konkreten Fall wird auf die Seite mit der URL http://www.sixt.de/mietwagen/deutschland/duesseldorf/ verlinkt, auf der alle SIXT-Filialen in Düsseldorf zu finden sind. Die Willi-Becker-Allee findet auf dieser Seite keinerlei Erwähnung, so dass man hier noch weiter suchen muss, um auf der SIXT-Website die entsprechende Filiale ausfindig zu machen.

Es gibt aber noch andere Fälle, bei denen die Suchmaschine als "normale" organische URL die Startseite einer Website heraussucht, was natürlich in Bezug auf die von Google so oft hoch gehängte "User Experience" speziell bei der lokalen Suche schlecht ist.

Was tun?

Die folgenden Betrachtungen gelten für alle Unternehmen, die mehrere Standorte haben. Wenn es für ein Unternehmen nur eine einzige Adresse gibt, kommt es bei der lokalen Suche recht selten zu Problemen.

Also: Was sollten Unternehmen machen, die mehrere Standorte haben? Um bei dem Beispiel mit den Autovermietungen zu bleiben: SIXT hat es hier prinzipiell schon richtig gemacht. Es gibt auf der SIXT-Website für jede Stadt eine separate Seite, die alle Filialen anzeigt (z. B. http://www.sixt.de/mietwagen/deutschland/duesseldorf/ für Düsseldorf).

Das hat aber nicht jedes Unternehmen so gewissenhaft gemacht: Bei Hertz wählt Google für lokale Suchanfragen in der Regel die Startseite www.hertz.de aus - auch wenn man nach "autovermietung düsseldorf" sucht und das Wort "Düsseldorf" auf der Startseite gar nicht vorkommt. Google reicht es hier schon aus, dass das Wort "Düsseldorf" auf einer anderen Site vorkommt, die auf die Startseite http://www.hertz.de verlinkt. Es gibt zwar durchaus Unterseiten auf Hertz.de, die zu der Suchanfrage deutlich besser passen, aber diese sind nicht hinreichend gut optimiert, so dass die Suchmaschine sich trotzdem für die Startseite entscheidet.

Unternehmen sollten sich bei der Optimierung der lokalen Suche daher an die folgenden Regeln halten:

  • Auf der eigenen Website sollte für jede Stadt eine Seite eingerichtet werden, auf der alle passenden Filialen angezeigt werden (also z. B. www.website.de/duesseldorf/).
  • Falls es innerhalb einer Stadt mehrere Filialen gibt, sollten für die einzelnen Filialen auch noch Seiten eingerichtet werden (z. B. www.website.de/duesseldorf/salzstrasse/).
  • Diese Seiten sollten immer auf die wichtigsten Zielsuchbegriffe optimiert werden (Seitentitel, Überschrift, Text anpassen).
  • Auf den Stadt- und Filialseiten sollten natürlich auch die jeweiligen Kontaktdaten angezeigt werden. Diese können gerne über entsprechende Markups verfügen, damit es Suchmaschinen leichter gemacht wird, die Kontaktdaten strukturiert auszulesen (mehr Informationen: http://www.google.com/support/webmasters/bin/answer.py?hl=en&answer=146861)
  • Die Google-Places-Listings sollten auch jeweils auf ihre Stadt- oder Filialseiten verlinken (und nicht einfach nur auf die Startseite der Website).
  • Gerne dürfen auch externe Websites wie Qype auf die jeweiligen Stadt- oder Filialseiten verlinken, um Google noch mehr Hinweise zu geben, dass diese relevant sind.
Abbildung 3: Auch mobil wird lokal gesucht  

Die lokalen Seiten sollten natürlich nicht nur als reines SEO-Instrument gesehen werden, sondern sollten auch als Landingpages attraktiv für potenzielle Kunden gestaltet werden. Denn es geht ja nicht nur darum, Besucher zu erhalten, sondern diese z. B. auch zielgerichtet in Neukunden zu verwandeln.

Mobile Nebeneffekte

Im Übrigen muss natürlich auch bedacht werden, dass dieselben Mechanismen auch für die Optimierung der mobilen Suche helfen. Wer nach "autovermietung düsseldorf" sucht, aber auf die Startseite einer Website kommt, mag das mit einem Desktop-Browser noch verschmerzen. Diese Schmerzschwelle kann aber bei mobilen Browsern deutlich niedriger sein.

Abbildung 4: Keyword-Auswertungen für mobile Endgeräte  

Wie in Abbildung 3 zu sehen, erhält man bei der mobilen Suche dieselben lokalen Suchergebnisse wie bei nicht-mobilen Anfragen. Auch hier würde ein Besucher auf die Startseite von Hertz.de gelenkt - je nach Browser ein frustrierendes Erlebnis. Wie toll wäre es, wenn man hier direkt auf eine für mobile Endgeräte optimierte Seite käme, die einem die wichtigsten Informationen auf einen Blick bieten und vielleicht sogar noch einen iPhone-Spezialrabatt anbieten würde?

Wer sich überzeugen möchte, ob mobil nach den eigenen Leistungen gesucht wird, kann hierfür übrigens das Google AdWords Keyword Tool nutzen (siehe Abbildung 4). Die Auswertung kann dort für "Alle Mobilgeräte", "WAP-fähige Mobilgeräte" und "Mobilgeräte mit vollwertigem Internetbrowser" (vor allem das iPhone) erstellt werden, um so eine Vorstellung von der Relevanz der mobilen Suche zu erhalten.

 
Fazit

Google hat mit der Änderung der lokalen Suche dafür gesorgt, dass manche Besucher in die Irre geleitet werden: Wer etwas Lokales sucht, landet vielleicht auf einer nicht-lokalen Seiten, obwohl das Suchergebnis etwas anderes suggeriert. Das sollte in jedem Fall Anlass für Unternehmen mit mehreren Standorten sein, die eigene Website besser auf lokale Suchanfragen auszurichten, weil man sonst leicht Besucher verärgert und so als Kunden verliert.

 

Porträt Markus Hövener
Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter: Follow bloonatic on Twitter

 

 

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