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Optimierung der Website www.barackobama.com:
Thorsten Piening
Über fünf Milliarden Dollar wird der US-Wahlkampf 2008 vermutlich verschlingen. Immerhin 500% mehr Budget als noch 2004 und ein vermutlich gar nicht mal so unerheblicher Teil wurde in digitale Wahlwerbung investiert. Vom eigenen Youtube-Channel, vom Twitter-, Flickr- und Digg-Account bis hin zum Facebook und Linkedin-Profil - besonders Obamas Team versteht es, das Internet für sich zu nutzen. Jedes einzelne Konto auf den zahlreichen Web 2.0-Plattformen hat rekordverdächtige Zugriffszahlen und Anhänger wie Gegner sorgen für mächtig Content und Backlinks: Social Media Optimization als Live-Best Practice.
Aber was kann noch getan werden, wo verschenkt der vielleicht zukünftig mächtigste Mann der Welt Potentiale in Sachen "Reichweite über Suchmaschinen"?
Das offizielle Barack Obama Portal ist riesig. Knapp 3 Millionen Seiten behauptet Google indiziert zu haben. Jeder Staat, jede Wählergruppe, jedes Event hat eigene Seiten und dabei zeigen sich bereits erste Schwächen in der URL Struktur.
Je umfangreicher eine Webseite, desto wichtiger ist es, sowohl für die Anwender als auch für die Suchmaschinen die Angebote innerhalb einer klaren URL-Struktur abzubilden. Obama verpasst dies, und so enden manche URL auf "..php", anderswo werden Verzeichnisse und wieder anderswo Subdomains verwendet. Und auch innerhalb der Ordnerstruktur wird immer wieder mit der Syntax gebrochen. Gefährlich, denn gerade wenn die URL-Strukturen uneinheitlich sind, wird Duplicated Content schnell übersehen.
Doppelte Inhalte lassen sich bei Obamas Webseite aber auch künstlich und durch jeden User generieren. Eine Unachtsamkeit in der Programmierung macht es möglich, beliebige Parameter an beliebige Adressen anzuhängen Beispiel: http://www.barackobama.com/index.php?servus-aus-deutschland.html
Statt einer Weiterleitung auf eine 404 Fehlerseite wird einfach die Eingabe nach dem Fragezeichen ignoriert und die index.php angezeigt. Worst Case Szenario: Anhänger des politischen Gegners setzen eine entsprechende Botschaft in eine solche URL einer Unterseite und setzen zahlreiche Links auf die manipulierte Adresse. Google spidert diese und nimmt die manipulierte URL in den Index auf - und fertig ist der Presseskandal. Und erklären Sie einmal der Presse, dass Sie mit einer ggf. strafrechtlich relevant veränderten URL ihrer eigenen Webseite nichts zu tun haben - auch ein Redner wie Obama würde sich wohl eher schwer tun.
Schauen wir unter die Haube: 213 Fehler im HTML-Quelltext für die Startseite, das klingt jedoch schlimmer als es ist. Wichtigster nächster Schritt ist jedoch, den Code lesbarer zu gestalten und durch die Auslagerung der JavaScripte und CSS-Angaben in externe Dateien den Code auf das zu reduzieren, was er sein sollte: Inhalte und korrekt verwendete HTML-Auszeichnungen. Für Google mag die Quellcodeoptimierung nur eine geringfügige Rolle spielen, besonders kleinere Suchmaschinen jedoch werden einen deutlich aufgeräumteren Quelltext dankbar aufnehmen.
Schritt zwei: Überschriften im Quelltext auszeichnen. Einheitlich, korrekt (h1, h2, h3) und gerne auch öfter, als es aktuell der Fall ist.
Schritt drei: Den Einsatz von Image-Maps wann immer möglich reduzieren. Ist dies nicht möglich, für die Bilder sowohl das "alt" als auch das "title"-Attribut pflegen - nicht nur im Hauptmenü.
Und zuletzt: Die Seiten-Titel. "Barack Obama and Joe Biden: The Change We Need | Iraq" ist nicht nur lang, auch das eigentliche Thema der Unterseite wird ganz nach hinten geschoben. Warum nicht das Seitenthema ganz an den Beginn und damit die Relevanz und die Klickrate bei den Suchanfragen wie "Obama Iraq" erhöhen?
Fazit: Nicht nur in dem Umfragen sondern auch im Netz ist Obama seinem 72 jährigen Konkurrenten weit voraus. Perfektion ist es nicht - aber unter dem Strich solide Arbeit. Ob Obama die Chance erhält, zu zeigen, dass er auch politisch so solide ist, das sehen wir am 4. November. Bis dahin gilt es, um jeden Wähler und jeden Klick zu kämpfen.
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Über den Autor
Thorsten Piening ist CMO der Media Ventures GmbH und CEO der klickfreundlich GmbH. Zudem referiert er in Seminaren und auf Kongressen zu unterschiedlichsten Themen im Bereich Onlinemarketing. Zu den Referenzkunden der Agentur zählen u.a. die Landesbank Berlin AG, arvato Systems, vodafone, Trusted Shops, AutoVision GmbH (VW-Konzern) oder auch Bertelsmann.
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Kommentare
| paul schrieb am 01.11.2008: |
| Wie kann man den das von Ihnen beschriebene Szenario unterbinden?
"http://www.barackobama.com/index.php?servus-aus-deutschland.html
Statt einer Weiterleitung auf eine 404 Fehlerseite wird einfach die Eingabe nach dem Fragezeichen ignoriert und die index.php angezeigt. " |
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| Markus schrieb am 03.11.2008: |
| Das Szenario kann man wohl nur mit hohem Aufwand umgehen. Prinzipiell ist aber derzeit wohl fast jede Website für das Szenario offen. |
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| Micha schrieb am 06.11.2008: |
| 3 Millionen Seiten indiziert??? Ich finde eine Zahl von ca. 3.000 und nicht 3 Mio... Die einzige Zahl von 3 Mio finde ich bei den eingehenden Links zu Obamas-Seite vor. Schlecht recherchiert oder fehlerhaft wiedergegeben??? Oder bin ich blind? |
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| Micha schrieb am 06.11.2008: |
| Ahhh... Mein "Fehler" gefunden... Es macht einen RIESEN Unterschied, wenn man bei Google nach "site:barackobama.com oder "site:www.barackobama.com" sucht!!! |
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