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Nächstes Jahr wird alles besser:
Zehn Ideen fürs neue Jahr
Die Jahreswende wird ja traditionell dafür benutzt, um neue Vorsätze zu fassen und diese dann recht schnell wieder zu den Akten zu legen: Abnehmen, mehr Sport treiben, mit dem Rauchen aufhören, etwas für die Bildung tun.
Derlei private Vorsätze wollen wir in diesem Artikel nicht vermitteln. Es geht vielmehr um die Frage, welche Maßnahmen Website-Betreiber im nächsten Jahr angehen sollte - natürlich eine vollständig subjektive, aber sehr praxisorientierte Aufzählung.
Tipp 1: Interne Verlinkung optimieren
Verlinkung ist ein sehr wichtiges Thema. Entscheidend ist aber nicht nur, dass andere Websites auf die eigene Website verlinken und ihr damit Link-Popularität abgeben. Die Link-Popularität der Startseite und der Unterseiten "fließt" gewissermaßen über die internen Links, so dass jeder Seite einer Website eine eigene Link-Popularität zugeordnet werden kann.
Bei den meisten Websites haben aber die irrelevanten Seiten die höchste Link-Popularität, also Seiten wie "Kontakt", "Über uns" oder "Impressum". Denn diese Seiten werden in der Regel über die Hauptnavigation und zudem noch über den Footer einer Website verlinkt. Die Link-Popularität, die diesen Seiten "zufließt", fehlt dann den wichtigen Seiten.
Bei der Optimierung der internen Verlinkung geht es also darum, zwischen wichtigen und unwichtigen Seiten zu unterscheiden und dafür zu sorgen, dass die unwichtigen Seiten keine Link-Popularität erhalten. Und das geht ohne sichtbare Einschnitte in die Website. Über das Attribut "rel=nofollow" können Links markiert werden, die Google ignorieren soll. Irrelevante Links wie der Link auf das Impressum könnten also im HTML-Quellcode so aussehen:
<a href="/impressum.html" rel="nofollow">Impressum</a>
Es ist natürlich relativ schwer zu sagen, welchen Effekt diese Optimierung auf die gesamte Website hat. Man sollte auch keine signifikanten Verbesserungen in den Suchmaschinen-Rankings erwarten. Dennoch sollten alle irrelevanten Links entsprechend markiert werden - vor allem, weil es in der Regel einen sehr geringen Aufwand erfordert.
Tipp 2: Webmaster Tools anmelden
Mittlerweile bieten alle drei großen Suchmaschinen-Betreiber sogenannte Webmaster Tools an [1-3] (siehe auch suchradar Ausgabe 5). Insbesondere die diagnostischen Möglichkeiten, die Google bietet, werden immer wertvoller.
Die Anmeldung bei diesen Diensten kostet nichts und bietet dafür nur Vorteile. Website-Betreiber sollten ihre Websites bei allen drei großen Suchmaschinen anmelden und mindestens einmal im Monat dort vorbeischauen.
Tipp 3: Studien und Analysen
Wenn man sich selber jahrelang mit einer Thematik auseinandersetzt, vergisst man recht schnell, dass der Rest der Welt sich mit der eigenen Marken- oder Produktwelt vielleicht nicht so gut auskennt. Ab und zu braucht man dann wieder Impulse von außen - und genau da können Studien und Analysen ein hilfreiches Instrument sein.
So hat eine aktuelle comScore-Studie gezeigt, dass nutzergenerierte Bewertungen von Produkten und Dienstleistungen (vor allem bei Hotels, Reisen und Restaurants) sehr wichtig bei der späteren Kaufentscheidung sind. Das könnte Online-Shop-Betreiber motivieren, ihre Kunden um Bewertungen der gekauften Produkte zu bieten.
Eine weitere Studie des Ipsos-Institutes hat festgestellt, dass fast die Hälfte (48%) der Männer sich erst in den letzten Tagen vor Weihnachten mit dem Thema Weihnachtsgeschenke beschäftigt - vielleicht eine Motivation für Händler oder Dienstleister, spezielle Last-Minute-Angebote zu schnüren und das rechtzeitige Verschicken der Ware in den Vordergrund zu stellen.
Und einer weitern Studie von SevenOne Intermedia und der Preissuchmaschine billiger.de zufolge planen fast 70 Prozent derjenigen, die bereits im Vorjahr ihre Weihnachtsüberraschungen im Internet bestellt haben, auch dieses Jahr genau so viel auszugeben wie im Jahr zuvor. Es könnte sich also lohnen, die Top-Käufer aus dem letzten Jahr rechtzeitig per Mailing zu umwerben.
