suchradar     Magazin     Archiv     Foren-Ticker     Blog-Ticker     Agenturen & Dienstleister     Links     Comic     Kalender     Newsletter    Blog 

- Werbung - Hier Werbung schalten -

Strukturprobleme vermeiden:
Erfolgsfaktoren für Paginierung

Paginierung kann vor allem bei Online-Shops zu Problemen führen - wenn man einige Grundregeln missachtet. Von Markus Hövener.

Auf Paginierung (eingedeutscht von "Pagination") treffen viele Nutzer jeden Tag im Internet, ohne sich dessen bewusst zu sein - und auch ohne die Probleme in Bezug auf SEO zu sehen. Grundsätzlich geht es dabei darum, wie man etwas für Menschen und Suchmaschinen zugänglich macht, das nicht mehr auf eine Seite passt.

Gerade bei Online-Shops ist Paginierung ein wichtiges Thema, da es oftmals Kategorien gibt, die mehr Produkte beinhalten als auf eine Seite passen. Dann entstehen Unterseiten (z. B. Unterseite 2 von 9), die von Suchmaschinen erfasst werden müssen. Es ist wichtig, dass Google alle diese Unterseiten erfassen kann, um auch alle dort aufgeführten Produkte indexieren zu können. Wenn nämlich auf der neunten Unterseite Produktseiten angelinkt werden, die in keiner anderen Rubrik zu finden sind, muss eine Suchmaschine diese neunte Unterseite erfassen können, um auch die dort verlinkten Produktseiten finden zu können.

Das ist bei einigen Online-Shops nur unzureichend gelöst - oft aus Unkenntnis. Dabei ist Paginierung nicht unbedingt ein neues Problem, dennoch finden sich immer wieder Websites, die damit Probleme haben.

Probleme

Die Probleme bei der Paginierung lassen sich am besten anhand eines Online-Shops wie in Abbildung 1 erklären.

Beispiel-Artikel uebermaessiges Schwitzen

Abbildung 1: Probleme bei der Paginierung durch falsche Verlinkung der Nachfolgeseiten

Hier befinden sich 74 Produkte in einer Kategorie. Pro Seite werden acht Produkte angezeigt, so dass es insgesamt zehn Seiten gibt:

  • eine Rubrikenstartseite (im Folgenden /rubrik/)
  • neun Kategorieunterseiten (im Folgenden /rubrik/2/ bis /rubrik/10/)

Im konkreten Beispiel werden die Seiten linear verlinkt, d. h. dass jede Seite nur auf den direkten Nachfolger verlinkt (/rubrik/ verlinkt auf /rubrik/2/, /rubrik/2/ verlinkt auf /rubrik/3/ und so weiter). Das an sich mag schon in Bezug auf Usability nicht optimal sein, aber für Suchmaschinen ist es ein großes Problem.

Suchmaschinen weisen jeder Seite ein internes Gewicht zu (auch "Link Juice" oder bei Google "PageRank"). Die Seite /rubrik/ gibt so z. B. durch den Link auf /rubrik/2/ etwas von seinem internen Gewicht ab, so dass die Seite /rubrik/2/ ein geringeres internes Gewicht als die Seite /rubrik/ hat. Von diesem ohnehin schon niedrigen internen Gewicht gibt nun /rubrik/2/ wiederum etwas an /rubrik/3/ und so weiter. Diese Betrachtung geht davon aus, dass keine andere Seite der Website auf Unterseiten wie /rubrik/2/ verlinkt. Bei den meisten Websites ist das aber auch in der Praxis so.

Je tiefer die Unterseite, desto weniger internes Gewicht erhält sie. In diesem Fall würde die zehnte Unterseite /rubrik/10/ extrem wenig internes Gewicht erhalten, so dass fraglich ist, ob diese Seite überhaupt noch von Suchmaschinen indexiert wird. Und wenn das nicht passiert, können auch die dort verlinkten Produkte nicht indexiert werden.

Eine lineare Verlinkung wie in dem Beispiel ist also deswegen bedenklich, weil so verhindert werden kann, dass die Unterseiten überhaupt erfasst werden. Das ist natürlich nicht problematisch, wenn es nur eine Unterseite gibt, aber im konkreten Beispiel mit acht Unterseiten kann man schon davon ausgehen, dass Suchmaschinen wie Google sich weigern werden, alle Unterseiten zu indexieren.

Erfolgsfaktoren

Dieses Problem lässt sich lösen, indem jede Seite auf jede Unterseite verlinkt. Die Seite /rubrik/ sollte also im Beispiel direkt auf die Seiten /rubrik/2/ bis /rubrik/10/ verlinken. Das gilt auch für jede Unterseite: So sollte die Unterseite /rubrik/6/ auf die Seiten /rubrik/ und auf die Unterseiten 2-5 und 7-10 verlinken.

Auch hier gibt es eine kleine Einschränkung: Wenn es sehr viele Unterseiten (ca. 50) gibt, hätte eine Rubrikenseite zu viele Links, so dass es passieren kann, dass eine Suchmaschine dann wiederum nicht allen Links folgt. Außerdem würde einer Unterseite dann sehr wenig internes Gewicht zugewiesen, wobei es dann wieder passieren kann, dass die Unterseiten oder die dort verlinkten Produkte nicht mehr indexiert werden. Wenn es also zu viele Unterseiten gibt, muss man auf anderem Wege sicherstellen, dass Suchmaschinen-Crawler alle Produktseiten finden können, z. B. indem die Rubrik in Unterrubriken unterteilt wird.

