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AdWords Werkstatt - Neues im AdWords-Interface
Google AdWords Werkstatt:
Neues im AdWords-Interface
Das „neue“ AdWords-Interface ist mittlerweile anderthalb Jahre alt. In der Zwischenzeit wurden viele neue Funktionen hinzugefügt, die man erst mal entdecken muss. Von Martin Röttgerding.
Als Google die aktuelle AdWords-Oberfläche eingeführt hat (siehe dazu auch suchradar Ausgabe 17), wurde gleich klargestellt, dass in den kommenden Monaten noch weitere Features zu erwarten seien. Das ist inzwischen anderthalb Jahre her und immer noch finden Werbetreibende kleinere und größere Neuerungen im Interface. Im Folgenden wird eine Reihe dieser Neuerungen vorgestellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Neue Tabs
Abbildung 1: Tabs ein- und ausblenden
Drei zusätzliche Registerkarten lassen sich im AdWords-Interface einblenden: Zielgruppen (siehe suchradar Ausgabe 23), Anzeigenerweiterungen und Dimensionen. Dazu klickt man rechts von den übrigen Tabs auf den Dropdown-Pfeil und setzt die entsprechenden Haken. Anschließend stehen die Tabs rechts neben den übrigen.
Tab Anzeigenerweiterungen
Abbildung 2: Anzeigenerweiterungen auswählen
Hier lassen sich die Anzeigenerweiterungen für Kampagnen verwalten und Statistiken dazu einsehen. Oben links lässt sich zunächst auswählen, welche Art von Erweiterungen angezeigt werden sollen. Grundsätzlich sollten hier immer die Sitelinks-Erweiterungen eingestellt werden (mehr zu Sitelinks in suchradar Ausgabe 21).
Inzwischen muss auch nicht mehr jede neue Erweiterung von Grund auf neu eingestellt werden: Seit kurzem lässt sich beim Hinzufügen auch eine der bestehenden Erweiterungen auswählen. Das ist insbesondere bei Sitelinks sehr hilfreich, weil es sehr viel Arbeit erspart.
Tab Dimensionen
Abbildung 3: Dimensionen-Auswahl
Sehr praktisch für schnelle Auswertungen ist der Dimensionen-Tab, über den sich nach verschiedenen Kriterien aufgeschlüsselte Statistiken abrufen lassen. Standardmäßig werden die ausgewählten Kampagnen hier nach Tagen aufgeschlüsselt, aber auch andere Zeiträume sind möglich (siehe Abbildung 3). Möchte man beispielsweise die Monatsergebnisse des Jahres 2010 sehen, so wählt man wie gewohnt den Betrachtungszeitraum und klickt im Dimensionen-Tab oben links auf „Anzeigen: Monat“. Durch das Hinzufügen oder Entfernen weiterer Spalten lässt sich die Ansicht weiter anpassen. Außerdem lassen sich die Statistiken auf einzelne Kampagnen oder Anzeigengruppen beschränken, indem diese links im Kampagnenbaum ausgewählt werden.
Neben verschiedenen Zeiträumen ist auch eine Aufschlüsselung nach Wochentagen oder Stunden möglich. Bei letzterem werden allerdings die Conversion-Statistiken ausgeblendet – Google schlüsselt diese leider nicht nach Stunden auf.
Die meisten übrigen Kriterien sind eher spezieller Natur. So kann eine Aufschlüsselung von Ziel-URLs hilfreich sein, um verschiedene Landing Pages zu beurteilen. Mithilfe der Optionen „Conversion-Tracking-Zweck“ und „Name der Conversion-Aktion“ lassen sich sehr einfach verschiedene Conversion-Aktionen auseinander halten. Das ist natürlich nur sinnvoll, wenn es auch mehrere Conversion-Aktionen gibt, z. B. eine Bestellung und eine Newsletter-Anmeldung. Demografische Angaben (Alter und Geschlecht) sind nur für einige Websites im Display-Netzwerk verfügbar.
Die Aufschlüsselung nach Zielregionen führt direkt zur Anzeige von Statistiken bis hinunter auf Städte-Ebene. Hier ist es in vielen Fällen sinnvoll, die Spalten anzupassen und die Detailebene auszuwählen. Zur Verfügung stehen Land/Gebiet, Region (darunter fallen z. B. Bundesländer), Großraum (nur USA) und Stadt.
Schließlich lassen sich noch Suchbegriffe und automatische Placements anzeigen. Hier werden konkrete Suchanfragen und URLs aufgelistet, bei denen eine Anzeigenschaltung erfolgte. Suchanfragen und URLs, bei denen zwar eine Anzeigenschaltung, aber kein Klick erfolgte, werden größtenteils ausgelassen. Diese Ansichten entsprechen weitgehend den alten Suchanfragen- und Placement-Berichten. Beides lässt sich aber auch an anderer Stelle finden.
