SEO-Tools im Test:
Schnelle Analyse für wenig Geld?

Der Markt für SEO-Tools muss sehr groß sein. Anders kann man sich wohl nicht erklären, dass es derzeit schon vier Tools gibt, die eine schnelle Analyse für wenig Geld versprechen: SEOlytics Light, Searchmetrics Rapid, die SISTRIX Toolbox und Xovi.

Grundsätzlich scheinen diese Tools einen recht identischen Funktionsumfang zu bieten. Man kann eine Domain oder einen Suchbegriff eingeben und erhält verschiedene Informationen rund um SEO und SEM: Für welche Suchbegriffe rankt eine bestimmte Website? Welche Suchbegriffe bucht meine Konkurrenz bei AdWords ein?

Es gibt aber durchaus Unterschiede - und die sollte es auch geben, da die Tools schon recht unterschiedliche Kosten verursachen. In diesem Artikel wollen wir daher diese vier Tools einmal gegenüberstellen und soweit möglich miteinander vergleichen.

Die Kandidaten

Am günstigsten ist die Light-Version von SEOlytics, die es schon für 39 Euro pro Monat gibt [1]. Ursprünglich nur mit einem SEO-Modul gestartet deckt das Tool nun auch SEM ab. Das neueste Tool im Test ist Searchmetrics Rapid - quasi ein Ableger der Searchmetrics Suite - mit Koste von 49 Euro im Monat [2]. Ganz neu am Markt ist das Tool von Xovi, das es pauschal für 99 Euro monatlich gibt [3]. Altbekannt dagegen ist die SISTRIX Toolbox, welche modular aufgebaut ist und je nach Umfang 100 bis 400 Euro monatlich kostet [4].

Die Preisunterschiede lassen schon erahnen, dass ein direkter Vergleich der Tools nicht ganz einfach ist. Im Kern decken alle Tools die Bereiche SEO und SEM ab; hinzu kommen bei einigen noch Abstecher in Richtung Universal Search und Affiliate-Marketing. Nach Abschluss unseres Tests nahm Xovi auch Funktionen zu Backlinks mit auf, welche wir hier leider nicht mehr berücksichtigen konnten. Bei der SISTRIX Toolbox haben wir uns auf die Module SEO, SEM und Universal Search beschränkt, welche am ehesten mit den Funktionen der anderen Tools korrespondieren. Einen vollständingen Test der Toolbox finden Sie außerdem im Ausgabe 16.

Grundsätzliches

Gemein ist allen Tools, dass man einen Domainnamen eingibt und dann Analysen zu dieser Domain bekommt. Diese Analysen beruhen größtenteils auf Ranking-Daten, die regelmäßig aktualisiert werden. Dazu prüfen die Anbieter der Tools regelmäßig die Top 100 Rankings und die AdWords-Anzeigen zu einer großen Menge verschiedenster Suchbegriffe. Analysiert man dann mithilfe eines der Tools eine Domain, werden alle Suchbegriffe, für die diese Domain gefunden wurde, aus der Datenbank abgerufen.

Auf Basis gemeinsamer Suchbegriffe lassen sich dann auch Wettbewerber ermitteln. Dazu werden, ausgehend von den Rankings oder Anzeigen einer Domain, weitere Domains ermittelt, die für die gleichen Suchbegriffe Rankings erzielen bzw. Anzeigen schalten.

[1] http://www.suchmaschinenoptimierung.de/
[2] http://rapid.searchmetrics.com/
[3] http://www.xovi.de/
[4] https://tools.sistrix.de/

Weiterer Inhalt

Im Folgenden gehen wir detailliert auf die einzelnen Tools ein. Für jedes Tool beschreiben wir die Funktionen und geben am Ende eine Einschätzung. Außerdem haben wir für jedes Tool ein Video erstellt, mit dem Sie sich einen eigenen Eindruck davon verschaffen können. Am Ende des Artikels finden Sie einen abschließenden Vergleich der Tools. Zusätzlich haben wir auf einer Extraseite einen Überblick über die Funktionen der Tools zusammengestellt.

 

SEOlytics Light

Die Funktionen von SEOlytics Light teilen sich in die Bereiche SEO und SEM auf.

Anmerkung: Im Video wird die höhere Version SEOlytics Gold verwendet. Gezeigt werden aber nur Funktionen, die auch in SEOlytics Light enthalten sind.

SEO

Abbildung 1: SEOlytics Visibilty Rank

Zentrale Größe für SEO-Analysen bei SEOlytics ist der SEOlytics Visibility Rank (SVR), welcher den Wert der Rankings einer Domain widerspiegelt. Dieser wird wöchentlich anhand der Rankings einer Domain berechnet, wobei auch Suchvolumen und kommerzieller Wert der Suchbegriffe mit einbezogen werden.

