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Tools im Test:
Link Research Tools

Eins kann man niemals genug haben: Links. Bei der Suche danach sollen die Link Research Tools von CEMPER.COM helfen. Von Markus Hövener.

Unter dem Namen (und der Website) LinkResearchTools.com können Unternehmen auf kostenpflichtige Tools zugreifen, die den Linkaufbau und dabei vor allem die Recherche nach Möglichkeiten der Verlinkung vereinfachen sollen. Etwas augenzwinkernd werden diese vom Anbieter als "Everyday Superhero Tools" bezeichnet - ein hoher Anspruch und damit Grund genug, dass wir diese Tools einmal unter die Lupe nehmen.

Bevor es allerdings losgehen kann, muss man zunächst einen Zugang erwerben, der derzeit zwischen 20 Euro für einen Tagespass und 200 Euro/Monat für den "Unlimited Superhero Mode" kostet. Die Kosten richten sich dabei nicht nur nach der Dauer des Zugangs, sondern vielmehr auch nach der maximalen Anzahl an Reports und URLs pro Report. Auf die ebenfalls zubuchbaren Extra-Packages gehen wir der Einfachheit halber in diesem Artikel nicht ein. Auf der Seite http://www.linkresearchtools.com/products-overview/ finden Interessierte aber zu allen Produktvarianten ausführliche Informationen.

Ist die preisliche Hürde genommen, kann man sich einloggen und findet sich in einer recht aufgeräumten Oberfläche wieder. Dort kann man zunächst einige grundlegende Einstellung vornehmen, bevor man am besten direkt mit dem loslegt, wofür es das Tool gibt: das Erstellen von Reports.

Grundsätzliches

Abbildung 1: Übersicht über verfügbare Reports

Die Funktionsweise und das grundlegende Konzept ist dabei recht einfach: Es gibt unterschiedliche Reports (siehe Abbildung 1), die unterschiedliche Fragestellungen rund um den Linkaufbau beleuchten. Einen solchen Report kann man starten, indem man den jeweiligen Report auswählt, alle Parameter eingibt und dann den Report freigibt.

Die Reports sind systembedingt nicht sofort verfügbar, sondern müssen zuerst berechnet werden (z. B. indem alle Backlinks von bestimmten Konkurrenten ermittelt und überprüft werden). Je nach Umfang kann das durchaus ein paar Minuten bis Stunden dauern. Den Status aller Reports kann man in einer Übersicht sehen (siehe Abbildung 2); eine Benachrichtung über fertig gestellte Berichte per E-Mail gibt es leider nicht.

Beim Erstellen eines Berichts kann man auswählen, welche Metriken zu sehen sein sollen. Es gibt hier eine Vielzahl von Metriken, z. B. ACRank, mozRank, Juice (eine toolinterne Metrik) und viele mehr. Man sollte sich anfangs schon überlegen, welche wirklich interessant sind, weil die jeweiligen Daten auch ermittelt werden müssen und somit die Fertigstellung des Reports herauszögern - mal davon abgesehen, dass viele Metriken eine sehr ähnliche Aussagekraft haben. Die Benutzer haben hier aber alles in allem eine derart große Auswahl, dass für jeden die passende Metrik dabei sein sollte.

Abbildung 2: Alle bereits erstellten Reports im Überblick

Jeder Report besteht insgesamt aus zwei Teilen: In der Übersicht am Anfang werden zunächst alle eingegebenen Daten zusammengefasst. Das ist praktisch, wenn man sehr viele Berichte generiert hat und sich noch einmal anschauen möchte, was der einzelne genau beinhaltet.

Im unteren Teil gibt es dann die ausgewerteten Daten, in der Regel sind dies alle Domains oder URLs, die ein bestimmtes Kriterium erfüllen (siehe Abbildung 3). Diese Tabellen lassen sich jeweils anhand eines Kriteriums sortieren, um so z. B. zuerst die Domains mit dem höchsten Link Juice zu ermitteln.

