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Contextual Advertising: Inhalte als Werbefläche
Die
Brücke zum Thema "Contextual Advertising" lässt sich am besten
über Suchmaschinen-Marketing schlagen. Wenn man sich Suchmaschinen-Werbe-Systeme
wie Google AdWords oder Yahoo! Search Marketing anschaut, ist das Prinzip immer
dasselbe: Unternehmen buchen Suchbegriffe ein, die wiederum Anzeigen steuern.
Sobald jemand nach einem Suchbegriff sucht, den ein Unternehmen gebucht hat, erscheint
die Werbung des Unternehmens - vorausgesetzt natürlich, dass dieses bereit
ist, den entsprechenden Click-Preis zu zahlen. Contextual Advertising, also
kontextbezogene Werbung, funktionert ähnlich: Die Werbungen werden hier nicht
abhängig von Suchbegriffen, sondern von Inhalten geschaltet. Gewissermaßen
"rät" das Werbesystem also die Suchbegriffe, die zu einer Seite
passen. Ein Beispiel: Die Seite in Abbildung 1 entstammt einem Verzeichnis
für Sprachreisen. Der Betreiber dieser Website hat sich vorher entschieden,
seine Website für kontextbezogene Werbung bereitzustellen und seine Website
auf die Teilnahme an einem solchen Programm vorbereitet. 
Abbildung
1: Der Sprachreisen Wegweiser |
Durch Analyse der Inhalte
werden dann Werbungen ausgesucht und angezeigt, die zu den Inhalten passen. Die
in diesem Fall angezeigten Werbungen erscheinen dort, weil die jeweiligen Werbetreibenden
z.B. die Suchbegriffe "sprachreisen" oder "sprachkurse" eingebucht
haben. AnbieterDer Markt für Contextual Advertising wird von
den beiden großen Werbe-Netzwerken Google AdWords und Yahoo! Search Marketing
dominiert. Auch wenn keine offiziellen Zahlen zur Reichweite verfügbar sind,
hat Google mit seinem AdSense-System sicherlich eine höhere Reichweite als
das Konkurrenzsystem Yahoo! Search Marketing Content Match. Google selber gibt
die weltweite Reichweite seines AdSense-Netzwerkes mit täglich 4,5 Milliarden
Seitenabrufen an. Die Werbungen ähneln dabei nicht nur den bekannten
Suchmaschinen-Werbungen - sie entstammen denselben Systemen. So kann man über
einen Google AdWords-Account, mit dem man Suchmaschinen-Werbung betreibt, direkt
Werbungen in das AdSense-Netzwerk einstellen, mit dem diese Werbungen dann auch
in viele Websites eingeblendet werden. Streng genommen machen das viele Unternehmen
bereits, ohne es zu wissen, da diese Option bei Google AdWords standardmäßig
eingeschaltet ist. Den Markt für kontextbezogene Werbung hat eigentlich
ein anderes Unternehmen bereitet: Vibrant Media. Der Anbieter stellt eine Lösung
names IntelliTXT bereit, die sich zumindest in einem Punkt grundlegend von Google
AdSense und Yahoo! Search Marketing Content Match unterscheidet: Die Werbungen
werden bei IntelliTXT direkt in die Inhalte eingebaut. Wie in Bild 2 zu sehen
ist, erscheinen einige Wörter unterstrichen (z.B. www.n-tv.de).
Sobald ein Besucher mit der Maus über einem solchen Link verharrt, erscheint
ein Fensterchen, das die Werbebotschaft anzeigt. 
