|

suchradar.de >
Magazin
> Archiv >
Ausgabe 25 > Google
AdWords Werkstatt - modifiziertes Broad Match
Google AdWords Werkstatt:
Mit dem modifizierten Broad Match besser auf Suchanfragen
abzielen
Mit einer neuen Art des Keyword-Matchings können
Werbetreibende besser auf die für sie relevanten Suchanfragen
abzielen. Das eröffnet viele neue Möglichkeiten,
bringt aber auch Probleme mit sich. Von Martin Röttgerding.
Mit der Einführung von Broad Match Modifikatoren ("Modifizierer
für weitgehend passende Keywords") hat Google im
Juli für viel Wirbel unter AdWords-Profis gesorgt. Denn
die Neuerung kommt als Mittelweg zwischen dem verhältnismäßig
restriktiven Phrase Match ("passende Wortgruppe")
und dem oft als unberechenbar betrachteten Broad Match ("weitgehend
passende Übereinstimmung") daher.
Der Modifikator stellt sicher, dass ein Wort aus einem Broad-Match-Suchbegriff
auch tatsächlich in der Suchanfrage vorkommt, damit die
Suchanfrage als passend eingestuft wird. Dazu wird dem entsprechenden
Wort ein Pluszeichen vorangestellt. Abgedeckt werden dann
Fehlschreibungen, Singular und Plural, Abkürzungen und
Akronyme sowie Wortstammvariationen. Außen vor bleiben
Synonyme und "andere relevante Variationen", die
beim normalen Broad Match schon mal zur Anzeigenschaltung
für eher abwegige Suchanfragen führen können.
|

Abbildung 1: Matching-Typen im Überblick - so
gliedert sich das modifizierte Broad Match ein.
|
Ein Beispiel: Der Broad-Match-Suchbegriff "laufschuhe"
wird mit dem Modifikator zu "+laufschuhe". Er passt
damit noch auf Suchanfragen wie "laufschuh kaufen"
oder "laufshcuhe", aber nicht mehr auf "lederschuhe"
oder "adidas", wie es beim normalen Broad Match
passieren kann. Hier verhält sich das modifizierte Broad
Match nun ähnlich wie das Phrase Match: Der Suchbegriff
muss in der Suchanfrage zwingend vorkommen. Zusätzlich
werden aber einige Variationen, insbesondere Rechtschreibfehler,
akzeptiert.
Interessant wird es, wenn ein Suchbegriff aus mehreren Wörtern
besteht. Modifikatoren beziehen sich immer auf einzelne Wörter,
so dass man auch vor einzelne oder alle Wörter einen
Modifikator setzen kann. Setzt man den Modifikator vor alle
Wörter ("+günstige +laufschuhe"), so müssen
auch alle in einer Suchanfrage vorkommen, damit eine Anzeigenschaltung
ausgelöst wird. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem
Phrase Match besteht nun darin, dass auch Wortstellungen und
Füllwörter mit abgedeckt sind. Suchanfragen wie
"laufschuhe von adidas in rot günstig kaufen"
wären mit Phrase Matches kaum abzudecken gewesen, mit
dem modifizierten Broad Match ist dies problemlos möglich.
Es ist auch möglich, nur manche Wörter im Suchbegriff
mit Modifikatoren zu versehen. So könnte z. B. der Suchbegriff
"günstige laufschuhe" zu "günstige
+laufschuhe" modifiziert werden. Dies würde auch
auf die Suchanfragen "laufschuhe" und "teure
laufschuhe" passen, weil das Wort "günstige"
nicht zwingend Bestandteil der Suchanfrage sein muss. Sinnvoll
kann dies bei Suchanfragen wie "+laufschuhe von +adidas"
sein, wo auf das Wort "von" verzichtet werden kann.
In diesem Fall könnte man allerdings auch direkt "+laufschuhe
+adidas" einbuchen.
Vor- und Nachteile
Die Vorteile der neuen Matching-Art werden vor allem dann
ersichtlich, wenn man die Alternativen dagegen hält.
Gegenüber dem nicht modifizierten Broad Match erlaubt
die modifizierte Variante mehr Kontrolle darüber, welche
Suchanfragen letztlich passen. Gegenüber dem Phrase Match
ist die Abdeckung von Rechtschreibfehlern und Füllwörtern
der größte Vorteil. Theoretisch wäre diese
Abdeckung zwar auch zu erreichen, wenn alle Varianten als
Phrase Match eingebucht würden. Dies scheitert jedoch
daran, dass die Zahl der möglichen Rechtschreibfehler
immens ist, ebenso wie die Zahl der Füllwörter.
