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Ausgabe 23 >SEO in Action - Faceted Navigation bei Dooyoo.de
SEO in Action:
Faceted Navigation bei Dooyoo.de
Einige Websites - vor allem Online-Shops - bieten ihren
Besuchern schon Filter an, um effizient suchen zu können.
Diese Filter kann man aber auch sehr gut für SEO nutzen.
Von Markus Hövener.
Auch wenn man vielleicht nicht sofort etwas mit dem Begriff
"Faceted Navigation" anfangen kann: Begegnet ist
man dieser Art der Suche wohl schon auf vielen Websites. Faceted
Navigation findet man bei vielen Preisvergleichsportalen und
Online-Shops, bei denen man die Produktvielfalt anhand bestimmter
Filter einschränken kann.
Ein Beispiel für Faceted Navigation findet sich auf
der Seite http://www.dooyoo.de/herrenschuhe/.
In der Kategorie "Herrenschuhe" befinden sich ca.
27.500 Produkte - viel zu viele, um diese von vorne bis hinten
durchzuklicken. Es gibt daher einige Filter ("Facets")
wie Preis, Hersteller und Marke, anhand derer man die Produktvielfalt
eingrenzen kann.
Faceted Navigation ist nun etwas, bei dem SEO auf Usability
trifft: Ein solcher Mechanismus ist nicht nur interessant
in Bezug auf Benutzerfreundlichkeit, sondern kann auch für
SEO hilfreich sein. Die vielfältigen Filter kann man
nutzen, um auf Suchbegriffskombinationen abzuzielen. Denn:
Wer für einen Suchbegriff wie "camel active herrenschuhe"
gefunden werden will, muss auch eine Seite haben, in der diese
Suchbegriffe an relevanten Stellen (Seitentitel, Überschrift,
Text) vorkommen. Im genannten Beispiel gibt es ja eine Seite
für "camel active herrenschuhe" - und zwar
die Seite, die man erreicht, wenn man den Filter Marke = "Camel
Active" auswählt.
Im Folgenden wollen wir einen Blick auf die Erfolgsfaktoren
werfen und dabei auch jeweils nachschauen, wie diese Faktoren
bei Dooyoo.de umgesetzt werden. An dieser Stelle muss übrigens
auch noch gesagt werden, dass es gar nicht so leicht war,
ein gutes Beispiel für Faceted Navigation zu finden.
Den Mechanismus nutzen zwar bereits viele Portale und Online-Shops,
aber den möglichen Nutzen daraus ziehen nur sehr wenige.
Hier herrscht also vielfach ein noch ungenutztes Potenzial.
Faktor 1: In URLs abbilden
Zunächst ist wichtig, dass für Faceted Navigation
die einzelnen Filter in den URLs wiederzufinden sein müssen.
Dabei sind sprechende URLs natürlich schön, aber
nicht zwingend nötig. Dooyoo.de geht hier aber mit gutem
Beispiel voran und bildet die Parameter gut in sprechende
URLs ab. Wer auf der Seite http://www.dooyoo.de/herrenschuhe/
startet und dann denn Filter Marke = "Adidas" setzt,
gelangt zur Seite http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_adidas/.
Wer nun weitere Filter auswählt (z. B. Material
= "Leder"), gelangt auf Seiten wie http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_adidas/_leder/
und so weiter.
Wichtig ist dabei vor allem, dass eine unterschiedliche Filterreihenfolge
zur gleichen URL führt. Wer also zuerst den Filter Material
= "Leder" und erst danach den Filter Marke = "Adidas"
setzt, sollte ebenfalls zur Seite http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_adidas/_leder/
und nicht zur Seite http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_leder/_adidas/
gelangen. Ansonsten erzeugt man sehr schnell viel Duplicate
Content und vergibt dadurch Ranking-Potenziale.
Faktor 2: Relevante und irrelevante Filter
Es ist auch wichtig, zwischen relevanten und irrelevanten
Filtern zu unterscheiden. Nicht alle Filter sind relevant
in Bezug auf SEO, d. h. dass potenzielle Käufer
nach bestimmten Filterwörtern einfach nicht suchen. So
wird sehr oft nach einer Marke oder einem Material gesucht,
aber eben nicht direkt nach einem Preissegment (z. B.
"20-50 Euro").
Das ist vor allem deswegen relevant, weil man über die
vielfältigen Filterkombinationen sehr schnell Tausende
von Seiten erzeugen kann (z. B. 100 Marken x 10 Materialien
x 5 Preissegmente x 20 Farben = 100.000 Filterkombinationen).
Man hat dann allerdings eine sehr geringe Chance, alle diese
Seiten in den Index zu bekommen. Außerdem wird Google
immer kritischer in Bezug auf "Unique Content",
so dass man bei zig Tausenden von recht ähnlichen Seiten
schnell Gefahr läuft, in irgendeiner Form abgestraft
oder abgewertet zu werden.
Dooyoo.de versieht daher eine Seite, die einen irrelevanten
Filter enthält, mit einem Robots-Meta-Tag "noindex".
