SEO für Einsteiger:
Was ist ein Backlink

Jeder redet von Backlinks, ohne die bei den Google-Rankings schon lange nichts mehr geht. Aber was ist wichtig bei Backlinks und beim Linkaufbau? Von Markus Hövener.

Ein Backlink ist ein eingehender Link, also ein Link von einer Website A auf Website B. Bevor Google die Bühne als Suchmaschine betrat, waren Backlinks auch gar nicht so ein relevantes Thema.

Mittlerweile sind Backlinks aber wichtig für Suchmaschinen-Rankings. Google (und auch andere Suchmaschinen wie Yahoo! und Bing) bewertet eine Website sehr stark danach, wie viele Backlinks diese hat. Hat eine Website keine oder nur sehr wenige Backlinks, wird diese auch keine relevanten Suchmaschinen-Rankings erreichen können.

Im Folgenden werden einige Aspekte in Bezug auf Verlinkung und Linkaufbau behandelt. Dabei ist wichtig, dass es zum Thema Verlinkung unzählige (sich gerne widersprechende) Meinungen gibt. Wir haben daher versucht, in diesem Artikel die relativ unstrittige Schnittmenge wiederzugeben.

Auch ist klar, dass das Thema an sich viel komplexer ist, als man dies in einem solchen Artikel darstellen könnte. Es gibt sehr viele Aspekte, Metriken und Tools, auf die man auch noch verweisen könnte. Aber dieser Artikel soll eben das sein, was er ist: eine Einführung für Einsteiger.

Anatomie eines Backlinks

Ein Backlink besteht zunächst vor allem erstmal aus zwei Bestandteilen: Der URL und dem Anchortext (auch Ankertext oder Linktext). Im HTML-Code sieht das dann so aus:
<a href="URL">Anchortext</a>

Der Anchortext ist der verlinkte Text. Bei einem Link wie
<a href="http://www.ebay.de">Auktionen</a>
hat ein Link zweierlei Funktion:

  1. Der Link als solcher sorgt dafür, dass die sogenannte Link-Popularität der verlinkten Website (also www.ebay.de) steigt. Die Link-Popularität ist dabei einfach nur ein Maß für die Anzahl der Verlinkungen.
  2. Suchmaschinen wie Google analysieren aber auch den Anchortext. Wenn es wie im Beispiel einen Anchortext wie"Auktionen" gibt, hilft das, für die Suchbegriffe im Anchortext bessere Rankings zu erzielen. Wer also Backlinks mit dem Wort "Auktionen" hat, wird von Suchmaschinen für dieses Wort als relevanter angesehen.
Suchbegriffe im Anchortext

Grundsätzlich hat also jeder Website-Betreiber ein grundlegendes Interesse daran, mit seinen Suchbegriffen verlinkt zu werden. Leider kommen derartige Links oftmals nicht ohne Einflussnahme zustande. Ein Immobilienmakler aus Hamburg wird eben eher mit dem Anchortext "Dr. Peter & Partner" verlinkt, aber nicht mit den für ihn relevanten Suchbegriffen "immobilien hamburg".

Das soll allerdings keine Aufforderung sein, sich so in Verzeichnisse und Web-Kataloge einzutragen. Denn: Wer derartig auffällige Einträge wünscht, wird oftmals erleben, dass diese abgelehnt werden.

Qualität

Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch, dass es zwar Verzeichnisse gibt, in denen man Einträge mit Anchortexten wie "Ferienhaus Nordsee Nordseeküste Ferienwohnung" findet. Man kann aber davon ausgehen, dass derlei Verzeichnisse von Suchmaschinen abgewertet werden, damit solche Links eben keinen oder nur noch einen sehr geringen Wert mehr darstellen.

Denn: Die Analyse von Backlinks ist für Google & Co. sehr wichtig. Die Suchmaschinen-Betreiber unternehmen jede Anstrengung, um einen guten von einem schlechten Link unterscheiden zu können.

Dabei kann man sich leider kaum auf Hilfe durch Suchmaschinen verlassen, denn es ist zunächst von außen nicht zu erkennen, ob Suchmaschinen einen Link als hochwertig oder als minderwertig einstufen. Die folgenden Kriterien sind also eher als Paradigmen zu verstehen.

