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Google AdWords-Werkstatt:
Der Display Ad Builder als Anzeigenbaukasten

Wer mit Bannern auf anderen Websites werben möchte, kann dies schon lange über das Content-Netzwerk von Google AdWords machen. Dem schnellen Start einer Banner-Kampagne steht aber oftmals eine Hürde entgegen: Es werden erstmal Banner benötigt. Soll statt einem einfachen Banner gleich eine interaktive Rich-Media-Anzeige zum Einsatz kommen, dann reichen die Grundkenntnisse zur Bildbearbeitung hier oft nicht aus.

Um den Erstellungsaufwand zu minimieren und so mehr Werbetreibenden die Nutzung von Display-Anzeigen zu ermöglichen, stellt Google den Display Ad Builder bereit, der vor kurzem auch ins neue AdWords-Interface überführt wurde. Damit lassen sich schnell und einfach Display-Anzeigen nach dem Baukastenprinzip zusammenstellen, ohne dass besondere Vorkenntnisse notwendig wären. Aus einer wachsenden Zahl von Vorlagen wählt man dazu eine aus und passt sie an die eigenen Bedürfnisse an. Texte und Bilder, neuerdings sogar Videos, werden an vordefinierten Stellen eingefügt. Nebenbei wird die Anzeige auch gleich in allen verfügbaren Größenvariationen erstellt.

Der typische Nachteil des Baukastensystems ist natürlich der, dass der Kreativität Grenzen gesetzt sind. Beim Display Ad Builder geschieht das in Form der Vorlagen, bei denen man nur noch einige Farben, Texte und Bilder anpassen kann. Größen oder Platzierungen von Elementen sind nicht beeinflussbar und bei längst nicht jedem Element kann eine Hintergrundfarbe gesetzt werden. Einige Vorlagen sind besonders speziell, z.B. eine zum Muttertag, die ein Foto von Mutter und Kind enthält. Hier bleibt wenig Raum für Individualisierung, so dass man als Werbetreibender prinzipiell damit rechnen muss, dass die eigene Anzeige einer Anzeige der Konkurrenz zum Verwechseln ähnlich sehen könnte. Derzeit wird das wohl nicht oft passieren: Es gibt aktuell 93 verschiedene Vorlagen, weitere sollen folgen.

Einrichtung von Display Ads

Abbildung 1: Vorlage auswählen

Um den Display Ad Builder zu nutzen, klickt man im neuen AdWords-Interface auf "Neue Anzeige" und dann auf "Tool zur Erstellung von Display-Anzeigen". Im ersten Schritt entscheidet man sich für eine Vorlage (siehe Abbildung 1). Unter den allgemeinen Vorlagen findet man thematisch unspezifische Vorlagen, die man für fast alles verwenden kann. Die meisten davon beginnen mit unterschiedlich auffälligen Animationen oder Einblendeffekten. Auch speziellere Kategorien mit Vorlagen sind vorhanden, darunter saisonale Vorlagen mit Motiven zu Frühling, Sommer und einzelnen (zum Teil amerikanischen) Feiertagen. Die weiteren Spezialkategorien drehen sich um die Themen Einzelhandel, Finanzen, Reisen, Technik und Unterhaltung. Zusätzlich lassen sich die Vorlagen nach Neuheit, Beliebtheit und Klickrate sortieren. In Punkto Beliebtheit finden sich auf den ersten zwanzig Ränge nur allgemeine Vorlagen.

Abbildung 2: Parameter einstellen

Hat man sich für eine Vorlage entschieden, geht es an das Erstellen der eigentlichen Anzeige (siehe Abbildung 2). Dieses erinnert entfernt an die guten alten Textanzeigen: Es gibt, je nach Vorlage, eine feste Anzahl von Textfeldern für Überschriften, Textzeilen und URLs. Anders als bei Textanzeigen gibt es bei Display-Anzeigen keine feste Zeichenbegrenzung. Praktisch stößt man aber schnell an Grenzen, weil der Platz in den Vorlagen eben nicht unbegrenzt ist. Einfluss darauf hat auch die Schriftart, welche sich für Überschriften und Textzeilen jeweils einzeln einstellen lässt, ebenso wie die Textfarbe.

Auch Hintergrundfarben lassen sich oftmals einstellen, teils von der ganzen Anzeige, teils auch für einzelne Flächen in der Anzeige. In viele Vorlagen lassen sich außerdem Abbildungen einfügen, etwa Logos oder Produktbilder. Gerade mit Bildern lassen sich die Anzeigen in vielen Fällen enorm aufwerten - ganz ohne Bildmaterial kommt man also auch beim Display Ad Builder nicht aus.