Hinter dem Menüpunkt „SEOlytics Visibility Rank“ verbirgt sich auch der Einstieg in die SEO-Analyse. Hier lassen sich zu einer Domain zunächst grundlegende Informationen anzeigen. Dazu zählt der aktuelle SVR, die Platzierung im SVR-Domainranking sowie der bisher beste und schlechteste SVR. Weiterhin bekommt man die bekannten Subdomains angezeigt, für die man sich auch den SVR-Verlauf anzeigen lassen kann. Ebenfalls aufgelistet werden die Anzahl der relevanten Keywords, IP-Adresse und Alter der Domain. Darunter wird zunächst die Entwicklung des SVR im Zeitverlauf angezeigt. Außerdem lassen sich die 100 „spannendsten Rankings“ und die SERP-Verteilung (wie viele Google-Rankings auf Seite 1, wie viele auf Seite 2, etc.) anzeigen.

Auch lassen sich gleich mehrere Domains (bis zu fünf verschiedene) vergleichen. Dabei wird dann die SVR-Entwicklung der Domains im Zeitverlauf, die gemeinsamen Top-100-Keywords oder die SERP-Verteilung im Vergleich betrachtet. Schließlich lässt sich auch ein einzelnes Keyword in die Analyse mit einbeziehen. Hierzu werden dann die Rankings für eine oder mehrere Domains im Zeitverlauf dargestellt.

Für eine Domain lassen sich außerdem noch alle gefundenen Rankings anzeigen. Hier wird jeweils aufgelistet, welche konkrete URL auf welcher Position gefunden wurde. Außerdem werden Cost per Click und Suchvolumen grafisch dargestellt. Mit einem weiteren Klick lässt sich zu jedem Keyword auch der Ranking-Verlauf ansehen.

Auch Branchenrankings sind in SEOlytics Light abrufbar. Dabei gibt es für 19 verschiedene Bereiche jeweils ein Top-100-Ranking der stärksten Domains, welche nach einem branchenspezifischen SVR geordnet werden. Ruft man eins der Rankings auf, bekommt man ggf. den Rang der analysierten Domain in diesem Ranking aufgezeigt.

SEM

Auch SEM-Analysen sind mit SEOlytics Light möglich. Hier sind vier verschiedene Auswertungen möglich: Keywords, Anzeige-URLs, Ziel-URLs und Wettbewerb. Die Keyword-Analyse gibt zunächst eine einfache Übersicht der Suchbegriffe, für die eine Domain per AdWords-Anzeigen beworben wird. Für jeden Suchbegriff wird aufgeführt, auf welcher Position die Anzeige gefunden wurde und ob diese oberhalb der organischen Suchergebnisse oder an der rechten Seite eingeblendet wurde. Außerdem werden wieder CPC und Suchvolumen grafisch dargestellt. Ein weiterer Klick blendet die Anzeigen ein, die für einen Suchbegriff gefunden wurden. Ebenfalls möglich ist ein Vergleich von zwei Domains, um die Schnittmenge der beworbenen Suchbegriffe zu ermitteln.

Die Analysen der Anzeige- und Ziel-URLs liefern jeweils die am häufigsten verwendeten URLs. Für jede URL wird dann die Anzahl der zugehörigen Keywords und deren Anteil an der Gesamtmenge angegeben. Ein weiterer Klick führt dann zur Liste der zugehörigen Keywords.

Die Wettbewerbsanalyse zeigt weitere Domains an, die für einen Teil der beworbenen Keywords ebenfalls beworben werden. Ein Klick führt dann zur SEM-Keyword-Analyse der beiden Domains, welche die Schnittmenge der von beiden beworbenen Suchbegriffe aufzeigt.

Einschätzung

Als günstigstes Tool im Test kommt SEOlytics Light tatsächlich sehr schlank daher, bietet aber praktisch alle wichtigen Funktionen für die SEO- und SEM-Analyse. Auch historische Daten können genutzt werden, so dass sich Trends erkennen lassen. SEOlytics war außerdem das einzige Tool im Test, bei dem wir die konkreten SEM-Zielseiten für beworbene Domains abrufen konnten. Vermisst haben wir allerdings eine Funktion, die auch die SEO-Wettbewerber einer Domain aufzeigt.

 

Searchmetrics Rapid Light

Bei Searchmetrics Rapid fällt es einigermaßen schwer, die Grenzen zu ziehen. Eigentlich gibt es drei Bereiche auf rapid.searchmetrics.com: Keyword-Recherche, SEO-Tools und Searchmetrics Report. Die letzten beiden Bereiche sind jedoch auch kostenlos uneingeschränkt nutzbar, so dass wir uns hier ganz auf den ersten Punkt, Keyword-Recherche, konzentrieren.

