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Ausgabe 25 > Linkaufbau
im Unternehmen - Mitarbeiter als Linkbuilder
Linkaufbau im Unternehmen:
Mitarbeiter als Linkbuilder
Linkaufbau ist wichtig, aber dafür braucht man nicht
unbedingt eine Agentur. Denn die besten Linkbuilder sitzen
oft im eigenen Unternehmen. Nur, dass die davon oftmals gar
nichts wissen. Von Markus Hövener.
Viele Unternehmen haben prinzipiell einen gewaltigen Fundus
an potenziellen Backlinks: und zwar durch ihre Mitarbeiter.
Selbst bei kleinen Unternehmen gibt es unterschiedliche Mitarbeiter,
die unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen, mit anderen Personengruppen
sprechen und die auch an anderen Stellen im Internet unterwegs
sind. Dieses Potenzial zu heben ist nicht einfach. Das ist
schnell zu bemerken, wenn man als Berater ein Unternehmen
betritt. Bei gezieltem Nachfragen lässt sich dann schnell
herausfinden, dass es durchaus viele Möglichkeiten der
Verlinkung gibt, bei denen die eigenen Mitarbeiter tätig
werden können - etwa mit Vertriebspartnern, über
Pressearbeit oder bei Verzeichniseinträgen. Leider nur
wissen die wenigsten Mitarbeiter, welchen Vorteil sie dem
Unternehmen mit einer Verlinkung erbringen können.
In diesem Artikel geht es daher darum, wie dieses Potenzial
genutzt werden kann, um gezielt Verlinkungen aufzubauen -
und auch darum, wie das ohne große Ausgaben in Link-Kauf
oder Link-Miete erreicht werden kann.
Ein Hinweis vorab: Viele der Überlegungen in diesem
Artikel sind eher für größere Unternehmen
geeignet, die Ihre Mitarbeiter in verschiedenen Abteilungen
organisieren. Kleine Unternehmen haben natürlich den
Vorteil der kurzen Wege, so dass viele der Überlegungen
in diesem Artikel nur herunterskaliert werden müssen,
um zu funktionieren.
Relevanz verdeutlichen
Wie soll ein Mitarbeiter dafür sorgen, dass die eigene
Unternehmens-Website von anderen verlinkt wird? Und mit welcher
Motivation sollte er das tun? Denn es bedeutet in der Regel
zusätzliche Arbeit. Dementsprechend ist eine der nicht
unüblichen Reaktionen von Mitarbeitern, die ohnehin schon
keine Langeweile am Arbeitsplatz haben, bevor jemand etwas
von Linkaufbau erzählte: "Ich hab auch so schon
genug zu tun".
Wichtig ist also, dass zuvorderst die Relevanz solcher Maßnahmen
verdeutlicht wird - und das insbesondere gegenüber Mitarbeitern,
die als nicht online-affin gelten. Denn oftmals gibt es bei
diesen Mitarbeitern noch eine gedankliche Trennung zwischen
dem Online- und dem Offline-Geschäft. Aber heute kann
niemand - weder Vertriebler, noch Marketer, noch die Geschäftsführung
- mehr argumentieren, dass Kunden ohnehin nicht im Internet
suchen und die Website daher unwichtig sei - zahllose Studien
bestätigen das Gegenteil. Daher ist die Verlinkung ein
sehr wichtiges Thema. Nicht nur aus Suchmaschinen-Sicht, sondern
auch aus der einfachen Tatsache begründet, dass jedem
gesetzten Link theoretisch interessierte Besucher folgen können,
die somit mehr Umsatz bringen können.Um Mitarbeitern
die Entscheidung pro Linkaufbau leichter zu machen, weil sie
vielleicht den zusätzlichen Aufwand scheuen, lässt
sich selbstverständlich auch über finanzielle Anreize
nachdenken.
Nicht zuletzt gibt man seinen Angestellten auch, und das kann
für den einen oder anderen durchaus ein zusätzlicher
Anreiz sein, eine nicht unbeachtliche Verantwortung. Denn
auf den weiter unten aufgezeigten Wegen können viele
plötzlich auch zum Gesicht des Unternehmens werden.
