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Wo ist die Vielfalt geblieben?

 

suchradar Ausgabe 4
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Ist der Google-Marktanteil jetzt eigentlich erst bei 90% oder schon bei 92% oder doch nur 89%? Irgendwie habe ich da wohl den Überblick verloren - wahrscheinlich weil's total unwichtig ist.

Aber nein, da schreckt mich eine Nachricht auf: Der Gründer der Wikipedia, Jimmy Wales, bastelt an einer neuen Suchmaschine namens Wikiasari. Und diese hat auch gleich finanzielle Rückendeckung bekommen: Amazon und andere Investoren haben sich mit insgesamt etwas mehr als vier Millionen Dollar an der Idee beteiligt.

Gelesen habe ich diese Nachricht nicht nur in den branchenüblichen Blogs, sondern auch in Mainstream-Medien (Spiegel, N-TV, ...). Ein gutes Beispiel dafür, dass das Thema Suchmaschinen in der breiten Öffentlichkeit angekommen ist. Aber hier von einem Google-Killer zu sprechen ist natürlich wie immer zu früh.

Die Grundidee, die Suchergebnisse nicht nur algorithmisch, sondern auch durch menschlichen Input zu berechnen, ist sicherlich gut - aber mehr als eine Idee ist es zurzeit auch nicht. Warum schreit man denn nach dem Google-Killer? Ist denn keiner mit Google zufrieden oder gönnt man den Innovatoren aus Mountain View den Erfolg nicht?

Zumindest kann man eins nicht leugnen: Es gab schon mal mehr Vielfalt. Schauen wir uns doch mal den "Search Engine Relationship Chart" von Bruce Clay an, der die Suchmaschinen und deren Verpflechtungen zeigt. Entweder konnte Bruce vor einigen Jahren noch nicht so übersichtliche Diagramme wie heute erstellen - oder aber von der Vielfalt ist nicht mehr viel übrig.

November 2000:

April 2006:

Quelle: http://www.bruceclay.com/serc_histogram/histogram.htm

HotBot? AltaVista? Excite? Ja, gab's mal. Vielleicht kann man unter den jeweiligen Domains auch heute noch Suchmaschinen erreichen. Probiert habe ich das aber schon lange nicht mehr. Oder Sie?

Ich möchte Sie jetzt gar nicht nötigen, mal eine andere Suchmaschine auszuprobieren - ich mach's ja selber nicht. Es gibt ja auch keinen objektiven Grund dafür. Google liefert gute Suchergebnisse und "die anderen großen Suchmaschinen" (namentlich Live Search und Yahoo!) können's auch nicht unbedingt besser.

Ich mag den Satz: "Innovation ist, wenn sich Alle darauf geeinigt haben, dass etwas unmöglich ist - und dann kommt einer, der das nicht wusste". Warten wir halt auf den Google-Killer.

 

Über den Autor

ist Chefredakteur des Magazins suchradar und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur Bloofusion Germany.

Email: markus@suchradar.de

 

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