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23 > Erfolgsfaktoren für Paginierung
Strukturprobleme vermeiden:
Erfolgsfaktoren für Paginierung
Paginierung kann vor allem bei Online-Shops zu Problemen
führen - wenn man einige Grundregeln missachtet. Von
Markus Hövener.
Auf Paginierung (eingedeutscht von "Pagination")
treffen viele Nutzer jeden Tag im Internet, ohne sich dessen
bewusst zu sein - und auch ohne die Probleme in Bezug auf
SEO zu sehen. Grundsätzlich geht es dabei darum, wie
man etwas für Menschen und Suchmaschinen zugänglich
macht, das nicht mehr auf eine Seite passt.
Gerade bei Online-Shops ist Paginierung ein wichtiges Thema,
da es oftmals Kategorien gibt, die mehr Produkte beinhalten
als auf eine Seite passen. Dann entstehen Unterseiten (z.
B. Unterseite 2 von 9), die von Suchmaschinen erfasst werden
müssen. Es ist wichtig, dass Google alle diese Unterseiten
erfassen kann, um auch alle dort aufgeführten Produkte
indexieren zu können. Wenn nämlich auf der neunten
Unterseite Produktseiten angelinkt werden, die in keiner anderen
Rubrik zu finden sind, muss eine Suchmaschine diese neunte
Unterseite erfassen können, um auch die dort verlinkten
Produktseiten finden zu können.
Das ist bei einigen Online-Shops nur unzureichend gelöst
- oft aus Unkenntnis. Dabei ist Paginierung nicht unbedingt
ein neues Problem, dennoch finden sich immer wieder Websites,
die damit Probleme haben.
Probleme
Die Probleme bei der Paginierung lassen sich am besten anhand
eines Online-Shops wie in Abbildung 1 erklären.
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Abbildung 1: Probleme bei der Paginierung durch falsche
Verlinkung der Nachfolgeseiten
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Hier befinden sich 74 Produkte in einer Kategorie. Pro Seite
werden acht Produkte angezeigt, so dass es insgesamt zehn Seiten
gibt:
- eine Rubrikenstartseite (im Folgenden /rubrik/)
- neun Kategorieunterseiten (im Folgenden /rubrik/2/ bis
/rubrik/10/)
Im konkreten Beispiel werden die Seiten linear verlinkt,
d. h. dass jede Seite nur auf den direkten Nachfolger verlinkt
(/rubrik/ verlinkt auf /rubrik/2/, /rubrik/2/ verlinkt auf
/rubrik/3/ und so weiter). Das an sich mag schon in Bezug
auf Usability nicht optimal sein, aber für Suchmaschinen
ist es ein großes Problem.
Suchmaschinen weisen jeder Seite ein internes Gewicht zu
(auch "Link Juice" oder bei Google "PageRank").
Die Seite /rubrik/ gibt so z. B. durch den Link auf /rubrik/2/
etwas von seinem internen Gewicht ab, so dass die Seite /rubrik/2/
ein geringeres internes Gewicht als die Seite /rubrik/ hat.
Von diesem ohnehin schon niedrigen internen Gewicht gibt nun
/rubrik/2/ wiederum etwas an /rubrik/3/ und so weiter. Diese
Betrachtung geht davon aus, dass keine andere Seite der Website
auf Unterseiten wie /rubrik/2/ verlinkt. Bei den meisten Websites
ist das aber auch in der Praxis so.
Je tiefer die Unterseite, desto weniger internes Gewicht
erhält sie. In diesem Fall würde die zehnte Unterseite
/rubrik/10/ extrem wenig internes Gewicht erhalten, so dass
fraglich ist, ob diese Seite überhaupt noch von Suchmaschinen
indexiert wird. Und wenn das nicht passiert, können auch
die dort verlinkten Produkte nicht indexiert werden.
Eine lineare Verlinkung wie in dem Beispiel ist also deswegen
bedenklich, weil so verhindert werden kann, dass die Unterseiten
überhaupt erfasst werden. Das ist natürlich nicht
problematisch, wenn es nur eine Unterseite gibt, aber im konkreten
Beispiel mit acht Unterseiten kann man schon davon ausgehen,
dass Suchmaschinen wie Google sich weigern werden, alle Unterseiten
zu indexieren.
Erfolgsfaktoren
Dieses Problem lässt sich lösen, indem jede Seite
auf jede Unterseite verlinkt. Die Seite /rubrik/ sollte also
im Beispiel direkt auf die Seiten /rubrik/2/ bis /rubrik/10/
verlinken. Das gilt auch für jede Unterseite: So sollte
die Unterseite /rubrik/6/ auf die Seiten /rubrik/ und auf
die Unterseiten 2-5 und 7-10 verlinken.
