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Suchradar Q&A:
Suchmaschinen-Optimierung für internationale Unternehmen

"Ich hätte eine Frage, auf die ich im Netz noch keine gute Antwort finden konnte: Wir verfügen über Websites in vielen verschiedenen Sprachen und Ländern. Derzeit haben wir für jedes Land eine eigene Domain. Ist das effektiv oder geht es besser?"

Deutschland ist - und bleibt vielleicht auch noch paar Tage - Exportweltmeister. Viele Unternehmen verfügen daher nicht nur über eine Website für deutsche bzw deutschsprachige Kunden, sondern auch über lokale Websites für andere Länder und Sprachen.

Dabei stellt sich häufig die Frage, wie man Websites in verschiedenen Ländern und Sprachen möglichst effizient auf Suchmaschinen ausrichtet. Prinzipiell gibt es zwei Möglichkeiten: Für jedes Land wird eine entweder länderspezifische Domain eingerichtet (www.unternehmen.de, www.unternehmen.fr, www.unternehmen.pl, ...) oder man nutzt eine einzige Domain (z.B. www.unternehmen.com), die man dann entweder in Subdomains (de.unternehmen.com, fr.unternehmen.com, ...) oder Unterverzeichnisse (www.unternehmen.com/de, www.unternehmen.com/fr, ...) aufteilt.

Faktoren

Prinzipiell sind für die Entscheidung, welche dieser Varianten die optimalere ist, drei Faktoren wichtig:

  1. Präferenz länderspezifischer Domains: In den jeweils lokalen Anpassungen der Suchmaschinen werden die länderspezifischen Domains in den Suchergebnissen bevorzugt. In den Suchergebnissen, die man über Google.de erreicht, werden also .de-Domains leicht bevorzugt, in Österreich .at-Domains, und so weiter. Prinzipiell scheint es also erstmal eine gute Idee zu sein, für jedes Land eine jeweils länderspezifische Domain zu nutzen, um diesen Effekt möglichst positiv auszunutzen.
  2. Quantitative Verlinkung: Für Suchmaschinen ist wichtig, dass eine Website von möglichst vielen ebenfalls gut verlinkten Websites verlinkt wird. Hier scheint die Strategie, eine einzige Domain zu nutzen, die beste Lösung zu sein. Ein Unternehmen, das auf viele länderspezifische Domains setzt, muss eben auch sicherstellen, dass jede einzelne Domain gut verlinkt ist - in vielen Unternehmen ein aussichtsloses Unterfangen. Ein Unternehmen, das sich für eine einzige Domain entscheidet, kombiniert auf dieser also gewissermaßen die Links aller lokalen Präsenzen. Insbesondere erscheint diese Strategie sinnvoll, wenn nach und nach Länder hinzukommen: Die jeweiligen lokalen Websites verfügen bereits beim Start über eine hervorragende Verlinkung, während eine länderspezifische Domain diese erst langsam aufbauen müsste.
  3. Qualitative Verlinkung: Für Suchmaschinen zählen nicht nur die Anzahl der Links, sondern auch deren Thematik. Suchmaschinen analysieren vor allem die Wörter auf den verlinkenden Seiten: Eine Suchmaschine wird also feststellen, dass die deutschsprachige Website eines Herstellers von Gabelstaplers oft von Seiten verlinkt wird, auf denen das Wort "Gabelstapler" zu finden ist; auf den Seiten, die auf die englischsprachige Website verlinkt, erscheint dagegen häufig das Wort "forklift", und so weiter. Bei diesem Faktor haben die länderspezifischen Domains einen leichten Vorteil, da . So wird z.B. auch von deutschsprachigen Websites oft auch www.sap.com verlinkt, auch wenn www.sap.com/germany/ die korrekte URL wäre.
Entscheidung

Wenn man eine Entscheidung fällen muss, welche Strategie man wählt und wie man die unterschiedlichen Faktoren bewertet, kann man sich zunächst von internationalen Konzernen inspirieren lassen - in der Hoffnung, dass diese intensiv über diese Entscheidung nachgedacht haben.