Rich Media Ads

Im Zusammenhang mit Bildern sind Vorlagen aus der Kategorie Rich Media besonders hervorzuheben, da diese oft Bildlaufleisten, Tabs oder Diashows enthalten. Hier werden gleich mehrere Bilder hinterlegt; der Betrachter kann dann später interaktiv steuern, welches Bild er im Vordergrund betrachten will. Pro Bild kann eine Ziel-URL angegeben werden, auf die der Besucher nach einem Klick gelangt. Innerhalb der Anzeige kann der Betrachter also mehrere Produkte ansehen und sich für eins davon entscheiden, um dann gleich auf die passende Seite in einem Shop zu gelangen. Der Advertiser bekommt also einen besonders qualifizierten Besucher für seinen Shop. Möglicher Nebeneffekt: Uninteressierte Betrachter klicken sich gar nicht erst bis zum Shop durch und verursachen damit auch keine Kosten.

Abbildung 3: Varationen

Hat man die Anpassung der Vorlage soweit abgeschlossen, sollte man sich noch mit den Größenvariationen befassen. Prinzipiell ist es nicht verkehrt, die Anzeige gleich in allen verfügbaren Formaten bereit zu stellen. In einer gemeinsamen Vorschau lassen sich dazu gleich alle möglichen Größen nebeneinander anzeigen. Spätestens hier wird aber in den meisten Fällen klar, dass die erstellte Anzeige nicht in allen Größenvariationen optimal aussieht. So können z.B. Bilder in besonders kleinen Formaten schlecht erkennbar sein. Einen großen Unterschied machen jedoch die Textelemente aus, die man bei größeren Formaten vielleicht etwas weiter ausführen möchte, welche aber bei kleineren Formaten einfach abgeschnitten werden. So wird man entweder nur kurze Textelemente verwenden, oder aber doch verschiedene Varianten der Anzeige für unterschiedliche Formate erstellen müssen.

Nach dem Speichern der Anzeige steht diese schließlich im AdWords-Interface bei den anderen Anzeigen und kann ganz normal geschaltet werden (natürlich wie üblich erst nach Freischaltung). Kleiner Wermutstropfen: Die gerade erstellte Anzeige lässt sich nicht zu anderen Netzwerken mitnehmen, dafür sorgt schon der Schriftzug "Ads by Google", der in jede Vorlage fest integriert ist.

 

Fazit

Der Display Ad Builder eröffnet vielen Advertisern neue Möglichkeiten. Die verfügbaren Vorlagen reichen bereits aus, um attraktive Display-Anzeigen zu erstellen. Wer ganz spezielle Anzeigen braucht, ist mit Googles Baukasten aber schlecht bedient. Google hat zwar einen Ausbau der Vorlagen angekündigt, doch ist nicht damit zu rechnen, dass demnächst eine große Auswahl für eine Vielzahl von Spezialthemen veröffentlicht wird. Freuen dürfen wir uns aber vermutlich noch auf einen ganzen Stoß weiterer allgemeiner Vorlagen und Vorlagen für Rich-Media-Anzeigen. Die erste Vorlage für eine Click-to-Play Video-Anzeige ist auch gerade freigeschaltet worden.

Unabhängig von den verfügbaren Vorlagen spricht ein Argument ganz klar für den Display Ad Builder: Die Benutzung geht so einfach von der Hand, dass man problemlos innerhalb von fünf Minuten eine fertige Anzeige kreieren kann. Daher kann man jedem Advertiser nur raten, diese fünf Minuten einfach mal zu investieren und das Tool auszuprobieren.

 

Über den Autor

Martin Röttgerding arbeitet als Berater bei der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion.

Email: martin.roettgerding@bloofusion.de

Kommentare

Paul schrieb am 02.07.2009:
Mich würde nur interessieren ob man die erstellte Werbung auch einfach abspeichern kann und außerhalb von AdWords nutzen kann und darf.
Martin schrieb am 02.07.2009:
Das dürfte vergleichsweise schwierig sein. Das "Ads by Google" müsste man aus rechtlichen Gründen sicher entfernen und die Ziel-URL würde man ja auch ändern wollen. Wer solche Änderungen problemlos vornehmen kann, der braucht wahrscheinlich keinen Display Ad Builder, sondern macht sich seine Anzeigen gleich selbst.
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