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Lokale Google-Suche:
Ranking-Faktoren in Google Places

Etwa sieben Prozent der Suchergebnisseiten (SERPs) enthalten Treffer von Google Places. Dieser Artikel erklärt, wie Unternehmen ihren Eintrag bei Google Places für bessere Rankings optimieren können. Von Hanns Kronenberg.

Insbesondere für lokal agierende Unternehmen bietet Google Places eine sehr gute und einfache Möglichkeit für relevante Suchbegriffe auf der ersten Suchergebnisseite angezeigt zu werden. Bevor wir die Ranking-Faktoren näher betrachten, wollen wir uns zunächst einen Überblick verschaffen, bei welchen Suchen Treffer von Google Places angezeigt werden.

Viele Wege führen zu Google Places

Grundsätzlich lassen sich mindestens drei verschiedene Gruppen von Suchen unterscheiden, bei denen Treffer von Google Places angezeigt werden. Eine Unterscheidung ist wichtig, da abhängig von der Suche unterschiedliche Ranking-Algorithmen zum Einsatz kommen können.

  1. Google Maps
    Seinen Ursprung hat Google Places bei Google Maps (maps.google.de). Bei einer Suche nach „Keyword [Stadtname]" (z.B. „Rechtsanwalt München“) blendet Google passende Treffer in die Karte ein und bietet eine Liste der Places-Einträge an. Innerhalb von Google Maps wird dabei der originäre „Google-Places-Algorithmus“ zur Sortierung der Suchergebnisse angewendet, dessen Ranking-Faktoren in diesem Artikel besprochen werden.

  2. Universal Search Integration
    Abbildung 1: Suchergebnisse als 7-Pack
    In den letzten Jahren ist Google immer stärker dazu übergegangen Treffer von Google Places auch in die Suchergebnisse der ganz normalen Web-Suche zu integrieren (Universal Search Integration). Laut einer Analyse von SISTRIX (http://www.sistrix.de/news/974-universal-search-update.html) enthalten inzwischen etwa sieben Prozent der Suchergebnisseiten Treffer von Google Places. Da die Web-Suche die am meisten genutzte Google-Suche ist, hat die Integration der Universal-Search-Box die größte Bedeutung für die Sichtbarkeit von Google-Places-Treffern. In vielen Fällen erfolgt die Integration über die sogenannte „One Box“ (siehe Abbildung 1). Dabei werden üblicherweise bis zu sieben Treffer als ein eigenständiger Block in die Suchergebnisse integriert (das sogenannte „7-Pack“). Hier wird ebenfalls der originäre „Google-Places-Algorithmus“ für die Sortierung der Places-Einträge angewendet.

    Abbildung 2: Hybride Google-Places-Treffer
    Seit dem 27. Oktober 2010 bietet Google aber auch in einigen Fällen eine neue Darstellungsform der Integration von Google Places in die Web-Suche an. Hierbei handelt es sich um die sogenannten „hybriden Treffer“ (siehe Abbildung 2). Die hybriden Treffer setzen sich aus Elementen eines organischen Treffers der Web-Suche und des Treffers von Google Places zusammen. Die beiden Treffer zu einem Unternehmen werden also „miteinander verschmolzen“. Auf Suchergebnisseiten mit hybriden Treffern besteht auch der Ranking-Algorithmus aus einer Mischung zwischen dem Google-Places-Algorithmus und dem Algorithmus der Web-Suche. Die neue Darstellungsform in Form der hybriden Treffer macht noch einmal deutlich, dass Unternehmen sowohl ihren Google-Places-Eintrag als auch ihre Website für das organische Ranking optimieren sollten. Erst die Kombination beider Disziplinen ermöglicht die optimale Sichtbarkeit bei Google.

  3. Mobile Suche und Apps
    Häufig kommt die Frage auf, ob die mobile Suche eine gesonderte Optimierung für Google Places benötigt. Insgesamt haben sich die Suchergebnisse der stationären Suche am PC und der mobilen Suche sehr stark angenähert. Wer seinen Google-Places-Eintrag optimiert, optimiert ihn damit automatisch sowohl für die stationäre Suche als auch für die mobile Suche.

