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Schlussschlusswort:
Big Bing

Seit einigen Tagen passieren Dinge, die man so vor kurzem nicht für möglich gehalten hätte: Man hört von vielen Seiten, dass Microsofts neue Suchmaschine Bing gut oder zumindest interessant sei. Der Vorgänger (Live) war von der internationalen Presse größtenteils ignoriert worden, aber bei Bing scheint es anders zu sein.

Ob der Artikel "Fear grips Google" der New York Post der Wahrheit entspricht? Demnach sei Google-Mitgründer Sergey Brin vom Bing-Launch so aus der Fassung gebracht worden, dass er gleich ein Experten-Team einsetzen musste, um von Bing zu lernen und Google anzupassen. Naja, in der Automobil-Industrie ist ein derartiges "Reverse Engineering" durchaus üblich - wenn's auch nicht immer zu besseren Autos führt.

Interessant ist auf jeden Fall eine Mini-Fokus-Studie von Catalyst Group: Dort wurden zwölf Personen befragt, die Google-Nutzer und Bing-Nichtnutzer waren. Insgesamt stellte man dort fest, dass die Relevanz der Resultate als ebenbürtig beurteilt wurde, aber das "Visual Design" von Bing als herausragend im Vergleich zu Googles dröger Optik eingeschätzt wurde.

Es erwartet natürlich trotzdem niemand, dass in Mountain View bald die Lichter ausgehen und Bing die Welt dominiert. Das will ja auch keiner. Das Interesse an Bing rührt wohl eher daher, dass man keine Monopol-Situation möchte und dann sogar einen weißen Ritter akzeptiert, der von Microsoft kommt - jenem Konzern, der gerade von der EU gerne mit Klagen wegen Wettbewerbsverzerrung überzogen wird und in Sympathie-Rankings niemals die ersten Positionen einnimmt.

Alles scheint diesmal also besser zu sein. Auch Microsoft scheint das Internet verstanden zu haben und hat einen ganz eigenen Weg gefunden, Schmähkritik zu unterbinden: Die Domain bingsucks.com wurde von niemand anderem als der Microsoft Corporation registriert. Vielleicht ist man sich seiner Sache doch nicht so sicher...

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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