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Google AdWords Werkstatt:
Das neue AdWords-Interface - auf Workflow optimiert

Seit kurzem steht vielen AdWords-Kunden die Beta-Version einer neuen Oberfläche zur Verfügung. Obwohl Google derzeit noch viel daran weiterentwickelt und verändert, haben wir schon mal einen Blick riskiert.

Abbildung 1: Das neue Interface in Aktion

Vielleicht die wichtigste Neuerung der neuen Oberfläche ist der deutlich höhere Bedienkomfort. Dank viel Ajax und Javascript entfällt das Durchklicken von Seite zu Seite; stattdessen werden neue Elemente einfach eingeblendet. Wenn man also z.B. eine Anzeigengruppe ansehen möchte, klickt man einfach auf die passende Kampagne, worauf die Anzeigengruppen eingeblendet werden. Ein weiterer Klick und die Inhalte der Anzeigengruppe erscheinen. Bei der alten Oberfläche hätte man dafür zwei komplette Seiten neu laden müssen - man spart also eine Menge Zeit. Noch schneller lassen sich jetzt Änderungen durchführen. Um beispielsweise ein Kampagnenbudget zu ändern genügt ein Klick auf die aktuelle Budgetangabe in der tabellarischen Übersicht, um diese an Ort und Stelle zu ändern (sog. "In-line Editing").

Auch von der Optik und der Übersicht her kommt die neue Oberfläche deutlich flotter daher als die alte. In einer linken Spalte findet sich eine Übersicht der Kampagnen, welche stark an den Windows-Explorer erinnert. Kampagnen lassen sich aufklappen, dann werden die enthaltenen Anzeigengruppen auch noch angezeigt. Ein Klick auf eine Kampagne oder Anzeigengruppe lädt diese in den Hauptbereich. Unterhalb dieses "Kampagnen-Explorers" findet sich eine Übersicht mit Hilfe-Themen, die irgendwie mit der aktuellen Ansicht zusammenhängen. Die Ansicht der Hilfe-Themen lässt sich minimieren, man kann aber auch gleich die ganze linke Spalte wegklappen, um den Hauptbereich zu vergrößern.

Im Hauptbereich fällt zunächst der Graph auf, der ganz zentral angezeigt wird. Dieser zeigt immer eine auswählbare Größe (z.B. CPC, Conversions, etc.) über den aktuell ausgewählten Zeitraum im aktuellen Kontext an. Auf der Kampagnenübersicht gilt der Graph für alle Kampagnen, betrachtet man eine Anzeigengruppe, gilt der Graph für diese usw. Derzeit lässt sich auch noch eine zweite Größe zur Anzeige auswählen, so dass man z.B. Klicks und Conversions nebeneinander betrachten kann.

Unter dem Graphen befindet sich meistens eine tabellarische Übersicht. Über Reiter lässt sich zunächst auswählen, was dort eigentlich angezeigt werden soll. Auf der obersten Ebene umfasst das unter anderem Kampagnen, Anzeigengruppen, Anzeigen und Keywords. Das ist schon mal ein großer Unterschied zum alten Interface, bei dem man auf der obersten Ebene nur Kampagnen sieht. Nun kann man sich z.B. alle Keywords im gesamten AdWords-Konto anzeigen lassen oder man klickt sich in eine Kampagne und sieht dann alle Keywords der gesamten Kampagne. In der Tabelle stehen dann die üblichen Statistiken wie Klicks, Impressions usw. Welche Spalten in welcher Reihenfolge angezeigt werden, lässt sich einstellen. Interessant werden diese tabellarischen Ansichten im Zusammenhang mit den Filterfunktionen, die das neue Interface bietet. Mit diesen kann man nach jeder Spalte der Tabelle filtern, etwa um sich nur Keywords anzeigen zu lassen, die eine bestimmte Mindestanzahl von Klicks aufweisen und das Wort "billig" enthalten.

Ein typischer Anwendungsfall: Man lässt sich alle Keywords mit mindestens 50 Euro an Kosten, ohne Conversion und mit Status "Aktiv" anzeigen. In der Tabelle klickt man dann bei einigen Keywords auf die Gebote und senkt diese, bei anderen klickt man auf das grüne Statussymbol und pausiert das Keyword. Was mit der alten Oberfläche viel Zeit fürs Suchen und Ändern gekostet hätte, geht mit dem neuen Interface sehr viel schneller. Ein kleiner Wermutstropfen: Wer sich nur auf die Filter verlässt, bekommt auch nur noch die Informationen zu sehen, nach denen er fragt. Gibt es z.B. zwei sehr ähnliche Keywords mit je 25 Euro an Kosten, ohne Conversion und mit Status "Aktiv", würde man diese vielleicht wie ein Keyword mit 50 Euro an Kosten behandeln wollen. Wer sich nach der alten Methode durch die Anzeigengruppen wühlt, findet solche Fälle viel eher als jemand, der nur auf Filter setzt.

Integration von Suchanfragenberichten

Extrem praktisch ist die Integration von Suchanfragenberichten in die neue Oberfläche. Nun lassen sich zu selektierten Suchbegriffen auch gleich die konkreten Suchanfragen anzeigen, bei denen für die eingebuchten Suchbegriffe Klicks stattgefunden haben. Der Aufruf kann schon mal einen Moment dauern, fühlt sich aber deutlich schneller an, als das Erzeugen eines vergleichbaren Suchanfragenberichts über das Berichtcenter der alten Oberfläche.

Auch bei den Suchanfragenberichten begeistert wieder die schöne Einbindung in den Workflow. So lässt sich jede Suchanfrage selektieren und entweder als Suchbegriff samt Gebot oder als ausschließendes Keyword hinzufügen.

Placements

Eine weitere Neuerung gibt es bei der Verwaltung von Placements im Content-Netzwerk. Diese lassen sich nun, ebenso wie Keywords, Anzeigen und Anzeigengruppen, auf jeder Ebene anzeigen, so dass man z.B. alle Placements aller Kampagnen auf einmal betrachten kann. Wie alles andere lassen sich auch Placements filtern und per In-line Editing bearbeiten.

In der alten Oberfläche gibt es Angaben zu Placements nur, wenn ein Placement explizit gebucht wurde. Bei Anzeigen, die über Keywords im Content-Netzwerk geschaltet werden, erfährt man die konkreten Websites nur, indem man sich einen Bericht zum Anzeigenplacement generieren lässt. Die neue Oberfläche zeigt einfach alle Placements direkt an, unterteilt nach ausgewählten und automatischen Placements. Statistiken werden hier jeweils für Domains angegeben. Für einzelne Domains lässt sich aber ein sog. URL-Bericht anzeigen, der die Domain-Statistiken nach konkreten URLs aufschlüsselt. Analog zum Suchanfragenbericht lassen sich hier URLs fest einbuchen oder ausschließen.


Fazit

Das AdWords-Interface wandelt sich von einer Website zu einer Web-Anwendung. Viele Neuerungen erleichtern Standard-Prozesse - nicht zuletzt, weil vieles einfach sehr viel schneller geht. Die ein oder andere Fehlermeldung und gelegentliche Änderungen verdeutlichen, dass am Interface derzeit noch gewerkelt wird. Dass hier aber ein echter Fortschritt gelingt, dürfte außer Zweifel stehen.

 

Über den Autor

Martin Röttgerding arbeitet als Berater bei der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion.

Email: martin.roettgerding@bloofusion.de

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