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Ausgabe 23 >SEO-Texte richtig texten
SEO-Texte richtig texten:
Es ist mehr als nur "die richtigen Keywords verwenden"
Toll geschrieben - und doch nicht gefunden worden. Was
Texter und Redakteure bei SEO-Texten beachten sollten. Von
Maik Bruns.
Welcher Texter für Artikel, die im Internet veröffentlicht
werden, hat das nicht schon einmal durchlebt? Der neue Text
ist fertig, dann auch schon online
wird aber von Suchmaschinen
als nicht relevant eingestuft und dementsprechend in den Suchergebnissen
kaum angezeigt. Dieser Artikel zeigt, woran es bei der Erstellung
von (vor allem redaktionellen) Texten oft hakt und wie Fehler
schon vor dem Texten vermieden werden können.
Mehrwert = Mehrtext?
Google wird nicht müde zu betonen, dass Websites einen
Mehrwert für Nutzer bieten sollen - nicht zuletzt, um
im Sinne der Suchmaschine Relevanz zu haben. "Mehrwert"
bzw. "Relevanz" kann dabei natürlich vieles
bedeuten. In erster Linie geht es darum, dem Suchenden das
zu geben, wonach er sucht: einen guten und wertvollen Text.
Denn das erwarten doch alle, wenn Sie auf ein Suchergebnis
klicken. Nach dem Klick soll die Information schnell und gut
zu sehen sein und möglichst auch genau so klingen wie
das, wonach wir gesucht haben. Es dreht sich also letztlich
sogar um Usability. Heißt Mehrwert denn auch, dass man
den Besucher mit Unmengen an Informationen erschlagen muss?
Mitnichten, denn es bedeutet einzig und allein, einen gut
strukturierten und formulierten Text zu schaffen.
Basics: Die Keyword-Recherche
Wie kann also ein Mehrwert für Besucher geschaffen werden?
Zunächst einmal dadurch, dass man auf den potenziellen
Besucher eingeht und ihn da abholt, wo er startet: bei der
Suche. Denn dort werden die Suchbegriffe eingegeben, die in
einem Text berücksichtigt werden sollten.
Im Allgemeinen gilt: Je höher das Suchvolumen für
einen Begriff ist, desto häufiger hat ein Text, der das
Suchwort aufweist, die Möglichkeit in Suchergebnissen
zu diesem Suchwort gezeigt zu werden - an welcher Position
steht wiederum auf einem anderen Blatt. Denn dabei spielen
auch Faktoren wie Konkurrenzgrad des Keywords und die nachfolgenden
Punkte eine Rolle.
Ein gutes Beispiel für ein Wort, das zwar (regional)
gebräuchlich ist, aber im Suchvolumen gegenüber
einem anderen abfällt, ist "Schraubenzieher".
Denn das Wort "Schraubendreher" hat laut AdWords-Keyword-Tool
ein viel höheres Suchvolumen. Es gibt hierfür also
mehr potenzielle Besucher.
Für Fortgeschrittene
Wer passende Suchbegriffe gefunden hat, steht dann vor der
folgenden Frage: Wie bringe ich sie jetzt so im Text unter,
dass Suchmaschinen den Text für "relevant"
halten? Wenn man an dieser Stelle angelangt ist, hilft es
ungemein zu wissen, welche Fehler gemacht werden können.
Gesucht, gefunden
Menschen und Suchmaschinen sind sich gar nicht so unähnlich.
Beide suchen in einem Text oder auf einer Website nach bestimmten
Begriffen und finden sie oft einfacher, wenn sie an bestimmten
Stellen vorkommen, z. B. - zumindest in der Art und Weise
wie Texte wahrgenommen werden. Ein Text wird z. B. von beiden
an bestimmten Stellen höher gewichtet :
- im Seitentitel
- in der Hauptüberschrift und Zwischenüberschriften
- im ersten Teil des Fließtextes
- in der Meta Description (die ja auch häufig als Snippet
auf der Suchergebnisseite genutzt wird)
- und nicht zuletzt in der URL
An ebenjenen Stellen müssen die Keywords verwendet werden
- und zwar genau so, wie sie zuvor bei der Recherche gefunden
wurden.
Nicht (ver)beugen
Suchbegriffe werden häufig in der Grundform gesucht.