In jedem Fall lohnt es sich, aktuellen Studien und Analysen zu folgen. Oftmals stellen derartige Statistiken einen guten Impuls für eigene Marketing- oder Verkaufsaktivitäten dar.
Tipp 4: AdWords-Kampagnen auswerten
Website-Betreiber, die bereits über Google AdWords Besucher anziehen, können eine interessante Eigenschaft ausnutzen. Über die Kampagnen-Einstellungen können Werbetreibende wählen, ob ihre Anzeigen im Such- und/oder im Content-Netzwerk erscheinen. Wenn man sich hier für das Content-Netzwerk entscheidet, werden die eigenen Werbungen eben nicht nur neben den Google-Suchergebnissen angezeigt, sondern auch auf anderen relevanten Websites.
Eine solche Kampagne ist nur selten ähnlich effektiv wie eine Kampagne im Such-Netzwerk, denn in der Regel trifft man hier nicht auf potenzielle Kunden, die aktiv nach etwas suchen; vielmehr handelt es sich um Besucher einer anderen Website, die auf eine Werbung stoßen und diese bei Interesse anklicken.
Ob Kampagnen im Content-Netzwerk für die eigene Website funktionieren, muss jeder Werbetreibender einfach mal ausprobieren. Interessant sind dann vor allem die Auswertungen: Über den AdWords-Report "Placement-Leistung" erfährt man nämlich, auf welchen Websites die Werbung zu wie vielen Clicks und vor allem Conversions geführt hat.
In einem Placement-Report sieht man also relativ gut, welche Portale für die eigene Website relevant sind. Die jeweiligen Portale können dann kontaktiert werden, um effektivere Werbeeinblendungen individuell auszuhandeln. Wenn ein Online-Shop für Karnevalsperücken also über eine Content-Netzwerk-Kampagne feststellt, dass eine Website wie www.HierTreffenSichDieNarren.de zu besonders vielen Käufen geführt, kann man mit dem Betreiber dieses Portals vielleicht andere Deals aushandeln.
Tipp 5: Verlinkung der Konkurrenz analysieren
Über das Kommando "link:www.domain.de" bzw. "link:http://www.domain.de -site:www.domain.de" kann man bei Google bzw. Yahoo herausfinden, welche Websites auf die jeweilige Domain verlinken. Das kann man für die eigene Website machen - oder für alle Konkurrenz-Websites. Wenn man regelmäßig die Verlinkungen der Konkurrenten analysiert, findet man relativ zielgerichtet Websites und Portale, die auch bereit wären, auf die eigene Website zu verlinken.
Im Selbstversuch haben wir die Domains anderer Agenturen überprüft, um Websites zu finden, die auch auf www.bloofusion.de verlinken können. Dabei sind wir auf Seiten wie http://www.marketingcliff.de/marketingaustria.php4?viewCat=106 oder http://www.internetagentur-suche.de/27-1-unternehmen.php gestoßen, in die wir direkt eine Eintragung vornehmen könnten.
Eine solche Analyse ist natürlich zeitintensiv, aber für viele Unternehmen sicherlich ein lohnender Schritt, da eine höhere Verlinkung auch zu besseren Suchmaschinen-Rankings führt.
Tipp 6: Schreiben Sie was!
Man kann das Thema Verlinkung aber auch eher von der passiven Seiten angehen. Das Stichwort ist "Link Bait": Etwas Attraktives auf der eigenen Website anzubieten, so dass andere Websites/Blogs/Portale ungefragt einen Link setzen.
Studien fallen z.B. in diese Kategorie. Wenn ein Online-Shop für Schmuck eine Studie erstellt, wieviel Prozent der Männer in den letzten Tagen vor Weihnachten kaufen, könnte das interessant sein. Wie hat sich der Durchschnittsumsatz im Vergleich zum letzten Jahr entwickelt? Wurde mehr Gold oder Silber verkauft?
Aber auch informative Inhalte sind gefragt: Ein Massivhaus-Anbieter könnte einen Leitfaden ins Netz stellen, der Häuslebauern 100 Ideen für ihr Eigenheim liefert. Oder einen Energie-Berater, der verschiedene Energie-Konzepte (Gas, Öl, Pellets, Erdwärme, Solarthermie) und deren einmalige sowie laufende Kosten gegenüberstellt.
