|

suchradar.de >
Magazin
> Archiv >
Ausgabe 25 > Google
AdWords Trickkiste - Daten sammeln für Search Funnels
Google AdWords Trickkiste:
Daten sammeln für Search Funnels
Search-Funnel-Analysen scheitern oft an der schwachen
Datenbasis. Mit unorthodoxen Methoden lässt sich hier
jedoch nachhelfen. Von Martin Röttgerding.
Mithilfe von Search-Funnel-Analysen (in der deutschen Version
als "Such-Trichter" bezeichnet) lassen sich Einblicke
in das Suchverhalten von Nutzern gewinnen, die mit eigener
Tracking-Software nicht möglich wären. Dazu zählen
insbesondere die konkreten Suchanfragen, die Benutzer getätigt
haben. Hat ein Benutzer bei einem Suchvorgang nicht auf eine
Anzeige geklickt, so gibt es keine Möglichkeit für
Werbetreibende, von diesem Suchvorgang zu erfahren - außer
eben über die Search-Funnel-Analyse von AdWords. Allerdings
gibt es Einschränkungen, die die einsehbare Datenbasis
stark verkleinern.
Das erste Problem besteht im Fehlen der genauen Suchanfragen
und der Beschränkung auf Keywords. Wer das Keyword "fernseher",
nicht aber "lcd fernseher" eingebucht hat, wird
auch nur das Keyword "fernseher" in seinen Auswertungen
finden, selbst wenn Nutzer eigentlich konkreter gesucht haben.
Dieses Problem wurde kürzlich abgeschwächt als "Query
Paths", also Suchanfragen-Pfade, für Keywords sichtbar
wurden. Die entsprechenden Daten findet man im "Oberster
Pfad"-Report ("Top Paths") wenn man als Dimension
"Query Paths" oder auch "Query Transition Paths"
auswählt. Beide Auswertungen beziehen sich aber nur auf
Klicks, nicht auf Impressionen. Suchanfragen, die nicht zu
einem Klick geführt haben, bleiben also außen vor.
Um die konkreten Suchanfragen auch für Impressionen
zu sehen, müssen diese als Keywords eingebucht werden.
Dazu lädt man sich einen Suchanfragebericht herunter
und bucht die darin enthaltenen Suchanfragen als exakte Keywords
separaten Anzeigengruppen ein. In den ursprünglichen
Anzeigengruppen werden diese Keywords dann als exakte ausschließende
Keywords hinterlegt (Keywords, die vorher schon als exakt
eingebucht waren, sollte man dabei unangetastet lassen). So
wird sichergestellt, dass alle bekannten Suchanfragen nur
noch auf die exakt passenden Keywords abgebildet werden, während
die alten Keywords mit anderen Matching-Optionen (Wortgruppe,
weitgehend passend) weiterhin alle bisher unbekannten Suchanfragen
auffangen. Dieses Verfahren kann regelmäßig wiederholt
werden, um eine immer bessere Liste mit exakten Keywords aufzubauen.
Dieser Kniff alleine verbessert die Datenbasis zwar ein wenig,
allerdings bleibt die Auswertung "Keyword-Pfad (Impressionen)"
vermutlich weiterhin übersichtlich. Denn ein Pfad muss
mindestens elf Conversions hervorgebracht haben, damit er
angezeigt wird, ansonsten steht anstelle des Pfades nur "(gefilterte
Pfaddaten)". Überhaupt basieren alle Daten nur auf
solchen Pfaden, die auch zu Conversions geführt haben.
Um mehr Daten zu bekommen, werden also mehr Conversions benötigt.
Die Erhöhung der Conversion-Zahlen ist an dieser Stelle
ausnahmsweise mal gar kein Problem. Denn was eine Conversion
im Sinne von Google AdWords ist, bestimmt der Werbetreibende
selbst, wenn er den Conversion-Tracking-Code platziert. Um
alle Klicks als Conversions zu erfassen bietet es sich daher
an, einen Conversion-Tracking-Code direkt auf der Landing
Page einzusetzen. Hierzu sollte eine neue Conversion-Aktion
vom Typ "Aufrufen einer Schlüsselseite" verwendet
werden. Baut man gleich für elf solcher Conversion-Aktionen
Tracking-Codes auf der Landeseite ein, so überschreitet
man auch gleich die Schwelle zur Anzeige im Report "Keyword-Pfad
(Impressionen)".