    Das steigende Suchvolumen der mobilen Suche verleiht den Google Places Einträgen aber eine noch höhere Bedeutung. Eine Besonderheit der lokale Suche besteht darin, dass die Telefonnummer bei der Suche auf dem Mobiltelefon angeklickt werden kann, so dass direkt ein Anruf aufgebaut wird. Bezüglich der Optimierung bestehen grundsätzlich jedoch keine Unterschiede. Man sollte bedenken, dass Places-Einträge auf Smartphones nicht nur in den Suchergebnissen von Google angezeigt werden, sondern automatisch auch in verschiedenen Apps.

    Abbildung 3: iPhone App „Google Places“
    So verwendet z. B. auch Navigon, der Marktführer für iPhone-Navigations-Apps, die Google-Maps-Suche in seinen Apps. Aber auch Google bietet beispielsweise mit „Google Places“ eine eigenständige App an, die sich auf die Suche nach Google-Places-Einträgen spezialisiert hat. Das Ranking der Treffer erfolgt in der App nach einem gesonderten Algorithmus. Über das Smartphone wird der aktuelle Standort ermittelt und die Sortierung der Suchergebnisse erfolgt nach der Entfernung zum aktuellen Standort (siehe Abbildung 3).
Die 8 wichtigsten Ranking-Faktoren für Google Places

Nachdem wir die drei verschiedene Gruppen von Suchen besprochen und abgegrenzt haben, widmen wir uns den Ranking-Faktoren für Google Places nach dem originäre „Google-Places-Algorithmus“. Es gibt über 60 Faktoren, die als Ranking-Faktor für Google Places diskutiert werden. Ich möchte an dieser Stelle die aus meiner Sicht acht wichtigsten Faktoren vorstellen:

  1. Bestätigung des Google-Places-Eintrages (Claiming)
    Die Optimierung eines Google-Places-Eintrages sollte damit beginnen, dass man als Geschäftsinhaber den Eintrag gegenüber Google bestätigt. Dafür ruft man die Detailseite eines Eintrages auf und klickt in der Kopfzeile auf den Link „Geschäftsinhaber?“. Man wird dann von Google automatisch durch die notwendigen Schritte geführt, die zur Bestätigung des Eintrages notwendig sind. Für Google ist die Bestätigung eines Eintrages ein deutliches Signal für die Richtigkeit und Aktualität der Daten (Trust).

    Zudem lassen sich viele Zusatzinformationen und Einstellungen erst vornehmen, nachdem der Eintrag bestätigt wurde. Unternehmen sollten das Profil möglichst vollständig ausfüllen und Google möglichst viele Informationen wie einen Beschreibungstext, Öffnungszeiten, akzeptierte Zahlungsmittel, Bilder, Videos, Marken usw. liefern. Einen bereits „geclaimten“ Eintrag erkennt man daran, dass in der Kopfzeile „Vom Inhaber bestätigter Eintrag“ steht.

  2. Adresse des Eintrages liegt in der Stadt, in der gesucht wird
    Dieser Punkt ist fast schon eine Selbstverständlichkeit. Google versucht möglichst relevante Treffer anzuzeigen. Damit sind alle Einträge im Vorteil, welche auch tatsächlich eine postalische Adresse in der Stadt besitzen, in welcher gesucht wird. Sucht ein Nutzer beispielsweise nach „Hotel Bonn“, sind Treffer aus Köln oder Siegburg einfach weniger relevant. Liegen nur sehr wenige Suchergebnisse in der gesuchten Stadt oder wird direkt nach einem speziellen Anbieter gesucht, so haben auch Einträge außerhalb des Ortes eine Chance unter den ersten Treffern angezeigt zu werden. So wird beispielsweise bei der Suche nach „Sessellift Bonn“ ein Treffer aus Koblenz angezeigt, da es in Bonn keinen passenden Eintrag gibt.

  3. Zuordnung des Eintrages in die richtigen Kategorien
    Auch bei diesem Ranking-Faktor geht es um die Relevanz eines Eintrages. Hat man den Eintrag „geclaimt“, kann man ihn mehreren Kategorien zuordnen. Von Google Places werden während der Eingabe Kategorien vorgeschlagen. Sie können jedoch problemlos eigene Kategorien erstellen, falls keine der vorgeschlagenen Kategorien zu Ihrem Unternehmen passt. Wählen Sie passende und aussagekräftige Kategorien für Ihr Unternehmen aus. Eine Hilfestellung zur Auswahl der Kategorien bietet der Google-Blogpost „Tipps zu Brancheinträgen in Google Places - Hilfreiche Beschreibungen und relevante Kategorien erstellen“ (http://googlewebmastercentral-de.blogspot.com/2011/01/tipps-zu-brancheintraegen-in-google.html).

