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Suchergebnisse mit dem gewissen Extra:
Yahoo! SearchMonkey

Seit einigen Wochen ist Yahoo!s neue offene Suchplattform Yahoo! SearchMonkey [1] auch in Deutschland verfügbar. In einem Markt, dessen Innovationen in der Vergangenheit eher durch Google getrieben wurden, hat Yahoo! diesmal etwas Neues vorgestellt, das durchaus für einige Website-Betreiber interessant sein könnte.

Die "schlechte" Nachricht vorab: Mit Yahoo! SearchMonkey ist kein Einfluss auf die Suchmaschinen-Positionen möglich. Eine Website, die schlechte Yahoo!-Rankings aufweist, wird diese auch durch den Einsatz von Yahoo! SearchMonkey nicht verbessern können.

Die von Yahoo! vorgestellte Plattform dient primär dem Zweck, die Suchergebnisse aufzuwerten und durch grafische und strukturierte Daten zu ergänzen. Wie in Abbildung 1 zu sehen ist, muss ein Suchergebnis also nicht mehr nur aus der Überschrift und dem so genannten Snippet bestehen; auch ein Bild oder weitere Links (im Beispiel: "Druckversion", "Artikel versenden", ...) können angezeigt werden:

Abbildung 1: Enhanced Resulsts

Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten, das angezeigte Suchergebnisse zu verändern bzw. zu erweitern: Enhanced Results und Infobars. Während die Enhanced Results an Stelle des bisherigen Snippets treten, kann sich die Infobar unterhalb dieses Suchergebnisses befinden und das Listing um weitere Links erweitern:

Abbildung 2: Infobar

Übrigens: Website-Betreiber, die nicht technisch versiert sind, sollten an dieser Stelle direkt zum Fazit weiterspringen, weil im Folgenden auf die technischen Aspekte von Yahoo! SearchMonkey eingegangen wird.

Programmierung

Um eine der beiden oder beide Möglichkeiten zu nutzen, muss der Website-Betreiber eine sogenannte Presentation Application erstellen. Dieser in der Programmiersprache PHP erstellte Code stellt das Bindeglied zwischen den verfügbaren Daten und der gewünschten Ausgabe bereit: Wenn z.B. ein Bild angezeigt werden soll, muss dieses im PHP-Code in einem Array angelegt werden. Der entsprechende Code könnte dann z.B. so aussehen:

public static function getOutput() {
$ret = array();

$ret['image']['src'] = Data::get('smid/rel:Photo/@resource');
$ret['image']['alt'] = "Headshot of " . Data::get('smid/rel:Card/vcard:fn');
$ret['image']['allowResize'] = TRUE;

return $ret;
}

Wie man an den Parametern src und alt sehen kann, werden die Daten nicht fest kodiert, sondern jeweils aus den Yahoo!-Daten extrahiert. Dabei kann nicht nur auf den HTML-Code der jeweiligen Seite zugegriffen werden, um z.B. die URL eines Bildes zu ermitteln. Es stehen viele weitere Informationen, die Yahoo! in seinem Index speichert, zur Verfügung, z.B.

> Verfügt die Website über einen Eintrag im Yahoo!-Verzeichnis? Welche Kategorie?
> Wann wurden die Index-Daten letztmalig aktualisiert?
> Auch verschiedene Microformats (aktuell: hAtom, hCalendar, hCard, hReview, XFN) werden derzeit unterstützt.

Es ist auch möglich, Daten im DataRSS-Format an Yahoo! zu übergeben (die Zuordnung erfolgt über den Yahoo! Site Explorer). Über einen solchen Feed kann man z.B. strukturierte Daten einer bestimmten URL zuordnen, z.B. Informationen zum Preis eines Produktes oder die Telefonnummer eines auf einer Seite beschriebenen Hotels.

Fazit, Bewertung

Es gibt eigentlich drei Argumente gegen Yahoo! SearchMonkey:

  1. Yahoo! hat zugegebenermaßen eine relativ geringe Suchmaschinen-Reichweite in Deutschland und ist damit für viele Website-Betreiber nicht relevant.
  2. Die SearchMonkey-Plattform erfordert einiges an Programmierung (PHP, XSLT, DataRSS) und ist damit nicht wirklich einfach in der Handhabung.
  3. Applikationen sind nicht per se installiert, so dass zunächst nur man selber die Auswirkungen sehen kann.

Man muss Yahoo! aber auf jeden Fall für das hervorragende Online-Tool loben - und auch dafür, dass sie den Kampf im Suchmaschinen-Markt fortsetzen und diesen insbesondere mit Innovationen führen wollen.

Die Reichweite Yahoo!s in Deutschland mag gering sein, aber weder muss das so bleiben noch ist Deutschland für alle Unternehmen das einzig interessante Land. Insbesondere in den USA hat Yahoo! eine signifikante Reichweite, so dass es für international tätige Unternehmen durchaus interessant sein kann, sich damit zu beschäftigen.

