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Ausgabe 25 > Linkaufbau
mit Bildern - Infografiken unter der Lupe
Linkaufbau mit Bildern:
Infografiken unter der Lupe
Schnell mal eine Infografik erstellen und schon bekommt
man viele neue Links? Ganz so einfach ist es nicht: ein Blick
auf Erfolgsfaktoren für Infografiken. Von Markus Hövener.
Linkaufbau mit Infografiken ist bereits seit einiger Zeit
ein spannendes Thema. Wer fleißig Tweets oder Blog-Posts
verfolgt, stolpert immer mal wieder über eine gut gemachte
Infografik - Grafiken, die so breit sind, dass sie noch gut
in ein Blog-Layout passen, und oftmals sehr hoch (>1.000
Pixel). Dort werden dann zu einem Thema informative, lustige,
kontroverse Inhalte angeboten (siehe Kasten "Einige Beispiele").
Derlei Grafiken werden in der Regel erstellt, um gezielt
Links für die Website aufzubauen. Wie funktioniert das?
Wie kann man das am besten steuern?
Warum Infografiken?
Zunächst stellt sich natürlich die Frage, warum
diese Art Grafik für Leser und vor allem Blogger so interessant
sind. Infografiken passen auf jeden Fall in die heutige Zeit:
Sie sind optisch attraktiv und schnell zu verstehen (anders
als z. B. komplexe Studien).
Vor allem aber bieten sie den Vorteil, dass sie sehr schnell
von anderen in deren Blog übernommen werden können
und diese so mit minimalem Aufwand relevante, attraktive Inhalte
anbieten - ohne selber überhaupt Text schreiben zu müssen.
Sie verlinken also in der Regel nur auf etwas, das auf einem
anderen Server liegt, und fügen bestenfalls noch selber
einen Kommentar hinzu.
Infografiken aus Sicht des Erzeugers
Aus Sicht des Erzeugers sind Infografiken vor allem wegen
der möglichen Verlinkungen interessant. Man kann so relativ
schnell viele gute Backlinks von anderen Blogs erhalten. Darin
besteht natürlich auch ein potenzieller Nachteil: Die
Verlinkungen werden alle in relativ kurzer Zeit entstehen.
Außerdem bilden sich hier - je nach Implementierung
- viele oftmals identische Verknüpfungen. Beides kann
für den Linkaufbau auch kurzfristig von Nachteil sein,
weil Google auf derartige Links negativ reagieren kann.
Ein Beispiel für einen Code, der sich auf dem originalen
Blog-Post auf der Seite http://www.homeownersinsurance.org/15-things-about-caffeine/
findet, zeigt, wie der Linkaufbau funktionieren kann:
<a rel="nofollow" href="http://www.homeownersinsurance.org/15-things-you-should-know-about-caffeine/"><img
src="http://consumermedianetwork.s3.amazonaws.com/homeowners/caffeine.jpg"
alt="15 Things Your Should Know about Caffeine"
width="500" border="0" /></a><br
/>
Via: <a href="http://www.homeownersinsurance.org/">Homeowners
Insurance</a>
Wer diesen Code also 1:1 übernimmt, erzeugt zwei Links:
- Einen Nofollow-Link auf den Blog-Post
- Einen Link mit dem Ankertext "Homeowners Insurance"
auf die Website www.homeownersinsurance.org.
Dabei ist der zweite Link der eigentlich gewollte, denn dadurch
kann das eigene Ranking für den Suchbegriff "homeowners
insurance" verbessert werden. Aber wie gesagt: Da hier
innerhalb kurzer Zeit viele identische Links entstehen können,
kann das auch zu einer Abstrafung führen. Besser wäre
es daher, wenn die Ankertexte bei Abruf der Seite jeweils
rotieren würden.
Erfolgsfaktoren
Dann stellt sich natürlich auch die Frage, welche Erfolgsfaktoren
es denn für Infografiken gibt. Denn: Nicht alle "zünden"
auch wirklich und führen zum gewünschten Erfolg.