Alternativ kann man auch auf ausgewählte Unterseiten verlinken, z. B. auf die ersten fünf, die mittleren fünf und die letzten fünf Unterseiten. Das könnte in etwa so aussehen:
"1 2 3 4 5 … 500 501 502 503 504 … 1000 1001 1002 1003 1004"

Dieser Aufbau kann dafür sorgen, dass man trotz der oben genannten Beschränkungen viele Unterseiten in den Index bekommt. Optimal wäre es allerdings, auf eine derartige Konstruktion zu verzichten und stattdessen die Anzahl an Unterseiten zu beschränken.

Praxis-Tipp: Duplicate Content

Bei der Paginierung treten im Zusammenhang mit der Paginierung auch häufig Fehler in Bezug auf Duplicate Content auf. Das lässt sich leicht feststellen, indem man die Rubrikenstartseite (/rubrik/) besucht, dann auf die erste Unterseite klickt (/rubrik/2/) und von dort aus über die Paginierung wieder auf die vorherige Seite zurückgeht. Theoretisch sollte man dann dieselbe URL wie am Anfang erhalten (also /rubrik/). Es gibt aber einige Shops, bei denen man dann z. B. auf die Seite /rubrik/1/ gelangt - ein klassischer Fall von Duplicate Content, bei dem unter /rubrik/ und /rubrik/1/ derselbe Content erreichbar ist.

Falls das so ist, sollte man diesen Fehler entweder direkt in der Programmierung beheben oder als Notlösung ein Canonical Tag einbauen, das die beiden Dubletten zusammenführt.

Praxis-Tipp: Texte variieren

Wer in den Google Webmaster Tools nachschaut, stellt fest, dass dort oft angemerkt wird, es gäbe viele identische Seitentitel und Meta Descriptions. In der Praxis passiert es leider häufig, dass die Rubrikenstartseite /rubrik/ und die Unterseiten wie /rubrik/2/ dieselben Seitentitel und Meta Descriptions erhalten.

Um sicherzustellen, dass speziell Google eine Meta Description nicht verwirft, weil sie eben so nicht "unique" ist, sollte man die Seitentitel und Meta Descriptions zumindest leicht variieren. Wenn man also in den Seitentitel ein Element wie "Produkte 11-20" anhängt, ist man hier schon auf der nahezu sicheren Seite.

Rubrikenstartseiten wie /rubrik/ verfügen in der Regel auch über einen Text, der die relevanten Suchbegriffe aufgreift. Damit auch dieser als unique eingeschätzt wird, sollte man diesen auch nur auf der Rubrikenstartseite, nicht jedoch auf den Unterseiten anzeigen.

Praxis-Tipp: Xenu Link Sleuth

Beispiel-Artikel uebermaessiges Schwitzen

Abbildung 2: Xenu Link Sleuth hilft u. a., Schwachstellen in der Klicktiefe zu finden.

Um zu überprüfen, ob die eigene Website Probleme bei der Paginierung hat, kann man ein Tool wie Xenu Link Sleuth (home.snafu.de/tilman/xenulink.html) nutzen. Xenu ist ein hervorragendes kostenloses Tool, das eine komplette Website Seite für Seite herunterlädt und dabei allen Links in die Tiefe folgt. Neben allen URLs wird dabei auch jeweils die Klicktiefe angezeigt, also die minimale Anzahl an Klicks, die man von der Startseite aus braucht, um eine Seite zu erreichen.

Das entspricht leider nicht ganz der internen Gewichtung, ist aber ein gutes Indiz. Als Faustregel sollte hier gelten, dass keine relevante Seite eine zweistellige Klicktiefe haben sollte. Bei dem Online-Shop aus unserem Beispiel sieht man in Abbildung 2 aber schnell, dass das hier nicht der Fall ist. Viele Seiten haben eine zweistellige Klicktiefe und werden damit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Google & Co. erfasst werden können.

Fazit

Paginierung, also die Strukturierung und Verlinkung von Unterseiten, ist für viele Websites mit einer hohen Anzahl an Seiten ein Problem - vor allem für Online-Shops. Diese Probleme muss man aber lösen, damit Suchmaschinen auch alle Seiten erfassen können.

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

E-Mail: markus@suchradar.de

 

Agenturen & Dienstleister

SEO-/SEM-Agenturen
> Alle Agenturen
> Agenturen in Berlin, Bremen, Frankfurt, Hamburg, Köln, München

Weitere Dienstleister:
> Content-Dienstleister

 

Ausgabe 24 (6. Juli 2010)

Titelthema "Linkaufbau":
> Linkbuilding Quo Vadis
> Linkaufbau im Unternehmen
> Linkaufbau mit Infografiken
> Linkaufbau: Ressourcen

Außerdem:
> Modifiziertes Broad Match
> Google AdWords Trickkiste
> SEO in Action: XENU
> Google Webmaster Tools
> SEO & Markenverletzungen
> Facebook für Online-Shops
> HTML 5: Relevant für SEO?
> LinkedIn DirectAds

 

Jetzt herunterladen...

RSS-Feed

 

Unsere Partner

Weitere Partner...

 

Der suchradar-Bookshop

Bücher rund um SEO, SEM, Usability und Landing Pages

   

 

suchradar ist ein Projekt der
SEO-/SEM-Agentur Bloofusion