Abbildung 3: Eine Ergebnisliste

Man kann einen Report auch neu erstellen lassen ("re-run"). Dieser wird dann aber leider nur grundlegend neu erstellt. Interessanter wäre es, wenn man sich auch die Änderungen zum letzten Mal anzeigen lassen könnte (vor allem alle neu gefundenen URLs seit dem letzten Durchlauf).

Alle Reporte können auch als CSV exportiert werden. Ein Export im Excel-Format wird derzeit leider nicht angeboten, so dass die Daten in Excel oder einer anderen Tabellenkalkulation zunächst recht unübersichtlich daherkommen.

Es gibt auch überall sinnvolle Verknüpfungen innerhalb der einzelnen Reporte. Wer also an einer Stelle zu einer gefundenen Domain weitere Daten benötigt, kann hierzu direkt einen weiteren Bericht erstellen lassen.

Die einzelnen Reports

Insgesamt gibt es derzeit fünf unterschiedliche Report-Arten, die man erstellen lassen kann:

(1) Common Outboundlinks Tools (COLT)

Die COLT-Reports benötigen vom Benutzer eine Liste von Websites, um dann zu ermitteln, auf welche Sites von diesen aus am häufigsten verlinkt wird. Wenn man z. B. Websites von Sprachreisen-Anbietern in diesen Report steckt, erhält man u. a. ein Ergebnis wie http://www.austauschschueler.de/. Diese Site ist interessant, weil es dort etwa mit http://www.austauschschueler.de/links/sprachreisen.php eine Seite gibt, die auf andere Sprachreisen-Anbieter verlinkt. Hier könnte man also nach einem Link fragen.

Spannend wäre es hier (wie bei allen anderen Reports auch) noch, die Websites automatisch herausfiltern zu können, die bereits auf die eigene Website verlinken.

(2) Common Backlink Tool (CBLT)

Dem CBLT-Report wird ebenfalls eine Liste von Websites übergeben. Der dazugehörige Report listet dann die Domains auf, die auf die angegebenen Seiten verlinken und ist insgesamt sehr gut dafür geeignet, passende Websites für Backlinks zu finden. Nach dem Motto: Eine Site, die bereits auf zehn Konkurrenten verweist, könnte ja auch sehr gut einen Hyperlink auf die eigene Internetpräsenz setzen.

Interessant ist auch die Übersicht am Anfang des Reports, bei dem die Verlinkungsdaten der einzelnen Konkurrenten detailliert aufgelistet werden. Je nach Einstellung werden bei diesem Report entweder nur die Domain oder auch die konkreten URLs angezeigt. Intuitiv war das aber definitiv nicht - mal davon abgesehen, dass es eigentlich immer sinnvoll wäre, die konkreten URLs anzuzeigen.

(3) Backlink and Anchortext Tool (BATT)

Der Report aus dem BATT zeigt insgesamt viele Informationen zur Verlinkung von bestimmten Websites, z. B. die Aufteilung nach "Country Popularity" (von welchen TLDs kommen die Backlinks?), "Follow/Nofollow" (Anteil Follow-/Nofollow-Links), "IP Popularity" (von welchen IPs kommen die Backlinks?), "Class-C Popularity" (aus welchen IP-Blöcken kommen die Backlinks?) und so weiter. Die Daten werden jeweils als Tortengrafik und als detaillierte Liste, die man auch sortieren und filtern kann, angezeigt.

Wo liegt der Nutzen dieses Reports? Sicherlich nicht in der Recherche für Linkpartner, sondern z. B. in Fällen, in denen man eine Domain kauft oder als Agentur einen Kunden neu übernimmt. Man sieht so, ob die bestehende Linkstruktur auch organisch aussieht. Leider gibt das Tool keine Empfehlung oder Einschätzung dazu ab, was "gut" und "schlecht" ist.

