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Kurz angetestet:
StormOptimiser

DC Storm, ein britisches Unternehmen, das vor einigen Jahren von ehemaligen Altavista-Mitarbeitern gegründet wurde, bietet eine Software-Suite namens StormIQ an. Diese ASP-Lösung haben wir einem kurzen Test unterzogen, um herauszufinden, für wen sich StormIQ eignet und welche Aufgaben man damit lösen kann.

StormIQ besteht derzeit aus zwei Bestandteilen:

(1) StormOptimiser: Ein Tool zum Management und zur Optimierung von PPC-Kampagnen
(2) StormAnalytics: Ein Web-Analyse-Tool, das sehr umfangreiche Daten über Besucherströme sammelt

StormAnalytics ist ein sehr ausgefeiltes Analytics-System, dessen Einsatz allerdings nicht zwingende Voraussetzung für die Nutzung von StormOptimizer ist. Die Minimalanforderung besteht lediglich darin, die Landing Pages und die Conversion Pages mit dem Code von StormAnalytics zu versehen. In diesem Fall sind allerdings viele Daten, die vielleicht für die spätere Optimierung einer Kampagne benötigt werden, nicht verfügbar. So könnte man ohne flächendeckenden Einsatz von StormAnalytics z.B. nicht ermitteln, wie die Absprungrate (Bounce-Rate) von Besuchern ist oder ob Besucher mehrfach über verschiedene Kanäle auf die Website gelangt sind, bevor sie eine positive Kaufentscheidung gefällt haben.

Der StormOptimiser basiert also auf den über StormAnalytics verfügbaren Daten wie Besuchsdauer, Käufe, Umsätze oder Absprungraten. Hier zeigt StormOptimiser dann auch seine Vorteile gegenüber einem System, das nur auf Basis der vom PPC-Netzwerk gelieferten Daten Entscheidungen treffen muss.

Im StormOptimiser gibt es "Profile", die bestimmte Aufgaben definieren und auf drei Schritten basieren:

Schritt 1: Profil anlegen
Hier werden aus der Datenbank heraus die Datensätze selektiert, die für eine Betrachtung sinnvoll sind. So kann man z.B. nach Suchbegriffen suchen, die in letzter Zeit zwar mehr als 150 Klicks erzeugt haben, aber zu keiner Conversion geführt haben. Die Anfragen können beliebig komplex werden und auf der Verknüpfung vieler unterschiedlicher Parameter beruhen. Die Profile können auf Kampagnen-, AdGroup-, Keyword- oder Creative-Level angelegt werden.

Abbildung 1: Anlegen eines Tasks

Schritt 2: Task anlegen
Wenn die Daten im ersten Schritt ermittelt wurden, müssen Taten folgen. Diesen sogenannten Task legt man im zweiten Schritt fest, z.B. bei Keywords das Senken der Gebote um X Prozent oder das Abschalten von Keywords.

Schritt 3: Schedule anlegen
Profile können manuell gestartet werden oder regelmäßig ausgeführt werden. Der sogenannte Schedule legt fest, wann ein bestimmtes Profil nebst Task ausgeführt werden soll.

Praktisch ist bei der Arbeit mit StormIQ auf jeden Fall, dass das gesamte System bzw. die Darstellung der Daten auf Microsoft Excel basiert. Es ist also sehr einfach, Daten zu kopieren, zu manipulieren, abzuspeichern oder anders weiterzuverarbeiten.

Insgesamt kann StormOptimizer übrigens mit allen relevanten PPC-Netzwerken (Google AdWords, MSN und Yahoo) umgehen. Die Synchronisierung zwischen dem jeweiligen Account und StormOptimiser kann jederzeit erfolgen, d.h. es ist nach wie vor möglich, Kampagnen manuell zu ändern (z.B. mit dem Google AdWords Editor oder dem Web-Interface). Werden Keywords gelöscht, neue Werbungen hinzugefügt oder verändert, merkt StormOptimiser das und übernimmt die Änderungen in sein System.

Interessant sind auf jeden Fall die Möglichkeiten, Keywords mit sogenannten Flags zu versehen, um diese später auszuwerten. Insbesondere bei sehr großen Keyword-Mengen können derartige Markierungen sinnvoll sein. So ist es z.B. möglich, dass ein bestimmter Account Manager eine Keyword-Menge mit dem Flag "Testmenge von Account Manager X" versieht, um diese gezielt behandeln zu können.