Es sollten gewisse Grundlagen gesetzt werden, die je nach
Unternehmen und Ausrichtung auf die Zielgruppe durchaus unterschiedlich
sein können. Wir haben im Folgenden einige Möglichkeiten
aufgezeigt.
Grenzen setzen
Insgesamt ist natürlich wichtig, dass klare Grenzen
gezogen werden. Es müssen also Richtlinien für das,
was gewünscht oder unerwünscht ist, ausformuliert
und bekannt gemacht werden. Denn wenn man sich ein Unternehmen
mit 10.000 Mitarbeitern vorstellt, bei dem jeder auf zehn
beliebige Websites Links auf Profilseiten einstellt, können
so - zumindest theoretisch - schnell 100.000 Links entstehen.
Und wenn es sich bei diesen um unerwünschte Links handelte,
wäre das möglicherweise eher schädigend als
förderlich-. Denn bei allen Maßnahmen zum Linkaufbau
sollten zwei Figuren immer im Vordergrund stehen: die potenziellen
Besucher der eigenen Website über die generierten Verweise
sowie Suchmaschinen.
Zu den Richtlinien könnten etwa gehören:
- Links nicht auf Websites anlegen, die der Mitarbeiter
als "seltsam" oder "dubios" einstuft
- Keine Links auf Seiten platzieren, die keinerlei thematischen
Bezug zum eigenen Unternehmen haben
- In Unternehmens-Blogs keine diffamierenden Äußerungen
tätigen
- Pressemitteilungen nur auf ausgewählten Portalen/an
ausgewählte Magazine versenden
-
Vorbildlich
Um nach außen ein einheitliches Bild zu kommunizieren,
sollten alle am Linkaufbau beteiligten Mitarbeiter sich
auch an ein gewisses einheitliches Auftreten im Namen des
Unternehmens halten. Dabei helfen können zum Beispiel
Textbausteine, die vom Unternehmen für unterschiedliche
Zwecke bereitgestellt werden. So können etwa Signaturen
für Forenbeiträge oder die so genannten Boiler Plates
("über Firma XY") zum Abschluss eines Gastbeitrages
oder einer Pressemitteilung zur Verfügung gestellt werden.
In diesen lassen sich dann u. a. auch Unternehmens-Slogans
oder auch Links zur Homepage des Unternehmens unterbringen.
Ansprechpartner anbieten
Sowohl für Mitarbeiter als auch für externe Personen
ist es wichtig, einen Ansprechpartner und Koordinator festzulegen,
der für Rückfragen rund um das Linkaufbau zur
Verfügung steht. Denn nicht immer lassen sich alle Zweifelsfälle
mit Richtlinien "erschlagen". Dieser Ansprechpartner
sollte auch die, hoffentlich steigende, Verlinkung laufend
beobachten (neudeutsch: Monitoring) und im Einzelfall in der
Lage und Position sein einzuschreiten, wenn gegen interne
Richtlinien verstoßen wird.
Rollen im Unternehmen
Die Mitarbeiter verschiedener Abteilungen eines Unternehmens
haben durchaus unterschiedliche Möglichkeiten, wie sie
bei dem Linkaufbau des Unternehmens helfen können.
Geschäftsleitung
Die Geschäftsführung eines Unternehmens fällt
häufig noch unter den Begriff "People Business",
also: Was der Chef publikumswirksam macht oder sagt, zählt
doppelt. Man sieht schnell, dass Führungspersönlichkeiten,
die im Rampenlicht stehen, prinzipiell attraktiv für
Medien sind. Wer sich hier also geschickt verhält, erzeugt
viel (gute oder schlechte) Presse und sorgt so auch für
Verlinkungen. So sind Interviews oder sonstiger direkter Pressekontakt
beispielsweise Möglichkeiten, bei denen sich wirksam
ein Link auf die Unternehmens-Homepage setzen lässt.
Die Geschäftsführung hat aber selbstverständlich
noch viele andere Möglichkeiten und sollte alle Berührungspunkte
mit anderen Unternehmen nutzen, um Verlinkungen zu generieren.
So könnte bei dem Aushandeln von Verträgen darauf
geachtet werden, dass eine Verlinkung der Gegenseite im Vertrag
enthalten ist.