Keyword-Recherche

Abbildung 2: Searchmetrics Rapid Übersicht

Die Keyword-Recherche lässt sich für den deutschen und den amerikanischen Markt durchführen. Hier gibt man zunächst eine Domain oder ein Keyword in ein Suchfeld ein und bekommt anschließend Daten dazu angezeigt. Bei Eingabe eines Keywords bekommt man Suchvolumen, CPC und das sich daraus ergebende SEM-Tagesbudget, das man bräuchte, wenn man das gesamte Suchvolumen einkaufen wollte. Weiterhin wird die Universal-Search-Integration dargestellt, also welche Elemente in den Suchergebnissen des Keywords angezeigt werden (Videos, News, etc.), sowie die Entwicklung des Suchvolumens im Jahresverlauf. Schließlich gibt es noch zwei Tabellen für „verwandte“ und „ähnliche“ Suchbegriffe, welche zu jedem Suchbegriff jeweils die gleichen Daten bereithalten.

Sehr viel umfangreicher ist die Analyse einer Domain. Hier gibt es zunächst eine Übersicht, welche sich dann nach den Gesichtspunkten Paid Search, Organic Search und Universal Search aufschlüsseln lässt.

Bei der Übersicht sticht zunächst der Kasten mit den „Key Performance Indicators“ (KPIs) ins Auge. Eine ungefähre Einordnung der Domain ist zunächst mit dem „Rapid Total Rank“ möglich, der den Platz im Domainranking wiedergibt. In den Detailansichten für Paid- und Organic Search erfüllt der „Rapid AdRank“ bzw. der „Rapid Organic Rank“ diese Funktion für die entsprechenden Einzel-Rankings.

Weitere KPIs für Paid Search: das tägliche Ad Budget, die durchschnittliche Ad Position, die Zahl der Klicks pro Tag und durchschnittliche Cost per Click. SEO-KPIs: potenzielles SEM-Tagesbudget, wenn der organische Traffic eingekauft würde, durchschnittliche Ranking-Position, organischer Traffic pro Tag und potenzieller Wert des Traffics. Universal Search KPIs: Potenzieller Wert des Traffics und Traffic pro Tag.

Neben den KPIs wird auf der Übersicht die Traffic-Verteilung gezeigt. Diese gibt die Zusammensetzung des Suchmaschinen-Traffics an, also welcher Anteil über organische Suchergebnisse kommt, welcher Anteil über Anzeigen und welcher über Universal Search. Darunter werden Auszüge aus den Detailansichten für Paid, Organic und Universal Search gezeigt.

Auf der Detailansicht für Paid Search werden zunächst wieder die relevanten KPIs angezeigt. An zweiter Stelle stehen dann die Top-10-Wettbewerber, jeweils mit Traffic, Anzahl der gemeinsamen Keywords und Ad Budget. Ebenfalls aufgelistet werden Auszüge aus den Anzeigen und eingebuchten Keywords der analysierten Domain. Um die jeweilige Liste (Wettbewerber, Anzeigen oder Keywords) vollständig einzusehen, klickt man darunter auf „kompletter Report“. In der Light-Version sind dann bis zu 2.500 Zeilen abrufbar.

Die Detailansicht für Organic Search sieht ähnlich aus, wobei hier statt der Anzeigen die Verteilung der Rankings über die ersten zehn Suchergebnisseiten angezeigt wird. Bei den KPIs gibt es außerdem noch einen Schätzwert für den Wert des organischen Traffics.

Für Universal Search werden die Traffic-Verteilung der verschiedenen Arten von Universal-Search-Ergebnissen sowie die Rankings für jeden Typ dargestellt. Auch hier gibt es wieder eine Schätzung für den Wert des Traffics.

Möglich ist auch der Vergleich zweier Domains. Dieser wird aufgerufen, indem man entweder explizit eine zweite Domain zum Vergleich angibt oder in der Wettbewerbsanalyse auf die gemeinsamen Suchbegriffe für eine Konkurrenzdomain klickt.

Beim Domainvergleich werden zuerst die bekannten KPIs gegenübergestellt, danach folgt die Analyse der Keywords. Die Anzahl der relevanten Suchbegriffe für jede Domain, die Überlappung und der Traffic aus den gemeinsamen Keywords werden aufgelistet und anschaulich visualisiert – jeweils für Organic und Paid Search. Abschließend folgen Auszüge aus den umkämpften Keywords sowie die Ranking-Verteilung.