Erfolgsfaktor #1: Thema
Es eignen sich nicht alle Themen gleichermaßen zum
Linkaufbau. Das Thema muss eben so gewählt werden, dass
es andere Besucher anspricht und diese die Infografik dann
- kommentiert oder unkommentiert - übernehmen. Dafür
eignen sich z. B. die folgenden Themenbereiche:
- Unbekannte Facts über Sachen, die fast jeden persönlich
betreffen (Koffein-Konsum, Tod, ungesunde Ernährung,
Stress, Internet-Nutzung, Internet-Technik, Finanzen,
)
- Positives über bekannte Persönlichkeiten, Unternehmen
oder Produkte ("Wie Apple es zum Erfolg brachte",
)
- Negatives über bekannte Persönlichkeiten, Unternehmen
oder Produkte ("Wie ein Staatskonzern uns abzockt",
)
- Informatives zu aktuellen Themen (BP-Ölkatastrophe,
Verwendung homöopathischer Arzneimittel, Haushaltsloch,
Gesundheitsreform, Fußball-Weltmeisterschaft/-Europameisterschaft,
)
- Ein eher komplexes Konzept auf ein eher einfaches Konzept
übertragen ("Wie sähe Facebook als Land aus?",
)
- Lustiges ("Die wichtigsten Fakten' über
Chuck Norris", "Warum es Bielefeld nicht geben
kann?" (siehe Bielefeldverschwörung), mit Vorurteilen
spielen,
)
Wichtig ist bei all diesen Themen, dass ein dialektischer
Aufbau einer Infografik nicht gerade förderlich ist.
Oder: Beziehen Sie Stellung, vermeiden Sie Langeweile, leisten
Sie sich eine eigene Meinung.
Erfolgsfaktor #2: Aufbereitung
Kritisch ist natürlich auch die grafische Aufbereitung.
Häufig wird hier mit Piktogrammen gearbeitet. Es sollte
eine klare grafische Linie geben, damit man das Thema schnell
versteht. Allzu komplexe Beziehungen/Bezeichnungen sollten
vermieden werden.
Übrigens: Infografiken müssen nicht zwangsweise
statische Grafiken sein. Ein Beispiel dafür ist die Flash-Anwendung
auf der Seite http://www.estadao.com.br/especiais/2010/06/copa_jogadores.shtm,
die hundertfach verlinkt wurde - auch von Websites anderer
Sprachen, weil die Grafik auch ohne das konkrete Verständnis
der Texte sehr verständlich ist.
Erfolgsfaktor #3: Seeding
Aber die schönste Infografik hilft nichts, wenn sie
eben keiner in das eigene Blog übernimmt, darüber
etwas bei Facebook schreibt oder einen Tweet dazu verfasst.
Wichtig ist es daher, selber bereits einen großen "Freundeskreis"
(Fans bei Facebook, Follower bei Twitter, RSS-Abonnenten beim
Blogs,
) zu haben.
Gerade wer er schafft, eine große Menge an Multiplikatoren
zu erreichen, hat sehr gute Chancen darauf, dass die eigene
Infografik gut funktioniert. Es entstehen dann oft Ketten
der Verlinkung. Zwei Beispiele:
- Die Infografik
http://www.visualeconomics.com/the-republic-of-facebook_2010-06-29/
wurde z. B. von http://www.geeksaresexy.net/2010/07/04/if-facebook-would-be-a-country-infographic/
übernommen. Dort ist dann wohl auch http://www.makeuseof.com/tech-fun/if-facebook-was-a-country/
auf sie aufmerksam geworden.
- Die Seite http://www.homeownersinsurance.org/15-things-about-caffeine/
veröffentlicht die Infografik. Diese wurde z. B. vom
reichweitenstarken Blog http://www.thisblogrules.com/2010/06/15-things-you-should-know-about-caffeine.html
übernommen, was dann dazu geführt hat, dass auch
http://www.vizworld.com/2010/06/15-caffeine/
die Infografik erwähnt.
Derartige Ketten haben also durchaus ihren Nutzen - aber
eben auch einen potenziellen Nachteil. Wie im zweiten Beispiel
sieht man, dass die Seite
http://www.vizworld.com/2010/06/15-caffeine/ nur noch
auf den Blog-Beitrag http://www.thisblogrules.com/2010/06/15-things-you-should-know-about-caffeine.html
verlinkt. Der eigentlich gewollte Backlink auf http://www.homeownersinsurance.org/
entfällt.
