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Internationales SEO:
Ein Interview mit Marcell Sarközy
Suchmaschinen-Optimierung für eine einzelne Website kann schon eine Herausforderung. Aber wie geht man damit um, wenn man Standorte in vielen verschiedenen Ländern mit vielen verschiedenen Sprachen hat? Alles zentral gesteuert oder doch lieber dezentral?
Wie geht ein Unternehmen wie Sixt an eine derartige Aufgabenstellung heran? Diese Fragen stellten wir Marcell Sarközy, Head of SEO beim Autovermieter Sixt.
Herr Sarközy, stellen Sie bitte kurz Ihren Arbeitgeber und Ihre Aufgabe vor.
Ich bin im Hause Sixt tätig, Deutschlands Autovermieter Nummer Eins. Mit einem Bekanntheitsgrad der Marke Sixt von gut 90% in Deutschland ist sicher schon fast jeder mit Sixt in Berührung gekommen sein, sei es durch unsere Werbung oder die Anmietung eines Mietwagens. Als Head of SEO bin ich verantwortlich für die internationale Strategie der Suchmaschinenoptimierung und deren Umsetzung.
Wie kamen Sie an diese Stelle? Wie ist Ihr Werdegang in Bezug auf SEO?
Ich habe lange Zeit in meiner Heimatstadt Berlin als Web Developer gearbeitet, teilweise auch als Programmierer für die Allianz Versicherung.Vor vier Jahren bin ich aus meiner Heimat Berlin nach München, der schönsten Stadt der Welt, gezogen. In dieser Zeit habe ich als Quality Rater für Google gearbeitet und bin dabei mit dem Thema SEO intensiv in Kontakt gekommen. Nach der Zeit bei Google konnte ich mein Wissen in der Münchener Werbeagentur karanga einsetzen und habe dort z.B. die Webseiten von Timelife Europe international für die Suchmaschinen optimieren können. Während meiner Festanstellung dort habe ich dann ein Angebot von Herrn Konstantin Sixt erhalten, als Head of SEO zu Sixt zu wechseln.
Welche SEO-Aspekte sind bei Ihnen zentralisiert, welche werden vor Ort von Mitarbeitern erledigt?
Alle SEO Strategien werden zentral aus München/Pullach gesteuert. So gibt es Vorgaben für die Onpage-Optimierung der Sixt-Webseiten, Content Guides für die Online-Redaktion, Schulungen für das Marketing und vieles mehr. Zusätzlich wird jede Woche eine allgemeine SEO Schulung für die Mitarbeiter der e-Sixt durchgeführt. Die Themen wurden von den Mitarbeitern vorgeschlagen und über die Reihenfolge abgestimmt.
Mein Ziel ist eine völlige SEO-Transparenz im Hause Sixt. Während in anderen Unternehmen das Wissen um die Suchmaschinenoptimierung eher gehütet wird, kommen bei uns viele Mitarbeiter mit dem Thema SEO direkt in Berührung. Teilt man sein Wissen mit diesen Menschen, dann entstehen wieder Synergien und viele tolle Ideen, auf die man vielleicht alleine nicht gekommen wäre.
Ich bin hier vor allem auf den Input der Mitarbeiter vor Ort angewiesen, um ein Gefühl für kulturelle Differenzen zu bekommen. So unterscheiden sich eventuell die gesuchten Keywords in den Ländern, das sieht dann aber nur ein Muttersprachler. Ohne diese "Local Learnings" kann einiges aus der Spur laufen. Optimiere ich beispielsweise auf "Waschvollautomat", aber die User in einem anderen Land suchen alle nach "Waschmaschine", dann kann ich hier kein maximales Ergebnis erzielen.
Sind die lokalen Websites jeweils hinsichtlich der Site-Struktur identisch? Oder gibt es auch Strukturen, die es nur in bestimmten Ländern gibt?
Generell sind die Strukturen gleich oder sollten es zumindest sein. Wir müssen aber unterscheiden zwischen der neuen, verbesserten Webseite von www.sixt.de und dem veralteten Layout, das teilweise noch international eingesetzt wird. Hier sind wir bestrebt, alle Länder und Webseiten auf einen gleichen optimierten Standard zu bringen. Das betrifft das Look-and-Feel der Seite, die Usability, die Kommunikation von Marke und Bildern und vieles mehr.
Jedes Land soll aber in der Lage sein, eigenständig kleinere Veränderungen vorzunehmen. Wird also eine bestimmte Funktionalität der Webseite in einem Land erwartet, wollen wir diese den Usern natürlich nicht vorenthalten. Wir haben also ein Grundlayout, das wir lokal ein wenig modifizieren können. Der User sollte aber in jedem Land wissen, das er sich gerade auf einer Webseite von Sixt befindet.
Betreiben Sie auch Linkaufbau? Erfolgt dieser zentral oder dezentral?
Als große und bekannte Marke haben wir den Luxus von vielen guten Backlinks, die bereits auf uns verweisen. Gerade unsere Partner aus den Bereichen Fluglinien, Hotels oder Reisen haben starke Webseiten und empfehlen uns natürlich gerne. Wir haben auch eine Partnersektion auf der Sixt-Website oder schreiben Artikel über unsere Kooperationspartner. Diese veröffentlichen wir in unserem Mietwagen-Blog. Der Fokus in meiner SEO Arbeit liegt also mehr auf der Onpage-Optimierung.
