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17 > Page Segmentation
Page Segmentation und SEO:
Wie Suchmaschinen mit Blöcken umgehen
Page Segmentation ist ein relevantes Thema, das nicht unbedingt neu ist und in vielen SEO-Blogs und -Portalen vielleicht zu Unrecht selten erwähnt wird. Es geht dabei darum, dass eine Suchmaschine eine Seite nicht als Ganzes sieht, sondern diese Seite in verschiedene Blöcke unterteilt, z.B. Content-Bereich, Footer, linke Navigation, rechte Navigation, Top-Navigation.
Bitte beachten Sie: Fast alles in diesem Artikel ist (wie so oft bei Themen rund um SEO) spekulativ. Es gibt aber durchaus viele Patente, die darauf hindeuten, dass Suchmaschinen Page Segmentation einsetzen oder planen, dies zu tun. Auch gibt es viele Effekte, die man durchaus mit Page Segmentation begründet kann.
So hat Yahoo schon vor einigen Jahren [1] einen Stil namens "robots-nocontent" eingeführt, mit dem man einzelne Teile einer Seite für die Yahoo-Suchmaschinen sperren kann. Wenn man den Stil z.B. so einbaut, wird der Inhalt zwischen den umschließenden Tags von Suchmaschinen ignoriert:
<p class="robots-nocontent">
Dieser Text wird von Suchmaschinen ignoriert.
</p>
Auch Google hat unlängst ein Experiment durchgeführt [2], das interessant ist. So wurde von einem Suchergebnis aus direkt auf eine Sprungmarke innerhalb einer Seite verlinkt. Wenn Google der Meinung war, dass ein bestimmter Teil einer Seite zur Suchanfrage passte und dort zudem eine Sprungmarke (<a name="Sprungmarke">) existierte, verwies Google in dem Testversuch auch direkt auf diese Sprungmarke. In den produktiven Einsatz kam dieses Feature bislang nicht, aber hier sieht man, dass Google Seitenteile (Blöcke) auch interessant findet.
Gründe für Page Segmentation
Das Unterteilen einer Seite ergibt für Suchmaschinen aus vielen Gründen Sinn. Ein Beispiel: Eine Seite besteht aus zwei thematisch getrennten Nachrichten. In der einen Nachricht kommt das Wort "ferienhaus" vor, in der zweiten Nachricht erscheintdas Wort "nordsee". Eine Suchmaschine, die eine solche Seite analysiert, könnte diese für die Suchanfrage "ferienhaus nordsee" als Ergebnis liefern, obwohl sie praktisch nicht relevant ist.
Auch passiert es oft, dass einzelne Wörter nur im "Boiler Plate" vorkommen, also in Bestandteilen, die auf allen Seiten identisch sind (z.B. im Footer einer Seite). In derartigen Fällen sollten Suchmaschinen eigentlich vermeiden, dass diese Wörter als relevant eingestuft werden -eine Methodik, die man mit dem Umgang der Suchmaschine Google mit Meta Descriptions vergleichen kann: Wenn alle Seiten einer Website dieselbe Meta Description tragen, wird diese meistens ignoriert. Erst wenn man Seiten individuelle Beschreibungen gibt, werden diese verwendet.
Die Implementierung von Page Segmentation hilft auch ein wenig im Kampf gegen Spam. Bei einigen Websites ist es nach wie vor so, dass mehrere Absätze Text in einer <div>- oder <p>-Umgebung am Ende der Startseite deponiert werden. Einige SEO-Agenturen nutzen dieses Vorgehen, da man so die Startseite eines Kunden gut auf Suchbegriffe ausrichten kann, ohne dass der Kunde selber Hand an seine Startseite legt. Derartigen Methoden würde Page Segmentation entgegenwirken, da man so die Sektion am Ende einer Seite als nicht primär wichtig erkennen und entsprechend abwerten könnte.
Und schlussendlich könnte Page Segmentation auch Auswirkungen auf das etablierte Ranking-Paradigma haben. Wenn eine Seite aus mehreren Beiträgen zu unterschiedlichen Themen besteht, würde diese Seite bei klassischen Auswertungen kaum Chancen auf gute Rankings haben. Mit Page Segmentation aber könnte eine Suchmaschine diese Seite in drei thematische Blöcke aufteilen und jedem Block eine eigene "Chance" für entsprechende Rankings geben. Hierzu müssten Website-Betreiber aber dazu übergehen, Sprungmarken für die einzelnen Bereiche zu definieren, damit eine Suchmaschine direkt an den entsprechenden Block springen könnte.
