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Ausgabe 27
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SEO in Action:
Linkaufbau mit Google Alerts
Linkaufbau ist schon mühselig. Aber wie wäre
es denn, wenn man von Google über interessante Linkquellen
informiert würde? Das geht einfach und kostenlos - mit
Google Alerts. Von Markus Hövener.
Beim Linkaufbau, also der Suche nach hochwertigen, thematisch
passenden Links, wird oft vergessen, dass es sich dabei um
eine kontinuierliche Aufgabe handelt. Diese Kontinuität
kann z. B. dadurch hergestellt werden, dass man ein System
nutzt, das regelmäßig Vorschläge für
potenzielle Verlinkungen unterbreitet. Um genau ein solches
System - und das auch noch kostenlos - geht es in diesem Artikel.
Die Suche nach potenziellen Linkpartnern erfolgt über
sogenannte Suchmuster. Dabei geht es darum, dass man über
Google gezielt nach Seiten fahndet, die sich für einen
Link besonders gut eignen.
Wer also z. B. einen Online-Shop für Anglerbedarf hat,
dürfte hohes Interesse an Backlinks von Angelvereinen
haben. Um passende Seiten in Google zu finden, könnte
also etwa nach "angelverein linksammlung" gesucht
werden. Die Ergebnisse sind natürlich nicht immer Seiten
mit Linksammlungen von Angelvereinen, denn die Genauigkeit
der Suchanfrage bestimmt hier letztlich die Ergebniszusammenstellung.
Wenn eine solche Suchanfrage wie "angelverein linksammlung"
nun gefunden wurde, kann man natürlich direkt die dazugehörigen
Google-Ergebnisse durcharbeiten und die entsprechenden Angelvereine
mit der Bitte um einen Link kontaktieren. Besser wäre
es aber, hieraus einen kontinuierlichen Prozess zu machen,
bei dem z. B. über neue Linksammlungen automatisch informiert
wird.
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Abbildung 1: Einrichtung eines Google Alerts
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Google bietet mit Google Alerts (www.google.de/alerts)
ein entsprechendes Tool, das man hierfür nutzen kann.
Hier lassen sich beliebig viele Suchanfragen eingeben, ohne
dass hierdurch Kosten entstehen. In Abbildung 1 ist ein eingerichteter
Alert zu sehen, der zu einer Suchanfrage direkt eine Vorschau
der möglichen Websites anbietet.
Bei der Einrichtung sollte darauf geachtet werdenachten,
dass die Einstellung "Umfang: Alle Ergebnisse" gewählt
wird, da Google sonst viele potenziell wichtige Seiten unterschlägt.
In der Frequenz reicht meist auch eine wöchentliche Häufigkeit
aus, da - je nach Suchanfrage - unter Umständen auch
nicht sehr viele Vorschläge zusammenkommen. Denn: Google
Alerts meldet nur die jeweils neuen Seiten, also in der Regel
Seiten, die neu in den Index aufgenommen wurden. Eine Seite,
die es schon seit Jahren unverändert gibt, lässt
sich so leider nicht finden. Hierzu empfiehlt es sich daher,
die Suchanfragen, die man mit Google Alerts überwacht,
auch in der Websuche vorab einmal komplett manuell durchzuarbeiten.
Die Vorbereitungen
Analyse der eigenen Website und der Konkurrenten
Um Suchanfragen formulieren zu können, muss man zunächst
wissen, wonach eigentlich gesucht wird. Mit ein wenig Erfahrung
kann das auch ohne vorherige Recherche gemacht werden, weil
die Muster relativ gut aus anderen Themengebieten übertragen
werden können.
Besser ist es aber auf jeden Fall, wenn zunächst die
Verlinkungen der eigenen Website und der Konkurrenten analysiert
(siehe Kasten "Links analysieren") werden. Gesucht
werden dabei alle Arten von Verlinkungen, aus denen etwas
gelernt werden kann - Links, die einem bestimmten Muster folgen.
Zwei Beispiele: Wer in den Backlinks auf den eigenen Schmuck-Shop
einen Link von einem Hochzeitsportal entdeckt, sollte versuchen,
weitere Hochzeitsportale zu finden. Und wer einen Link von
einer Elterninitiative auf einen Online-Shop für Schulranzen
findet, sollte gezielt nach weiteren Websites von Elterninitiativen
suchen.