Thematische Nähe

Ein Kriterium für die Qualität eines Links kann dabei die thematische Nähe sein. Wenn eine Website rund um Immobilien auf einen Immobilien-Makler verlinkt, kann man zwischen diesen beiden Links eine thematische Nähe erkennen. Erkennbar wäre das z. B., wenn man die Wörter auf der verlinkenden und der verlinkten Seite miteinander vergleicht. Im konkreten Beispiel würden auf beiden Seiten Wörter wie "immobilien" oder "haus" erscheinen, so dass eine Suchmaschine den Schluss ziehen könnte, dass der Link eine thematische Nähe besitzt.
Wenn hingegen eine private Home-Page auf besagten Immobilienmakler (ebenso wie auf hundert andere thematisch gemischte Websites) verlinkt, wäre die thematische Nähe nicht mehr zu erkennen und der Link - zumindest in der Theorie - weniger wert.

Thematische Relevanz

Wer bei Google eine Suchanfrage wie "immobilien hamburg" stellt, findet dort Websites wie www.pro-wohnen.de oder auch www.hamburg.de - Websites, die Google für diese eine Suchanfrage für sehr relevant hält. Ein Link von diesen Websites wäre also thematisch sehr bedeutend.

Leider ist es oft so, dass die vorderen Positionen von Konkurrenten besetzt werden, von denen man sicherlich keinen Link bekommt. Es kann sicher aber durchaus lohnen, mal jenseits der ersten zehn Suchergebnisse zu schauen, um so z. B. ein Branchenportal oder einen Verband zu entdecken.

PageRank

PageRank ist ein oft genanntes Kriterium, das aber eigentlich recht wenig Aussagekraft besitzt. Der von Google für eine Seite vergebene PageRank kann über die Google Toolbar abgerufen werden. Je höher dieser PageRank, desto mehr "Link-Juice" kann über einen Link auch an die eigene Website abgegeben werden.

Leider ist der PageRank (PR) aber nur eine quantitative Größe, d. h. dass hier bestenfalls abgelesen werden kann, über wie viele Verlinkungen eine Website verfügt: Eine Website mit keinen Verlinkungen hat einen PageRank 0, eine Website mit Millionen von Links (wie Google.com) hat einen PageRank 10. Zweifelsohne wäre ein Link von einer Website mit PR 10 eine sehr gute Sache, aber in der Praxis bekommt man derartige Links ohnehin nicht (bestenfalls von einer Unter-Unterseite einer solchen Website).

Und da kann man in der Praxis eben nicht sagen, dass ein Link von einer PR5-Seite besser wäre als ein Link von einer PR4-Seite, weil nun einmal noch viele andere Kriterien bei der Beurteilung eines Links wichtig sind und diese im PR-Wert nicht Einzug finden.

Beim PageRank muss man auch immer zwischen Website und Web-Seite unterscheiden: Eine Website hat in der Regel einen PageRank, aber eine konkrete Unterseite dieser Website nicht immer. Wenn man sich also eine Unterseite einer Website mit PR5 anschaut, wird hier in der Google Toolbar PR0 angezeigt, was irrtümlich dazu führen kann, dass man einen solchen Link für wertlos hält.

Wenn man also überhaupt den PageRank berücksichtigen möchte, sollte man sich vielmehr den PageRank der Startseite anschauen. Man sollte dabei aber auch bedenken, dass Google den PageRank (zumindest den, den man über die Toolbar abrufen kann) nur einige Male pro Jahr aktualisiert. Es könnte also sein, dass eine Website bereits viele Verlinkungen aufgebaut hat, aber in der Google Toolbar immer noch ein PR 0 angezeigt wird.

Weitere Werte

Neben dem PageRank gibt es noch viel mehr Werte, über die entweder nur Suchmaschinen verfügen oder die man bei anderen Dienstleistern einsehen kann. So gibt es Konzepte wie "Trust", bei denen vertrauenswürdige Websites höher bewertet werden als solche, die z. B. Themen aus dem Rotlichtmilieu oder dem Glücksspiel behandeln.

Aber auch hier ist es so, dass man Google ohnehin nicht auf die Finger schauen kann, d. h. dass es keine Möglichkeit gibt, die von Google selber vergebenen Bewertungen für einen Link oder eine Website einzusehen. Man sollte daher nicht im Wirrwarr der Zahlen hängen bleiben und stattdessen der Intuition folgen. Das beste Maß für eine Website ist vielleicht die Antwort auf Fragen wie "Sieht die Website seriös aus?" oder "Verfügt die Website über viele ansprechende Inhalte?".