Marketing, PR
Auch Marketing- und PR-Angestellte haben viele Möglichkeiten,
die Verlinkung zu verbessern. So sieht man immer noch viele
Pressemitteilungen, in denen URLs fehlen - sowohl Links auf
die Startseite im "Über diese Firma"-Segment
als auch Verweise auf Unterseiten (etwa des neu eingeführten
Produkts oder dem Mitarbeiterprofil des neu angestellten Managers)
aus dem Text der Pressemitteilung heraus.
Auch Messeauftritte sollten optimal genutzt werden. So können
Unternehmen oftmals Nachrichten auf der Website der Messe
hinterlegen.
Und wenn ein Unternehmen eine Veranstaltung sponsert, sollte
ebenfalls ein Link Bestandteil der ausgehandelten Leistungen
sein.
Dabei geht es aber nicht nur um reine Verlinkungen, sondern
auch um die Wahl der richtigen Suchbegriffe. Wer z. B. Studien
veröffentlicht, sollte darauf achten, dass der Name einer
Studie auch auf entsprechend gesuchte Begriffe abgestimmt
ist, also besser "Personalmarketing Trends 2010"
als "PM Trendwatch 2010". Wenn dann von jemand anderem
auf die Studie verlinkt wird, wird so idealerweise der Zielsuchbegriff
verlinkt.
Es sollte natürlich darauf geachtet werden, dass eine
Verlinkung zur Website und deren Inhalten für Außenstehende
leicht möglich ist. Oftmals werden z. B. Studien in Form
von Pressemitteilungen veröffentlicht oder angekündigt.
Auf der Unternehmens-Website ist die Studie dann aber nicht
direkt verfügbar, so dass ein recherchierender Journalist
darauf verzichtet, direkt auf die Studie zu verlinken. Auch
sollten auf der hinterlegten Studie die üblichen Werkzeuge
zum "Sharing" via Facebook, Twitter und Social Bookmarks
eingebaut werden. Diese sind zwar nicht unbedingt wichtig
für das Linkaufbau, da die großen Social-Media-Portale
in der Regel nur Nofollow-Links setzen, aber für den
Traffic auf der eigenen Seite haben sie dennoch Bedeutung.
Vertrieb
Gerade Vertriebler denken oftmals nicht an die vielfältigen
Potenziale des Internet, da sie in der Regel "offline"
verkaufen. Dennoch haben Sie auch offline Möglichkeiten,
für Backlinks zu sorgen. Ein Beispiel: Viele Apotheken-Websites
haben eine Links-Sektion, auf der sie auf relevante Websites
und oftmals auch auf Hersteller verlinken (z. B. http://www.linda-apotheke-lutsch-kall.de/Links.410.0.html).
Ein Pharmareferent sollte sich also die Website der Apotheke,
die er als nächstes besucht, heraussuchen und den Apotheke
auf eine Verlinkung ansprechen. Auch hier gilt wieder, dass
die Verlinkung dem Apotheker möglichst einfach gemacht
werden sollte, da man es hier oft mit einer internetinaffinen
Klientel zu tun hat. Hierfür kann sich der Vertriebsmitarbeiter
schon im Vorfeld mit dem Linkaufbau-Beauftragten des eigenen
Unternehmens besprechen. Nicht um jeden einzelnen Link zu
besprechen, sondern um zu erfahren, was bei solch einem Link
zu beachten ist und auf welche Seite idealerweise verlinkt
werden sollte.
Rollenübergreifend
In jedem Fall sollten Mitarbeiter motiviert werden, rollenübergreifend
zu denken. Beispiel: Ein IT-Mitarbeiter stolpert im Netz über
ein Portal für Kunstkenner, für das die Marketing-Abteilung
gut einen Artikel über Herstellungsverfahren beisteuern
könnte. Gibt es einen dann einen (unkomplizierten) Weg,
damit solche Hinweise an das Marketing gemeldet werden können?
Was können die Mitarbeiter machen? (Und wie lässt
sich das fördern?)
Möglichkeiten gibt es also sehr viele - abhängig
von der jeweiligen Rolle im Unternehmen. Es gibt aber Maßnahmen,
die ein Unternehmen explizit fordern und fördern kann,
z. B.:
Blogs
Unternehmen könnten Mitarbeiter motivieren und auch finanziell
unterstützen, wenn diese ein Blog betreiben möchten.