Quid pro quo
Aber selbst, wer eine perfekte Website entdeckt hat, ist
noch nicht am Ziel. Denn oftmals weiß auch die Gegenseite,
was ein solcher Link wert ist. Die Zeiten, in denen es sehr
leicht möglich war, einen Link ohne Gegenleistung zu
erhalten, sind leider vorbei.
Auf diese Problematik kann dieser Artikel leider nicht eingehen.
Prinzipiell ist es aber absolut von Vorteil bei allen Linkaufbau-Maßnahmen,
wenn auch etwas zurückgegeben werden kann. Das muss nicht
immer ein Link sein. Je nachdem, in welchem Umfeld man unterwegs
ist, kann auch z. B. gezielt nach kleineren Vereinen gesucht
und diesen eine Spende für einen Link angeboten werden.
Hier ist also definitiv Kreativität gefragt.
Drei Beispiele
Die folgenden drei Beispiele zeigen für sehr unterschiedliche
Branchen, wie zunächst ein interessanter Link gefunden
wird, um dann daraus Suchanfragen abzuleiten.
Beispiel 1: Linkaufbau für einen Tennis-Online-Shop
Wer einen Tennis-Online-Shop betreibt, kann davon profitieren,
dass es relativ viele Websites zum Thema gibt. Außerdem
ist Tennis (anders als manche Randsportart) immer noch ein
relativ stark verbreiteter Sport, so dass es viele Link-Potenziale
geben sollte.
Wer einen Blick auf die Verlinkung eines Online-Shops wie
www.tennis-point.de
wirft, entdeckt, dass z. B. die Website www.tc-lauchringen.de
auf diesen Shop verlinkt. Bei genauerer Betrachtung handelt
es sich dabei um einen Link aus einem Gästebuch, also
einen, den wohl jeder bekommen könnte, der einen Gästebucheintrag
hinterlässt.
Aber dennoch ist das Beispiel gut, denn prinzipiell ist es
ja nicht unwahrscheinlich, dass die Website eines Tennisclubs
auf kommerzielle Anbieter verlinkt - und ein solcher ist ein
Online-Shop ja. Um geeignete Seiten finden zu können,
muss man nun die Google-Operatoren nutzen (siehe Kasten) und
z. B. Suchanfragen wie die folgenden stellen:
- intitle:tennisclub inurl:links
- intitle:tennisverein inurl:links
- intitle:tennisclub inurl:linksammlung
Die Ausbeute bei diesen Suchanfragen ist nahezu perfekt,
auch wenn hier zum Teil nur sehr wenige Suchergebnisse geliefert
werden. Aber es geht ja nicht primär um Quantität,
sondern um Qualität.
Mit derartigen Suchanfragen finden sich in der Regel Linkseiten
auf Tennis-Websites, was aber nicht heißen muss, dass
man auch dort unbedingt verlinkt werden möchte. Denn
Linksammlungen sind nach wie vor nicht das Attraktivste in
den kritischen Bewertungen der Suchmaschinen. Je nach Verhandlungsgeschick
und Offerte lassen sich hier natürlich auch bessere Links
beschaffen, z. B. von einer separaten Unterseite der Tennis-Website,
auf der eine direkte Verlinkung auf Unterkategorien des eigenen
Shops möglich ist.
Beispiel 2: Linkaufbau für einen Hersteller homöopathischer
Medikamente
Das zweite Beispiel bezieht sich auf Hersteller homöopathischer
Medikamente (www.heel.de
und www.dhu.de).
Wer sich hier die Verlinkungen anschaut, entdeckt Seiten wie
http://www.heilpraktiker-wagner.de/firmenlinks.htm (verlinkt
auf www.heel.de)
und http://www.naturheilpraxis-schoch.de/44427.html
(verlinkt auf www.dhu.de).
