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Schlusswort:
SEO 2.0 kommt

Ich habe gerade einige alte SEO-Artikel (so von 2002 und 2003) auf Aktualität überprüft. Zugegeben, einige davon stimmen in Teilbereichen nun wirklich nicht mehr, aber im Kern gab's eigentlich kaum Änderungen: Content is King galt auch schon 2002 und auch vor sechs Jahren brauchte man schon Links, um's bei Google auf die vorderen Ränge zu schaffen.

Ja, Google ist bei den Links vielleicht ein bisschen wählerischer geworden, kann mit dynamischen URLs besser umgehen und hat auch ein paar Sachen dazugelernt (XML-Sitemaps, nofollow-Links, Canonical-Tag, ...). An kleinen Stellschrauben wird immer wieder gerne gedreht, aber grundlegend hat sich eigentlich schon lange nichts mehr geändert.

Das ist mir vor einigen Tagen auf der SMX in München wieder klar geworden. Eigentlich komme ich ja eher von der technischen Seite und freue mich daher auch immer über technische Vorträge. Nur, dass es diesmal einfach keine gab. Kein Vortrag über Ranking-Faktoren, wie man ihn schon so oft gehört hat. Nichts über Sitemaps oder PageRank-Sculpting. Warum auch?

Wenn das technische SEO Version 1.0 war, dann kommt jetzt eindeutig 2.0. Da gab es z.B. auf der SMX einen guten Vortrag vom Kollegen Schirmbacher über die Vertragsgestaltung zwischen Unternehmen und SEO-Agenturen. Oder ein anderer Vortrag über Inhouse-SEOs. Oder über die Zukunft der Suchmaschinen. Das ist ein klares Zeichen: Es geht um Geld. Vergesst Sitemaps, PageRanks und h1-Überschriften. Jetzt kommt SEO 2.0.

Da sagt mir doch der Taxifahrer auf der Rückfahrt von der SMX, dass man ihm geraten hätte, vor dem Konferenzhotel auf das Ende der Konferenz zu warten, weil die SMX-Teilnehmer alle schnellschnellschnell zum Flughafen wollen und auch mit Trinkgeld nicht geizen. Vielleicht war das nur ein unglaublich geschickter Versuch, an üppiges Trinkgeld zu kommen (quasi das Offline-Äquivalent zu intelligentem Linkbait).

Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass er Recht hatte. Ich habe schon lange keinen SEO mehr gesprochen, der sich über zuviel Zeit, Arbeitsarmut oder Armut an sich beklagen würde. Im Gegenteil: Wir vom suchradar "leiden" sogar darunter, denn viel zu oft wurden in letzter Zeit Gastbeiträge wieder zurückgenommen, weil die Autoren einfach keine Zeit zum Schreiben fanden.

Das Interesse an SEO wird mit Sicherheit nicht abnehmen und irgendwie glaube ich auch nicht, dass es bald so viele gute SEOs gibt, dass das Angebot die Nachfrage übersteigt. Zeit wird also nach wie vor ein knappes Gut bleiben.

Auf dem Rückflug von der SMX kam mir dann aber auch der Gedanke, dass die SMX auch ein gutes Beispiel dafür war, dass es nicht nur um Geld geht. Viele SEOs sind einfach nur unglaublich nette Kerle, die Spaß an ihrer Arbeit haben und bei denen es definitiv primär nicht ums Geld geht. Und das ist doch eine gute Voraussetzung für das, was noch kommt...

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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Ausgabe 24 (6. Juli 2010)

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