Allerdings sind diese Varianten, so zahlreich sie auch sein
mögen, vom Traffic her selbst in der Summe nicht immer
relevant. Dafür bieten sie den Vorteil, dass der Konkurrenzgrad
hier oftmals geringer ist, was sich dann auch in geringeren
Klickkosten niederschlägt.
Die Abdeckung vieler Varianten mithilfe von modifizierten
Broad Matches ist auch beim Aufbau neuer Kampagnen zum Vorteil.
Wo bei Verwendung von Phrase Matches noch immerhin die gängigsten
Variationen eines Suchbegriffs (Singular und Plural, Wortstellungen)
eingebucht werden mussten, reicht es nun theoretisch, nur
die Grundform eines Suchbegriffs einzugeben. Statt Suchbegriffen
wie "laufschuhe günstig", "laufschuh günstig"
und "günstige laufschuhe" kann auch einfach
nur "+laufschuhe +günstig" eingebucht werden.
In der Praxis hat es sich jedoch als nachteilig erwiesen,
sich auch bei komplizierten Suchbegriffen darauf zu verlassen,
dass Google schon alle relevanten Variationen davon findet.
Während über die Vorteile oft berichtet wurde,
bemerkt man die Nachteile größtenteils erst in
der Praxis. Offensichtlich ist, dass mit dem Zuwachs an passenden
Suchanfragen gegenüber dem Phrase Match auch mehr irrelevante
Anfragen dazukommen.
Manche irrelevante Abfrage kommt jedoch auch daher, dass
das modifizierte Broad Match am Ende doch etwas weiter geht
als ursprünglich erwartet. Eine große Unwägbarkeit
stellen insbesondere die Wortstammvariationen dar. Hierbei
führt AdWords ein Wort zunächst auf seinen Stamm
zurück, um dann auf dieser Grundlage zu variieren. So
können auf das Wort "schwimmbad" z. B. die
Wörter "schwimmbecken" oder "schwimmen"
passen. Auch wenn ein Wort auf "anlage" endet scheint
AdWords diesen Zusatz gerne zu ignorieren.
Dass dadurch in der Praxis extrem unsinnige Keywords zustande
kämen, kann allerdings nicht bestätigt werden. Google
erwähnt in der AdWords-Hilfe auch, dass bei einem modifizierten
Broad Match die Modifikatoren möglicherweise erst nach
24 Stunden greifen, so dass man es bis dahin mit einem normalen
Broad Match zu tun hat. Auch dies machte sich in der Praxis
bisher nicht allzu sehr bemerkbar.
Dennoch können Wortstammvariationen zum Problem werden.
Dann nämlich, wenn es für die verschiedenen Variationen
auch verschiedene Anzeigengruppen mit abgestimmten Anzeigen
gibt. Angenommen, eine Kampagne enthält eine Anzeigengruppe
mit dem Keyword "+schwimmbad" und einer passenden
Anzeige, die das Wort "Schwimmbad" in der Überschrift
enthält. Außerdem gibt es eine Anzeigengruppe für
das Keyword "+schwimmbecken" mit analog passender
Anzeige. Wird nun nach "schwimmbad" gesucht, so
sollte natürlich auch die Schwimmbad-Anzeige eingeblendet
werden.
Es ist aber auch möglich, dass die Schwimmbecken-Anzeige
erscheint, denn dieses Keyword passt aufgrund der Wortstammvariation
ebenfalls. Ob dies passiert, hängt von verschiedenen
Faktoren ab. Unter gleichen Bedingungen bekäme das passendere
Keyword wohl den Vorzug. Sobald das andere Keyword aber ein
deutlich höheres Gebot aufweist, ist es nicht unwahrscheinlich,
dass es auch zum Zuge kommt. Die Folge sind höhere Kosten
aufgrund des höheren Gebots sowie des vermutlich schlechteren
Qualitätsfaktors (weil die Anzeige nicht mehr so gut
passt und die Überschrift nicht fett markiert wird sinkt
die Klickrate und damit auch der Qualitätsfaktor).
Um derartige Situationen weitgehend zu vermeiden, lassen
sich die jeweils falschen Wortstammvariationen als Phrase
Match ausschließen. Dazu müssen derartig konkurrierende
Keywords allerdings erst mal gefunden werden, was das eigentliche
Problem darstellt.