Suchanfragen und Placements
Abbildung 4: Automatische Placements anzeigen
Noch einfacher lassen sich konkrete Suchanfragen ermitteln, indem man auf dem Keywords-Tab auf „Suchbegriffe anzeigen“ klickt (mittig unter dem Chart). Wählt man vorher noch Keywords aus, so lassen sich auch explizit nur für diese Keywords die Suchanfragen aufrufen. Automatische Placements lassen sich hingehen auf dem Tab Werbenetzwerke einblenden (siehe Abbildung 4).
Spalten anpassen
Standardmäßig werden im AdWords-Interface nur bestimmte Spalten angezeigt, so dass es sinnvoll ist, sich einen Überblick über die verfügbaren Statistiken zu verschaffen, um ggf. weitere Spalten einzublenden.
Auf Kampagnenebene gibt es beispielsweise „Wettbewerbsmesswerte“, die wiedergeben, welchen Anteil der maximal möglichen Impressionen eine Kampagne erzielt hat. Dabei wird auch aufgeschlüsselt, welcher Anteil der Impressionen wegen zu geringen Budgets und welcher Anteil wegen eines zu niedrigen Anzeigenrangs nicht erzielt wurde. Indem man die gleichen Statistiken im Dimensionen-Tab aufruft, kann man sich außerdem noch den Anteil der Impressionen für genau passende Suchanfragen anzeigen lassen.
Ebenfalls auf Kampagnenebene kann man sich auch Angaben zu ungültigen Klicks anzeigen lassen. Auf Keyword-Ebene lassen sich Qualitätsfaktoren, geschätzte Mindestgebote für die erste Seite und Keyword-Optionen einblenden. Ganz allgemein ist es außerdem möglich, Umsatzdaten („Conversion-Wert“, „Wert/Conv.“) anzeigen zu lassen (sofern diese von AdWords erfasst werden).
Segmente
Abbildung 5: Segmentierungsmöglichkeiten
Die Segmentierungsfunktionen bieten Werbetreibenden einen tieferen Einblick in ihre Statistiken. Sie stellen teilweise eine Alternative zum Dimensionen-Tab dar, manche Informationen findet man aber auch nur auf diesem Weg. Segmentierungsmöglichkeiten sind auf Kampagnen-, Anzeigengruppen- und Keyword-Ebene vorhanden.
Wird eine Segmentierung ausgewählt, so werden die Statistiken um zusätzliche Zeilen erweitert. Wird z. B. auf Kampagnenebene eine Segmentierung nach Wochentagen ausgewählt, dann sieht man unter jeder Kampagne sieben zusätzliche Zeilen mit den Statistiken für die einzelnen Wochentage. Der Unterschied zum Dimensionen-Tab ist hierbei, dass die Segmentierung nicht nur für ein ausgewähltes Element (z. B. eine bestimmte Kampagne) erfolgt, sondern für alle angezeigten Elemente. Dies stößt in der Praxis leider schnell an die Grenzen der Übersichtlichkeit, z. B. wenn für zehn Kampagnen eine Segmentierung nach Wochentagen angezeigt wird: Das sind dann eben 70 zusätzliche Zeilen, aus denen sich auch kein Überblick mehr gewinnen lässt.
Interessant sind auf jeden Fall die ersten angebotenen Segmentierungen. Eine Segmentierung nach Werbenetzwerken zeigt schnell auf, ob eine Kampagne nur in der Google-Suche oder auch im Such-Werbenetzwerk gute Ergebnisse erzielt.
Die Segmentierung nach Klicktypen ist im Zusammenhang mit Anzeigenerweiterungen sehr hilfreich, denn hierdurch lässt sich der Einfluss der Erweiterungen bis auf Keyword-Ebene nachvollziehen. Aufgeschlüsselt wird nach Klicks auf die Überschrift der Anzeige (der Normalfall) und den einzelnen Erweiterungen, z. B. Sitelinks, Telefonanruf oder Produkterweiterung. Dabei werden nahezu alle gängigen Statistiken angezeigt, so dass man für jede Erweiterung auch Angaben wie Klick- und Conversion-Raten bekommt.
Neben einigen zeitlichen Segmentierungsmöglichkeiten (nach Tag bis Jahr) gibt es noch die Aufschlüsselung nach Tests, Geräten (z. B. Computer, Mobiltelefon) und Keyword-Option. Letzteres lässt sich nur auf Keyword-Ebene anzeigen und bedeutet, dass die Statistiken nach weitgehend passenden Suchanfragen, Suchanfragen, die als Wortgruppe passen und exakt passenden Suchanfragen aufgeschlüsselt werden. Beispiel: Das Keyword „turnschuh“ (Wortgruppe) passt auf Suchanfragen wie „turnschuh günstig“ oder „turnschuh“. Erstere Suchanfrage passt als Wortgruppe, letztere passt exakt. Analysiert man diese Statistiken, dann kommt man möglicherweise zu dem Schluss, dass die einzelnen Keyword-Optionen zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen führen und deshalb unterschiedliche Gebote rechtfertigen. In dem Fall könnte man das Keyword mit unterschiedlichen Optionen und Geboten hinzufügen.