Auch hier gibt es eine kleine Einschränkung: Wenn es
sehr viele Unterseiten (ca. 50) gibt, hätte eine Rubrikenseite
zu viele Links, so dass es passieren kann, dass eine Suchmaschine
dann wiederum nicht allen Links folgt. Außerdem würde
einer Unterseite dann sehr wenig internes Gewicht zugewiesen,
wobei es dann wieder passieren kann, dass die Unterseiten
oder die dort verlinkten Produkte nicht mehr indexiert werden.
Wenn es also zu viele Unterseiten gibt, muss man auf anderem
Wege sicherstellen, dass Suchmaschinen-Crawler alle Produktseiten
finden können, z. B. indem die Rubrik in Unterrubriken
unterteilt wird.
Alternativ kann man auch auf ausgewählte Unterseiten
verlinken, z. B. auf die ersten fünf, die mittleren fünf
und die letzten fünf Unterseiten. Das könnte in
etwa so aussehen:
"1 2 3 4 5
500 501 502 503 504
1000 1001
1002 1003 1004"
Dieser Aufbau kann dafür sorgen, dass man trotz der
oben genannten Beschränkungen viele Unterseiten in den
Index bekommt. Optimal wäre es allerdings, auf eine derartige
Konstruktion zu verzichten und stattdessen die Anzahl an Unterseiten
zu beschränken.
Praxis-Tipp: Duplicate Content
Bei der Paginierung treten im Zusammenhang mit der Paginierung
auch häufig Fehler in Bezug auf Duplicate Content auf.
Das lässt sich leicht feststellen, indem man die Rubrikenstartseite
(/rubrik/) besucht, dann auf die erste Unterseite klickt (/rubrik/2/)
und von dort aus über die Paginierung wieder auf die
vorherige Seite zurückgeht. Theoretisch sollte man dann
dieselbe URL wie am Anfang erhalten (also /rubrik/). Es gibt
aber einige Shops, bei denen man dann z. B. auf die Seite
/rubrik/1/ gelangt - ein klassischer Fall von Duplicate Content,
bei dem unter /rubrik/ und /rubrik/1/ derselbe Content erreichbar
ist.
Falls das so ist, sollte man diesen Fehler entweder direkt
in der Programmierung beheben oder als Notlösung ein
Canonical Tag einbauen, das die beiden Dubletten zusammenführt.
Praxis-Tipp: Texte variieren
Wer in den Google Webmaster Tools nachschaut, stellt fest,
dass dort oft angemerkt wird, es gäbe viele identische
Seitentitel und Meta Descriptions. In der Praxis passiert
es leider häufig, dass die Rubrikenstartseite /rubrik/
und die Unterseiten wie /rubrik/2/ dieselben Seitentitel und
Meta Descriptions erhalten.
Um sicherzustellen, dass speziell Google eine Meta Description
nicht verwirft, weil sie eben so nicht "unique"
ist, sollte man die Seitentitel und Meta Descriptions zumindest
leicht variieren. Wenn man also in den Seitentitel ein Element
wie "Produkte 11-20" anhängt, ist man hier
schon auf der nahezu sicheren Seite.
Rubrikenstartseiten wie /rubrik/ verfügen in der Regel
auch über einen Text, der die relevanten Suchbegriffe
aufgreift. Damit auch dieser als unique eingeschätzt
wird, sollte man diesen auch nur auf der Rubrikenstartseite,
nicht jedoch auf den Unterseiten anzeigen.
Praxis-Tipp: Xenu Link Sleuth
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Abbildung 2: Xenu Link Sleuth hilft u. a., Schwachstellen
in der Klicktiefe zu finden.
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Um zu überprüfen, ob die eigene Website Probleme
bei der Paginierung hat, kann man ein Tool wie Xenu Link Sleuth
(home.snafu.de/tilman/xenulink.html)
nutzen. Xenu ist ein hervorragendes kostenloses Tool, das
eine komplette Website Seite für Seite herunterlädt
und dabei allen Links in die Tiefe folgt. Neben allen URLs
wird dabei auch jeweils die Klicktiefe angezeigt, also die
minimale Anzahl an Klicks, die man von der Startseite aus
braucht, um eine Seite zu erreichen.
Das entspricht leider nicht ganz der internen Gewichtung,
ist aber ein gutes Indiz. Als Faustregel sollte hier gelten,
dass keine relevante Seite eine zweistellige Klicktiefe haben
sollte. Bei dem Online-Shop aus unserem Beispiel sieht man
in Abbildung 2 aber schnell, dass das hier nicht der Fall
ist. Viele Seiten haben eine zweistellige Klicktiefe und werden
damit aller Wahrscheinlichkeit nach nicht von Google &
Co. erfasst werden können.
Fazit
Paginierung, also die Strukturierung und Verlinkung
von Unterseiten, ist für viele Websites mit einer
hohen Anzahl an Seiten ein Problem - vor allem für
Online-Shops. Diese Probleme muss man aber lösen,
damit Suchmaschinen auch alle Seiten erfassen können.
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Über den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins
suchradar und geschäftsführender Gesellschafter
der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.
E-Mail: markus@suchradar.de
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