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21 > LSO & LSI
LSO und LSI:
Semantische Optimierung in Action
Immer wieder wird diskutiert, ob die latent semantische Optimierung (LSO) eine aktuelle und erfolgversprechende SEO-Strategie ist - oder ob es sich dabei um ein Zukunftsthema handelt. Sofern man das Thema ganzheitlich betrachtet und seine übrigen On-Page-Maßnahmen in die Optimierung mit einbezieht, ist LSO durchaus eine erfolgversprechende Option.
Schon seit einigen Jahren werden Webseiten bei der Indexierung durch Suchmaschinen auf Ihre Bedeutung hin untersucht und semantische Zusammenhänge festgehalten. Aus der Kombination von Keyword-Phrasen werden Rückschlüsse auf die Bedeutung von Begriffen zueinander abgeleitet. Auch Wortabstände und andere Faktoren werden gewichtet. Das Prinzip leuchtet ein: Bei der Suche wird nicht nur die Dichte des jeweiligen Keywords positiv gewertet, sondern auch das Vorkommen relevanter Begriffe aus dem sprachlichen Umfeld des Keywords.
Natürlich geht es Suchmaschinen in erster Linie nicht darum, die Bedeutung von Texten zu erkennen, sondern für Suchanfragen bessere organische Suchergebnisse und bezahlte Anzeigen auszuliefern. Hierfür nutzen Google und andere Suchmaschinen Verfahren wie die latent semantische Analyse (LSA) bzw. die latent semantische Indexierung (LSI). Mittels dieser Techniken werden zu bestimmten Suchbegriffen Wortwolken und andere bedeutungsnahe Begriffe hergeleitet, die dann einen semantischen Raum ergeben.
Diese Erkenntnis haben sich auch SEOs zu Nutze gemacht, um die Positionierung der von Ihnen betreuten Projekte zu verbessern.
Möglichkeiten der semantischen Optimierung
Schon bei der klassischen Suchmaschinenoptimierung wird zwischen einer Short-Tail- und einer Long-Tail-Strategie unterscheiden. Für die LSO ist diese Entscheidung ebenso wichtig. Die weithin bekannteste Art der latent semantischen Optimierung ist die so genannte In-Text-LSO. Hierbei konzentriert man sich auf die semantische Optimierung eines einzigen Dokumentes bzw. Textes. Mit Hilfe von Tools wie Hulbee [1] oder Semager [2] kann man bedeutungsrelevante Sub-Keywords identifizieren, die sich um das eigentliche Haupt-Keyword herum gruppieren, auf welches der Text optimiert wird. Für jedes Keyword, für das man Rankings erzielen möchte und zu dem ein entsprechender Text erstellt werden soll, definiert man nun fünf bis zehn Sub-Keywords (je nach Textlänge) aus dem entsprechenden semantischen Raum. Allerdings sollte man die Sub-Keywords nach den gleichen Kriterien beurteilen, die auch bei der "gewöhnlichen" Textoptimierung relevant sind: die Relation von Wettbewerbsintensität und Suchvolumen. Über den Grad der Verwandtschaft von Begriffen geben verschiedene Tools Auskunft [3].
Bei der Texterstellung gilt es nun, neben der relativen Keyword-Dichte des Haupt-Keywords auch die Sub-Keywords jeweils ein bis zweimal in den Text einzuarbeiten. Das Ziel dieser Optimierungsvariante ist es, vor allem mit dem Haupt-Keyword eine gute Position zu erreichen.
Als weitere Option ist die Abbildung von semantischen Räumen auf der Website durch entsprechend optimierte Texte zu nennen. Die Variante kann man als On-Page-LSO bezeichnen. Ein gutes Beispiel sind hier die großen Nachrichtenportale, die ganze Themenwelten (semantische Räume) inhaltlich abbilden. Sie setzen zu mehreren hundert Keywords eigene optimierte Texte als Landing-Pages ein, die jeweils Einzug in den Index halten. In Bezug auf die latent semantische Indexierung (LSI) ist diese Option bedeutsam, da die Suchmaschinen auf diese Weise für eine große Zahl von Keywords eines semantischen Raumes jeweils eigene Dokumente mit relevanten Texten finden. Diese Strukturen lassen sich freilich nicht in einem Artikel abbilden; hierfür empfiehlt sich z.B. der Aufbau eines Glossars, Lexikons, Forums oder Ratgeberbereiches, wie es bspw. im Ratgeberbereich vieler Nachrichtenportale der Fall ist.