Nachdem nun praktisch jeder Klick zu einer Conversion wird,
werden sehr schnell umfangreichere Search-Funnel-Daten verfügbar.
Davon profitieren besonders die Reports im Bereich "Oberster
Pfad", die nun eine Fülle von verschiedenen Keyword-Pfaden
aufzeigen.
Es wird unübersichtlich
Der Nachteil dieses Vorgehens liegt auf der Hand: Die Fülle
an Keywords und Conversions lässt das Konto schnell unübersichtlich
werden. Insbesondere lässt sich nicht mehr ohne Weiteres
sehen, welche Kampagnenelemente zu echten Conversions geführt
haben. Hierfür benötigt man entweder Berichte, die
Conversion-Typen enthalten, oder man nutzt die Search-Funnel-Auswertung
auch hierfür.
In den Search-Funnel-Auswertungen lässt sich die Betrachtung
auf einzelne Arten von Conversion-Aktionen beschränken.
Dazu gibt es bei jedem Bericht ein Dropdown-Menü unterhalb
der Überschrift, in dem sich die vorhandenen Conversion-Aktionen
auswählen lassen. Die Conversions einer bestimmten Kampagne,
Anzeigengruppe oder für ein Keyword, wie man sie aus
der normalen Kampagnenansicht kennt, findet man nun in dem
Report "Auswertung letzter Klick". Allerdings bezieht
die Statistik an dieser Stelle auch Mehrfach-Conversions ("viele-pro-Klick")
mit ein.
Der Praxistest
Ein Praxistest hat gezeigt, dass sich mit den hier beschriebenen
Methoden tatsächlich sehr schnell große Datenmengen
generieren lassen. Was der Test aber auch einmal mehr bestätigte,
war, dass sich daraus kaum Strategien ableiten lassen. Die
weit verbreitete Lehrmeinung, dass Nutzer mit einer allgemeinen
Suchanfrage beginnen und dann immer konkreter werden, wird
von den gesammelten Daten jedenfalls nicht gestützt.
So konnte das beschriebene Verhalten nur in 21,3 % der erfassten
Suchanfragen-Pfaden beobachtet werden. Eine bedeutend größere
Rolle spielten mit 54,7 % Suchanfragen-Pfade, in denen ausschließlich
ein- und dieselbe Suchanfrage wiederholt wird. In 2,7 % der
Fälle wurden Suchanfragen sogar allgemeiner. Hinzu kamen
12,6 %, in denen die Richtung wechselte: Zuerst wurde die
Suchanfrage genauer, dann wieder allgemeiner, oder umgekehrt.
In 8,6 % der Fälle wurden Suchanfragen anderweitig geändert
(Wörter umgestellt, Rechtschreibfehler korrigiert, Synonyme
ausgetauscht, völlig andere Suchanfrage gestellt).
Fazit
Die Beschränkungen der Search-Funnel-Auswertungen
lassen sich umgehen, wenn man dafür etwas Unordnung
im AdWords-Konto in Kauf nimmt. Mangels praktischer
Erkenntnisse kann dieses Vorgehen allerdings nicht empfohlen
werden.
|
|
|
Nichts verpassen...
Agenturen & Dienstleister
SEO-/SEM-Agenturen
> Alle Agenturen
> Agenturen in Deutschland,
Österreich,
Schweiz
> Agenturen in Berlin,
Bremen, Düsseldorf,
Frankfurt, Hamburg,
Hannover, Innsbruck,
Köln, München,
Wien, Zürich
Weitere Dienstleister:
> Content-Dienstleister
> SEO-/SEM-Tools
Ausgabe 33 (14. Dezember 2011)
Titelthema "SEO-Umfrage":
> Was wird wichtig in 2012?
Außerdem:
> Searchmetrics Essentials
> Google+ Pages
> AdWords-Textanzeigen
> Suche und Recht
> Konferenzen 2012
> Schema.org für Shops
> Link-Datenbanken
> Online-Marketing-Podcasts
Jetzt herunterladen...
Unsere Partner



Weitere Partner...
|