Prinzipiell muss man aber schon sagen, dass Yahoo! SearchMonkey vor allem für Unternehmen interessant ist, die über strukturierte Daten verfügen (z.B. Stellenanzeigen, Immobilien, Ferienhäuser, etc.). In solchen Fällen lohnt es sich, die riesigen Datenmengen über einige wenige Zeilen Code in aufgepeppte Suchmaschinen-Listings abzubilden.

Es bleibt natürlich das Problem, dass die Applikationen nicht bei allen installiert sind, aber hier wird Yahoo vielleicht einige Applikationen standardmäßig aktivieren, wenn diese intern geprüft und als wertvoll in Bezug auf die Nutzerführung bewerten wurden.

In jedem Fall ist Yahoo! SearchMonkey eine interessante Innovation, die sich sicherlich weiterentwickeln wird - und auf die auch vielleicht Marktführer Google eine Antwort finden wird.

[1] http://www.yahooapis.com/searchmonkey/
[2] http://searchengineland.com/080516-151916.php

 

Interview

Die folgenden Fragen zu Yahoo! SearchMonkey stellten wir an Andreas Krawczyk, Head of Programming Yahoo! Deutschland.

Wie ist bisher die Einführung von Yahoo! SearchMonkey in Deutschland verlaufen?

Das Interesse ist groß, in Deutschland wie auch international, auf Entwicklerseite wie auch bei den Publishern. Wir haben mit SearchMonkey für Webseitenbetreiber, ganz gleich welcher Größe, eine völlig neue Möglichkeit geschaffen haben, mit relativ geringem technischen Aufwand und ohne Mehrkosten sich in den Yahoo! Suchergebnissen attraktiver darzustellen. Von Anfang an sind starke Partner unterschiedlicher Bereiche dabei, die bereits Module erstellt haben, wie Welt.de, Qype oder MeineStadt.de.

Prinzipiell kann ja jeder Website-Betreiber seine eigene Applikation erstellen, so dass die Suchergebnisse zweier Websites sehr unterschiedlich aussehen können. Könnte es dort nicht einen ziemlichen Wildwuchs geben?

Die Search Monkey Module sollen den Nutzern ermöglichen, schneller eine Antwort zu finden. Die Relevanz der Suchergebnisse für den Nutzer steht dabei im Mittelpunkt. Grundsätzlich ist Wettbewerb verschiedener Module untereinander gewünscht. Der Nutzer hat immer die Entscheidung, welche Module er angezeigt haben will. Auch wird die Yahoo! Redaktion die Qualität der Module im Auge behalten - nicht jedes Modul wird den Weg in die Nutzergalerie schaffen. Jedoch gibt es kaum die Möglichkeit für Spam, da durch die Microformats tatsächlich nur die Inhalte einer Website angezeigt werden können, die auch tatsächlich auf der Website vorhanden sind.

Damit eine von mir erstellte SearchMonkey-Applikation bei anderen Suchenden zum Tragen kommt, müssen diese meine Applikation erst installieren. Außer bei sehr populären Websites wird das sicherlich ein Hindernis sein. Gibt es Pläne, automatisch eine gewisse Menge an Applikationen automatisch einzuschalten?

Momentan sind wir noch in der Testphase, ob und welche Module - insbesondere die relevantesten - per Default freigeschaltet werden sollen und damit allen Nutzern zur Verfügung stehen. Der Nutzer wird immer die Möglichkeit haben, Module, die er nicht haben will, auszuschalten.

Yahoo! SearchMonkey erfordert insgesamt schon eine gewisse Einarbeitungszeit und richtet sich daher eher an größere Websites/Portale. Gibt es Überlegungen, das System auch - vielleicht in abgespeckter Version oder über einen Wizard - für kleinere Kunden zugänglicher zu machen?

Die Search Monkey Plattform ist erst in einer Beta-Phase. Wir werden weiter daran arbeiten, die Erstellung der Module noch einfacher zu gestalten, um möglichst vielen Entwicklern, Website-Betreibern und Nutzern die Möglichkeit zu geben, Module erstellen zu können.

Yahoo! SearchMonkey erlaubt auch die Verzahnung mit Microformats, über die wir ebenfalls in dieser Ausgabe berichten. Wie sehen Sie die derzeitige Adoption von Microformats? Werden sich Microformats auf breiter Front durchsetzen?

Yahoo! setzt bei der offenen Suche auf den offenen Standard der Microformats. Wir möchten dieses sinnvolle Markup-Format zur semantischen Annotation von HTML und XHTML dadurch weiter fördern und hoffen, dass es sich durchsetzt und zum Standard bei der Gestaltung von Webseiten wird.

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

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