Einschätzung

Searchmetrics Rapid besticht durch seine wirklich gelungene Oberfläche. Diese ist übersichtlich, leicht zu bedienen und auf Anhieb verständlich. Dazu trägt auch bei, dass Größen wie Traffic, Budget oder Traffic-Wert vom Benutzer direkt eingeordnet werden können. Das ist allerdings Fluch und Segen zugleich, denn es verleitet auch dazu, diese Werte einfach zu akzeptieren. Dabei sind natürlich alle Angaben fehlerbehaftete Schätzwerte, die zum Teil noch zu abgeleiteten Größen verdichtet werden. So zeigte ein Vergleich mit tatsächlichen Daten aus AdWords durchaus sehr große Abweichungen zwischen den Werten aus Rapid und der Realität. Um eine Interpretation der Daten kommt man also auch bei Rapid nicht herum.

Weitere Besonderheiten von Rapid sind die umfassenden Export-Funktionen, die Abdeckung von Universal Search und die Einbindung des US-Marktes. Als große Schwäche muss man leider das komplette Fehlen von historischen Daten ansehen.

 

Xovi

Bei Xovi beziehen sich fast alle Daten auf zwei Dinge: die aktuell ausgewählte Domain und den aktuell ausgewählten Zeitpunkt (praktisch: die aktuell ausgewählte Woche). Ändert man den Zeitpunkt z. B. auf Ende 2009, so werden alle Auswertungen auf den Daten der entsprechenden Woche durchgeführt.

Anmerkung: Der Link-Bereich von Xovi wurde erst kurz vor Redaktionsschluss in Betrieb genommen und konnte daher nicht mehr getestet werden.

Dashboard

Abbildung 3: Xovi Dashboard

Als Einstieg dient bei Xovi das Dashboard. Hier wird man auch gleich mit der zentralen Größe konfrontiert: Dem Online Value Index, kurz: OVI. Diese selbst entwickelte Größe setzt sich zusammen aus den Platzierungen einer Domain, kombiniert mit der Qualität des jeweiligen Keywords. Es gilt also, je höher, desto besser.

Auf dem Dashboard wird diese Größe für die ausgewählte Domain – bei Xovi beziehen sich fast alle Auswertungen auf die aktuell ausgewählte Domain – im Zeitverlauf dargestellt. Darunter folgt die Ranking-Verteilung (Anzahl der Rankings je Suchergebnisseite), der Ranking-Verlauf ausgewählter Keywords und eine Auflistung einiger Rankings (alle benutzerdefinierten Keywords, einige Top-Rankings, Gewinner & Verlierer), jeweils mit Position, Veränderung und Suchvolumen. Abschließend werden noch einige interessante Unterseiten der ausgewählten Domain samt OVI und Anzahl ihrer Rankings angezeigt.

Auf dem Dashboard, aber auch in allen anderen Bereichen bekommt man außerdem am linken Rand immer einige Übersichtsdaten der gerade analysierten Domain angezeigt. Dazu zählen die Anzahl der Rankings, OVI, PageRank, Domainalter und noch ein paar weitere Daten.

SEO

Unter der Überschrift „Sichtbarkeit“ bekommt man im SEO-Bereich zuerst Graphen zum OVI im Zeitverlauf, die Rankingverteilung und den normalisierten OVI der Top-10-Rankings im Zeitverlauf zu sehen. Diese beziehen sich jeweils auf die ausgewählte Domain, können aber um weitere Domains ergänzt werden, so dass ein Vergleich möglich wird.

Aufgeschlüsselt werden die gefundenen Rankings unter dem Menüpunkt „Keywords“. Hier zeigt ein Graph die Anzahl der Top-100-Rankings im Zeitverlauf. Anschließend werden die aktuellen Rankings tabellarisch aufgelistet, samt Veränderung, Suchvolumen und CPC. Ein Link führt gleich zu Google, um das Ranking „live“ zu sehen, ein weiterer Link führt zu den Suchergebnissen für ein Keyword, wie Xovi sie in der Datenbank gespeichert hat. Über einen Reiter lassen sich exklusiv die „Chancen Keywords“ betrachten, womit Keywords gemeint sind, die auf den Positionen 11 bis 30 liegen oder sich im Vergleich zur Vorwoche um mindestens 20 Plätze verbessert haben.

Welche konkreten Seiten Rankings erzielen, bekommt man unter dem Punkt „Unterseiten“ angezeigt. Für maximal 50 URLs werden jeweils die Zahl der Rankings und der OVI angezeigt. Die Detailansicht zeigt die Rankingverteilung, einen Score im Zeitverlauf und die konkreten Rankings der Unterseite an. Neben den Unterseiten ist auch eine Anzeige der Subdomains inklusive OVI und IP-Adresse möglich.

Zur Wettbewerbsanalyse dienen die Menüpunkte „Direkte Mitbewerber“ und „Thematisches Ranking“. Die direkten Mitbewerber werden samt OVI und Anzahl der gemeinsamen Suchbegriffe aufgelistet. Ein weiterer Klick zeigt die Liste der gemeinsamen Suchbegriffe (ohne weitere Informationen) an.