(4) Juice Tool (JUICE)

Der Report des Juice Tools hat im Vergleich zu den anderen einen sehr geringen Umfang. Hier kann man sich lediglich den Juice-Indikator für bestimmte URLs anzeigen lassen. Dieser Indikator soll nach eigenen Angaben besser als andere (vor allem PageRank) sein und die Verlinkung einer Website bewerten. Ob der Juice-Indikator wirklich besser/aussagekräftiger als andere Werte ist, muss wohl jeder selber entscheiden. Vor allem ist es aber nur ein quantitativer Wert. Links werden also nicht dahingehend bewertet, ob diese auch thematisch passend sind (ein Manko, das alle anderen Link-Metriken aber auch haben)

(5) Strongest Subpages Tool (SSPT)

Der SSPT-Report liefert für bis zu 1.000 Unterseiten einer Website die so genannte "Strength", einen Parameter für die Stärke einer einzelnen Seite. So kann man schnell innerhalb einer Website die Seiten finden, die für eine Verlinkung am attraktivsten sind, weil sie am meisten Link Juice angesammelt haben.Das mag ganz interessant sein, wenn man sich auf einer anderen Website frei aussuchen kann, wo man denn einen Link haben möchte.

Unser Eindruck

Ob einem die vielen Reports helfen, muss im Endeffekt jeder selber entscheiden, da es stark von den eigenen Fragestellungen, der Vorgehensweise und der Organisationsstruktur (Einzelperson vs. Agentur) abhängt. Insgesamt scheinen die Berichte aber eher für Profis und nicht für Einsteiger oder gelegentliche Nutzer geeignet zu sein. Auch wenn die Oberfläche sehr übersichtlich ist, muss man alle Daten eben auch deuten können - und das dürfte den Einsteiger deutlich überfordern.

Positiv ist zu erwähnen, dass die Reports sehr übersichtlich sind. Man kann aber auch sehr gut "von Daten erschlagen werden", wenn man das denn möchte und beim Erstellen entsprechende Optionen einstellt. Ein größeres Manko liegt aber in der Tatsache, dass ein Report immer nur für einen bestimmten Zeitpunkt erstellt wird. Es gibt keine Möglichkeiten, sie wiederkehrend erstellen zu lassen, um so z. B. die im letzten Monat neu hinzugekommenen Links zu sehen.

Auch haben die Reports keine gemeinsame Historie. Wer 20 Backlink-Berichte mit dem gleichen Tool erstellt, kann in diesen 20 Mal dieselbe Website erblicken. Besser wäre es, wenn man die bereits gesehenen URLs gar nicht mehr erblicken würde - was insbesondere dann sinnvoll ist, wenn mehrere Personen unterschiedliche Reporte abarbeiten. Aber auf derlei Workflow muss man bei den Link Research Tools eben verzichten.

An den Daten und der Funktionsweise gibt es auf jeden Fall nichts zu meckern: In keinem Fall haben wir etwas entdeckt, was man gelegentlich bei anderen Tools entdeckt, z. B. eine falsche Kodierung von Zeichen (z. B. in Linktexten) oder andere Probleme. Die Tools machen einen sehr ausgereiften Eindruck und sind auf der Höhe der Zeit.

 

Fazit

Die Link Research Tools gehören zu den wenigen Tools, die sich ausschließlich auf Linkaufbau fokussieren. Über verschiedene Reports können unterschiedliche Fragestellungen beantworten werden, z. B. kann man nach Websites suchen, die bereits auf viele Konkurrenten verlinken.

Im Test hat das kostenpflichtige ASP-Angebot hinsichtlich Stabilität und Funktionalität einen guten Eindruck hinterlassen. Ob sich die Link Research Tools aber auch für die eigene Arbeit eignen, muss leider jeder SEO selber entscheiden, weil es von den eigenen Fragestellungen, der Vorgehensweise und anderen Faktoren abhängt.

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de

 

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Ausgabe 24 (6. Juli 2010)

Titelthema "Linkaufbau":
> Linkbuilding Quo Vadis
> Linkaufbau im Unternehmen
> Linkaufbau mit Infografiken
> Linkaufbau: Ressourcen

Außerdem:
> Modifiziertes Broad Match
> Google AdWords Trickkiste
> SEO in Action: XENU
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