Beispiele wie "gewaltfreie kommunikation" oder "übermäßiges
schwitzen" gibt das Keyword Tool gerne preis ... wenn
man es denn fragt. Im zweitgenannten Beispiel - zu finden
unter http://www.jameda.de/blog/haut/hyperhidrose-botoxbehandlung-gegen-schwitzen/
- ist etwa der viel gesuchte Suchbegriff "übermäßiges
schwitzen" nur in gebeugter Form als "Botulinum-Toxin
bei übermäßigem Schwitzen (Hyperhidrose)"
zu sehen.
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Abbildung 1: Besser "übermäßiges
Schwitzen" als "übermäßigem
Schwitzen"
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Laut Keyword Tool hat die Überschrift damit ein Suchvolumen
ohne Bedeutung (weil niemand nach "übermäßigem
schwitzen" sucht). Besser wäre es, wenn sie das
ungebeugte "übermäßiges Schwitzen"
beinhalten würde. Eine gute Überschrift könnte
dann z. B. so aussehen: "Übermäßiges
Schwitzen vermeiden mit Botulinum-Toxin" oder auch "Mit
Botulinum-Toxin vermeiden Sie übermäßiges
Schwitzen".
Getrennt-Schreibung vs. Zusammenschreibung
Heißt es jetzt "Geschenk-Ideen" oder "Geschenkideen"?
In der deutschen Rechtschreibung ist zunächst einmal
beides erlaubt. Aber wonach suchen die Menschen im Internet?
Das AdWords Keyword Tool hat zu dem Beispiel auf http://feste-feiern.staging.suite101.de/article.cfm/geschenk-ideen-zum-muttertag---das-passende-geschenk-fuer-die-mama
eine eindeutige Meinung:
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Abbildung 2: Nicht jeder mag "Geschenk-Ideen"
- "Geschenkideen" sind beliebter
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Die Getrenntschreibung hat hier bei Weitem das Nachsehen.
Dementsprechend könnte das Suchvolumen mit der Zusammenschreibung
verbessert werden. Das heißt freilich nicht, dass das
bei allen Wortkombinationen der Fall sein muss. Es bedeutet
vielmehr: Vor dem Schreiben des Artikels steht auch hier die
Keyword-Recherche.
falscher in Reihenfolge Wörter
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Abbildung 3: Die Reihenfolge der Wörter beachten!
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Ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur darum geht,
die richtigen Wörter zu setzen, sondern diese auch in
der richtigen Reihenfolge zu erwähnen, findet sich unter
http://www.ratgeber-und-tipps.de/kosten-fur-eine-brustverkleinerung/.
Dort gibt es eine Hauptüberschrift "Kosten für
eine Brustverkleinerung". Wenn man sich die Anzahl der
Suchanfragen anschaut, die für die hier schon auseinandergerissene
Wortkombination "kosten brustverkleinerung" aufläuft
und sie mit "brustverkleinerung kosten" vergleicht,
sieht man: Letztere Kombination erreicht in etwa das 6-7fache
Suchvolumen. Eine mögliche Überschrift mit der Kombination
muss dabei nicht schlecht klingen. Sie könnte zum Beispiel
lauten: "Brustverkleinerung: Kosten sollten immer verglichen
werden".
Relevantes zuerst
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Abbildung 4: Wichtiges nach vorne!
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Nicht nur die Reihenfolge, auch die Platzierung von Wörtern
ist für Mensch und Maschine wichtig, wenn Sie bei der
Frage entscheiden müssen "Finde ich das Gesuchte
schnell oder muss ich mich zunächst intensiv mit dem
Text beschäftigen?". Dabei kommt es natürlich
auch auf die Länge der Passage an, in der das Keyword
enthalten ist. Grundsätzlich gilt: Je weiter vorne also
der gesuchte Begriff in bestimmten Elementen auftaucht (zum
Beispiel im Seitentitel), desto wahrscheinlicher wird es,
dass er als relevant eingestuft wird. Insbesondere in längeren
Überschriften sieht man aber auch häufig, dass die
wichtigen Suchbegriffe erst nach einleitenden Worten gesetzt
werden - wie im Beispiel unter http://www.baupresse24.de/bp/news.php?id=1480.
Wenn man hier das Keyword "dachwohnfenster" stärken
will, sollte es an den Anfang der Headline (und damit auch
an den Anfang des Seitentitels) gestellt werden, z. B. so:
"Dachwohnfenster: Mehr Lebensqualität unter dem
Dach".
Synonyme beachten
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Abbildung 5: Das AdWords Keyword Tool hilft bei der
Suche nach Synonymen ...
