|
- Werbung -
suchradar.de >
Magazin
> Archiv >
Ausgabe 26 > Keyword-Wahl
bei AdWords - den eigenen Firmennamen buchen
Keyword-Wahl bei AdWords:
Den eigenen Firmennamen buchen?
Bei Suchanfragen nach der eigenen Firma oder Marke ist
man in der Regel in den organischen Ergebnissen ganz oben
gelistet. Ist die zusätzliche Schaltung einer AdWords-Anzeige
dennoch sinnvoll oder einfach nur Geldverschwendung? Von Rahel
Wusterak.
Angenommen, organische Ergebnisse bei marken- oder firmenbezogenen
Suchanfragen würden ausreichen, um die optimale Präsenz
der eigenen Firma auf Google-Seiten zu gewährleisten
- warum sind dann große Unternehmen wie Otto, eBay oder
Ikea mit AdWords-Anzeigen für den eigenen Namen vertreten?
Gerade diese müssten doch mit hohem Suchvolumen rechnen
und könnten eine Menge Klickgebühren einsparen,
wenn sie sich bei konkreten Suchanfragen nach dem Unternehmen
lediglich auf die organischen Ergebnisse verlassen würden.
Und ein Nutzer, der zu eBay will, wird doch seinen Weg auch
ohne AdWords-Anzeige finden, oder etwa nicht?
An solchen Fragen scheiden sich die Geister. Dass viele Agenturen
das Buchen des eigenen Namens bei AdWords pauschal empfehlen,
wird oft auf die folgenden Gründe zurückgeführt:
Man vermutet dahinter die Absicht, die Kontostatistiken zu
schönen, da diese Keywords in der Regel hohe Klick- und
Conversion-Raten aufweisen.
Solche Mutmaßungen können hier natürlich
nicht widerlegt werden. Es gibt aber gute und seriöse
Gründe, den eigenen Firmennamen zu bewerben und die sollen
im Folgenden werden.
Lückenlose Präsenz
Dass die eigene Website vorübergehend nicht in den organischen
Ergebnissen erscheint, kann durchaus mal vorkommen. Dafür
ist es manchmal ausreichend, nur eine kleine Änderung
an der Website vorzunehmen. Auch der berüchtigte "Google-Dance",
der immer dann zu beobachten ist, wenn Google die Bewertung
seines Suchindex ändert, kann dazu führen, dass
zuvor sicher geglaubte Positionen verloren sind.
AdWords-Anzeigen sichern in solchen Fällen die lückenlose
Präsenz. Hinzu kommt der Vorteil von bezahlten Anzeigen,
dass sich ihr Inhalt sehr viel genauer und kurzfristiger und
mit weitaus weniger Aufwand bestimmen lässt als der von
organischen Suchergebnissen. Es ist möglich, Sonderaktionen,
Änderungen oder neue Produkte gezielt hervorzuheben und
hoch relevante Sitelinks zu schalten.
Keine Chance für Konkurrenten
Und auch wenn eine Firma in den organischen Suchergebnissen
immer ganz oben steht, schalten häufig Konkurrenten AdWords-Anzeigen,
die den Nutzer von seiner ursprünglichen Suchabsicht
ablenken können. Sei es, weil er die organischen nicht
von den bezahlten Suchergebnissen unterscheiden kann oder
weil er eine konkrete Kaufabsicht hat und weiß, dass
er über Anzeigen schneller dort hin gelangt, wo es etwas
zu kaufen gibt.
Seit dem Inkrafttreten der neuen AdWords-Markenrichtlinien
am 14. September 2010 ist es zudem weitaus schwieriger geworden,
die Konkurrenz davon abzuhalten, fremde Marken oder Namen
als Keywords zu buchen. Zuvor konnte man sich immerhin sicher
sein, dass bei genau passenden Suchanfragen nach der eigenen
geschützten Marke keine Anzeigen der Konkurrenz geschaltet
werden, da Google das nicht zugelassen hat. Das Verwenden
geschützter Fremdmarken in Anzeigentexten ist zwar nach
wie vor unzulässig, doch Mitbewerbern oder Wiederverkäufern
ist es inzwischen erlaubt, Anzeigen zu markenrechtlich geschützten
Suchbegriffen zu schalten, sofern bei diesen keine Verwechslungsgefahr
mit dem Markeninhaber besteht. Und diese Anzeigen können
unter Umständen sogar die Top-Positionen oberhalb der
organischen Suchergebnisse besetzen und so manchen Nutzer
abfangen, der mechanisch auf das oberste Suchergebnis klickt.