Bei Websites großer Konzern sieht man schnell, dass sehr oft generische .com-Domains benutzt werden und die lokalen Websites entweder als Sub-Domain (de.bea.com) oder ein Unterverzeichnis (www.sap.com/germany/) realisiert werden.

In der Praxis scheint das auch häufig die beste Lösung zu sein. Insbesondere bei Unternehmen, die nicht sehr online-affin sind (z.B. Maschinenbauer), ist der Aufwand, länderspezifische Domains zu nutzen und diese jeweils zu verlinken, sehr hoch. Bei nur einer Domain (meistens www.unternehmen.com) profitieren auch kleinere Länder von der Verlinkung, die größere Länder aufgebaut haben.

Es spricht natürlich dennoch nichts gegen die Nutzung länderspezifischer Domains, solange ein Unternehmen eben sicherstellen kann, dass es in jedem Land eine gute Verlinkung aufbauen kann. Prinzipiell ist es natürlich auch möglich, eine Hybrid-Lösung zu wählen: Für die meisten kleineren Länder wird eine Haupt-Domain genutzt, während für einige wenige relevante Schlüsselländer länderspezifische Domains zum Einsatz kommen.

Lokale Einstellungen

Abbildung 1: Sub-Domains im Praxiseinsatz

Ein Aspekt muss aber immer beachtet werden: Jede lokale Google-Eingabemaske bietet die Möglichkeit, die Suchergebnisse auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Sprache einzuschränken (bei Google Deutschland: "Seiten aus Deutschland"). Falls Unternehmen aber auf eine generische Domain (www.unternehmen.com) setzen und diese Domain zudem in einem anderen Land registriert ist, würde die auf ein Land eingeschränkte Suche keine Ergebnisse liefern; eine Suche bei Google.pl mit der Einschränkung "Nur polnische Websites" würde keine in Deutschland registrierte .com-Domain in den Suchergebnissen anzeigen.

Dieses Problem kann man neuerdings über die Google Webmaster Tools lösen, in denen man den lokalen Seiten (pl.unternehmen.com oder www.unternehmen.com/pl) jeweils ein Land zuordnen kann ("Tools" > "Geografisches Ziel festlegen").

Zusätzlich sollte im HTML-Code die Sprache der jeweiligen Seiten als Meta-Tag gesetzt werden, z.B.

<meta name="language" content="fr">
Fazit

Suchmaschinen-Optimierung für international tätige Unternehmen bedarf einiger grundsätzlicher Entscheidungen, die vor allem von der Online-Strategie des jeweiligen Unternehmens abhängt. Im allgemeinen kann man aber vor allem kleineren Unternehmen empfehlen, eine einzige Domain zu nutzen und diese für die jeweils lokalen Websites zu nutzen.

 

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Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

Kommentare

Oliver Aigner schrieb am 09.05.2008:
Wie löst man dies für Webseiten, die eine dynamische Sprachumschaltung besitzen ? Also eine URL und dennoch z.b. 4 verschiedene Sprachen.
Markus (suchradar) schrieb am 09.05.2008:
Kurz gesagt: Ein derartiges Setup ist der Tod für Suchmaschinen. Wenn eine URL prinzipiell vier verschiedene Sprachen bedienen kann, wird der Suchmaschinen-Crawler wahrscheinlich die englischen Inhalte geliefert bekommen. Die anderen Sprachen wären dann "unsichtbar".

Man müsste also die verschiedenen Sprachen über unterschiedliche URLs abbilden (z.B. www.unternehmen.com/fr/).
Peter Fuchs schrieb am 28.05.2008:
Noch eine Frage: Ist es jetzt (bzw. künftig) besser mit Subdomains für die jeweilige Sprache/Land zu arbeiten oder mit Unterordner?

Danke für Antwort.
Markus (suchradar) schrieb am 28.05.2008:
Es ist schwer, da eine pauschale Antwort zu geben. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile. In vielen Fällen finde ich die Sub-Domain-Variante aber besser.
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