Man könnte natürlich derartige Beiträge aufspüren
und dann nochmal um einen Link auf die Quelle bitten - oder
eben einfach damit leben, dass derartige Dinge passieren,
die die Aktion damit auch organischer aussehen lassen.
Erfolgsfaktor #4: Sharing
Ganz wichtig ist natürlich, dass das Verlinken der Grafik
so einfach wie möglich ist. Dazu gehört vor allem
das Bereitstellen eines HTML-Codes, aber auch das Bereitstellen
von Sharingbuttons für Facebook, Twitter, Digg &
Co.
Prinzipiell kann man diesbezüglich in Diensten wie Facebook
und Twitter natürlich erst einmal einen Nachteil sehen,
da sie zu keiner für Suchmaschinen direkt sichtbaren
Verlinkung führen. Für die Verbreitung kann es aber
dennoch interessant sein. Es ist nur leider schwierig, diesen
Effekt auch zu messen.
In Zeiten, in denen Google alle Tweets analysiert, kann eine
häufige Erwähnung bei Twitter aber auch positive
Effekte bringen, ohne dass hieraus ein Link resultieren würde.
Denn man kann davon ausgehen, dass die massenhafte Erwähnung
in Tweets auch ein positives Signal für die eigene Website
ist.
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Abbildung 1: Schlug auf Facebook und Twitter ein wie
eine Bombe, wurde aber trotzdem "nur" ca.
250 Mal verlinkt - die Infografik "Republic of
Facebook" von visualeconomics.
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Ohnehin muss man akzeptieren, dass anteilig nur sehr wenige
direkte Verlinkungen entstehen: Eine Infografik wie http://www.visualeconomics.com/the-republic-of-facebook_2010-06-29/
hat mehr als 2.000 Nennungen bei Twitter und Facebook, aber
nur ca. 250 Verlinkungen (siehe Abbildung 1).
Kritische Betrachtung
Eigentlich sind Infografiken ein typisches SEO-Thema: Irgendwann
macht es jeder, so dass sie dann wieder schlechter funktionieren.
Zum Glück ist der Aufwand, eine solche Grafik zu erstellen,
relativ hoch, so dass in absehbarer Zeit nicht damit gerechnet
werden kann, dass wir von ihnen überflutet werden.
Wichtig ist vor allem, dass auch Infografiken keine Selbstläufer
sind. Einfach eine erstellen, auf die eigene Website oder
ins Blog stellen und schon kommen die Links? Eher nicht. Denn
ohne ein ordentliches Seeding wird das extrem schwer und ist
dann wohl eher zufälliger Natur. Infografiken taugen
also insgesamt gut als Beimischung für eine Gesamtstrategie,
die einen aktiven Twitter-Account, eine Facebook-Seite, einen
Blog mit für die Branche relevanten Inhalten und vieles
andere voraussetzen.
Und noch eine Einschränkung gibt es leider. Die Beispiele
in diesem Artikel stammen alle aus dem nicht-deutschen Sprachraum.
Das liegt vor allem daran, dass es relativ schwer ist, ähnlich
gute Infografiken zu finden, die auch von vielen Blogs aufgegriffen
wurden. So gibt es einfach mehr englischsprachige Blogs und
wohl in den USA auch eine andere Blog-Kultur. Auch Plattformen
wie Digg oder StumbleUpon werden in den USA stärker genutzt,
so dass es oftmals leichter ist, attraktive Inhalte auch der
entsprechenden Zielgruppe anzubieten.
Auch sollte man über das Konzept der Infografiken hinausdenken.
Spannend sind sie wie gesagt, weil andere sie schnell einfach
in das eigene Blog einbauen und so attraktive Inhalte anbieten
können. Die bereits erwähnte Flash-Anwendung (http://www.estadao.com.br/especiais/2010/06/copa_jogadores.shtm)
ist ein sehr gutes Beispiel für eine Infografik, die
über statische Inhalte hinausgeht. Aber Interaktivität
gibt es auch hier noch nicht. Es gibt also noch viel Raum
für kreative Ideen.
Fazit
Linkaufbau über Infografiken kann sehr gut funktionieren,
wenn man es schafft, attraktive Inhalte zu erstellen
und diese auch den richtigen Multiplikatoren vorzulegen.
Dabei ist natürlich einiges zu beachten, denn auch
Infografiken sind keine Selbstläufer.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail:
markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter:
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