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Predictive SEO und Expired Content:
Inhalte und der Faktor Zeit
Content ist King. Deswegen investieren auch immer mehr Website-Betreiber in die Erstellung der Inhalte ihrer Website. In diesem Artikel geht es dabei um Content und den Faktor Zeit: Wie erstellt man Inhalte rechtzeitig? Und was macht man, wenn die Inhalte nicht mehr aktuell sind?
Predictive SEO
Predictive SEO steht für ein relativ simples Konzept: Wer rechtzeitig Suchbegriffe erkennt, die in der Zukunft relevant sein werden, kann dafür jetzt schon Seiten erstellen und Links aufbauen. Da Suchmaschinen immer eine gewisse Zeit brauchen, um eine Seite zu indexieren, und da Seiten mit zunehmender Zeit oftmals besser ranken, ist es durchaus sinnvoll, Seiten möglichst frühzeitig anzulegen.
Wenn ein bestimmter Hype z.B. in zwei Wochen kommen wird, kann es sich auszahlen, schon heute eine Seite für dieses Thema anzulegen. Beispiele dafür sind neue Filme, TV-Serien, Künstler und Events.
Es ist natürlich relativ schwer, viele Trendthemen vorherzusehen. Oftmals entdeckt man aber auch Suchbegriffe, die einer gewissen Logik folgen. Wer z.B. im Google AdWords Keyword Tool nach "2009" sucht, findet dort z.B. viele Computerspiele, die jeweils ein "2009" im Namen tragen (z.B. "landwirtschafts simulator 2009").
In diesem Fall ist es also kein hellseherisches Können erforderlich, um zu sehen, dass es solch ein Produkt wahrscheinlich auch in einer Version für das Jahr 2010 geben wird. Und für 2011.
In der Praxis
So spannend Predictive SEO auch klingen mag: Anwendbar ist es in vielen Branchen und Themengebieten relativ schwer. Die Grundidee aber ist gut: Man legt rechtzeitig eine Seite an, damit diese Seite sich schon einmal bei Suchmaschinen etablieren kann.
Insbesondere bei Online-Shops bietet sich ein solches Vorgehen an. Wenn ein Shop-Betreiber weiß, dass er einen bestimmten Hersteller, eine bestimmte Marke oder Serie neu ins Programm aufnimmt, sollte er nicht erst an dem Tag eine Seite erstellen, an dem die Produkte auch wirklich lieferbar sind.
Vielmehr sollte man bereits am ersten Tag, an dem man davon weiß, eine Seite anlegen und auf die entsprechenden Suchbegriffe optimieren. Dabei entsteht natürlich ein Usability-Problem, weil Besucher eines Shops dann auf eine Kategorienseite navigieren könnten, auf der keine Produkte zu sehen sind.
Hier sollte man also kreativ werden. Besucher könnten auf der Seite das wahrscheinliche Datum erfahren, an dem die neuen Produkte verfügbar sein werden. Falls es so ist, dass auch kein anderer Online-Shop diese Produkte vor diesem Datum vorrätig hat, kann und sollte man das natürlich auch erwähnen.
Besucher der Seite könnten sich auch für einen Newsletter anmelden, in dem dann mitgeteilt wird, wenn die Produkte verfügbar sind - vielleicht sogar mit einem speziellen Gutschein-Code, um den Erfolg dieser Aktion messen zu können.
Alternativ oder zusätzlich kann auch das eigene Blog nutzen, um möglichst früh darauf hinzuweisen, dass man bestimmte Produkte in sein Programm aufnimmt; natürlich würde man auch diesen Blog-Beitrag auf die entsprechenden Suchbegriffe optimieren. Sobald die Produkte dann verfügbar sind, sollte man den Blog-Beitrag aktualisieren und auf den Shop verlinken.
Expired Content
Während es bei Predictive SEO darum geht, möglichst rechtzeitig Inhalte zu erstellen, geht es oft auch darum, dass bestimmte Inhalte nicht mehr aktuell sind. Ein klassisches Beispiel für derartige Situationen ist die Website einer Konferenz, die jährlich stattfindet. Oft sind solche Websites so aufgebaut, dass es für jedes Jahr der Konferenz eine entsprechende Sektion auf der Website gibt:
http://www.beispiel-konferenz.de/2009/
http://www.beispiel-konferenz.de/2008/
http://www.beispiel-konferenz.de/2007/
...
In diesen Sektionen finden sich dann jeweils die einzelnen Unterseiten, z.B.
http://www.beispiel-konferenz.de/2009/agenda.html
http://www.beispiel-konferenz.de/2009/redner.html
...
Dieser Aufbau ist klassisch - und leider auch suboptimal. Denn wenn man sich die Verlinkung einer solchen Website anschaut, wird man feststellen, dass sehr oft auf entsprechende Unterseiten verlinkt wird.
Einige Websites verlinken auf /2009/agenda.html, einige ältere Links zeigen auf /2008/agenda.html und wiederum andere auf /2007/agenda.html.
So gibt es in diesem Beispiel drei ähnliche Seiten, die allesamt ein paar Links haben, während es deutlich besser wäre, alle diese Links auf einer einzigen Seite zu vereinen. Auch aus Usability-Gründen ist das sinnvoll, weil man ja Besucher am liebsten immer auf die aktuellen Seiten lenken will - und nicht auf Seiten von längst vergangenen Konferenzen.
