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12 > Microformats
Mit Vollgas ins semantische Web:
Microformats
Das semantische Web wird schon seit Jahren heraufbeschworen. Das Wort "Semantik" bedeutet dabei aber nicht, dass z.B. Suchmaschinen wirklich in die Lage versetzt werden, Inhalte zu verstehen. Vielmehr geht es darum, Informationen in strukturierter Form bereitzustellen.
Die Seitenbeschreibungssprache HTML zielt eher auf das Layout ab: ein als <h1> markiertes Element wird als Überschrift dargestellt, ein <strong>-Tag sorgt für eine fettgedruckte Darstellung, und so weiter. Software ist aber in der Regel nicht in der Lage, innerhalb derartiger Inhalte strukturiert Daten erkennen können - ein Problem, das jetzt mit Microformats gelöst werden kann.
In diesem Artikel geht es zunächst um das Grundprinzip der Microformats. Für Suchmaschinen-Optimierung haben Microformats derzeit eine sehr geringe Relevanz, da diese von Suchmaschinen noch sehr stiefmütterlich behandelt werden. So ist aktuell nur bekannt, dass Google das rel-nofollow-Format zum Ausblenden von irrelevanten Links und das rel-license-Format zum Erkennen von Inhalten unter der Creative Commons-Lizenz unterstützt. Gerade die interessanten Formate haben aber anscheinend noch keinen Einzug in die Datenbank-Strukturen Googles gefunden. Aber genau das könnte sich in Zukunft ändern, so dass Unternehmen frühzeitig einen Blick auf Microformats werfen sollten.
Beispiele
Microformats gibt es für eine Vielzahl von Informationen, die strukturiert im HTML-Code markiert werden sollen:
- hCalendar: Semantisches Markieren von Terminen
- Geo, adr: Formate für geo-kodierte Informationen und Adressen
- hCard: Format, um analog zum vCard-Standard Adressbuchdaten (Name, Rufnummer, Strasse, ...) ablegen zu können
- hAtom: Bereitstellen von Teasern auf bestimmte Seiten (ähnlich einem RSS-Feed)
Das folgende Beispiel verdeutlicht die Nutzung der Microformats sehr gut. Wenn man auf seiner Website auf einen Event wie die online-marketing-düsseldorf 2008 hinweisen möchte, würde man traditionell vielleicht den folgenden HTML-Code benutzen:
<p>Die online-marketing-düsseldorf 2008 findet am 17. und 18. September 2008 in Düsseldorf statt. Die Website dazu: <a href="http://www.online-marketing-duesseldorf.de/">www.online-marketing-duesseldorf.de</a></p>
Eine Suchmaschine wäre aber kaum in der Lage, aus diesem Text gezielt Informationen auszulesen, z.B. den Veranstaltungsbeginn, das Beginn und den Ort der Veranstaltung. Wenn man denselben Text nun mit Hilfe des Microformats hCalendar formatieren würde, sähe er z.B. wie folgt aus:
<div class="vevent">
Die
<span class="summary">online-marketing-düsseldorf 2008</span>
findet am
<abbr class="dtstart" title="2008-09-17">17.</abbr> und
<abbr class="dtend" title="2008-09-18">18. September 2008</abbr> in
<span class="location">Düsseldorf</span> statt. Die Website dazu:
<a class="url" href="http://www.online-marketing-duesseldorf.de/">www.online-marketing-duesseldorf.de</a>
</div>
Im HTML-Code werden also diverse Elemente benutzt, denen jeweils ein Class-Attribut zugeordnet wird. Primär dienen diese Attribute der Formatierung über CSS, aber man kann diese eben auch für semantische Auszeichnungen benutzen.
Im Microformat hCalendar ist nun z.B. festgeschrieben, dass sich die Daten eines Events zwischen dem Element mit class="vevent" (erste Zeile im Beispiel-Code) und dem schließenden Element (letzte Zeile im Beispiel-Code) befinden. Eine Software, die den HTML-Code analysiert, "weiß" nun also, dass es sich bei diesem Block um einen Event handelt und dass innerhalb dieses Blocks weitere Informationen zu finden sind, z.B.
- summary: Name des Events
- dtsart: Veranstaltungsbeginn
- dtend: Veranstaltungsende
- location: Ort der Veranstaltung
Analog zu dieseem Microformat kann auch das Format hCard genutzt werden, um Adressdaten für Suchmaschinen verständlicher zu machen, z.B.
<div class="vcard">
<div class="adr">
<span class="type">Work</span>:
<div class="street-address">Pablo-Picasso-Str. 5</div>
<span class="locality">Emsdetten</span>,
<span class="postal-code">48282</span>
<div class="country-name">Germany</div>
</div>
<div class="tel">
<span class="type">Fax</span> <span class="value">+49-2572-809112</span>
</div>
</div>
Auch hier werden die jeweiligen Bestandteile einer Adresse so gekennzeichnet, dass diese semantisch erfasst werden können (z.B. "+49-2572-809112" ist die Fax-Nummer).
Fazit
Wer mehr Informationen zu Microformats sucht, findet diese auf der Website Microformats.org [1] oder auch in einem sehr ausführlichen Buch von John Allsopp [2]. Prinzipiell wird sich das Thema Microformats in der nächsten Zeit weiterhin sehr dynamisch entwickeln, d.h. es werden immer mehr Formate hinzukommen.
Auch die Unterstützung der jeweiligen Formate durch Suchmaschinen wird hoffentlich noch wesentlich besser werden. Vor allem werden die Suchmaschinen Microformats wohl nicht vollständig unterstützen, da es neben relevanten Formaten (z.B. hCard) auch einige Formate geben wird, die für Suchmaschinen zunächst nicht wirklich relevant sind (z.B. rel-ecolabel, um Links auf ökologisch einwandfreie Dienste/Anbieter zu markieren).
Unternehmen sollten sich dennoch rechtzeitig mit allen relevanten Formaten auseinandersetzen und diese Formate in ihre Websites einbauen. In der Regel sind Microformats eher uninteressant für Unternehmen, die Inhalte manuell erstellen, da der manuelle Aufwand relativ hoch ist. Für Portal-Betreiber, die auf strukturierte Daten zurückgreifen und diese tausendfach in HTML-Seiten umsetzen, ist der Aufwand pro Seite aber gering; so müsste ein Anbieter von Firmeninformationen nur einmal das Template einer Adressseite bearbeiten, um diese Markierungen dann auf alle Seiten zu übertragen.
Im Gegensatz zu vielen anderen Maßnahmen sind Microformats immerhin relativ einfach zu implementieren und können den Suchmaschinen-Rankings auch dann nicht schaden, wenn Suchmaschinen die Microformats zunächst ignorieren.
[1] http://microformats.org/
[2] "Microformats: Empowering Your Markup for Web 2.0", John Allsopp 978-1590598146
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der Suchmaschinen-Marketing-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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