Das thematische Ranking basiert auf einer Einteilung der Suchbegriffe in 30 Themenbereiche. Im Tortendiagramm wird dort die Anzahl der Top-30-Rankings für die Bereiche angezeigt. In den meisten Fällen haben wir hier ein deutliches Übergewicht der beiden Bereiche „Sonstiges“ und „Sonstige“ festgestellt. Abschließend gibt es noch eine Liste mit Websites, die ebenfalls in den gleichen Themenbereichen ranken (samt Anzahl der Rankings und OVI).

Der Menüpunkt „Ähnliche Domains“ zeigt alle Domains, die den Namen der eingegebenen Domain beinhalten. Das ist für die meisten Domains irrelevant, fördert in einigen Fällen aber Partner und andere Websites zutage, die den eigenen Namen möglicherweise verwenden.

Schließlich gibt es noch die Möglichkeit, sich die 1.000 bestrankenden Keywords nach Excel zu exportieren. Auch eine komplette Ausgabe soll möglich sein, wofür man sich allerdings an den Support wenden muss.

SEM

Hier werden zunächst die Anzahl der gefundenen SEM-Keywords, die durchschnittliche Anzeigenposition, die Anzahl der verschiedenen Display-URLs und die verwendeten Ziel-Domains angezeigt. Außerdem zeigt ein Graph die Anzahl der Suchbegriffe, für die Anzeigen gefunden wurden, im Zeitverlauf an.

Darunter werden in einer Tabelle die Top 50 Keywords nach Suchvolumen geordnet aufgelistet, jeweils mit Position, Veränderung zur Vorwoche, einem Balken zur Konkurrenzdichte, dem Traffic und dem CPC. Über einen Reiter lässt sich die Ansicht auch auf die gefundenen Anzeige-URLs umstellen.

Möglich ist hier auch eine Konkurrenzanalyse, indem man eine zweite Domain angibt. Dann wird der Graph mit der Anzahl der Suchbegriffe um den Konkurrenten erweitert. Außerdem wird die Tabelle um weitere Reiter ergänzt, welche jeweils Keyword-Listen ohne weitere Angaben enthalten: Übereinstimmende Keywords, Keywords, die nur der Konkurrent bewirbt und Keywords, die niemand anderer bewirbt.

Weiterhin gibt es noch den Menüpunkt Anzeigen-Details, welcher alle gefundenen Textanzeigen darstellt. Ein Klick auf die Überschrift einer Anzeige führt zu einer Auflistung der Suchbegriffe, für die diese Anzeige gefunden wurde. Ein Klick auf einen Suchbegriff soll dann die AdWords-Positionen für diesen Suchbegriff im Zeitablauf anzeigen.

Vollständig scheint die Funktion der Anzeigen-Details aber noch nicht zu funktionieren. So wurden für eine stark beworbene Domain nur acht Anzeigen gefunden, von denen außerdem noch sieben vollkommen identisch waren. Auf der Übersicht wurde aber gleichzeitig die Zahl der verschiedenen Anzeige-URLs mit 61 angegeben – mindestens so viele verschiedene Anzeigen hätten also da sein müssen. Auch die Anzeige der AdWords-Positionen im Zeitablauf für einzelne Suchbegriffe funktionierte nicht – „keine Daten für den ausgewählten Zeitraum vorhanden“.

Affiliate-Marketing

Im Affiliate-Bereich lassen sich zu einer Domain alle Websites anzeigen, die an einem Partnerprogramm über eines der bekanntesten Netzwerke für die Domain teilnehmen. Die Liste enthält dann zu jeder gefundenen Website den OVI, das Netzwerk und Links, um die Websites im SEO- oder SEM-Bereich zu analysieren. Bei Eingabe einer Konkurrenz-Website lassen sich außerdem die Partner anzeigen, die nur der Konkurrent hat. Der Affiliate-Bereich scheint sich ausnahmsweise immer auf den aktuellen Datenbestand zu beziehen.

Einstellungen

Im Bereich Einstellungen lassen sich die Domains hinterlegen, die man ständig beobachtet. Für jede Domain können dann Suchbegriffe hinterlegt werden, die vom System beobachtet werden sollen. Auch können neue Suchbegriffe zur Aufnahme in die Xovi-Datenbank vorgeschlagen werden. Wird bei den ausgewählten Domains ein starker Abfall der Rankings festgestellt, so kann man sich darüber per E-Mail benachrichtigen lassen.

Einschätzung

Xovi bietet viele Funktionen zu einem guten Preis. Hervorzuheben ist vor allem der Zeitpunktbezug, der das Arbeiten mit älteren Datenbeständen ermöglicht. Außerdem ermöglicht Xovi als einziges Tool im Test das Ermitteln von Affiliate-Partnern. Ebenfalls ein Pluspunkt sind die benutzerdefinierten Suchbegriffe und Domains.