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Abbildung 1: Beispielseite eines Keyword-Raums
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Für Website-Betreiber, die nur ein kleines Budget zur Verfügung haben, empfiehlt sich als Kombination beider Varianten die integrierte semantische Optimierung. Ein Beispiel für die kombinierte Strategie sieht man in Abbildung 1. Hier wird ein begrenzter Keyword-Raum abgebildet. Texte eines Haupt-Keywords enthalten jeweils als Sub-Keywords die Haupt-Keywords anderer Texte.
Die Texte selbst sind also in sich semantisch optimiert und bilden durch die interne Verlinkung untereinander einen den eigentlichen semantischen Raum der Website ab. Der Unterschied zur "gewöhnlichen" internen Verlinkung ist die semantische Komponente und die Verlinkung aus dem Fließtext heraus.
Beispiel: Online-Shops
Dieses Verfahren kann auch gut auf Online-Shops übertragen werden. Bei Spezialanbietern wird häufig schon durch die Kategorie- und/oder Herstellerstruktur ein begrenzter, aber scharf definierter Keyword-Raum abgebildet. Bei der Optimierung sollten also die einzelnen Produktbeschreibungen um ergänzende Texte zu anderen Produkten oder Herstellern angereichert werde, die wiederum auf andere Bereiche des semantischen Keyword-Clusters (Kategorie, Hersteller, ähnliche Produkte) verlinken. Bei Keyword-Räumen mit starker Wettbewerbsintensität sollen tendenziell längere Texte zur Anwendung kommen als in weniger konkurrenzstarken Märkten.
Möchte ein Online-Shop ausschließlich Laserdrucker verkaufen, kann der Betrieb eines Forums zu den Themen "Druckerpatronen nachfüllen/kaufen" wichtige Kaufimpulse für den Shop liefern, obwohl er mit dem originären Keyword "Laserdrucker" nicht sehr viel gemein hat.
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Abbildung 2: Site-Struktur
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Auch kann man mit Hilfe der integrierten semantischen Optimierung bestimmte Leuchtturmprodukte hervorheben. Ein Beispiel: Beim Keyword-Raum "Drucker" (siehe Abbildung 2) enthalten alle Texte neben ihrem Haupt-Keyword mindestens zwei Sub-Keywords aus dem gemeinsamen Keyword-Raum. Alle Texte enthalten zusätzlich als Sub-Keyword "Laserdrucker" und verlinken entsprechen auf das Dokument. Auf das Leuchtturmprodukt soll so durch semantische Zusammenhänge verstärkend eingewirkt werden. Die semantische Verlinkung untereinander ist lediglich exemplarisch mit einem gestrichelten Pfeil angezeigt. Die Verstärkung des Leuchtturms Keywords "Laserdrucker" zeigen die schwarzen Pfeile.
Aus der Verlinkung von Webseiten wissen wir, dass Suchmaschinen einem ausgehenden Link, der ein bestimmtes themenrelevantes Keyword der Zielseite enthält, ein größeres Gewicht beimessen, als dies bei einem beliebigen Linktext der Fall ist. Bei der Bewertung von Linktexten durch Suchmaschinen findet also ein latent semantisches Matching statt. Geht man davon aus, dass dieses Prinzip auch auf das Konzept der Textanalyse zu übertragen ist, so bekommt das Thema LSO eine viel größere Tragweite. On-Page- und Off-Page-Maßnahmen sollten demnach semantisch durchdacht werden.
[1] http://www.hulbee.de/
[2] http://www.semager.de/keywords/url-analyse.php
[3] http://www.metager.de/asso.html
Fazit
Galt Themenrelevanz lange Zeit beim Linkaufbau als erfolgversprechendes Prinzip, so ist die semantische Beziehung der einzelne Bereiche einer Website und auch innerhalb eines HTML-Dokuments von zunehmender Bedeutung. Die Kombination von In-Text- und On-Page-LSO und dem Einsatz von Keyword-Clustern sind geeignete Maßnahmen für eine erfolgreiche Optimierung. Der wichtigste Erfolgsfaktor ist hier die intelligente Konzeption und die fundierte Recherche der betreffenden semantischen Räume. So können auch die Inhalte kleiner, gut durchdachter Keyword-Räume spezieller Themen oder Produkte eine große Wirkung entfalten.
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Über
den Autor
Arne Stoschek ist Geschäftsführer von Textprovider, einem Spezialanbieter für Keyword-optimierte Artikel. Mit einem Pool von über 800 Texter und Lektoren erstellt das Bochumer Unternehmen semantisch optimierte Texte in acht Sprachen.
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