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Schlusswort:
Manchmal ist weniger mehr...

Vor einigen Monaten wurden wir um ein Angebot für einen interessanten Kunden gebeten. Das Angebot haben wir natürlich abgegeben - aber wir waren wie üblich nicht die einzigen im Rennen. Ein paar Tage später schickte mir der Kunde ein Angebot einer anderen Agentur mit der Frage, ob wir das so auch zu diesem Preis machen könnten.

Naja, meistens sind wir da zumindest ein bisschen flexibel, aber in diesem Fall verstand ich schon das Angebot nicht. Da stand was von zig-tausend "Keys", auf die man optimieren würde und massige Verlinkung und so. Aber wie das alles zusammenpassen sollte und wie das alles später aussehen sollte, stand da nicht. Aber es gab eben zig-tausend "Keys".

Ich gab dem Kunden noch mit auf den Weg, dass ich es generell für gut halte, wenn man auch versteht, was eigentlich Gegenstand eines Angebots ist. Danach wurde es irgendwie still und das Unternehmen entschied sich für die andere Agentur mit den zig-tausend "Keys".

Hier könnte die Geschichte zu Ende sein, aber das Unternehmen meldete sich vor einigen Wochen wieder, weil eben doch alles nicht so rosig läuft. Und dann erinnerte ich mich an den ersten SEO-Artikel ("You Get What You Pay For"), den ich 2001 geschrieben hatte.

Damals gab es noch viele Kunden, die sich in 100.000 (oder besser: 250.000) Verzeichnisse oder Suchmaschinen eintrugen und für derlei Leistung auch noch Geld bezahlten - auch gerne für die monatliche oder quartalsweise Wiederholung der Maßnahme. Und seitdem wiederholt sich das Spiel eigentlich in verschiedenen Ausführungen.

Da gibt es Tools, die mich automatisiert in zig Social-Bookmarking-Dienste eintragen. Und auf bekannten Auktionsportalen kann ich Links aus Russland gleich im XXL-Paket kaufen. Je mehr, je besser. Wird schon irgendwie klappen.

Das Schlimme ist ja, dass solche Maßnahmen wirklich oft funktionieren und man ja selber auch nicht in Schönheit sterben möchte, während die Konkurrenz die Suchergebnisse dominiert. In diesem Zusammenhang ist es auf jeden Fall schön, dass man ab und zu mit seiner vorsichtigen Grundhaltung auch mal Recht hat. Dass Google den Effekt der so genannten "Russen-Links" gezielt eingedämmt hat, ist gut. Das Thema hat's immerhin auf die Frontseite der Internet World Business gebracht - vielleicht fragt ein Unternehmen seine SEO-Agentur jetzt mal etwas genauer, wo der ganze Linkaufbau eigentlich herkommt.

Und so bleibt mir nur, meinen angestaubten Artikel aus 2001 wieder rauszuholen und zu sagen: Wenn es sich zu gut anhört um wahr zu sein, dann ist es vielleicht auch nicht wahr.

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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Ausgabe 33 (14. Dezember 2011)

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