  4. Anzahl der Nennungen der Adresse bei den wichtigsten Adresslieferanten und Online-Branchenbüchern
    Etwa 30 Prozent der Firmeneinträge ändern sich pro Jahr. Unternehmen ziehen um, werden umbenannt, verschwinden vom Markt oder es ändert sich nur die Telefonnummer. Das größte Problem für jedes Branchenbuch ist die Aktualität der Daten. Für Google ist es wichtig möglichst viele Signale zu erhalten, dass die Daten zu einem Eintrag stimmen und aktuell sind (Trust).

    Ein wichtiger Ranking-Faktor für Google Places ist daher die Anzahl der Nennungen bei den wichtigsten Adresslieferanten und Online-Branchenbüchern. Je häufiger dort die identische Adresse gefunden wird, um so besser ist das für das Ranking des Google-Places-Eintrages. Dabei müssen die Nennungen auf den anderen Websites nicht einmal einen Link beinhalten. Das Zitieren der postalischen Adresse reicht aus.

    Zur Optimierung des Google-Places-Eintrages sollte man daher seine Adresse bei möglichst vielen Adressverzeichnissen und Internet-Branchenbüchern eintragen und pflegen. Dabei sollte immer die identische Adresse und Telefonnummer verwendet werden, damit die Nennungen von Google dem richtigen Eintrag zugeordnet werden können. Bei vielen Online-Branchenbüchern sind die Einträge kostenlos. Zu den wichtigsten Adresslieferanten gehören sicherlich Plattformen wie gelbeseiten.de (Partner von Google), meinestadt.de, 11880.com, dasoertliche.de, suchen.de, klicktel.de, stadtbranchenbuch.com und qype.com.

    Aber auch lokale und branchenspezifische Verzeichnisse sollten berücksichtigt werden. Unternehmen können einfach die Einträge ihrer Wettbewerber analysieren. Auf einer Places-Seite gibt es einen Abschnitt „Mehr zu diesem Ort“ am Ende der Seite. Dort listet Google einen Teil der Websites auf, auf denen die Adresse eines Unternehmens gefunden wurde. Soweit möglich sollten Unternehmen dann auch dort Einträge erstellen.

    Bei den Ranking-Faktoren 1–3 in dieser Liste herrscht oft „Waffengleichheit“. Die Einträge mehrerer Wettbewerber wurden „geclaimt“, liegen in der Stadt, in der gesucht wird und wurden den richtigen Kategorien zugeordnet. Bei der Anzahl der Nennungen der Adresse bei den Adresslieferanten und Online-Branchenbüchern trennt sich jedoch die Spreu vom Weizen. Hier können Unternehmen mit Fleißarbeit einen echten Wettbewerbsvorteil für ihren Eintrag schaffen.

  5. Keyword im Firmennamen (Titel) enthalten
    Hilfreich ist es, wenn das passende Keyword zu einem Produkt bzw. einer Dienstleistung im Firmennamen enthalten ist und so bei Google Places eingetragen wird. Ein Unternehmen „Hotel Bonn GmbH“ hat für die Suchphrase „Hotel Bonn“ also grundsätzlich bessere Chancen als ein Unternehmen „Gästehaus Mühlenbach Betriebsgesellschaft mbH“.

    Allerdings sollte man nicht der Versuchung erliegen und einen „keywordoptimierten Unternehmensnamen“ bei Google-Places eintragen. Damit würde man gegen die Qualitätsrichtlinien von Google Places (http://www.google.com/support/places/bin/answer.py?hl=de&answer=107528) verstoßen. In der Konsequenz können Wettbewerber den Eintrag bei Google melden (Eintrag enthält falsche Informationen oder Spam). Bei einem Verstoß gegen die Qualitätsrichtlinien kann Google den Eintrag dann komplett sperren.