In jedem Fall muss es entweder kontrovers oder informativ sein, damit andere Websites freiwillig auf die jeweiligen Inhalte verlinken. Natürlich sollte man auch mit Online-PR-Maßnahmen nachhelfen, damit die Welt auch von diesen Inhalten erfährt.
Tipp 7: Usability
Auch wenn man primär auf den Traffic schaut, ist die Ausbeute eigentlich viel wichtiger. Also: Wieviel Prozent der Besucher kaufen etwas oder fordern eine Broschüre an? Wenn man derartige Kennzahlen zur Verfügung hat, kann man mit der Optimierung der Website für Besucher anfangen.
Das Stichwort lautet Usability (Benutzerfreundlichkeit). Finden Besucher einer Website eigentlich alle erforderlichen Informationen? Wie einfach ist es, mit dem Website-Betreiber in Kontakt zu treten? Sind die Produktbeschreibungen im Online-Shop aussagekräftig genug? Gehen potenzielle Käufer im Bestellprozess verloren? Warum und wo?
Tipp 8: Zahlenwerk
Um derartige Fragen beantworten zu können, müssen auf jeden Fall aussagekräftige Zahlen zur Verfügung, die über sogenannte Web-Analytics-Werkzeuge bereitgestellt werden. Ob Google Analytics (kostenlos) oder kostenpflichtige Systeme wie etracker oder Webtrends: Website-Betreiber sollten genau ihre Anforderungen definieren und dann auf die Suche nach dem passenden System gehen.
So können z.B. zur Usability-Optimierung Clickmaps bzw. Heatmaps eingerichtet werden. Man erfährt dann, auf welche Links innerhalb einer bestimmten Seite geklickt wird, so dass man danach z.B. die Navigationsleiste umsortieren sollte oder bestimmte unbeliebte Produkte nach unten verschieben sollte.
Tipp 9: Index aufräumen
Insbesondere für größere Websites, die über Tausende von Seiten verfügen, kann Index-Optimierung ein sinnvoller Schritt sein. Dabei geht es um eine wertvolle Ressource: Crawling-Bandbreite. Denn prinzipiell können Suchmaschinen nur eine gewisse Anzahl an Seiten pro Tag indexieren bzw. überprüfen. Und dann sollte sichergestellt sein, dass diese Bandbreite optimal ausgenutzt wird.
Wenn eine Website also über Unmengen an Bildern verfügt oder zu jeder Seite eine Druckversion für Suchmaschinen zugänglich anbietet, wird die Crawling-Bandbreite nicht optimal genutzt. Die Konsequenz: Neue Inhalte werden wesentlich langsamer erfasst, alte Inhalte werden seltener überprüft.
Derartige überflüssige Inhalte sollten per /robots.txt gesperrt werden, damit diese Inhalte gar nicht von Suchmaschinen erfasst werden und damit Bandbreite verbrauchen.
Tipp 10: Tools, Tools, Tools
Es gibt viele nützliche Werkzeuge, die die tägliche Arbeit erleichtern. Ob Link-Checker, Werkzeuge zur automatischen Überprüfung der Rankings oder die oben erwähnten Webmaster Tools: Man kann sich sehr viel laufenden Aufwand ersparen, wenn man auf die richtigen Werkzeuge zurückgreift.
Leider gibt es im Internet auch viele nutzlose Werkzeuge - allen voran die immer noch recht beliebten Website-Checks. Diese bewerten eine Website anhand einer Reihe von Kriterien, die aber häufig ohne Aussagekraft sind (z.B. DMOZ-Eintrag vorhanden, PageRank).
Vorsicht ist also immer geboten. In einem Test [4] wurden Link-Checker miteinander vergleichen. Der Test kam zu dem Ergebnis, dass die jeweiligen Werkzeuge gänzlich unterschiedliche Ergebnisse produzieren. Es kann also durchaus sinnvoll sein, eine Kombination aus Werkzeugen zu nutzen und vor allem am Anfang zu überprüfen, ob das gewünschte Werkzeug überhaupt korrekte Ergebnisse liefert.
[1] http://www.google.de/webmasters/
[2] http://siteexplorer.search.yahoo.com/
[3] http://webmaster.live.com/
[4] http://www.meinungs-blog.de/test-der-verschiedenen-backlink-checker-seo-sammlung/
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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