|

Abbildung 1: Anzeigen in der Google Suche liefern auch
bei Vertippern die richtigen Ergebnisse.
|
Berücksichtigt werden sollte auch, dass bei allen Falschschreibweisen,
Vertippern oder Kombinationsanfragen (beispielsweise Firmenname
plus Produkt) keinerlei Garantie besteht, dass die eigene
Website überhaupt in den organischen Ergebnissen auftaucht.
AdWords hingegen deckt diese in den meisten Fällen ab
(siehe Abbildung 1).
Klickmaximierung
Das Kernargument für das Bewerben des eigenen Namens
ist also der zu erwartende Zuwachs an Klicks. Denn es fallen
damit alle Umstände weg, die theoretisch zum Verlust
von Besuchern führen könnten, die eigentlich schon
so gut wie sicher waren, da sie konkret nach der Firma gesucht
haben. Neben den genannten Indizien für diesen Effekt
gibt es Studien, die genaue Zahlen zum Wechselspiel zwischen
organischen Suchergebnissen und AdWords-Anzeigen bei generischen
und markenbezogenen Suchanfragen liefern. Die Ergebnisse deuten
darauf hin, dass die gleichzeitige Präsenz in den organischen
und bezahlten Suchergebnissen sowohl das Klickvolumen insgesamt,
als auch die Klicks auf die Ergebnisse in der organischen
Suche steigert. Es werden also keineswegs bloß Klicks
von den organischen Suchergebnissen auf die Anzeigen umgeleitet,
sondern es kommen zusätzlich bezahlte und unbezahlte
Klicks hinzu.
Gewinnmaximierung
Hier stellt sich allerdings die Frage, ob maximaler Traffic
auch mit maximalem Gewinn gleichzusetzen ist und der Zuwachs
an Klicks den Zuwachs an Kosten rechtfertigen kann. Tatsächlich
besagt die Studie zur "Markenbildung mit AdWords",
dass der positive Effekt von zusätzlichen Anzeigen nicht
nur für das Klickvolumen gilt, sondern auch für
Markenimage, Markenbekanntheit und Kaufbereitschaft. Auch
wenn bereits nach der konkreten Marke oder Firma gesucht wird,
steigt die Kaufbereitschaft um durchschnittlich 16 %, wenn
zusätzlich zu den organischen Ergebnissen Anzeigen geschaltet
werden. Die Studie "Paid vs. Organic" kommt sogar
auf satte 19 % (beide Studien sind zu finden unter http://full-value-of-search.de/studies).
Imagepflege und Markenbildung
Diese Auswirkungen von AdWords-Anzeigen sind sowohl absolut
als auch relativ zur Konkurrenz festzustellen. Das bedeutet
also, dass durch solche Anzeigen nicht nur Firmenimage und
Kaufbereitschaft steigen, sondern zugleich auch die Konkurrenz
weniger positiv wahrgenommen wird, sofern die eigene Anzeige
an erster Stelle der organischen und der bezahlten Ergebnisse
geschaltet wird. Die positiven Effekte fürs Image bei
der Kombination aus Top-Position in den organischen Suchergebnissen
und Top-Position in den Anzeigen sind für markenbezogene
Keywords sogar noch stärker als für generische Suchworte.
Im Umkehrschluss hat fehlende Präsenz in den bezahlten
Ergebnissen bei Suchanfragen nach dem eigenen Namen stark
negative Folgen, sofern Anzeigen der Konkurrenz erscheinen.