Wenn das Blog auf der Website des Unternehmens (z. B. www.unternehmen.de/blogs/mitarbeiter-x/)
liegt, profitiert die Website so direkt von eventuellen Backlinks.
Es sind natürlich auch externe Blogs möglich; dabei
geschieht die Verlinkung dann aber eher indirekt (zumindest
dann, wenn man im Namen des Unternehmens bloggt, private Blogs
sind hier natürlich nicht relevant).
Kommentare
Mitarbeiter können motiviert werden, Kommentare zu hinterlassen
- auf Blogs, Portalen, Medien und anderen Websites. Das hilft
im Idealfall nicht nur der Verlinkung, sondern kann auch den
Dialog stützen.
Teilnahme an Foren
Die Teilnahme an Foren kann zu guten Backlinks führen.
Hier ist aber absolute Vorsicht geboten, weil Foren häufig
als werbefreie Inseln gesehen werden.
Beiträge
Auch sollten Unternehmen Mitarbeiter darin unterstützen,
Beiträge für andere Websites (z. B. Branchen-Blogs
und -Portale) zu verfassen.
Die Gegenrichtung
Es darf natürlich nicht vergessen werden, dass Linkaufbau
auch immer in die andere Richtung erfolgen kann. Was passiert,
wenn das eigene Unternehmen um einen Link gebeten wird? Was,
wenn ein Magazin, das einen Artikel über das eigene Unternehmen
geschrieben hat, um eine Verlinkung bittet? Was bei einem
Online-Shop, der die Produkte des Unternehmens vertreibt und
daher in der Liste der Vertriebspartner gelistet werden möchte?
Hier geht es zunächst darum, grundlegende Regeln zu
haben, wie man mit solchen Anfragen umgeht, d. h. welche Websites
man von der eigenen Website aus verlinkt und welche nicht.
Und warum.
Es geht aber auch darum, dass es einen konkreten Ansprechpartner
gibt, dem z. B. E-Mail-Anfragen an die "info@"-E-mail-Adresse
weitergeleitet werden können und der im Zweifelsfall
verantwortlich entscheiden kann, ob ein Link gegeben wird.
Bei der Entscheidung muss jedes Unternehmen für sich
die Regeln festlegen. So kann zum Beispiel festgelegt werden,
dass eine gewisse thematische Nähe vorhanden sein muss
oder die Qualität des auf der Gegenseite geleisteten
Beitrags eine gewisse Höhe haben sollte.
Auf die Mischung kommt es an
Linkaufbau im Unternehmen ist nicht einfach, weil die Tücke
oft im Detail steckt. Wie schon eingangs erwähnt, kann
es zu Problemen führen, wenn in großem Umfang oder
zu schnell zu viele Backlinks erzeugt werden. Auch ist keine
der vorgenannten Maßnahmen isoliert für sich gesehen
gut oder schlecht in Bezug auf Linkaufbau.
Es kommt wie so oft auf die Mischung an. Zwei Beiträge
in relevanten Branchenforen sind gut, 1.000 Beiträge
in irrelevanten Foren (vielleicht motiviert durch versprochene
Boni für aufgebaute Links) können aber durchaus
schlecht sein.
Es ist also sehr wichtig, dass man klare Regeln vorgibt und
die Einhaltung derselben auch laufend beobachtet. Das Potenzial
beim Linkaufbau durch Mitarbeiter des Unternehmens ist wohl
genauso groß wie die daraus resultierende Gefahr - umso
wichtiger ist daher die interne Kontrolle.
Fazit
Unternehmen mit vielen Mitarbeitern haben ein großes
Potenzial, wenn sie diese Mitarbeiter auch zum Linkaufbau
nutzen. Leicht ist das nicht, denn man muss viele Menschen,
die möglicherweise online-inaffin sind, zu etwas
"überreden", das für sie keinen
direkten Nutzen verspricht. Auch muss man natürlich
klare Grenzen setzen, damit der Linkaufbau nicht negative
Effekte hat.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail:
markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter:
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