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Wer hat schon einmal mithilfe von Suchmaschinen nach einer
Werbeagentur gesucht? Laut AdWords Keyword Tool suchen nach
diesem Begriff jedenfalls eine ganze Menge Menschen. Aber
hat auch schon einmal jemand nach dem von der Werbebranche
selbstgeschaffenen Begriff "Kommunikationsagentur"
gesucht? Dieses Synonym soll ja nicht so anrüchig nach
"Werbung" klingen. Tatsächlich ist in den Köpfen
der Menschen aber immer noch der "alte" Begriff
fest und sicher verankert (s. Abbildung Abfrage Keyword Tool)
- und nun stehen viele Agenturen vor dem Problem, nicht gefunden
zu werden, weil sie das Wort Kommunikationsagentur allzu groß
auf Ihre Internetseiten stellen.
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Abbildung 6: ... damit man nicht mit den falschen Begriffen
auftritt.
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Das gleiche gilt natürlich insbesondere für PR-Artikel
über Kommunikationsagenturen, wie z. B. hier http://www.openpr.de/news/343447/Wieder-mal-Erster-Begehrtes-VdWa-Agentursiegel-2009-an-Kommunikationsagentur-seitenwind-vergeben.html.
Man sollte also nicht immer voraussetzen, dass irgendein Wort
bekannt ist oder gesucht wird, sondern sich öfter auch
vergewissern, ob es nicht doch ein besseres gibt.
Singular oder Plural?
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Abbildung 7: "Elektroautos" haben als Einzelkämpfer
("Elektroauto") mehr Potenzial.
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Der letzte Punkt, der hier aufgeführt werden soll, beschäftigt
sich mit Einzahl und Mehrzahl von Suchwörtern. Auf dem
Portal der Wirtschaftswoche kann man einen Artikel mit dem
Titel "Der Kampf um das Milliardengeschäft mit Elektroautos"
unter http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/der-kampf-um-das-milliardengeschaeft-mit-elektroautos-427763/
finden. Wenn wir uns das Schlagwort "Elektroautos"
einmal genauer anschauen, stellen wir mit dem Keyword Tool
schnell fest, dass der Singular deutlich besser funktioniert.
Würde also stattdessen "Elektroauto: Der Kampf um
das Milliardengeschäft" dort stehen, könnte
sich der Autor über wahrscheinlich mehr Traffic freuen.
Ganz nebenbei könnte er vermutlich noch mehr Zugriffe
erzeugen, wenn er sich nicht auf "elektroauto kampf"
oder "elektroauto milliardengeschäft" stürzen
würde, sondern auf ein Thema mit Traffic-Potenzial wie
"elektroauto hersteller".
Stemming
Neben all den Verbesserungen, die in diesem Artikel
vorgeschlagen werden, werden auf der anderen Seite auch
Suchmaschinen immer besser im Erkennen von inhaltlichen
und grammatikalischen Zusammenhängen. So ist das
so genannte "Stemming" mittlerweile dafür
verantwortlich, dass auch gebeugte Wortformen häufig
gut dem Wortstamm zugeschrieben werden und dementsprechend
besser ranken als es noch vor einiger Zeit der Fall
war. Dennoch sollte ein Texter oder Redakteur sich nicht
darauf verlassen und vor allem im konkurrenzstarken
Umfeld "auf den Punkt" texten, da solche Texte
im Zweifel besser abschneiden dürften.
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Keyword-Recherche-Tools
Wie findet ein Texter passende Keywords? Dabei hilft
ihm neben einigen anderen Tools zum Beispiel das Google
AdWords Keyword Tool (https://adwords.google.de/select/KeywordToolExternal
bzw. https://adwords.google.de/select/KeywordToolExternal?forceLegacy=true).
Hier können vermutete Schlagwörter, die in
einem Text vorkommen sollen, eingegeben werden. Das
Tool liefert dann u. a. die Suchvolumina für diese
Schlagwörter sowie damit in Zusammenhang stehende
andere Begriffe, die sich manchmal sogar wegen des höheren
Suchvolumens noch besser dazu eignen, Aufmerksamkeit
zu erzielen. Auch ein Tool wie Semager (http://www.semager.de/keywords/?lang=de)
greift so manches Mal unter die Arme, wenn es gilt herauszufinden,
ob es nicht vielleicht ein besseres Wort für das
gibt, was geschrieben werden soll.
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Fazit
Diverse Tools können dafür sorgen, dass man
die richtigen Wörter findet. Wer dann beim Schreiben
von Texten auch noch beachtet, wie Mensch und Suchmaschine
Texte verarbeiten, findet sich mit seinem Text schnell
auf den vorderen Plätzen wieder.
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