Leider hat Xovi derzeit noch einen großen Nachteil: Das Tool wirkt noch unfertig. Das äußerte sich im Test durch einige Bugs, vor allem aber durch viele Hinweise auf Dinge, die demnächst noch vervollständigt werden sollen. So fehlen oftmals noch Keyword-Daten wie Suchvolumina oder CPCs. Einige Analysen ließen sich gar nicht erst durchführen, etwa die Ermittlung der Wettbewerber für größere Domains – stattdessen der Hinweis, man möge sich dafür doch an den Support wenden, der die Analyse unverzüglich zuschicke.

Phasenweise waren die Ladezeiten des Tools im Testzeitraum extrem, an einem Tag verweigerte es praktisch komplett den Dienst. Dies schien einigen Umbauten geschuldet zu sein, so dass wir kurz vor Redaktionsschluss noch mit einem neuen Backlink-Bereich entschädigt wurden.

Insgesamt lässt sich Xovi schwer einschätzen. Das Tool bringt viele gute Ideen und Funktionen mit und ist in seiner Preisklasse damit ungeschlagen. Dass an dem Tool noch gewerkelt wird, hat sich im Test vor allem negativ bemerkbar gemacht, bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass in Zukunft noch weitere Features hinzukommen sollen. Einige benennt Xovi auch schon: Universal Search, ein Reporting-Bereich und schnellere Ladezeiten werden versprochen.

 

Sistrix Toolbox

Die Sistrix Toolbox ist modular aufgebaut und daher nur schwer mit den anderen Tools zu vergleichen. Alle Module zusammen sind für 400 Euro monatlich zu haben, mit den anderen Tools zu vergleichen sind aber vor allem die Module SEO, SEM und - zwecks Vergleich mit Searchmetrics Rapid - noch das Modul Universal Search. Ein Modul kostet monatlich 100 Euro, zwei kosten 200 Euro, drei gibt’s für 275 Euro.

Startpunkt einer jeden Analyse ist bei Sistrix das Suchfeld oben rechts, in das man entweder eine Domain oder einen Suchbegriff eingeben kann. Außerdem gibt es ein Dashboard, auf dem man sich verschiedene Analysen anzeigen lassen kann.

SEO-Modul

Abbildung 4: Domainüberblick der SISTRIX Toolbox

Wichtigste Größe bei Sistrix ist der selbstkonzipierte Sichtbarkeitsindex, der die Rankings einer Domain für eine Teilmenge der bekannten Suchbegriffe und den Traffic dieser Begriffe berücksichtigt.

Beim Einstieg in die SEO-Analyse bekommt der Nutzer dementsprechend auch zuerst den Sichtbarkeitsindex und seinen Verlauf in den letzten beiden Jahren angezeigt. Außerdem werden allgemeine Daten angezeigt – allerdings nur, wenn diese auch vorliegen, was bei kleineren Websites oft nicht der Fall ist. Sollten diese Daten fehlen, dann steht an deren Stelle ein Link „Künftig alle Kennzahlen erheben“, der das Problem in Zukunft lösen soll.

Die erhobenen Daten umfassen dann den PageRank, die Zahl der indexierten Seiten und das Domain-Alter. Immer vorhanden ist außerdem der Hostname bzw. die Anzahl der verschiedenen Hostnames. Der PageRank lässt sich auch gleich im Zeitverlauf anzeigen, ebenso die Zahl der indexierten Seiten. Gibt es mehrere Hostnames, so lassen sich auch diese auflisten. Die Detailseite enthält dann den Sichtbarkeitsindex der wichtigsten Subdomains im Zeitverlauf sowie eine Liste der Hostnames mit IP-Adresse, Land und Sichtbarkeitsindex.

Unterhalb der allgemeinen Domain-Daten wird außerdem noch eine Auswahl von „interessanten Rankings“ angezeigt, jeweils mit absoluter Veränderung und prozentualer Konkurrenzstärke und Suchvolumen. Ein Klick führt dann zur Entwicklung des jeweiligen Rankings im Zeitablauf, wobei man auch noch eine zweite Domain zum Vergleich betrachten kann. Auch kann die Liste der gefunden Suchergebnisse für jedes Keyword abgerufen werden.

Sofern entsprechende Daten vorliegen, lassen sich auch noch Affiliate- und Tracking-Codes, welche auf einer Domain vorkommen, anzeigen. So lassen sich Partnerprogramme ermitteln, an denen die Website teilnimmt.