Eine Beschränkung der Segmente liegt in der Begrenzung auf ein Segment auf einmal. Eine gleichzeitige Aufschlüsselung nach Klicktyp und Wochentag ist also nicht möglich. Auch weigert sich das Interface, allzu viele zusätzliche Zeilen einzublenden. Zehn Kampagnen für die letzten 30 Tage nach Tagen aufzuschlüsseln geht also nicht. Um an derartige Statistiken zu gelangen, kann man sich jedoch einen Bericht herunterladen, der bis zu drei gleichzeitige Segmentierungen erlaubt.
Berichte herunterladen
Abbildung 6: Berichte herunterladen
Das Herunterladen von Berichten geschieht inzwischen ohne Umweg über das Berichtcenter. Ein Klick auf das entsprechende Symbol ermöglicht es, die gerade gezeigte Ansicht direkt als Tabelle herunterzuladen. Einmal erstellte Berichte findet man anschließend im Bereich „Steuerfeld und Bibliothek“ (unterhalb des Kampagnenbaums an der linken Seite).
Indem man vorher die gewünschten Spalten auswählt und anordnet lässt sich festlegen, wie der Bericht aussehen und was er enthalten soll. Nicht alle Spalten lassen sich dabei abwählen. So gibt es beispielsweise immer (mindestens) eine Status-Spalte, die zwingend im Bericht enthalten ist. Nur Berichte, die aus dem Dimensionen-Tab heraus erstellt werden, enthalten derartige Attribute nicht.
Mithilfe von Filtern und Segmentierungen (bis zu drei) lassen sich die Berichte weiter anpassen. Außerdem lassen sie sich planen, so dass täglich, wöchentlich oder monatlich Berichte erstellt und bei Bedarf auch per E-Mail verschickt werden können. Hierzu sollte ein relativer Zeitraum wie „Letzter Monat“ eingestellt werden.
Schnellsuche
Abbildung 7: Die Schnellsuche
Das Suchfeld, das auf der Kampagnen-, Anzeigengruppen-, Anzeigen- und Keyword-Ansicht zu finden ist, kann die tägliche Arbeit enorm erleichtern. Eigentlich ist es nur ein schneller Weg, um Elemente nach Texten zu filtern, so dass man z. B. sehr schnell alle Keywords mit dem Wort „günstig“ finden kann.
Praktisch ist die Suche natürlich vor allem im Zusammenhang mit umfangreichen Kampagnen. Ein willkommener Nebeneffekt ist, dass die Statistiken der gefundenen Elemente zusammengefasst präsentiert werden. Sucht man z. B. alle Keywords mit dem Wort „günstig“, so steht in der gelb hinterlegten Zeile „Gesamt - alle gefilterten Keywords“, wie viele Klicks, Conversions usw. diese Teilmenge aller Keywords hatte. Auf diese Weise lassen sich auch andere Teilmengen schnell auswerten, z. B. alle Anzeigengruppen zu einem bestimmten Thema.
Grafikoptionen
Abbildung 8: Grafikoptionen
Nicht zu übersehen ist die prominent im Interface platzierte Grafik, welche oftmals einen schnellen Überblick über einen Zeitverlauf ermöglicht. Hier lassen sich ein oder zwei Werte darstellen, z. B. Klicks und Conversions. Möglich ist aber auch der Vergleich von zwei Zeiträumen, z. B. die Klicks der letzten 30 Tage mit denen der 30 Tage davor.
Gebotssimulator
Abbildung 9: Gebotssimulator
Der Gebotssimulator lässt sich über das kleine Symbol neben einem eingestellten Gebot aufrufen. Er beruht auf den Daten der letzten sieben Tage und zeigt Schätzungen, welche Ergebnisse mit anderen Geboten zustande gekommen wären. Relativ neu ist, dass der Gebotssimulator nicht mehr nur zur Simulation einzelner Keyword-Gebote, sondern auch für Anzeigengruppen-Gebote verwendet werden kann. Außerdem wird inzwischen auch angezeigt, wie viele Top-Impressionen, also Einblendungen oberhalb der organischen Suchergebnisse, erzielt worden wären.
Keyword-Diagnose
Abbildung 10: Keyword-Diagnose
Mithilfe der Keyword-Diagnose lässt sich schnell für sehr viele Keywords prüfen, ob diese zur korrekten Anzeigenschaltung führen. Das lässt sich auch gleich für andere Sprachen, Standorte und Google-Domains abfragen. Die Ergebnisse stehen dann danach in der Status-Spalte und lauten idealerweise „Anzeige wird jetzt geschaltet“, ansonsten sollte man dem auf den Grund gehen. Allgemein ist es ratsam, dieses Feature einfach mal auszuprobieren und über alle Keywords laufen zu lassen, um möglicherweise leicht zu behebende Probleme schnell zu finden.
Fazit
Google bleibt dran: Das AdWords-Interface erfährt kontinuierlich kleinere und größere Verbesserungen. Für Werbetreibende lohnt es sich auf jeden Fall, die Oberfläche genauer zu kennen, um den größtmöglichen Überblick zu erhalten und um beim Umgang mit AdWords viel Zeit zu sparen.
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