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Praxistipp:
Linkaufbau mit Beziehungen

Von seinem Gegenüber bekommt leichter etwas, wer vorher auch schon etwas gegeben hat. Das gilt auch für Links. Und so lassen sich Twitter & Co. sehr gut für den Linkaufbau nutzen. Von Markus Hövener.

Linkaufbau ist nach wie vor sehr wichtig, um bei Google vordere Positionen einnehmen zu können. Aber wer keine Links kaufen möchte oder über ein eigenes großes Netzwerk verfügt, muss eben kreativer werden. Dazu gehört auch, dass man andere Website-Betreiber kontaktiert und diese um einen Linktausch bittet. Das kann dann entweder ein direkter Linktausch oder ein indirekter Linktausch (Dreieckstausch) sein.

Da aber sehr viele Unternehmen mittlerweile derartige Anfragen per E-Mail verschicken, ist die Antwortrate darauf in letzter Zeit immer stärker gesunken - zumindest, wenn man selber keine außerordentlich attraktive Website besitzt. Wer hier gewinnen will, sollte also auch die Psychologie bemühen. So ist es leichter etwas zu bekommen, wenn man dem Gegenüber vorher schon etwas gegeben und so eine gewisse Beziehung aufgebaut hat. Und für diese Zwecke lassen sich Twitter und die Google-Blog-Suche recht gut verwenden.

Beispiel 1: Twitter

Wer selber twittert, weiß, dass es bei Twitter unterschiedliche Bewertungen gibt: die Anzahl der Follower und die Anzahl der Re-Tweets. Wer seinem Gegenüber also das Gefühl geben möchte, dass man ihn/sie schätzt, kann genau an diesen beiden Punkten angreifen.

Abbildung 1: Ein Tweet aus dem Themenbereich "Wandern"

Wer z. B. ein Portal im Bereich Outdoor/Wandern betreibt, könnte sich über die Twitter-Suche Tweets suchen, in denen das Wort "wandern" kommt. Ein Beispiel findet sich in Abbildung 1. Wer hier an einem Linktausch interessiert ist, könnte also @harzhotel folgen und dann auch seinen Beitrag re-tweeten.

Natürlich weiß man nie, ob die Gegenseite derlei Maßnahmen auch aktiv mitbekommt, da das von dem jeweiligen Twitter-Programm, mit dem dort gearbeitet wird, und dessen individuellen Einstellungen oder sonstigen Monitoring-Maßnahmen abhängt. Aber: Einen Versuch ist es wert. Und dank der Möglichkeiten des Kurznachrichtendienstes muss man der Gegenseite dann nicht einmal eine E-Mail schreiben, sondern kann via Twitter eine direkte Nachricht dorthin verschicken.

Beispiel 2: Blogs

Abbildung 2: Blog-Posts über die Google-Suche finden

Ähnlich kann man auch bei Blogs vorgehen. Wer die Google-Blog-Suche nutzt, findet dann z. B. Blog-Posts wie http://www.tripwolf.com/de/blog/2010/11/03/7-gute-grunde-schneeschuh-wandern-auszuprobieren/ (siehe Abbildung 2).

Bei Blogs ist es leider etwas aufwändiger, das Interesse der Gegenseite zu erwecken. In diesem Fall könnte man im eigenen Blog einen kurzen Beitrag schreiben, in dem auf den fremden Beitrag hingewiesen wird (inkl. URL und Verlinkung). Dieser eigene Beitrag könnte z. B. Ergänzungen oder Gegenargumente zum fremden Beitrag liefern (in diesem Fall: Was ist der achte gute Grund für eine Schneeschuhwanderung?).

Falls alles gut läuft - und das eigene Blogsystem diese Technik unterstützt -, erhält die Gegenseite einen Pingback und wird über den Beitrag und die erfolgte Verlinkung informiert. Selbstverständlich kann man hier auch noch einen Kommentar in dem anderen Blog hinterlassen und sich für den tollen Blog-Post bedanken. Danach muss der Website-Betreiber dann aber auch noch (i. d. R. via E-Mail) kontaktiert werden, um wegen eines Backlinks nachzufragen.

Ein bisschen Psychologie

Die beiden Beispiele sollen kein "How-to" sein, sondern nur eine Idee verdeutlichen, die bei vielen Linktauschanfragen oft vergessen wird - und zwar: "Was ist da für mich drin?". Das muss jede Anfrage natürlich beantworten, denn Altruismus ist beim Linkaufbau nicht sehr verbreitet.

Das Gegenüber bewertet jede Anfrage natürlich hinsichtlich des eigenen Nutzens. Und genau da kann man positiv eingreifen, indem der Gegenseite schon vorab ein Nutzen erbracht wurde. Außerdem geht es hier nicht nur um Nutzen, sondern auch um Anerkennung.

Wie gesagt: Hier ist eher die Grundidee wichtig. Natürlich kann man das auch auf Facebook und andere Dienste ausweiten. Wichtig ist dabei eben nur, dass zuerst etwas für das Gegenüber getan wird.

 

Fazit

Dieser Tipp aus der täglichen Praxis zeigt eine grundsätzliche Idee auf, die beim Linkaufbau wichtig sein kann: Fast jeder möchte etwas als Gegenleistung für einen Link. Und da ist es oftmals hilfreich, wenn man diese Gegenleistung schon vorab erbringt.

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail:
markus@suchradar.de

Markus Hövener (@bloonatic) bei Twitter:
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Ausgabe 35 (26. April 2012)

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> Linkbait
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