Besetzt man also die Top-Position sowohl bei den organischen
als auch bei den bezahlten Ergebnissen, stellt sich die eigene
Firma bzw. Marke als der Konkurrenz überlegen dar, was
sich positiv auf das eigene Image auswirkt. Viele Nutzer werten
es als Zeichen von Seriosität, wenn eine Firma AdWords-Anzeigen
schaltet. Die Markenwahrnehmung wird schon durch den bloßen
Sichtkontakt mit AdWords-Anzeigen positiv beeinflusst und
daraus resultierend auch die Bereitschaft eines Nutzers, etwas
bei dem Anbieter zu kaufen.
Großer Effekt zum kleinen Preis
Nun gibt es einige spitzfindige Zeitgenossen, die kritisch
nachfragen, ob diese Studien, die ja immerhin von Google initiiert
wurden, denn vertrauenswürdig seien. Schließlich
profitiere Google davon, wenn Kunden noch mehr Geld in AdWords-Werbung
stecken. Außerdem seien die statistischen Grundlagen
der Studien vielleicht nicht nur aus Gründen der ergebnisorientierten
Vermittlung hochgradig intransparent, sondern um gezielt statistische
Schludrigkeit zu vertuschen.
So schön Verschwörungstheorien über Google
auch sein mögen: Es gibt frühere Studien von anderen
Unternehmen, die diese Effekte ebenfalls belegen (z. B. von
Marketing Sherpa: IT Marketing Metrics Guide, Mai 2004). Für
Google dürfte es sich im Übrigen in den meisten
Fällen gar nicht unbedingt lohnen, wenn AdWords-Nutzer
zusätzlich ihren Firmennamen in ihr Konto einbringen:
Die Klickpreise für den eigenen Namen oder die eigene
Marke sind extrem niedrig im Vergleich zu generischen Keywords.
Durch die sehr hohen Klickraten dieser Begriffe wird zudem
der Qualitätsfaktor des gesamten Kontos erhöht,
was sich wiederum senkend auf den durchschnittlichen Klickpreis
des gesamten Kontos auswirken kann. Die zusätzlichen
Kosten für den AdWords-Nutzer bzw. Gewinne für Google
dürften also verschwindend gering sein.
Fazit
Den eigenen Firmennamen als Keyword zu buchen, ist
empfehlenswert, da Bekanntheit und Image der eigenen
Firma sowie die Kaufbereitschaft von Nutzern signifikant
gesteigert werden. Es werden mehr potenzielle Kunden
auf die Seite gelenkt, die Konkurrenz wird geschwächt
und man erzeugt einen nicht zu unterschätzenden
Branding-Effekt zu geringen Kosten. Zudem profitiert
in einem besseren Qualitätsfaktor das gesamte Konto
von dieser Maßnahme.
|
 |
Über die Autorin
Rahel Wusterak ist Account-Optimizer bei Internet-mit-IQ
und kann auf eine jahrelange Erfahrung zurückblicken.
Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die Optimierung von Suchmaschinenwerbung
hinsichtlich Conversions und ROAS bzw. ROI.
Internet:
http://internet-mit-iq.de
|
|
|
Das suchradar Print-Abo
Ab 300 Abonnenten (bis 30.09.12) starten wir ein Print-Abo für das suchradar zum Preis von 58,50 € jährlich (inkl. MwSt. und Versand, Preis für Deutschland). Jetzt hier für das Abo anmelden!
Nichts verpassen...
Agenturen & Dienstleister
SEO-/SEM-Agenturen
> Agenturen in Deutschland,
Österreich,
Schweiz
> Agenturen in Berlin,
Bremen, Düsseldorf,
Frankfurt, Hamburg,
Hannover, Innsbruck,
Köln, München,
Wien, Zürich
Weitere Dienstleister:
> Content-Dienstleister
> SEO-/SEM-Tools
Ausgabe 35 (26. April 2012)
Fokus-Thema"Linkaufbau in der Praxis":
> "Schlechte" Links erkennen
> Linkbait
> Linkaufbau in der Praxis
> Linkaufbau mit Beziehung
Außerdem:
> Lokale Suche
> Interview: Mike Blumenthal
> AdWords-Platzhalter
> Facebook-Anzeigen
> Paginierung
> Brandbidding und Recht
> SEOTools für Excel
> strucr.com
> On-Page-Kreativität
Jetzt herunterladen...
Unsere Partner



Weitere Partner...
|