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8 > Duplicate Content
Reibungsverluste vermeiden:
Duplicate Content unter der Lupe
Duplicate Content ist ein Problemfeld, mit dem sich viele Website-Betreiber auseinandersetzen: Sind Inhalte auf mehreren Seiten derselben Website in identischer oder fast identischer Form zu finden? Droht deswegen eine Abstrafung der Suchmaschinen?
Die zweite Frage ist in der Regel relativ einfach zu beantworten: Abstrafungen für mehrfach vorhandene Inhalte sind sehr selten, da Duplicate Content eigentlich etwas sehr normales ist. Viele Websites verfügen über eine Funktion, um eine Seite in einer Druckversion anzuzeigen. So gibt es z.B. auf Spiegel.de alle Artikel unter zwei verschiedenen URLs: Der normalen URL (z.B. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,508683,00.html) und der URL für die Druckversion (z.B. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,druck-508683,00.html). Der Text auf beiden Seiten ist - bis auf Navigationselemente - identisch, so dass diese beiden Seiten unter den Aspekt Duplicate Content fallen.
Suchmaschinen gehen mit doppelten Inhalten i.d.R. so um, dass diese zur Laufzeit gefiltert werden: Wenn jemand eine Suchanfrage stellt und doppelte Inhalte unter verschiedenen URLs in den Suchergebnissen angezeigt werden, wird nur eine URL angezeigt und die anderen aus der Ergebnisliste entfernt.
Doppelte Inhalte stellen also per se ein klares Problem dar: Eine Suchmaschine sucht also eine Seite aus, die nach Meinung der Suchmaschine die beste ist. Solange sich also z.B. Google für die normalen Seite und nicht für die Druckversion entscheidet, ist alles in Ordnung . Aber ist es wirklich im Sinne des Website-Betreibers, wenn sich Google für die Druckversion entscheidet und der Besucher, der die Website sieht, eine dann eher schmucklose Seite ohne Navigationsmöglichkeiten vorfindet?
Duplicate Content kann also zu Problemen hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit einer Website führen. Auch wenn Suchmaschinen in der Regel die "richtige" Entscheidung treffen und nicht die Druckversion anzeigen, sollte das nicht dem Zufall überlassen werden.
Interne Verlinkung
Neben der Benutzerfreundlichkeit ist Duplicate Content aber auch unter einem anderen Aspekt kritisch zu sehen: Inhalte können auch aus anderen Gründen unter mehreren URLs zu finden, z.B. weil ein Artikel eines Online-Shops in mehreren Rubriken eingepflegt ist und damit z.B. unter URLs wie http://www.onlineshop.de/rubrik1/hobel.html und http://www.onlineshop.de/rubrik2/hobel.html zu finden ist.
Suchmaschinen analysieren die interne Verlinkung einer Website und prüfen dabei, wie oft und mit welchen Suchbegriffen auf eine bestimmte Seite innerhalb der Website verlinkt wird. So können Suchmaschinen wichtige Seiten von unwichtigen Seiten trennen. Beispiel: Die Oberrubrik "Badmöbel" eines Online-Shops wird i.d.R von allen Seiten der Website mit einem "Badmöbel"-Link über die Hauptnavigation verlinkt und daher als relevante Seite für den Suchbegriff "badmöbel" eingestuft; eine sehr tief in der Website-Struktur liegende Seite, die nur von einer Produktseite aus verlinkt wird, würde als eher irrelevant eingestuft.
Ebenso wie es also wichtig ist, dass andere Websites auf die eigene Website verlinken, ist es ebenso relevant, dass Suchmaschinen die interne Verlinkung einer Website analysieren können und dabei wichtige von unwichtigen Seiten unterscheiden können.
Wenn nun aber eine Seite unter mehreren URLs verfügbar ist, gelingt diese Einschätzung nicht so gut. Die verschiedenen Seiten erhalten definitiv nicht die Anzahl an Links, die eine einzige Seite erhalten könnte. Google hat dieses Thema in einem Blog-Post [1] thematisiert und die Bemühungen erläutert, die Google hinsichtlich dieser Problematik betreibt. So sollen die doppelten Inhalte zu Gruppen zusammengefasst werden, um die Verlinkung dieser Gruppen messen zu können.
Maßnahmen
In der Praxis mag das funktionieren oder nicht - Website-Betreiber sollten auf jeden Fall Suchmaschinen diese Entscheidungen abnehmen. Dabei muss zwischen den beiden oben genannten Fällen unterschieden werden.
Es gibt doppelte Inhalte, bei denen offensichtlich ist, welche Seite die "richtige" ist. Wenn es also eine Artikelseite mit einer Druckversion gibt, sollte Druckversion gesperrt werden. Hierzu stehen sowohl die /robots.txt-Datei als auch Robots-Meta-Tags zur Verfügung.
Ebenso muss vermieden werden, dass Seiten innerhalb einer Website unter mehreren URLs abgerufen werden können. Derartige Probleme treten häufig bei Online-Shops und redaktionellen Umgebungen auf, so dass hier überprüft werden muss, ob und wie das jeweilige System konfiguriert werden muss, um derartige Effekte zu vermeiden.
Fazit
Duplicate Content ist nur selten ein Grund für Abstrafungen, aber häufig für schlechte Rankings - insbesondere dann, wenn Inhalte unter mehreren URLs verfügbar sind und damit die Erkennung der internen Verlinkung nicht richtig funktioniert. Website-Betreiber sollten überprüfen, ob ihre Websites derartige Probleme aufweisen und dementsprechend gegensteuern.
[1] http://googlewebmastercentral.blogspot.com/2007/09/google-duplicate-content-caused-by-url.html
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Über
den Autor
Markus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany.
Email: markus@suchradar.de
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