Migration von Phrase Match zu Modified Broad Match
Um von den Möglichkeiten des modifizierten Broad Matches
Gebrauch zu machen, gibt es im Prinzip zwei Wege. Der einfachere
besteht darin, bestehende Phrase-Match-Keywords noch mal als
modifizierte Broad Matches in die gleichen Anzeigengruppen
einzufügen. Der Nachteil dieser Methode ist, dass die
Zuordnung von Suchanfragen zu Keywords dann durcheinander
geraten kann, was im Zusammenhang mit der Aussteuerung von
Geboten zu Nachteilen führt. Denn immer wenn ein Phrase-Match-Keyword
auf eine Suchanfrage passt, passt ja grundsätzlich auch
das entsprechende Broad-Match-Keyword. Erhält das Broad-Match-Keyword
nun ein höheres Gebot, so ist es wahrscheinlich, dass
es dem Phrase-Match-Keyword Traffic abnimmt. In den Statistiken
des Broad-Match-Keywords vermischen sich also Suchanfragen,
die als Broad- oder als Phrase-Match gepasst hätten.
Der unterschiedlichen Qualität der Suchanfragen für
die verschiedenen Matches kann man also keine Rechnung mehr
tragen.
Um die verschiedenen Matching-Arten sauber voneinander zu
trennen, sind neue Anzeigengruppen notwendig. Für jede
bestehende Anzeigengruppe mit Phrase Matches muss eine weitere
Anzeigengruppe mit den entsprechenden modifizierten Broad
Matches erstellt werden. Um Überschneidungen zu verhindern
müssen dort alle Keywords als Phrase Match ausgeschlossen
werden. Die neuen Anzeigengruppen sind dann also nur noch
für die Suchanfragen zuständig, die tatsächlich
vorher noch nicht abgedeckt wurden.
Beide Wege lassen sich mithilfe des AdWords-Editors und eines
Tabellenkalkulationsprogramms wie Excel in wenigen Minuten
für beliebig große Kampagnen umsetzen. Dennoch
ist Vorsicht geboten, denn nicht jedes Phrase-Keyword eignet
sich auch als modifiziertes Broad Match. Das gilt besonders
für Keywords, bei denen die Reihenfolge oder Zusammengehörigkeit
der Wörter wichtig ist. So existiert in einer Anzeige
für den Laufschuh "Adidas Clima Cool" vielleicht
das Phrase-Match-Keyword "clima cool". Das ist sinnvoll,
denn damit ist das Produkt bereits eindeutig identifiziert.
Das entsprechende modifizierte Broad Match dagegen würde
alle möglichen Suchanfragen abdecken, in denen die Wörter
"clima" und "cool" vorkommen. Wenn diese
beiden Wörter aber nicht mehr in der richtigen Reihenfolge
hintereinander stehen, dürfte die Suchanfrage wohl nichts
mit dem Laufschuh zu tun haben. Um derartige Probleme im Vorfeld
zu finden, ist es leider notwendig, die Suchbegriffe wieder
einzeln zu betrachten, was gegen die einfache Umstellung in
wenigen Minuten spricht.
So oder so: Die Umstellung auf das modifizierte Broad Match
bedeutet, dass viele neue Suchanfragen abgedeckt werden, die
vorher nicht erreicht wurden. Daher ist es auf jeden Fall
notwendig, den Suchanfragenberichten wieder mehr Zeit zu widmen,
um irrelevante Suchanfragen zu finden und darauf reagieren
zu können.
Fazit
Das modifizierte Broad Match eröffnet Werbetreibenden
viele neue Möglichkeiten. Insbesondere wer vorher
die Verwendung des einfachen Broad Matchs vermieden
hat, bekommt nun Zugang zu vielen weiteren relevanten
Suchanfragen. Werbetreibende müssen sich jedoch
im Klaren darüber sein, dass das modifizierte Broad
Match auch zu Problemen führen kann. Nach der Einführung
sind auf jeden Fall verstärkt Suchanfragenberichte
zu prüfen.
|
Die Keyword-Optionen von Google AdWords im Überblick
Genaue Übereinstimmung (Exact Match)
Suchbegriff und Suchanfrage müssen übereinstimmen.
Der Suchbegriff "günstige laufschuhe"
(bei AdWords mit eckigen Klammern eingebucht) passt
auf
Aber nicht auf
- "günstige laufschuhe kaufen"
- "laufschuhe günstig"
+ Volle Kontrolle, auf welche Suchanfragen das Keyword
passt
- Suchbegriff/Suchanfrage muss vorher bekannt sein
- Extrem hoher Aufwand, wenn viele Suchbegriffe abgedeckt
werden sollen
Passende Wortgruppe (Phrase Match)
Der Suchbegriff muss als Wort oder Wortgruppe unverändert
in der Suchanfrage vorkommen.
