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Ausgabe 24 > Interview
mit Christian Pansch
Werbung auf Facebook:
Interview mit Christian Pansch/constructiv
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Abbildung 1: Der Werbeanzeigen-Manager bei Facebook
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Wir wirbt man auf Facebook? Welche Art Werbung funktioniert,
welche nicht? Wir haben darüber mit Christian Pansch
von construktiv gesprochen.
Welche Möglichkeiten bietet Facebook, gezielt Werbung
zu schalten?
Bei Facebook kann über den Werbeanzeigen-Manager mit
jedem User-Account Werbung geschaltet werden - entweder für
etwas, was auf Facebook stattfindet, bspw. eine Page, eine
Gruppe oder Veranstaltung, aber auch für externe Websites.
Neben einem Anzeigentitel sowie einem kurzen Beschreibungstext
kann die Anzeige mit einem Bild angereichert werden. Die über
den Werbeanzeigenmanager geschalteten Anzeigen erscheinen
auf allen Unterseiten bei Facebook - nicht aber auf der Startseite.
Um dort Werbung zu platzieren ist die Kontaktaufnahme mit
dem Sales-Team notwendig - vorausgesetzt ein mindestens fünfstelliges
Budget ist vorhanden. In diesem Fall wird die Anzeige um Engagement-Möglichkeiten
angereichert. User können über die Anzeige z. B.
direkt auf "Gefällt mir" klicken und somit
Unterstützer einer Page werden oder eine Zusage zu einem
beworbenen Event abgegeben sowie die Einladung an Freunde
weiterschicken.
Anders als bei AdWords bucht man ja keine Keywords ein.
Wie wird bei Facebook die Zielgruppe selektiert?
Dies erfolgt zum Beispiel über diverse geografische
und demografische Kriterien. So kann man seine Zielgruppe
sehr spezifisch nach dem Wohnort, dem Alter, dem Geschlecht
und den Angaben zur Ausbildung sowie des Arbeitsplatzes wählen
- sogar der aktuelle Beziehungsstatus des Facebook-Nutzers
ist ein mögliches Kriterium. Außerdem kann ein
Targeting nach Verbindungen der User oder auch nach Interessen
erfolgen, was teilweise jedoch schwierig sein kann, weil man
hier auf die Angaben des Nutzers angewiesen ist.
Sind die Ergebnisse hinsichtlich der Klick-Rate mit AdWords
zu vergleichen?
Das ist sehr unterschiedlich. Im Social Network Facebook
gelten bei der Anzeigenschaltung andere Regeln als bei Suchmaschinen-Kampagnen.
Wir erleben beispielsweise bei den Facebook-Ads gute Klickraten,
wenn die Anzeigen zielgruppengerecht auf Social-Media-Kampagnen
oder Aktivitäten wie z. B. Fanpages, Facebook Apps oder
externe Websites mit Social Media Elementen abzielen. Eine
derartig ausgerichtete AdWords-Kampagne würde wahrscheinlich
nur wenige Klicks erhalten. Im Suchprozess ist die Erwartungshaltung
eine andere. Daher kommt es stark auf die Ausrichtung der
Anzeigenschaltung und die Personen an, welche die Anzeigen
präsentiert bekommen.
Wie sind die Kosten der Klicks im Vergleich zu AdWords
& Co.?
Bei den Facebook Ads, die man über den Werbeanzeigenmanager
buchen kann, gibt es zwei Abrechnungsmodelle, welche man von
AdWords und anderen System bereits kennt: CPM (Kosten für
1.000 Einblendungen) oder CPC (Kosten pro Klick) - wobei CPC-Kampagnen
eine höhere Priorität im Facebook-System genießen
und dementsprechend mehr Klicks versprechen. Je nach Größe
des zu erreichenden Zielpublikums muss das Kampagnenbudget
skaliert werden. Regionale Anbieter, die ihre Anzeigen beispielsweise
nur auf eine Stadt oder Region beschränken, kommen mit
nur wenigen Hundert Euro im Monat aus. Breit aufgestellte
Imagekampagnen erfordern selbstverständlich höhere
Budgets. In diesem Fall erfolgt die Buchung in individueller
Absprache mit dem Sales-Team. Um die Kampagne effizient und
die Ausgaben niedrig zu halten, ist es wie bei allen anderen
Anbietern unabdingbar, die Performance der Anzeigen fortlaufend
im Auge zu behalten und gegebenenfalls Optimierungen durchzuführen.
Wie umfangreich ist das Reporting?
Facebook bietet im sogenannten Werbeanzeigenmanager ein Reporting
mit den klassischen Informationen, die man aus anderen Werbenetzwerken
kennt. Neben Basisdaten wie den Klicks, den Impressionen,
der Click-Through-Rate und den durchschnittlichen Kosten gibt
es erste Tools, welche die Auswertung von Kampagnen (Conversion
Tracking) auch für externe Websites ermöglichen.
Diese Hilfsmittel stecken momentan noch in der Beta-Phase.
Facebook erweitert und überarbeitet diesen Bereich fortlaufend.
Für welche Unternehmen bietet sich Werbung über
Facebook derzeit an?
Da Facebook mittlerweile eine stark heterogene Nutzerschaft
hat - sowohl international als auch in Deutschland - kann
Facebook-Werbung für jede Art von Unternehmen interessant
sein. Für kleine Unternehmen ist die regionale Aussteuerung
sehr interessant (z. B. für ein Restaurant in Berlin),
aber auch große deutschlandweit agierende Firmen, die
über Social-Media-Aktivitäten Ihr Image verbessern
wollen, können davon profitieren. Gute Erfolgschancen
haben Unternehmen, die Gesprächsanlässe bieten.
Nach wie vor ist es aber wichtig, die Zielgruppe im Blick
zu behalten.
Welche Arten von Kampagnen habt Ihr schon realisiert?
Waren diese erfolgreich?
Wir haben gute Erfahrungen mit den Engagement-Ads bei Facebook
gemacht, also Anzeigentypen, die auf Interaktion mit dem User
abzielen. Z. B. eine Person auf "Gefällt mir"
klicken lassen und somit zum Unterstützer einer Facebook
Page werden lassen. Solche Anzeigen funktionieren, da diese
eher den gewohnten Mechanismen des Social Networks entsprechen.
Mit den simplen Facebook-Ads, welche man selbst buchen kann,
können sich im kleineren Rahmen ebenfalls gute Ergebnisse
erzielen lassen. Generell sehen wir auch viel Potenzial bei
der Entwicklung on Applikationen (angefangen bei kleinen Quiz-Apps
bis hin zu komplexen Social Games), die durch ihren viralen
Charakter viele Sichtkontakte sowie Einblendungen erzeugen
und in einer höheren Awareness resultieren.
Christian, danke für das Interview.
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Über Christian Pansch:
Christian Pansch ist seit 2005 bei construktiv und
leitet den Mitte 2009 gegründeten Social-Media-Bereich
der Full-Service-Agentur mit Sitz in Berlin und Bremen.
Mit seinem Team verantwortet der Medieninformatiker
Kampagnen, Aktionen und Projekte für Kunden wie
Volvic, L'Oréal Paris Deutschland, evian und
MTV.
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