Nofollow/Dofollow

Ein Kriterium kann man hingegen recht leicht erkennen, und zwar das der Nofollow-Links. Bei Links ist es möglich, diese als sogenannte Nofollow-Links zu markieren, indem man ein Attribut hinzufügt:
<a href="URL" rel="nofollow">Anchortext</a>

Derartige Nofollow-Links signalisieren den Suchmaschinen, dass man dem Link nicht "traut", also dass man nicht möchte, dass dieser als Votum einfließt. Der Theorie nach ignorieren Suchmaschinen dann derartige Links. Ob dem wirklich so ist, ist immer gerne strittig unter Suchmaschinen-Optimierern.

Abbildung 1: Nofollow-Links bei Mister Wong

Wer sich dieser Diskussion nicht stellen möchte, sollte davon ausgehen, dass nur Dofollow-Links (also Links, die keine Nofollow-Links) für Suchmaschinen zählen. Um Nofollow-Links erkennen zu können, muss man aber schon in den Quellcode der HTML-Seite schauen - oder eines der zahlreichen Add-Ons für verschiedene Browser nehmen (z. B. SearchStatus, siehe Kasten). Wer dann wie in Abbildung 1 auf eine Seite (im Beispiel Mister Wong) geht, erkennt dort, dass alle ausgehenden Links Nofollow-Links sind. Ein Link von einer solchen Seite hätte also keinen Wert und würde dem Ranking der eigenen Website nicht helfen.

Wieviele Links?

Oft kommt auch die Frage auf, wie viele Links man denn nun benötigt, um ganz vorne bei Google zu stehen. Darauf lässt sich antworten, dass man das auf gar keinen Fall vorab wissen kann, weil eben nicht alle Kriterien für Links bekannt bzw. von außen einzusehen sind. Es könnte also sein, dass ein Konkurrent sehr wenige, aber dafür sehr gute Links besitzt. So könnte ein Link schon seit langer Zeit existieren, von einem relevanten Themenportal kommen und auch in der Site-Struktur sehr weit oben liegen.

Wenn man von derlei Überlegungen absieht, kann man seine Konkurrenz natürlich schon als Messlatte für die eigene Verlinkung nehmen. Man kann z. B. die Auswertungen vom Open Site Explorer [www.opensiteexplorer.org] (siehe Abbildung 2) nutzen, um die eigene Website mit anderen Konkurrenten zu vergleichen. In Abbildung 2 sieht man zwei direkte Konkurrenten im Vergleich, bei denen die Website www.hamburgimmobilie.de bei allen Kriterien die Nase vorn hat.

Interessant ist dort vor allem die Zeile "Linking Root Domains", also wie viele unterschiedliche Websites jeweils Backlinks auf die beiden geprüften Websites setzen: Auch hier liegt www.hamburgimmobilie.de deutlich vorne (288 im Vergleich zu 49).

Linkaufbau

Abbildung 2: Open Site Explorer

Wer sich nun an den Linkaufbau machen will, umdie Verlinkung der eigenen Website zu verbessern , kann dabei sehr unterschiedliche Wege gehen. Auch hier gibt es je nach SEO sehr unterschiedliche Vorstellungen davon, wie man vorgehen sollte, welche Links besonders wertvoll sind und welche nicht.

Eine der einfachsten Methoden besteht aber sicherlich darin, zunächst zu überprüfen, über welche Backlinks alle Konkurrenten verfügen. Hier kann man auf verschiedene Tools wie den Open Site Explorer oder den Yahoo! Site Explorer [siteexplorer.search.yahoo.com] zurückgreifen.

Natürlicher Linkaufbau

Beim Linkaufbau sollte man immer darauf achten, dass er auch natürlich ("organisch") aussieht. Oder: Wie wahrscheinlich ist es, dass eine Website, die jahrelang eine zweistellige Anzahl an Backlinks hatte, plötzlich im vier- oder fünfstelligen Bereich verlinkt wird? Es kann also durchaus passieren, dass eine Website abgestraft wird, wenn sie ihre Verlinkung zu schnell steigert oder wenn es andere Anzeichen dafür gibt, dass hier jemand extrem nachgeholfen hat.