Auch eine Konkurrenzanalyse ist bei Sistrix möglich. Hier werden Domains mit hoher Übereinstimmung zur ursprünglichen Domain aufgelistet. Angegeben werden dabei jeweils der Grad der Übereinstimmung (als Balken) und der Sichtbarkeitsindex der jeweiligen Konkurrenzdomain.

Der zweite Teil des SEO-Moduls steht unter der Überschrift Keywords und zeigt zunächst die Anzahl der gefundenen Keywords für eine Domain im Zeitverlauf. Ebenfalls genannt wird die Zahl der gefundenen Long-Tail-Keywords, welche in der Regel deutlich größer ist.

Ruft man die genauen Suchbegriffe unter „Keywords“ ab, so erhält man eine Auflistung der Suchbegriffe samt Position, Balken für Konkurrenzstärke und Traffic, sowie einer kleinen grafischen Darstellung der Traffic-Entwicklung im Jahresverlauf. Als Betrachtungszeitraum lässt sich dabei jede Woche bis Frühjahr 2008 wählen - alternativ können auch die aktuellen Long-Tail-Keywords angezeigt werden. Die Tabelle lässt sich außerdem durchsuchen und auf bestimmte Positionen beschränken. Abschließend kann die Auswahl nach Excel exportiert werden.

Hinter dem Punkt „Chancen“ verbirgt sich eine Liste von Keywords samt aktuellem Ranking und der rankenden URL sowie der bekannten Balken für Konkurrenzstärke und Suchvolumen. Ungewöhnlich ist die Funktion „Chancen Suggest“, welche auf Google Suggest, der Vervollständigungsfunktion bei der Eingabe von Suchbegriffen bei Google, basiert. Hier werden einige Suchbegriffe ausgegeben, die von Google als Vervollständigung der bekannten Suchbegriffe vorgeschlagen werden. Die Ergebnisse stellen dann eher eine Inspiration dar, sind jedoch ein recht ungewöhnliches Feature und einen Blick wert.

Taufrisch ist die Funktion „neue Keywords“, die wir kurz vor Redaktionsschluss noch gefunden haben. Hier lassen sich bis zu drei Konkurrenten eingeben, um deren Top 10, Top 20 oder Top 100 Rankings zu analysieren. Das Ergebnis wird dann mit den Rankings der eigenen Domain abgeglichen, um fehlende Suchbegriffe aufzuzeigen. Im Endergebnis erhält man eine Liste mit Suchbegriffe, für die die Wettbewerber in den Top X ranken, man selber aber nicht unter den Top 100 zu finden ist.

Zu guter Letzt bietet das SEO-Modul noch eine Darstellung der Rankingverteilung, wobei auch wieder eine zweite Domain mit einbezogen werden kann. Auch lassen sich verschiedene Zeiträume betrachten.

SEM-Modul

Der SEM-Überblick für eine Domain ähnelt dem des SEO-Moduls. Angegeben wird zuerst die Anzahl der gefundenen SEM-Keywords, welche auch wieder mit Grafik im zeitlichen Verlauf dargestellt wird. Interessant ist auch die Angabe der Anzahl der Keywords, für die Anzeigen oberhalb der Suchergebnisse gefunden wurden. Es folgen die durchschnittliche Anzeigenposition und die Zahl der Display-URLs, wobei letztere in der Detailansicht noch aufgeschlüsselt werden. Wo in der SEO-Übersicht die Hostnames standen, stehen jetzt die Tracking-Domains, die für eine Website gefunden wurden. Auch hierfür ist eine Detailansicht verfügbar, die die Anzahl der auf eine Tracking-Domain verweisenden Keywords angibt.

Ebenfalls in der Übersicht findet sich wieder eine Auswahl von gebuchten Keywords samt Anzeigenposition, Konkurrenzstärke (als Balken, der angibt, wie viele der elf Anzeigenplätze belegt sind) und Suchvolumen-Balken. Mit einem Klick lassen sich dann die gefundenen Anzeigen zu verschiedenen Zeitpunkten betrachten, wobei die Anzeigentexte leider alle in Kleinschreibung konvertiert wurden.

Ähnlich wie beim SEO-Tool sind auch wieder Betrachtung und Export aller gefundenen SEM-Keywords zu unterschiedlichen Zeitpunkten möglich. Diese lässt sich auch filtern: nach Display-URL, Ziel-Domain oder Anzeigenposition (oben oder rechts) sowie nach einem Keyword-Bestandteil. Auch die Konkurrenzanalyse funktioniert im SEM-Modul wie im SEO-Modul durch Anzeige einer Liste mit Domains und Übereinstimmungsgrad.

Neben den Keywords ist außerdem noch eine Betrachtung auf Basis der Anzeigentexte möglich. Dabei lassen sich zuerst die Anzeigentexte (in Kleinschreibung und ohne Ziel-URLs) anzeigen, um anschließend zu einem Anzeigentext die zugehörigen Suchbegriffe abzufragen.