Der Suchbegriff "günstige laufschuhe"
(bei AdWords mit Anführungsstrichen eingebucht)
passt auf
- günstige laufschuhe
- günstige laufschuhe kaufen
- adidas günstige laufschuhe fabrikverkauf
Aber nicht auf
- laufschuhe günstig
- günstige lauf schuhe
- günstige laufshcuhe
+ Relativ große Kontrolle (je nachdem, wie speziell
der Suchbegriff ist)
+ Nur ein Teil der Suchanfrage muss bekannt sein
- Viele Variationen müssen explizit bedacht werden
- Nicht alle relevanten Variationen können vorher
bedacht werden (z. B. Rechtschreibfehler)
- Kann auch irrelevante Suchanfragen abdecken
Modifiziert weitgehend passend (Modified Broad Match)
Wörter des Suchbegriffs, die mit einem Pluszeichen
als Modifikator versehen wurden, müssen so oder
als Fehlschreibung, Singular, Plural, Abkürzung,
Akronym oder Wortstammvariation im Suchbegriff vorkommen.
Ansonsten wird das Keyword als normales Broad Match
angesehen.
Der Suchbegriff "adidas +laufschuhe" passt
möglicherweise auf
- laufschuhe adidas
- laufschuhe
- laufschuh (Singular)
- laufshuhe (Fehlschreibung)
- laufsport (Wortstammvariation)
+ Deckt viele Variationen ab
+ Geringer Aufwand beim Einbuchen
+ Größere Kontrolle als beim Broad Match
- Kann auch irrelevante Suchanfragen abdecken
- Eingeschränkte Kontrolle darüber, was letztlich
als passend betrachtet wird
Weitgehend passend (Broad Match)
Der Suchbegriff oder ein Wort daraus muss mit einem
Bestandteil der Suchanfrage zusammenhängen. Abgedeckt
werden Singular und Plural, Synonyme oder "andere
relevante Varianten".
Der Suchbegriff "günstige laufschuhe"
(bei AdWords ohne zusätzliche Zeichen eingebucht)
passt möglicherweise auf
- günstige laufschuhe
- günstige laufschuhe kaufen
- laufschuhe billig
- schuhe
- adidas
- tennisschuhe kaufen
+ Deckt sehr viele Variationen ab
+ Geringer Aufwand beim Einbuchen
- Kann auch irrelevante Suchanfragen abdecken
- Relativ geringe Kontrolle darüber, was letztlich
als passend betrachtet wird ("freie Assoziation")
Ausschließendes Keyword (Negativ Match)
Schließt die Anzeigenschaltung für passende
Suchanfragen aus (Suchbegriff mit Minuszeichen eingebucht).
Als Exact, Phrase oder Broad Match verfügbar. Broad
Match Modifikatoren sind nicht anwendbar.
Eingebettet passend (Embedded Match)
Wird ein Keyword eingebucht und dann mit einer restriktiveren
Matching-Option ausgeschlossen, so spricht man von einem
Embedded Match.
Wird das Phrase-Match-Keyword "adidas laufschuhe"
eingebucht als Exact Match ausgeschlossen, so passt
dies auf
- adidas laufschuhe kaufen
- günstige adidas laufschuhe
Aber nicht auf
Analog lassen sich Broad-Match-Keywords einbuchen und
deren Entsprechung als Phrase- oder Exact Match ausschließen.
|
|
|
Nichts verpassen...
Agenturen & Dienstleister
SEO-/SEM-Agenturen
> Alle Agenturen
> Agenturen in Deutschland,
Österreich,
Schweiz
> Agenturen in Berlin,
Bremen, Düsseldorf,
Frankfurt, Hamburg,
Hannover, Innsbruck,
Köln, München,
Wien, Zürich
Weitere Dienstleister:
> Content-Dienstleister
> SEO-/SEM-Tools
Ausgabe 33 (14. Dezember 2011)
Titelthema "SEO-Umfrage":
> Was wird wichtig in 2012?
Außerdem:
> Searchmetrics Essentials
> Google+ Pages
> AdWords-Textanzeigen
> Suche und Recht
> Konferenzen 2012
> Schema.org für Shops
> Link-Datenbanken
> Online-Marketing-Podcasts
Jetzt herunterladen...
Unsere Partner



Weitere Partner...
|