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Ausgabe 26
> SEO in Action - E-Commerce-Sites unter der Lupe -
Teil 1: Thomann
SEO in Action:
Fünf E-Commerce-Sites unter der Lupe - Teil 1
Wie schlagen sich eigentlich
große E-Commerce-Websites in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung?
Für diese Ausgabe von "SEO Action" haben wir
uns mal fünf umsatzstarke Online-Händler angeschaut.
Im ersten Teil geht es um die Website von Thomann. Von Markus
Hövener.
Die Aufgabenstellung
Vor einigen Wochen stieß ich auf eine Auflistung der
umsatzstärksten deutschen E-Commerce-Websites. Grundsätzlich
sollte man davon ausgehen, dass diese Websites in Bezug auf
SEO alles richtig machen. Aber aus der Praxis weiß ich,
dass es eben gerade bei so großen Websites immer Potenziale
und Probleme gibt. Und deswegen habe ich für diesen Artikel
aus der Serie "SEO in Action" fünf der zehn
Websites herausgesucht, um dort typische Fehler aufzuzeigen
- aber auch, um zu demonstrieren, wie manche dieser Fehler
gefunden werden können.
Es geht dabei nicht darum, mit dem Finger auf andere zu zeigen.
Diese Plattformen haben natürlich schon sehr, sehr viel
richtig gemacht, da sie sonst wohl kaum solche Umsätze
realisieren würden.
Vielmehr geht es darum, auf die vielen kleinen Feinheiten
hinzuweisen, die in der Praxis oft nicht umgesetzt werden.
Aber: Wenn ein Unternehmen 100 Millionen Euro Umsatz macht
und man mit einer kleinen Verbesserung 1 % mehr Traffic (=
mehr Umsatz) generieren kann, ist das relativ gesehen nicht
viel - aber absolut gesehen eben doch. Und deswegen lohnt
sich der Blick auf die Details.
Trotzdem darf aber eines niemals vergessen werden: Manchmal
gibt es eben auch die üblichen begrenzenden Faktoren
wie Zeit, Geld und Entwickler-Ressourcen.
Die Vorbereitungen
Gelegentlich gibt es Websites, die ein menschlicher Besucher
mit einem Browser anders als Suchmaschinen sieht. So gibt
es manchmal sehr skurril implementierte JavaScript-Redirects,
die von Suchmaschinen nicht erkannt werden.
Um derartige Effekte zu vermeiden, kann man verschiedene
Software-Lösungen einsetzen - oder nutzt einfach die
Möglichkeiten, die einem Browser wie der Firefox anbieten.
Zunächst empfiehlt es sich, JavaScript auszuschalten
(Extras > Einstellungen > Inhalte > JavaScript aktivieren).
Außerdem kann und sollte man sich zusätzlich als
Googlebot und nicht als Firefox zu erkennen geben - für
den Fall, dass der Web-Server z. B. den User-Agent überprüft
und für Google andere Regeln gelten. Das geht z. B. mit
dem Add-on "User Agent Switcher", in dem dann ganz
einfach der Googlebot ausgewählt werden kann.
Kandidat #1: www.thomann.de
Der erste Kandidat auf der Liste ist www.thomann.de.
Hier ist auf den ersten Blick zu sehen, dass Potenzial verschenkt
wird.
Startseite
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Abbildung 1: Thomann geizt auf der Startseite von www.thomann.de
mit Texten
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Die Startseite einer Website hat prinzipiell innerhalb einer
Website das höchste Gewicht und sollte deswegen auch
auf allgemeine Suchbegriffe abzielen - im Falle von thomann.de
wären das z. B. Suchbegriffe wie "musikinstrumente"
oder "studiotechnik". Aber die Startseite von Thomann
ist extrem textarm und dient eigentlich nur als Verteiler
auf die unterschiedlichen Sprach-/Länderversionen (siehe
Abbildung 1).
Übrigens: In seltenen Fällen passiert es leider
auch, dass Suchmaschinen Seiten anders angeboten werden als
normalen Besuchern - z. B. weil über die IP des abfragenden
Crawlers auf dessen Herkunft (z. B. USA) geschlossen wird.
Ein deutscher Besucher würde also eine deutsche Seite
sehen, während Google die US-Seite sehen würde.
Um zu überprüfen, ob dieses Problem vorliegt, kann
man bei Google einfach in den Cache reinschauen ("cache:www.thomann.de").
In diesem Fall gibt es allerdings Entwarnung: Auch Google
hat die Seite so indexiert, wie man sie als deutscher Besucher
im Browser sieht.
Es ist zwar ganz sinnvoll, von der Startseite auf die unterschiedlichen
Sprach-/Länderversionen zu verlinken, aber das sollte
Thomann in anderer Form machen. So wäre es besser, die
Inhalte der deutschen Startseite (http://www.thomann.de/de/)
auf der "richtigen" Startseite (http://www.thomann.de/)
anzuzeigen. Von dieser Seite aus könnte natürlich
trotzdem auf die anderen Versionen verlinkt werden (was jede
Seite übrigens auch wirklich macht). Das hätte zur
Folge, dass http://www.thomann.de/
- eine Seite mit deutlich mehr Gewicht als die deutsche Unterseite
http://www.thomann.de/de/
- deutlich bessere Rankings zeigen würde.
Die Lösung, die unterschiedlichen Versionen in entsprechenden
Ordnern ("de", "es",
) abzulegen,
ist natürlich prinzipiell richtig. Besser wäre es
allerdings, wenn hier eine generische Domain (.com,
)
genutzt würde. Dann könnte den unterschiedlichen
Versionen über die Google Webmaster Tools auch Zielländer
zugeordnet werden (z. B. /se/ = Schweden). Mit einer länderspezifischen
Domain (.de) geht das leider nicht.
Allerdings müssten noch einige andere Hausaufgaben erledigt
werden, denn die deutsche Startseite http://www.thomann.de/de/
enthält den Seitentitel "Herzlich Willkommen"
und eine Überschrift namens "Willkommen zu Hause!"
- von allgemeinen Suchbegriffen leider keine Spur. Diese finden
sich zwar im einleitenden Text, aber eben leider nicht in
wichtigen Seitenelementen wie dem Seitentitel.
Rubrikenseiten
Auf der Startseite sieht man auch einen üblichen Fehler:
Wörter werden verkürzt. So steht dort: "
Studio-,
Licht- und Beschallungstechnik
". Für einen
Menschen ist absolut klar, dass mit "Licht-" eigentlich
"Lichttechnik" gemeint ist. Eine Suchmaschine vermag
das aber derzeit noch nicht zu erkennen. Dieses Problem findet
sich auch in verschiedenen Rubriken (z. B. "Licht- und
Bühnenequipment").
Wer sich die Rubriken anschaut, merkt auch schnell, dass
hier selten auf die richtigen Suchbegriffe abgezielt wird
- ein ebenfalls sehr häufiger Fehler. So gibt es Rubriken
wie "Hot Deals" (wer sucht nach "hot deals"?),
"Zubehör" (nicht schlecht, aber das sollte
man immer in Verbindung mit einer Kategorie verwenden) oder
"Fachliteratur" (viel zu allgemein).
Weiter geht es mit Teil
2 von SEO in Action: Bonprix
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail:
markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter:
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