Hierzu passt übrigens auch, dass es eben auch "organisch" ist, wenn eine Website z. B. über Nofollow-Backlinks verfügt. Wenn man also gezielt Nofollow-Backlinks vermeidet, kann man sich damit im Einzelfall durchaus schaden. Auch sollte man nicht zwangsweise für stets gleiche und suchbegriffslastige Anchortexte sorgen, da auch das relativ unnatürlich aussieht.

Leider gibt es aber für all diese Aspekte keinerlei Grenzwerte, sondern nur diverse Erfahrungen, die man mit der Zeit sammelt. Im Zweifelsfall sollte man also lieber weniger als mehr machen.

Linktausch, Linkkauf

Auch die Themen Linktausch und Linkkauf sind natürlich relevant, da man oftmals versucht, Abkürzungen zu nehmen. Links einfach zu kaufen (bzw. in der Regel zu mieten) ist laut Google aber nicht erlaubt, so dass hier durchaus Abstrafungen möglich sind. Insbesondere wer an nach außen sehr einfach zu erkennenden Methoden und Netzwerken teilnimmt, riskiert hier schon einiges. Im Zweifelsfall sollte man daher auf Linkkauf verzichten.

Der Linktausch stellt sich etwas differenzierter dar, weil das Tauschen an sich zumindest nicht per se untersagt wird. Linktausch (Website A verlinkt auf Website B und B verlinkt zurück auf A) gehört zu den Maßnahmen, die man entweder nicht übertrieben einsetzen sollte oder eben tarnt. Wenn man einen Link tauscht, heißt das nicht, dass man diese direkt (A -> B, B -> A) tauschen muss. Oftmals wird der Tausch dann über eine dritte Website (A -> B, C -> A) abgewickelt. Erlaubt ist auch diese Methode nicht, aber zumindest algorithmisch wesentlich schwieriger von Google zu entdecken.

Fazit

10 SEOs, 10 Meinungen: Backlinks und Linkaufbau führen zu sehr unterschiedlichen Meinungen, Bewertungen und Strategien. Klar ist dabei vor allem, dass die Verlinkung einer Website ein sehr wichtiges Ranking-Kriterium ist und dass man hier ein gewisses Grundwissen haben sollte, um nicht abgestraft zu werden.

 

Warum SEO für Einsteiger?

Wir bekommen immer viele Kommentare von Einsteigern, die sich im suchradar auch Informationen ohne viel Hintergrundwissen wünschen. Auch wenn wir immer versuchen, komplexe Sachverhalte einfach zu erklären, sind viele der Artikel für Einsteiger schon viel zu speziell. Deswegen gibt es ab sofort in jedem suchradar einen Artikel für Einsteiger.

 

Die Kraft der Verlinkung

Welchen Einfluss Anchortexte haben, sieht man sehr gut, wenn man sich die Google-Ergebnisse für die Suchanfrage "hier" anschaut. Auf dem ersten Platz findet man dort derzeit die Seite http://get.adobe.com/de/reader/. Dabei kommt das Wort "hier" auf der Seite selber gar nicht vor.
Adobe profitiert davon, dass es ganz viele Links mit dem Anchortext "hier" gibt (Klicken Sie <a href="http://get.adobe.com/de/reader/">hier</a>, um sich den Adobe Reader runterzuladen).

 

Ein Firefox Add-On: SearchStatus

SearchStatus ist wohl eines der beliebtesten SEO-Add-Ons für Firefox. Wer dieses Add-On installiert, kann die Option "Highlight Nofollow Links" auswählen und sieht dann direkt, welche Links Nofollow- und welche Dofollow-Links sind.
> www.quirk.biz/searchstatus/

 

Verlinkungen analysieren

Der Open Site Explorer ist ein nützliches Werkzeug, um die Verlinkung einer beliebigen Website zu analysieren oder diese im Vergleich zu einer zweiten Website zu sehen. Auch der Site Explorer von Yahoo! wird von vielen Website-Betreibern genutzt, um die eigene Verlinkung zu beobachten oder um von Konkurrenten zu lernen.
> www.opensiteexplorer.org
> siteexplorer.search.yahoo.com

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de