Am einfachsten kann man einem solchen Problem entgehen, wenn man sich direkt eine optimale Struktur überlegt. In diesem Fall wäre es gut, wenn es für die aktuelle Konferenz immer dieselben URLs gäbe, also z.B.
http://www.beispiel-konferenz.de/
http://www.beispiel-konferenz.de/agenda.html
http://www.beispiel-konferenz.de/redner.html
...
Wer also im Jahr 2009 auf eine Unterseite verlinkt, wird z.B. auf http://www.beispiel-konferenz.de/agenda.html und nicht auf http://www.beispiel-konferenz.de/2009/agenda.html verlinken. Auch in anderen Jahren würde man immer auf dieselbe Seite verlinkt.
Man kann (und sollte) natürlich trotzdem ein Archiv aufbauen, d.h. dass die Seiten nach Durchführung der Konferenz in eine entsprechende Sektion (z.B. http://www.beispiel-konferenz.de/2009/) verschoben werden. Der Verlinkende merkt dann gar nicht, dass er eigentlich auf eine neuere Seite verlinkt, weil die Zielseite ja immer noch existiert und auch legitime Inhalte anzeigt.
Expired Content in der Praxis
In der Praxis werden natürlich die wenigsten Unternehmen Konferenzen veranstalten. Das Beispiel zeigt aber eine grundlegende Strategie: Website-Betreiber sollten darauf achten, dass es konstante URLs gibt, die nicht wechseln, auch wenn es den Content in unterschiedlichen Instanzen (Jahreszeit, Versionen) gibt.
Wer also einen Online-Shop für Computerspiele betreibt, tut gut daran, nicht für jede Version eines Computerspiels eine neue Seite anzulegen. Wenn es jedes Jahr eine neue Version gäbe, würde man damit über den Verlauf der Jahre viele unterschiedliche Seiten mit jeweils geringer Historie und jeweils einigen externen Verlinkungen anlegen. Deutlich besser wäre es, für dieses Computerspiel eine konstante Seite anzulegen, auf der man die aktuelle Version findet. Auf dieser Seite könnte es auch einen Hinweise auf die kommende Version geben ("der Vorverkauf startet hier am Tag.Monat.Jahr - jetzt kostenlos registrieren"). Falls es auch möglich ist, ältere Versionen zu kaufen, könnte man natürlich auch darauf verlinken - in der Regel wird das aber nicht relevant sein.
Oder umleiten?
Wer eine derartige Struktur nicht realisieren kann, kann auch auf die zweitbeste Lösung umsteigen: 301-Umleitungen. Wenn es so ist, dass die älteren Versionen ohnehin nicht mehr geliefert werden können, kann man die Seiten der älteren Versionen auch auf die Seite der aktuellen Version per 301-Umleitung umleiten.
Aus zwei Gründen ist das aber eher nachteilig: Erstens gehen einige SEOs davon aus, dass bei einer Umleitung etwas "verlorengeht", also dass die Verlinkungen auf die alten Seiten zwar auf die neue Seite umgeleitet werden, aber etwas an "Kraft" verlieren. Zweitens ist das Erstellen der 301-Umleitungen natürlich schwierig, weil man die Umleitungen bei jeder neuen Version auch anpassen muss. Ansonsten würde man Ketten von Umleitungen erzeugen, die vielleicht irgendwann zu lang werden, um von Suchmaschinen noch akzeptiert zu werden (2005 à 2006 à 2007 à 2008 à 2009 à ...).
Not found
Es gibt natürlich auch viele Fälle, in denen eine bestimmte Seite einfach entfernt wird, z.B. weil ein ganz bestimmtes Produkt nicht mehr existiert. Hier gilt: Ein HTTP-Code 404 (oder 410) ist immer die schlechteste Wahl - schlecht für Besucher, schlecht für Suchmaschinen.
Wenn eine Seite nicht mehr existiert, verlieren auch eventuelle externe Links ihre Wirkung. Man sollte also immer eine nicht mehr existierende URL per 301-Umleitung auf die am besten passende Seite umleiten. Wer wissen möchte, wo externe Links auf der eigenen Website ins Leere laufen, kann z.B. die Google Webmaster Tools nutzen ("Diagnose" > "Crawling-Fehler" > "Nicht gefunden").
Fazit
Content kommt und geht. Dabei muss man aber beachten, dass Seiten Zeit brauchen, um gute Rankings zu erzeugen und auch, um von anderen Websites verlinkt zu werden. Man sollte Content-Seiten daher möglichst rechtzeitig anlegen und auch dafür sorgen, dass Seiten möglichst lange existieren.
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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Kommentare
| Sascha schrieb am 14.12.2009: |
| Coole Ausgabe, wie immer!
Lediglich kurze Frage / Anmerkung zur Not found Sache. Wenn ich als User auf einen Link klicke, der mich zur Seite sportshop.de/html/golf bringen sollte, aber auf sportshop.de/hmtl/golf verlinkt und mich dann via redirect auf die Homepage bringt, find ich das nicht ganz optimal, oder? Wäre da z.B. nicht eine schöne 404 Seite mit kurzem Text und Links zu eventuell passenden Seiten, Sitemap & Suchbox angebrachter?
Ist natürlich nix elementares, aber genau über sowas diskutieren wir gerade ;-)
Weiterhin frohes schaffen! :-) |
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| Markus schrieb am 14.12.2009: |
| Klar, aus Usability-Sicht wäre das besser. Aber bei einer 404-Seite würde der externe Link verlorengehen. Deswegen ist das aus SEO-Sicht nicht die optimale Lösung |
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