Natürlich darf man den Linkaufbau nicht völlig vernachlässigen. Hierfür sensibilisiere ich aber primär die Marketing-Abteilung im jeweiligen Land, damit wir bei neuen Kooperationen das Thema Verlinkung gleich mit auf die Agenda nehmen. Das hat sich in der Regel bewährt und stärkt die gegenseitige Partnerschaft. Wichtig ist hierbei aber immer ein Muttersprachler vor Ort, der die Kooperation steuert oder mich mit allen wichtigen Fakten versorgt.
Erfolgt auch das Tracking zentral? Gibt es Beispiele hinsichtlich des Trackings, bei dem ein Land von einem anderen Land profitiert?
Ja, es gibt ein zentrales Tracking für alle Länder. Selbstverständlich profitieren andere Länder voneinander. So bucht ein Großteil der deutschen Kunden einen Mietwagen für Destinationen wie Spanien, das Buchungsvolumen der Einheimischen ist hier meist viel geringer. Das ist kein Geheimnis, mehr kann ich zum Thema Tracking aber aus konkurrenzrechtlichen Gründen aber nicht sagen.
Wie gehen Sie mit (Near) Duplicate Content um? Die deutschsprachigen Seiten sixt.de, sixt.at und sixt.ch werden doch wahrscheinlich große Überschneidungen haben.
Das ist tatsächlich ein Problem, welches zum Beispiel auf der letzten SMX angesprochen wurde, aber kaum Lösungen aufgezeigt wurden. Teilweise wird der Content aus Deutschland, Österreich und der Schweiz 1:1 übernommen. Frei nach dem Motto: das wird die Suchmaschine schon erkennen und entsprechend behandeln.
Ich denke aber, dass man hier dreimal verschiedenen Content anbieten sollte. Wir werden jedenfalls in Zukunft nach diesem Schema verfahren. Ich erwarte keine "Abstrafung" wegen (Near) Duplicate Content, Ziel muss aber immer sein das Optimum aus jeder Webseite herauszuholen. Leider lassen sich Überschneidungen aber nicht immer vermeiden.
Für die meisten Länder gibt es jeweils eine Website mit einer länderspezifischen Domain (www.sixt.fi, www.sixt.fr, ...). Haben Sie jemals erwogen, anstelle der vielen länderspezifischen Domains eine generische Domain zu nehmen (www.sixt.com) und hier entweder Subdomains (fi.sixt.com, ...) oder Ordner (www.sixt.com/fi/) einzurichten?
Nein, das kommt für uns nicht in Frage. Jede Webseite wird selbständig betrieben, gepflegt und aufgebaut. Bei 90 Ländern mit Sixt-Stationen wäre das auch administrativ nicht zu bewältigen.Zudem könnten wir dann auf lokale Feinheiten schlechter reagieren, und der User ist in seiner Sprache immer auf der richtigen Webseite. So kann das gewünschte Mietfahrzeug schnell und einfach gefunden und gebucht werden.
Vielen Dank für Ihre Zeit und den Einblick in Ihre Arbeit.
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Unsere Fragen beantwortete...
Marcell Sarközy ist Head of SEO bei der e-Sixt GmbH & Co. KG mit Sitz in Pullach bei München.
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Kommentare
| Gellner schrieb am 10.07.2009: |
| Zitat: "Wie gehen Sie mit (Near) Duplicate Content um? Die deutschsprachigen Seiten sixt.de, sixt.at und sixt.ch werden doch wahrscheinlich große Überschneidungen haben. ... Ich denke aber, dass man hier dreimal verschiedenen Content anbieten sollte."
Gibt es immer noch keine andere Lösung für dieses Thema? |
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| Markus Hövener schrieb am 10.07.2009: |
| Wenn man das Problem gar nicht erst haben möchte, darf man eben pro Sprache nur eine Seite haben. Das will Sixt offenbar nicht.
Und dann bleiben nur zwei Alternativen:
a) Man lebt mit den Konsequenzen (die meiner Meinung nach derzeit nicht relevant sind)
b) Man schreibt für jedes Land separaten Content. |
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| Marcell Sarközy schrieb am 25.07.2009: |
| Guten Tag Herr oder Frau Gellner,
wie Herr Markus Hövener ganz richtig schreibt, ziehen wir drei Versionen bei Sixt vor, also jeweils eine Seite für DE, AT und CH. Hier sollen dann z.B. auch Unterschiede in der lokalen Anrede berücksichtigt werden. Zudem möchte der User ein gewisses Nationalgefühl bekommen, warum soll ein Österreicher auf einer DE oder CH Seite buchen müssen? Von daher tendiere ich generell zu den drei Versionen. Wir sind also bemüht dann auch dreimal verschiedenen Textcontent anzubieten. Sind Sie auch mit dieser Problematik konfrontiert? Wenn ja, wie handhaben sie diese? Vielleicht könnten wir uns hier austauschen oder ergänzen.
Beste Grüße,
Marcell Sarközy |
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