Probleme
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Abbildung
1: Einteilung einer Seite in Blöcke
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Dass Page Segmentation nicht einfach zu programmieren ist, sieht man am Beispiel (siehe Abbildung 1). Dort gibt es Bereiche, die sich niemals ändern (z.B. die Top-Navigation), die sich selten ändern (in der linken Navigation kommt einmal pro Monat ein neuer Link dazu) und solche, die sich oft ändern (in der rechten Navigation kommen permanent neue Links auf Artikel hinzu).
Die Entscheidung, welche Bereiche als Blöcke erkannt werden und wie dann mit dieser Entscheidung umgegangen wird, ist also nicht leicht.
Hilfe
Wie so oft, wenn Entscheidungen automatisiert getroffen werden, ist man also gut beraten, Suchmaschinen die Entscheidung abzunehmen bzw. zu erleichtern. Prinzipiell gibt es unterschiedliche Algorithmen, um Zusammenhänge zu erkennen. An die Fähigkeiten des Menschen, Strukturen zu erkennen, werden diese aber nicht so schnell heranreichen.
Im Allgemeinen kann man schon anraten, den Quell-Code so aufzubauen, dass Strukturen klar zu erkennen sind. Viele Optimierer bevorzugen hier den Einsatz von CSS, auch wenn tabellenbasierte Layouts sicherlich nicht per se benachteiligt sind.
Wer z.B. einen Teaser-Text nebst Bild auf seiner Website einfügt, könnte das wie folgt machen:
<p>
Hier kommt der Text
<img src="..." align="right">
</p>
In diesem Fall hätte ein Algorithmus leichtes Spiel, weil das Bild innerhalb der <p>-Umgebung liegt und damit eindeutig dem Absatz zugeordnet werden kann. Schwieriger wird es, wenn man ein tabellenbasiertes Layout wählt, z.B.:
<table>
<tr>
<td>Hier kommt der Text</td>
<td><img src="..."></td>
</tr>
</table
Die Entscheidung, ob diese beiden Elemente einen Block bilden, kann man also zunächst nicht auf Basis des Codes selber schließen. Eine Suchmaschine müsste hier den HTML-Code interpretieren und versuchen, die Zusammengehörigkeit von Elementen auf Basis der Positionen und Ausmaße zu ermitteln - ein schwieriges und fehlerträchtiges Vorgehen.
Implikationen
Falls Suchmaschinen das Thema Page Segmentation konsequent umsetzen, kann das verschiedene Implikationen haben. So könnten alle Suchbegriffe, die im Boiler Plate vorkommen, dramatisch abgewertet werden (je nach Meinung ist das auch schon der Fall). Website-Betreiber sollten also auf jeden Fall sicherstellen, dass die Suchbegriffe im regulären Content-Bereich aufgegriffen werden und nicht z.B. nur im Footer auftauchen.
Auch könnte Page Segmentation Auswirkungen auf die interne Verlinkung haben. So könnten Links aus dem Content-Bereich im Vergleich zu Links aus den Navigationselementen als wichtiger angesehen werden. Wenn es also einen textlastigen Block auf einer Seite gibt, der zudem direkt auf eine Unterseite verlinkt, könnte dieser Link ein hohes internes Gewicht haben.
Und wenn konstante Blöcke aus dem Template schon abgewertet werden, sollte das auch Auswirkungen auf ausgehende Links haben, die einige Website-Betreiber immer noch gerne im Footer unterbringen. Dass Footer-Links recht wertlos sind, ist wohl mittlerweile von der Mehrheit akzeptiert. Ob die Abwertung der Footer-Links aber Ergebnis der Implementierung von Page Segmenation ist oder auf einem anderen Algorithmus basiert, ist natürlich unklar. Auf jeden Fall bietet sich Page Segmentation für solche Analysen an.
[1] http://searchengineland.com/yahoo-supports-new-robots-nocontent-tag-to-block-indexing-within-a-page-11120
[2] http://searchengineland.com/google-testing-enhanced-listings-pagelinks-auto-spelling-correction-15819
Fazit
Page Segmentation, also das Zerlegen einer Seite in Blöcke, ist ein durchaus interessantes Konzept, das für Suchmaschinen aus verschiedenen Gründen sehr attraktiv erscheint. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte Suchmaschinen rechtzeitig in ihrer Entscheidungsfindung unterstützen (CSS-basiertes Layout, Einbau von Sprungmarken bei multithematischen Seiten).
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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