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suchradar Ausgabe 6
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Da flatterten vor einigen Tagen ganz viele Emails ins virtuelle Postfach, die allesamt von Google zu kommen schienen. Die Betreffzeile verhieß nichts Gutes: "Entfernung Ihrer Webseite ... aus dem Google Index". Dass diese Emails eine Fälschung waren, war nicht allen Unternehmen klar - im Gegenteil. Das Telefon stand nicht still, da die meisten sich ja keiner Schuld bewusst waren.

Mal davon abgesehen, dass es sich bei dieser Email um einen bösen Streich (neudeutsch: Hoax) gehandelt hat, merkt man an den Reaktionen der Unternehmen, welchen Stellenwert die Google-Rankings mittlerweile haben. Zumindest hätte eine ähnliche Email von Ask oder Yahoo sicherlich nur wenige erschreckt. Aber Google? Da geht's dann doch um was. Nämlich um Reichweite. Und Reichweite bedeutet Geld.

Das Ganze hat die Kollegen von der Suchmaschinen-Agentur SUMO zu einer Pressemitteilung animiert, deren Kernbotschaft richtig ist: So ganz ausgereift ist das System noch nicht. Websites, die von Google entfernt werden, sind häufig schon wenige Tage nach Stellen des Wiederaufnahmeantrages wieder drin im Google-Index. Zwar müssen die fraglichen Stellen, die gegen die Google-Richtlinien verstoßen, vor Stellung des Antrages entfernt werden, aber SUMO hat Recht, dass das Abschreckungspotenzial recht niedrig ist.

Immerhin kann man bis zur Abstrafung ordentlich Geld verdienen. Manche Websites verstoßen monate- oder jahrelang gegen die Richtlinien. Und wenn man Websites, die gegen die Regeln verstoßen, bei Google meldet, passiert oftmals gar nichts. Also: In Schönheit sterben oder auch die Regeln beugen? Google ist zwar so schlau, pressewirksam Ausschlüsse von bekannten Websites (vor allem BMW) in Szene zu setzen, aber ein striktes System zur Verhinderung von Suchmaschinen-Spam bleibt der Branchenprimus immer noch schuldig.

Wer in diesen Tagen solche Emails bekommt, kann sich zumindest sicher sein, dass diese nicht von Google kommen. Denn auf Grund der vielen Hoax-Emails hat Google erstmal den Versand dieser Abstrafungsbestätigungen eingestellt. Man wolle erst ein sicheres System basteln. Vielleicht denkt Google bei der Gelegenheit ja auch mal über effektives Suchmaschinen-Spam-Management nach. Denn nur das schreckt wirklich ab.

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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