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11 > Flash
Flash und Suchmaschinen-Optimierung:
Freund oder Feind?
Das Adobe Flash-Format erfreut sich vor allem bei kreativen Agenturen immer noch einer hohen Beliebtheit. Solange Flash z.B. nur für Werbungen eingesetzt wird und der Rest der Website im HTML-Format vorliegt, ist das sicherlich unproblematisch. In einigen Fällen besteht aber die gesamte Website aus Flash, was in Bezug auf Suchmaschinen schnell zu Problemen führen kann.
Suchmaschinen sind eben primär auf HTML-Inhalte ausgerichtet. Zwar kann z.B. Google Flash-Dateien indexieren und aus diesen Text und Links extrahieren. In der Praxis zeigt sich aber, dass die Dateien zwar indexiert werden, aber nur in ganz wenigen Ausnahmefällen auch in Suchergebnissen zu finden.
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Abbildung
1: Flash-Objekt in den Google-Ergebnissen
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Bei Google kann man über die "Erweiterte Suche" explizit nach Flash-Dateien suchen ("Dateiformat" = "Shockwave Flash"). Wenn man eine Suchanfrage auf Flash-Dateien einschränkt, zeigt Google Ergebnisse wie das in Abbildung 1 an; das Listing wird von Google mit dem Hinweis "[FLASH]" versehen. In der Praxis stößt man aber so gut wie nie auf Flash-Dateien in den Google-Ergebnissen, was vor allem daran liegt, dass Flash ein für Suchmaschinen kaum geeignetes Format ist.
HTML-Dateien sind per se strukturierter als Flash-Dateien: Seiten haben feste Elemente wie Seitentitel und Meta Description, Überschriften können oftmals als <h1>-Elemente erkannt werden, Text wird oft in <p>-Umgebungen abgelegt, und so weiter. Flash-Dateien verfügen nicht über derartige Auszeichnungen, so dass diese oftmals nur als unstrukturierte Textmenge erkannt werden können.
Eine Website besteht aus mehreren untereinander verlinkten Seiten. Aus dieser Link-Struktur können Suchmaschinen ebenfalls Rückschlüsse auf die Relevanz bestimmter Seiten treffen. Auf Flash basierende Websites werden aber oftmals nur in einer Datei abgelegt, so dass das automatische Erkennen von Strukturen unmöglich ist.
Lösung
Flash kommt dennoch oftmals zum Einsatz, so dass Web-Designer überlegen müssen, wie sie ihre Websites suchmaschinenfreundlich erstellen können. Prinzipiell können Web-Designer natürlich zwei Websites anlegen: Eine Flash-Website und eine HTML-Version der Website.
In der Praxis ist das aber nicht das Optimum. Besser ist eine Hybrid-Lösung, bei der in einer HTML-Seite sowohl die Flash-Datei eingebunden wird, als auch Text für Suchmaschinen angeboten wird. Primär ist dabei wichtig, dass nicht die gesamte Website als eine einzige Flash-Datei abgelegt wird. Vielmehr sollte für jede "Flash-Seite" eine HTML-Seite erstellt werden.
Die Einbindung der Flash-Datei kann dabei über SWFObject [1][2] erfolgen, ein kleines Software-Paket, das nicht nur die Einbindung der Datei selber erleichtert, sondern zeitgleich auch noch den suchmaschinenfreundlichen Aufbau sicherstellt. Der HTML-Code für den Einbau einer Flash-Datei sieht dann z.B. so aus:
<script type="text/javascript" src="swfobject.js"></script>
<div id="AlternativerContent">
Hier stehen dann die für Suchmaschinen lesbaren Inhalte.
</div>
<script type="text/javascript">
var so = new SWFObject("URL", weitere Paramater);
so.write("AlternativerContent");
</script>
In der <div>-Umgebung (id = "AlternativerContent") befinden sich die Inhalte, die von Suchmaschinen gelesen werden sollen. Falls diese Seite aber von einem Browser aufgerufen wird, der JavaScript unterstützt, wird die <div>-Umgebung durch die Flash-Datei ersetzt. Besucher werden den alternativen Text also in der Regel nicht sehen können.
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Abbildung
2: Alternativer Text und Flash-Text stimmen überein
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Um nicht gegen Suchmaschinen-Richtlinien zu verstoßen, ist besonders wichtig, dass die in der <div>-Umgebung abgelegten Inhalte dem Text entsprechen, der auch in der Flash-Datei zu finden ist (Beispiel siehe Abbildung 2). Ein animiertes Flash-Intro sollte also nicht über alternativen Text verfügen, in dem nur Suchbegriffe vorkommen.
Das von Adobe im Search Engine SDK [3] bereitgestellte Werkzeug swf2html kann diese Arbeit erleichtern. Mit diesem kleinen Programm können Text und Links aus Flash-Dateien extrahiert und in HTML-Code umgewandelt werden.
Fazit
Wenn Web-Designer nicht auf Flash verzichten möchten, gibt es mit SWFObject eine sehr gute Methode, um eine Website zu erstellen, die gegenüber einer "normalen" Website keine Nachteile in Bezug auf Suchmaschinenfreundlichkeit hat. Doppelte Arbeit macht das in gewisser Weise schon, da man neben den Flash-Dateien auch jeweils den alternativen Content erstellen muss. Der positive Effekt, nämlich die dramatisch besseren Aussichten auf gute Suchmaschinen-Rankings sollte diesen Aufwand aber rechtfertigen.
[1] http://code.google.com/p/swfobject/
[2] http://blog.powerflasher.de/swfobject2/
[3] http://www.adobe.com/licensing/developer/search/faq/
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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