Universal Search

Vergleichsweise schlank kommt der Bereich Universal Search daher. Hier gibt es zum einen die Übersicht, zum anderen die Detailansichten zu den verschiedenen Arten von Universal-Search-Einblendungen (News, Blogs, Images, Videos, Maps). Auf der Übersicht steht für jede Art die Anzahl der Suchbegriffe, für die die ausgewählte Domain gefunden wurde. Eine Grafik verdeutlicht diese Zahlen im Zeitverlauf. Darunter gibt es noch eine Übersicht der wichtigsten URLs mit Universal-Search-Einbindung und ihre Keywords.

In den Detail-Ansichten wird zunächst die Anzahl der Keywords mit Universal-Search-Integration im Zeitverlauf gezeigt. Darunter stehen die konkreten Rankings, wobei es immer zwei Positionen gibt: die der Integration in den normalen Rankings und die Position innerhalb dieser Integration (Beispiel: Einblendung von Maps-Listings auf Position 4, Domain ist das zweite Maps-Listing). Etwas anders verhält sich nur die Detailansicht für Google News, wo zusätzlich noch die Anzahl der Listungen, die Anzahl der indexierten Artikel (im Zeitverlauf), die konkreten Artikel und deren Verteilung auf Rubriken angezeigt werden können.

Einschätzung

Der modulare Aufbau der SISTRIX Toolbox macht es schwer, sie mit den anderen Tools zu vergleichen. Nimmt man die drei Module SEO, SEM und Universal Search zusammen, dann bietet die Toolbox fast alle Funktionen der Wettbewerber und noch einige mehr, kostet aber auch deutlich mehr. Dabei stützt sich die Toolbox auf historische Daten, die bis ins Frühjahr 2008 zurück reichen – viel weiter als alle Konkurrenten. Gut gefallen hat uns hier außerdem die recht umfangreiche Dokumentation der Toolbox, was anscheinend keine Selbstverständlichkeit ist.

Vergleich

Wenn man die Preisgestaltung der Tools betrachtet, sieht man vor allem SEOlytics Light und Searchmetrics Rapid als direkte Konkurrenten. Im direkten Vergleich haben beide Tools ihre Vor- und Nachteile. Rapid punktet mit seiner Oberfläche und einigen Funktionen, die SEOlytics nicht hat. SEOlytics dagegen zeigt auch Zeitverläufe und ermöglicht Einsicht in historische Daten, was Rapid wiederum nicht kann.

Wer mehr anlegen möchte, sollte die Tools von Xovi oder SISTRIX unter die Lupe nehmen. Dabei sehen wir die SISTRIX Toolbox in den Einzeldisziplinen derzeit noch klar vorne, während Xovi vor allem mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis des Gesamtpakets punktet. Für welches Tool man sich entscheidet, hängt also nicht zuletzt von den benötigten Funktionen ab. Wer sich nur für einen Bereich interessiert, der sollte eher zum entsprechenden Modul der SISTRIX Toolbox greifen. Ansonsten unterscheiden sich die Tools in vielen Details und den Aspekten Affiliate-Marketing und Universal Search. Affiliate-Marketing wird von beiden ganz leicht abgedeckt, wobei wir die Funktionen von Xovi für wertvoller halten. Bei Universal Search dagegen hat uns die Lösung von SISTRIX am besten gefallen.

Wer bereit ist, noch mehr Geld auszugeben, sollte außerdem einen Blick auf die höheren Versionen von SEOlytics sowie auf die Searchmetrics Suite werfen. Die Produkte, die preislich ab 299 € bzw. 398 € beginnen, bringen jeweils viele weitere Funktionen mit.

 

Fazit

Für diesen Test haben wir vier deutsche SEO-Tools miteinander verglichen: Searchmetrics Rapid Light, SEOlytics Light, Xovi und die SISTRIX Toolbox. Diese vier Tools eignen sich für schnelle Analysen der eigenen Website, aber auch anderer Websites. Wer sich für ein Tool entscheiden möchte, muss bedenken, dass der Funktionsumfang und auch die Preise recht unterschiedlich sind. In diesem Test versuchen wir daher, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufzudecken, um die Kaufentscheidung zu erleichtern.

 

Mit eigenen Augen

Für die vier getesteten Tools haben wir jeweils ein Video erstellt, dass durch die recht unterschiedlichen Funktionen leitet. So kann man sich ein besseres Bild von der Oberfläche und den Leistungen machen.

Die vier Videos finden Sie auf Youtube:
www.youtube.com/bloofusionTV

 

Über den Autor

Martin Röttgerding ist Head of SEM bei der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion.

E-Mail: martin.roettgerding@bloofusion.de

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