Beispiel: Die Seite http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_converse/_20-50-eur/_leder/
wird für den Filter Preis = "20-50 Euro" gesetzt.
Dooyoo.de hat aber anscheinend entschieden, dass der Preis-Filter
irrelevant ist. Die Seite wird also von der Indexierung ausgeschlossen
(<meta name="robots" content="noindex,follow">).
Faktor 3: Suchbegriffe in Seitenelemente einbauen
Ebenfalls wichtig ist, wie eingangs erwähnt, dafür
zu sorgen, dass die Suchbegriffe einer Seite auch im Seiteninhalt
vorkommen. Leider hat man aber bei einer großen Anzahl
Seiten nicht mehr die Möglichkeit, jede Seite manuell
zu optimieren. Vielmehr muss man Muster erkennen und so aus
den Filtern einen Suchbegriff "zusammenbasteln".
Bei einem Filter wie der Marke ist das sehr einfach, denn
eine Marke wird in der Regel als erstes Wort gesucht (also
"converse herrenschuhe" im Vergleich zu "herrenschuhe
converse"). Bei anderen Filtern ist das etwas schwieriger.
Optimal wäre es z. B., bei einem Filterwert Material
= "Leder" das Wort "Herrenschuhe" durch
"Lederschuhe" zu ersetzen. Je nachdem, wie viel
Arbeit man sich bei der Optimierung machen möchte, kann
man dementsprechend sehr viel Zeit investieren.
Bei Dooyoo.de geht man den aufwendigen Weg derzeit nicht,
was aber angesichts der vielfältigen Themen zu verstehen
ist. Man kann aber sehen, dass bei Dooyoo.de viele Seitenelemente
auf die Filter abgestimmt werden, z. B. Seitentitel:
http://www.dooyoo.de/herrenschuhe/
Seitentitel = "Herrenschuhe im Angebot und Kauf-Tipps
zu Bekleidung und Herrenschuhe"
http://www.dooyoo.de/herrenschuhe/_converse/
Filter: Marke = "Converse"
Seitentitel = "Converse Herrenschuhe im Angebot und Kauf-Tipps
zu Bekleidung und günstige Herrenschuhe"
http://www.dooyoo.de/cid/herrenschuhe/_converse/_leder/
Filter: Marke = "Converse" und Material = "Leder"
Seitentitel = "Converse Herrenschuhe Leder im Angebot
und Kauf-Tipps zu Bekleidung und günstige Herrenschuhe"
Neben dem Seitentitel erscheinen die Suchbegriffe aber auch
in einer Art Breadcrumbs-Navigation und am Anfang und Ende
der Produktliste (siehe Abbildung 1). Noch schöner wäre
natürlich relevanter Fließtext, aber das wäre
angesichts der vielfältigen Filter schon sehr viel Arbeit
- zumindest, wenn man die den Filtern zugehörigen Texte
jeweils manuell schreiben möchte.
Faktor 4: Gewichtung setzen
Auch bei der Faceted Navigation muss man über die interne
Verlinkung der Seiten nachdenken. Denn wer immer alle möglichen
Filter-Werte auflistet, sorgt dafür, dass alle Seiten
mit denselben Filtern dasselbe interne Gewicht erhalten (z. B.
"converse herrenschuhe" und "superga herrenschuhe").
Wie in diesem Fall ist aber eine Marke deutlich wichtiger
als die andere, da das Suchvolumen für "converse"
deutlich höher ausfällt als das für "superga".
Man sollte daher durchaus nur auf die wichtigsten Filterwerte
verlinken und so mehr Gewicht auf die wichtigen Seiten bringen
(z. B. auf die Top-Marken und die wichtigsten Materialien
und Farben).
Trend: Immer mehr Suchbegriffe
Faceted Navigation ist interessant, weil in Suchmaschinen
immer häufiger nicht nach einem einzelnen Wort,
sondern nach Suchbegriffskombinationen gesucht wird.
So sucht derzeit in Deutschland etwas weniger als ein
Drittel (32,2 %) mit nur einem Suchwort, während
mehr als 50 % aller Suchenden Zwei- oder Drei-Wort-Kombinationen
eintippen. Wer also Schuhe sucht, tippt nicht nur einfach
"schuhe" oder "herrenschuhe" ein,
sondern sucht z. B. direkt nach einer Marke oder
einer bestimmten Eigenschaft, z. B. "converse
herrenschuhe blau".
Quelle: http://www.webmasterpro.de/portal/webanalyse-suchmaschinen-marktanteile.html
(Stand: 28.03.2010)
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Fazit
Faceted Navigation ist prinzipiell eine interessante
Möglichkeit, um mit recht geringem Aufwand auf
viele relevante Suchbegriffskombinationen abzuzielen.
Dabei gilt es aber einige Regeln zu beachten, da man
sonst schnell tausende von irrelevanten Seiten erzeugen
kann und so vielleicht mehr Schaden als Nutzen heraufbeschwört.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter
der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail: markus@suchradar.de
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