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- Neue Möglichkeiten auch für SEO?
HTML5:
Neue Möglichkeiten auch für SEO?
Auch wenn HTML5 noch nicht von sehr vielen Browsern unterstützt
wird, ist es auf jeden Fall einen Blick wert, weil es neue
strukturierte Elemente gibt. Haben diese auch Relevanz in
Bezug auf SEO? Von Markus Hövener.
HTML5 ist derzeit ein Thema, das oft aufgegriffen wird. Der
Nachfolger des aktuellen HTML-Standards ist eine konsequente
Weiterentwicklung, vor allem in Bezug auf Vereinfachung. So
gibt es in HTML5 ein <video>-Tag, während man sich
bislang noch mit Flash und entsprechend kodierten Videos "behelfen"
muss. Relevant wird das Thema natürlich auch durch die
Reichweite von iPad, iPhone & Co., da auf diesen Geräten
kein Flash-Player existiert.
Aber auch viele Kleinigkeiten machen HTML5 für Entwickler
interessant. So hat z. B. das <input>-Tag viele neue
Attribute bekommen, u. a. "placeholder". Damit wird
ein kurzer Hilfetext im leeren Input-Feld angezeigt. Das war
zwar auch vorher möglich, erforderte aber deutlich mehr
Programmieraufwand. Außerdem gibt es viele neue JavaScript-Erweiterungen,
z. B. Geolocation (Abfrage der aktuellen Position), Workers
(Parallelisierung, nebenläufige Programmierung), Drag
& Drop (vereinfachtes Drag & Drop), Local Storage
(Abspeichern von Daten) und vieles mehr.
Derartige Erweiterungen sind für Entwickler relevant,
aber in Bezug auf SEO erstmal nicht. Hat HTML5 denn überhaupt
eine Relevanz für SEO?
Strukturen
Es gibt vor allem eine wichtige Änderung bei HTML5:
strukturierende Elemente. Damit sind neue Tags gemeint, mit
denen man bestimmte Einheiten auf einer Seite umfassen kann.
Das ging zwar bislang auch schon mit einem "<div class="menu">"
oder "<p class="footer">", aber
hier fehlte den Suchmaschinen die Semantik, d. h. dass sie
anhand der Bezeichner wie "menu" oder "footer"
nicht zwingend erkennen konnte, ob es sich bei der entsprechenden
Sektion um ein Menü oder um einen Footer handelt.
Zu den strukturierenden Elementen zählen vor allem:
- article (Artikel, Blog-Posts, Foren-Beiträge,
)
- aside (ideal für Sidebars, z. B. für Querverweise
zu einem Artikel)
- section (Gruppierung für Elemente; hat meistens einen
<header> und einen <footer>)
- header (der Kopfbereich einer Sektion; hier finden sich
i. d. R. die Überschrift und vielleicht ein Teaser)
- footer (Footer-Informationen, nicht unbedingt nur für
eine komplette Seite, sondern z. B. auch für einen
einzelnen Artikel; es kann also mehrere <footer>-Tags
in einer Seite geben)
- nav (Navigationselemente)
Wer Elemente entsprechend markiert, eröffnet Suchmaschinen
also eine neue Art der Bewertung. Dadurch sind dann sinnvolle
Einschätzungen der Seitenelemente möglich. So können
bestimmte Elemente etwa höher gewertet werden (z. B.
alle Inhalte innerhalb von <article>), während
andere Elemente (wie <footer>) abgewertet werden können.
Viele dieser Möglichkeiten existieren aber bereits -
nicht, weil sie in älteren HTML-Versionen angegeben werden
können, sondern weil Suchmaschinen längst dank Page
Segmentation (siehe suchradar Ausgabe 17) Strukturen wie Footer
erkennen können. Wer seine Inhalte also mit den neuen
strukturierenden Elementen markiert, wird wohl einen recht
geringen Effekt spüren dürfen, weil der zusätzliche
Erkenntnisgewinn für Suchmaschinen eben doch relativ
gering sein sollte.
Zudem stellt sich bei der Nutzung von HTML5 natürlich
die Frage, ob man seiner Zielgruppe nicht voraus ist, denn
nicht alle Browser können alles (siehe Kasten "Kann
mein Browser HTML5?"). Es wird sicherlich noch Jahre
dauern, bis alle Browser HTML5 unterstützen.
Einen Vorteil hat HTML5 allerdings: Der HTML-Code kann ein
wenig kürzer werden (je nach Website), weil man eben
viele Sachen direkt machen kann, ohne diese umständlich
über JavaScript und CSS implementieren zu müssen.
Das Verhältnis von Inhalt zu Code und wohl auch die Ladezeit
werden also ein wenig besser ausfallen können. Aber auch
hier dürfte der Effekt sehr gering sein.
Fazit
HTML5 bietet faszinierende Möglichkeiten für
Websites, vor allem dank der umfangreichen JavaScript-APIs
und der vielen Kleinigkeiten, die vormals umfangreichen
Code deutlich verkürzen. In Bezug auf SEO sind
dabei aber vor allem die neuen strukturierenden Elemente
wie <header>, <footer> oder <article>
interessant. Diese sollten zwar soweit möglich
eingesetzt werden, aber eine relevante Verbesserung
der Rankings dürfte daraus nicht folgern, denn
Suchmaschinen können durch Seitenanalysen bereits
viele dieser Informationen selber gewinnen.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail:
markus@suchradar.de
Markus Hövener (@bloonatic)
bei Twitter:
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