    Bei der Eintragung des Firmennamens in andere Verzeichnisse und Online-Branchenbücher besteht jedoch etwas mehr Gestaltungsfreiraum. Dort können wichtige Suchbegriffe im Namen des Unternehmens oder in einem Namenszusatz verwendet werden. Die Praxis zeigt, dass Google diese Keyword-Nennungen im Umfeld der Adress-Nennung auf anderen Websites durchaus wertet. Ebenfalls können wichtige Keywords innerhalb eines Google-Places-Profils in der Unternehmensbeschreibung, den Kategorien und bei den zusätzlichen Details (z. B. geführte Marken) verwendet werden. Aber auch hier sollte man es nicht übertreiben und die Qualitätsrichtlinien von Google einhalten.

  6. Nähe der Adresse zum Stadtzentrum
    Ein viel diskutierter Punkt ist die Nähe der postalischen Adresse eines Eintrages zum Stadtzentrum. Oftmals entsteht der Eindruck, dass zentral gelegene Adressen beim Ranking bevorzugt werden. Dieser Eindruck kann aber sehr schnell täuschen, da Google den Ausschnitt der Karten an die angezeigten Top-Treffer anpasst, so dass diese möglichst zentral auf der Karte dargestellt werden. Nach meinen Beobachtungen hat die Nähe zum Stadtzentrum keine herausragende Bedeutung für das Ranking solange der Eintrag innerhalb der Stadt liegt, in der gesucht wird.

  7. Anzahl Nutzerbewertungen
    Je mehr Nutzerbewertungen direkt bei Google Places oder bei einem der Bewertungsportale wie Qype abgegeben wurden, umso interessanter scheint ein Unternehmen für die Nutzer zu sein. Dabei kommt es zunächst nicht einmal darauf an, ob die Bewertungen besonders positiv sind, sondern einfach nur auf die reine Anzahl von Bewertungen. Ein Ort, über den viel diskutiert wird, scheint auch viel besucht zu werden und verdient eine gute Platzierung in den Suchergebnissen von Google. Unternehmen sollten daher ihre Kunden zur Abgabe von Nutzerbewertungen animieren.

  8. Organisches Ranking der Unternehmenswebsite
    Spätestens seit Einführung der hybriden Google-Places-Treffer muss man sagen, dass das organische Ranking der Unternehmens-Website bei der Web-Suche definitiv ein Ranking-Faktor auch für Google Places ist. Daher sollten Unternehmen nicht nur ihren Google-Places-Eintrag optimieren, sondern auch Suchmaschinenoptimierung für ihre Firmenwebsite betreiben.

    Wichtig ist es, dass die bei Google Places hinterlegte URL zur Unternehmens-Website exakt der URL des Treffers im organischen Ranking entspricht, damit Google die beiden Treffer zuordnen kann. Gerade bei Filialunternehmen findet man häufig den Fehler, dass bei Google Places die URL der Startseite angegeben wird, im organischen Ranking jedoch eine Detailseite (Unterseite) zur entsprechenden Filiale gut positioniert ist. In diesen Fällen gelingt Google oft nicht das Matching.

Weitere Ranking-Faktoren für Google Places und deren Bewertung finden sich übrigens im Beitrag „Local Search Ranking Factors“ (http://www.davidmihm.com/local-search-ranking-factors.shtml) von David Mihm, der jährlich aktualisiert wird.

Fazit

SEO für einen Eintrag bei Google Places durchzuführen ist in vielen Fällen nicht schwierig, erfordert aber ein bisschen Fleiß. Neben den Basics wie dem „Claiming“ eines Eintrages bei Google und dem vollständigen Ausfüllen des Profils (inklusive der Verwendung wichtiger Keywords) sollte man sich um die häufige Nennung der Adresse auf anderen Websites kümmern. Dazu gehören insbesondere Adressverzeichnisse, Online-Branchenbücher und Bewertungsportale, aber auch lokale Websites und Branchenportale.

 

Porträt Hanns Kronenberg
Über den Autor

Als Experte für Suchmaschinenoptimierung hilft Hanns Kronenberg Unternehmen mehr Besucher über Google zu gewinnen. Er hat Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Marketing und Statistik in Münster studiert und beschäftigt sich nun schon seit zehn Jahren mit dem Thema Suchmaschinen. Nach beruflichen Stationen in Leitungsfunktionen bei Unternehmen wie RTL, Deutsche Telekom, Tomorrow Focus, muenchen.de und meinestadt.de arbeitet Hanns Kronenberg seit 2007 als selbständiger SEO-Experte (www.seo-strategie.de).

 

 

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