Wer diese weiter proaktiv aufbauen möchte, sollte also
konkret nach Websites von Heilpraktikern und Naturheilpraxen
suchen - und das geht dann über Suchanfragen wie:
- inurl:naturheilpraxis intitle:links
- inurl:heilpraktiker linktipps
Hier könnte die Suche auch noch enger gefasst werden
und etwa für jede relevante Stadt Suchanfragen gestellt
werden wie:
- heilpraktiker <STADT> links
- naturheilpraxis <STADT> links
Bei einem derartigen Ansatz erkennt man aber auch schnell
die Grenzen von Google Alerts. Man bekommt doch sehr, sehr
viele E-Mails, deren Inhalte sich zudem überschneiden
können. Eine URL oder Website kann also in mehreren Alerts
auftauchen, so dass man auch gut beraten ist, sich zu merken,
welche Websites bereits bearbeitet wurden.
Beispiel 3: Linkaufbau für einen Reiseveranstalter
Aber auch für Reiseveranstalter können durchaus
gute Verlinkungen entdeckt werden, aus denen man lernen kann.
So verlinkt die Seite http://www.singapur-guide.de/reiseveranstalter/1567/120/1/
auf die Website des Reiseveranstalters www.studiosus.de.
Um derartige Seiten finden zu können, lassen sich Suchanfragen
wie die folgenden stellen:
- reiseveranstalter singapur
- nützliche adressen singapur
Aber auch hier gilt natürlich: Studiosus deckt sehr
viele Städte und Länder ab, so dass sehr viele Google-Alerts-Ergebnisse
gezeigt werden. Zudem gibt es im Bereich der Touristik sehr
viel Schatten bei relativ wenig Licht. Die Anzahl qualitativ
minderwertiger Websites ist leider sehr hoch, so dass man
sich hier tendenziell viele irrelevante Seiten anschauen wird.
Einschätzung
Die Idee, Suchanfragen zu formulieren und für diese
Google Alerts einzurichten, funktioniert hervorragend für
kleinere Projekte, bei denen es um eine überschaubare
Anzahl an Suchanfragen geht. Der Vorteil solcher Systeme liegt
klar darin, dass man regelmäßig Vorschläge
für potenzielle Linkquellen erhält, während
das Thema Linkaufbau sonst manchmal im laufenden Betrieb einfach
unter der Tisch fällt.
Wer aber größere Mengen an Suchanfragen effizient
beobachten möchte, sollte sich dann doch lieber nach
einer automatisierten Lösung umschauen. So ist es - entsprechende
Programmierkenntnisse vorausgesetzt - mit relativ wenigen
Zeilen Code möglich, ein entsprechendes System aufzubauen,
dass die Suchanfragen an Google stellt, die Ergebnisse zusammenführt
und eventuell noch andere Daten aggregiert (PageRank, SISTRIX-Sichtbarkeitsindex,
).
Es gibt aber auch kommerzielle Systeme wie Ontolo, bei denen
man diese Funktionalität - und noch einiges mehr - recht
einfach erhält.
Fazit
Interessant ist die Suche nach potenziellen Linkquellen
auf der Basis von Suchanfragen auf jeden Fall - unabhängig
davon, ob man nun wie im Artikel vorgeschlagen Google
Alerts oder ein automatisiertes System nutzt. Denn so
können - gute und präzise Suchanfragen vorausgesetzt
- Unternehmen gezielt und kontinuierlich thematisch
passende Links aufbauen.
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Google-Operatoren
Wer mehr über alle Google-Operatoren lernen möchte,
findet z. B. hier eine gute Übersicht:
http://www.googleguide.com/advanced_operators.html
Relativ wichtig sind vor allem die folgenden Operatoren:
- "intitle:" (kommt etwas im Seitentitel
vor?)
- "inurl:" (kommt etwas in der URL vor?)
- "intext:" (kommt etwas im Seitentext vor?
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Links analysieren
Wer herausfinden will, welche Websites auf eine bestimmte
URL verlinken, kann hierzu u. a. die folgenden kostenlosen
Datenbanken nutzen:
Yahoo! Site Explorer
http://siteexplorer.search.yahoo.com/
Oben URL eingeben und dann auf der Ergebnisseite auf
"Inlinks" klicken.
Open Site Explorer
http://www.opensiteexplorer.org/
Einfach Domain eingeben und die Tabelle "Linking
Pages" anschauen.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail:
markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter:
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