Ebenfalls hilfreich ist ein Feature namens Kapital-Verteilungen. Nicht immer sind Käufer in einem Shop so zielstrebig, dass sie auf eine Werbung klicken, das gewünschte Produkt aussuchen und es direkt bestellen. Vielleicht suchen sie es noch in anderen Shops, kommen später noch mal wieder und entscheiden sich dann erst. Um bei derartigen Situationen gerechte Zuordnungen zu machen, kann man einstellen, ob in diesem Fall der erste oder der letzte Besuch zählt oder ob der Wert der Bestellung auf die unterschiedlichen Kontakte verteilt wird. Wenn ein Besucher also beim ersten Besuch über eine Werbung und beim zweiten Besuch über ein organisches Listing kommt, würde der Wert der Bestellung beiden Besuchen bzw. dessen Kanälen jeweils zur Hälfte zugewiesen.

Bei StormOptimiser ist es übrigens auch möglich, externe Datenquellen einzubinden. So könnte man aus einer Datenbank heraus Produktpreise AdGroups zuordnen, so dass diese Produktpreise in der jeweiligen Ad erscheinen. Auch könnte man Keywords deaktivieren, wenn das zu dem Keyword gehörende Produkt als derzeit nicht lieferbar gespeichert ist.

Eindruck

StormOptimiser ist ein sehr mächtiges System, das z.T. gänzlich anders als andere Bid-Management-Systeme funktioniert. Insgesamt ist StormOptimiser ein eher manuelles System, das definitiv nicht als Black-Box funktioniert. Bei anderen Systemen würde man z.B. klare Ziele definieren (z.B. Kosten pro Bestellung = X Euro). Bei StormOptimiser muss man zunächst Regeln und Maßnahmen definieren, um eine ähnliche Funktionalität zu erreichen. So würde man z.B. ein Profil definieren, das alle Keywords selektiert, deren Cost per Order über dem Soll liegt und die Gebote dieser Keywords dann entsprechend runterbieten. Analog bräuchte man dann auch noch ein Profil, um Keywords mit einem Cost per Order unter dem Soll hochbietet.

Wer also eine Out-of-the-Box-Lösung sucht, bei der man einfach ein Ziel definiert und der Rest dann schon vom System erledigt wird, wird mit StormOptimiser wohl eher nicht glücklich. Dafür ist die Einarbeitungszeit für das System etwas hoch. Immerhin werden dem System viele vorab definierte Profile mitgelieferte, um typische Standardaufgaben abzubilden.

StormOptimizer und StormAnalytics sind eher für Unternehmen mit vielen AdWords-Kampagnen und vor allem auch für Agenturen gedacht, die sehr große Mengen an Kunden, Keywords und Werbungen verwalten. Die Ausrichtung auf Agenturen zeigt sich z.B. dadurch, dass es möglich ist, Aufschläge auf CPC oder CPA zu definieren, damit die Gebühren der Agenturen direkt in die Daten einfließen, die der Kunde zu Gesicht bekommt.

Der Preis für StormIQ hängt im Wesentlichen von der Anzahl der Seitenabrufe (StormAnalytics), der Summe der Adspends (StormOptimiser), der Verhandlungsposition und dem Verhandlungsgeschick ab. Grundsätzlich muss man hier bei niedriger PI-Anzahl von einem dreistelligen Fix-Betrag und ca. 3% vom Spend ausgehen.

Interessant ist auf jeden Fall, dass die Kosten jeweils für die Summe alle PIs und Werbeausgaben gelten. Es ist also für das an DC Storm zu zahlende Salär egal, ob die PIs mit nur einem Kunden oder aufsummiert mit 100 Kunden zustandekommen. Fairerweise muss man natürlich sagen, dass die Kosten für die jeweilige API-Nutzung (Beträge, die für die Nutzungen der Schnittstellen zu z.B. Google AdWords) vom Kunden getragen werden und die Kosten für die Nutzung des Systems noch ein wenig in die Höhe treiben.


Fazit

StormIQ mit seinen beiden Bestandteilen StormAnalytics (Web-Analyse) und StormOptimiser (PPC-Kampagnen-Management) ist ein sehr mächtiges Werkzeug, das sich eher für Unternehmen mit vielen, großen Kampagnen und vor allem für Agenturen eignet. Das Bid-Management erfolgt über sogenannte Profile, über die zunächst bestimmte Aspekte einer Kampagne betracht werden, um dann automatisiert Maßnahmen folgen zu lassen.

 

Über den Autor

Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

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Ausgabe 22 (2. März 2010)

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