Abbildung
2: IntelliTXT-Werbung auf www.n-tv.de |
Auch
MIVA hat im September 2006 mit MIVA InLine ein ähnliches Produkt vorgestellt,
das aber noch nicht den Weg zur Marktreife gefunden hat. Ein anderer Anbieter,
der ebenfalls noch am Anfang steht, ist adtube. Neben diesen
Anbietern gibt es aber auch noch viele andere bekannte Internet-Plattformen, die
mittlerweile auf kontextbezogene Werbung setzen. So bietet das System eBay AdContext
standardisierte Werbemodule, die in die eigene Website eingebaut werden können,
um dort kontextabhängig Produkte aus der eBay-Datenbank anzuzeigen. Auch
Amazon bietet mit Omakase Links ein ähnliches System an. ProblemeDas
Grundproblem bei beiden Werbeformaten ist semantischer Natur: Die Werbeanbieter
nutzen Software, die Inhalte automatisch analysiert und versucht, Suchbegriffe
zu ermitteln, die zu den Inhalten passen. Neben den "klassischen" Mehrdeutigkeiten
(z.B. Golf: Auto oder Sportart) kann es passieren, dass die Werbung schlichtweg
nicht auf den gesamten Inhalt passt. Wie im Beispiel zu sehen ist, wird Werbung
für HD-Bildschirme in einem Umfeld angezeigt, in dem es um eine Abenteuer-CD-ROM
für Kinder geht. Das grundlegendste Problem ist aber definitiv
die Verfügbarkeit guter Inhalte, denn ohne diese kann Contextual Advertising
nicht funktionieren. Während Systeme wie AdSense sehr verbreitet sind, sind
die Inline-Systeme wie IntelliTXT nur auf sehr wenigen Websites zu finden. Prinzipiell
funktionieren Inline-Systeme in redaktionellem, hochqualitativem Content am besten
- von dem gibt es aber nicht sehr viel im Internet. In einigen
Themenbereichen bietet sich kontextbezogene Werbung an, da es viele gute Content-Angebote
gibt, z.B. im Pharma-Sektor. So setzen einige qualitativ hochwertige Medizin-Portale
(z.B. www.onmeda.de, www.medizinfo.de,
www.g-netz.de) AdSense ein;
in anderen Themenbereichen wie Prozessautomatisierung wird es dann aber doch sehr
eng, da es hier kaum gute Portale mit guten Inhalten und relevanter Reichweite
gibt. Zwei Welten Selbst wenn Systeme
wie Google AdWords es sehr leicht machen, Werbungen in beiden Welten (Suchmaschinen-Werbung
und kontextbezogene Werbung) zu schalten, muss man beachten, dass beide Welten
unterschiedlich funktionieren. Bei Suchmaschinen-Werbung kann man einen Menschen
in dem Augenblick treffen, in dem dieser aktiv nach einer Lösung (Produkt
oder Dienstleistung) sucht. Bei kontextbezogener Werbung ist
das anders, da man hier auch Besucher anziehen kann, die gerade nicht aktiv nach
einem Produkt oder einer Dienstleistung suchen. Auch wenn kontextbezogene Werbung
nur auf Click-Basis abgerechnet wird, gilt die Faustregel, dass die Conversion-Rate
hier im Vergleich zur Suchmaschinen-Werbung niedriger liegt. Man benötigt
also mehr Besucher, um einen Kauf (neudeutsch Conversion) zu tätigen. Gerade
aus diesem Grund empfiehlt es sich nicht, eine Suchmaschinen-Kampagne 1:1 auf
kontextbezogene Werbung zu übertragen. In der Regel ist es sinnvoller, optimierte
Kampagnen zu entwickeln und z.B. sehr spezielle Begriffe einzubuchen oder Werbetexte
expliziter zu gestalten. FazitUnternehmen
sollten grundsätzlich über den Einsatz kontextbezogener Werbung nachdenken
bzw. prüfen, ob diese Werbeform in der eigenen Branche sinnvoll ist. In vielen
Marktsegmenten kann sicherlich eine hohe Reichweite erreicht werden - die man
aber auch hinterfragen sollte. Denn ähnlich wie bei Suchmaschinen-Werbung
oder Online-Marketing gilt auch hier, dass nicht die Anzahl der Clicks bzw. Besucher
entscheidend ist. Vielmehr geht es um die Frage, welche Qualität der Besucherstrom
hat. Diese Entscheidung muss jedes Unternehmen selber treffen. Google
Content Network > https://trainingcenter.google.com/gcn
Yahoo! Search Marketing Content Match > searchmarketing.yahoo.com Vibrant
Media > www.vibrantmedia.de adtube > www.adtube.de eBay
AdContext > http://affiliates.ebay.com/ads/adcontext/  | Über
den AutorMarkus Hövener ist Chefredakteur des Magazins suchradar
und geschäftsführender Gesellschafter der SEO-/SEM-Agentur
Bloofusion Germany. Email: markus@suchradar.de | |