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Schlusswort:
Ich kann's nicht mehr hören...

Zugegeben: Matt Cutts und viele andere Googler sind sehr sympathisch und nett. Aber eins muss ich an dieser Stelle einfach mal sagen: Ich kann das gebetsmühlenartig vertriebene Mantra von "vor allem ist guter Content wichtig" und "Google belohnt schon Eure Websites, egal, wie gut oder schlecht diese aufgebaut sind" nicht mehr hören.

Im Kern mögen Cutts & Co. ja recht haben. Wenn man eine gute Website mit tollem Content hat, verlinken die Leute schon irgendwann freiwillig darauf. Aber wer hat schon die Zeit und Lust auf "irgendwann" zu warten? Ich nicht. Und als SEO-Agentur würde man für eine solche Einstellung auch nicht gerade gut bezahlt werden.

Da fragt jemand Matt Cutts in einem Google-Video, was denn nun besser sei: CSS oder Tabellen-basiertes Layout? Die Antwort kann man schon antizipieren, ohne das Video zu sehen. Man solle über solche Aspekte nicht nachdenken. Google komme mit beidem schon hervorragend klar.

Seltsam ist dann schon, dass die ganze Google-Geschichte manchmal Risse bekommt. Da analysiert Matt Cutts auf der I/O-Konferenz fremde Websites (http://www.youtube.com/watch?v=ecI_hCBGEIM) und schon hört man etwas, was nicht zum Mantra passt. Da wird die Website iCarKits.com für ihre nicht sprechenden URLs gerügt. Dabei meinte Google noch vor einigen Wochen, dass URL-Rewriting ja gar nicht nötig sei und manchmal sogar nachteilig sein könnte.

Am besten ist also nach wie vor, dass man sich seine eigene Meinung bildet, Experimente durchführt und sich mit anderen SEOs austauscht. Dass das Google-Mantra von "build something great and the traffic will follow" nicht ganz so einfach ist, zeigt ein interessanter Test (http://www.webmasterworld.com/google/3889779.htm). Da hat jemand zwei Websites aufgebaut: Die eine mit brandneuer Domain, bezahlten Verzeichniseinträgen, gekauften Links, Doorway Pages, Artikel in Artikelverzeichnissen und vielen Maßnahmen mehr. Die andere Website wurde ohne Linkaufbau gestartet, dafür aber mit einem informativen Blog, Videos, Twitter, RSS und vielen anderen absoluten Whitehat-Methoden.

Das Ergebnis war eindeutig: Die erste Seite ging in den Rankings massiv nach oben und war innerhalb weniger Wochen profitabel, während die zweite Seite kaum in den Suchergebnissen zu finden war und kaum Geld eingespielt hat.

Solange das so ist - weil Google eben ein dermaßen hohes Gewicht auf Link-Popularität setzt - wird das Google-Mantra wohl auch immer weniger gehört werden. Wer will schon in Schönheit sterben mit all seinen tollen Blog-Beiträgen, Tweets, Pressemitteilungen und seinem teuer erstellten Content, wenn er in den Rankings von jemandem überholt wird, der den richtigen Link gekauft hat?

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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Ausgabe 24 (6. Juli 2010)

Titelthema "Linkaufbau":
> Linkbuilding Quo Vadis
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